Oberfräse statt Stichsäge?

Grünglas

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Guten Tag zusammen,

Situation ist folgende: mehrere 18mm dicke Fichtenbretter sollen durchgesägt werden. An Werkzeug vorhanden ist eine brandneue Oberfräse und eine uralte Stichsäge. Bei früheren Experimenten mit der Stichsäge kam es häufig vor, dass sich das Sägeblatt während des Sägens verbog, so dass der Sägeschnitt nicht senkrecht war. Nun meine Idee: Statt der Stichsäge könnte man einen Nut-fräser mit entsprechender Länge zum "Sägen" verwenden, da sich ja der Fräser nicht verbiegen kann. Was sagt der Profi dazu?

Freue mich sehr über Antworten!

LG,
Barbara
 

Trips

ww-birnbaum
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Also das ist ja mal eine Idee :emoji_slight_smile: Über eine derartige Möglichkeit des Brettablängens hab ich ja noch nie nachgedacht. Verrückt.

Erstens verläuft dir die Fräse ja sicherlich (außer du benutzt die Schiene dafür, was aber sehr aufwendig wäre meiner Meinung nach) Ich denke auch, dass es eher brennt als fräst, wenn die gesamten 18 mm auf einmal gefräst werden. So eine kleine Handoberfräse ist ja keine CNC-Maschine (-:

Zweitens sind Stichsägeblätter doch eher eine preiswerte Alternative zu Nutfräsern. Man bedenke die vielen (hundert) Meter, die man damit normalerweise sägen kann.

Drittens: Wieso verbiegen sich deine Sägeblätter denn eigentlich? Das passiert doch meist nur, wenn man mit dem laufenden Sägeblatt irgendwo anstößt. z.B. beim Herausziehen des laufenden Sägeblatts aus der Schnittfuge. Oder man sägt nicht geradlinig, also zwingt das Sägeblatt mit Druck in eine bestimmte Richtung und verbiegt es dabei.

Wie rechtwinklig müssen die Schnittkanten denn sein? Beim Ablängen mit der Stichsäge handelt es sich ja meist nur um ein grobes Ablängen um danach noch auf der Kreissäge zu formatieren. (Laminat oder dergleichen einschneiden ausgenommen) Eine Handkreissäge würde sich dabei natürlich anbieten.

Ich denke es hat schon seinen Grund wieso ich noch keinen Schreiner beim Ablängen mit der Oberfräse gesehen hab :emoji_slight_smile: Wer das dennoch tut, bitte hier melden.


LG

Manu
 

Werkzeugprofi

ww-robinie
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Machmal wirkt ein neues, scharfes Stichsägeblatt richtige Wunder. Es sei denn, die Säge hat von Haus aus eine richtig miese Sägeblattführung :emoji_wink:

lg

David
 

Grünglas

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Hallo Manu,

Das war mir schon klar, dass ein Schreiner nicht mit der Oberfräse sägt :emoji_slight_smile: Ich würde ja auch lieber mit der Kreissäge arbeiten, habe aber keine und eine Anschaffung steht nicht zur Debatte, Ausleihen bei Baumarkt oder so ist mir auch nicht möglich.

Es geht mir nur darum, mit den leider beschränkten vorhandenen Möglichkeiten möglichst senkrechte Sägflächen hinzubekommen.

Bei der Oberfräse ist eine Schiene dabei, das wäre nicht das Problem.

Warum das Sägeblatt verbiegt, ist mir nicht klar. Vielleicht liegt's an meiner eher laienhaften Bedienung, vielleicht ist das Gerät zu alt. Hab' schon versucht, die Stichsäge an der Schiene für die Oberfräse entlangzuführen (einklinken wie die Oberfräse konnte ich sie natürlich nicht) - half nichts, das Sägeblatt verbog sich trotzdem.

Für mein momentanes Projekt muss ich insgesamt ca 6 Meter gerade sägen (im Wesentlichen sollen die Fichtenbretter längs halbiert werden). Die Bretter sollen später auf der Schnittfläche stehen, daher muss die Sägefläche nicht auf den Zehntel Millimeter senkrecht sein, aber der halbe Zentimeter Abweichung den ich mit der Stichsäge erhalte, ist mir da zuviel.

LG,
Barbara
 

vollholz

ww-robinie
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Hallo Barabara,
offenbar soll es ein blitzesauberer Schnitt werden.
Du kannst mit der Stichsäge mit leichtem Übermaß vorschneiden und dann mit der OF (an einer geraden Brettkante geführt) fertigfräsen. Das muß ich auch gelegentlich, mal ist ein Material kritisch, mal kein Platz für die Schiene Handkreissäge, etc.
Sehr effektiv ist das natürlich nicht, aber es geht.
Grüße,
Jens
 

civil engineer

ww-robinie
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Hallo Barbara,

du schreibst, daß die Bretter der Länge nach halbiert werden sollen. Ist bei Deiner Fräse ein Parallelanschlag dabei? Wenn ja, würde ich auf einem mehr oder minder schmalen Brett versuchen, mit dem Parallelanschlag zu arbeiten anstatt an einer Schiene geführt. Das setzt natürlich voraus, dass mindestes eine Brettkante gerade ist. Versuchs in mehreren Schritten, jeweils nur 3-4 mm tief fräsen.

Gruß
Jochen
 

toby250375

ww-esche
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wenn du nichts einpassen musst,sondern feste Masse hast,kannst du die Bretter vielleicht STressfreier und günstiger(wenn die stchsäge verläuft ,musst du neues Holz haben,wenn der Fräser bricht,brauchst du auch den neu,und der kostet...) beim Tischler oder Hobbytischler um die Ecke halbieren und ablängen lassen...
Wo kommst du denn her?
Gruss,Toby
 

Heid Wolfgang

ww-birke
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Hallo Barbara!
Du kannst als Anschlag für die Stichsäge auch eine Holzlatte mit Schraubzwingen verwenden. Bei der Stichsäge ist es wichtig daß Du keinen Druck ausübst. Du mußt sie nur führen. Mit der Oberfräse würde ich es nicht empfehlen. Wenn Du keine Absaugung hast ist es nämlich eine staubige angelegenheit.
Viel Glück Wolfgang
 

Lungul

ww-kastanie
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Ich würde das Brett erst mit der Stichsäge grob auf Länge schneiden und dann so 2-3 mm mit der Oberfräse nachfräsen. Bei dieser Methode sollte man einen größeren Fräser nehmen d16 +.

Sorry, gerade gelesen is ja schon gesagt worden:emoji_stuck_out_tongue:
 

Gerd Lutter

ww-ahorn
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Oberfräse statt Stichsäge

Ja hallo erst mal, und gleich die Frage: welche Art Stichsägeblatt ist es denn? Wir wissen doch, daß es da gewaltige Unterschiede gibt: Dicke grobe dünne schmale gaanz dünne zarte, für Kurvenschnitte etc.etc. Die Sägeblätter für gerade Schnitte haben ein breiteres Blatt und die Schränkung ist auch anders. Wenn allerdings das Motörchen der Stichsäge etwas schwach auf der Brust ist, wie oben schon gesagt, laaangsam fahren. Grüße aus Saatwinkel Gerd
 

currymuetze

ww-birnbaum
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Bei uns im Baumarkt kann man auch seine Platten mitbringen und auf Maß sägen lassen. (Wird je Schnitt berechnet - da kommst wohl auch mit weniger asl 20 € hin) Frag doch mal bei euch nach. Wenn die nicht gerade im Stress sind, sollten die das auch relativ genau hinbekommen!

Gruß
Thorsten
 

Grünglas

ww-pappel
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Herzlichen Dank für die vielen Antworten! Ich habe ein wenig über Euren Tipps gegrübelt:

Ausleihen von Geräten, Zuschneiden bei Tischler oder Baumarkt ist leider nur schwer möglich, da ich außer dem Bus keine Transportmöglichkeit habe.

Mit der Stichsäge grob auf Länge schneiden und dann nachfräsen ist eine gute Idee, kann ich vielleicht für andere Projekte brauchen, aber diesmal brauche ich beide Hälften der Bretter, der Schnitt (äh, pardon, die Nut :emoji_grin: ) sollte also nicht breiter als ein paar Millimeter sein.


Also werde ich wie folgt vorgehen:

Zuerst die Stichsäge mit neuem passenden Sägeblatt versehen und ausprobieren, ob sie dann weniger verläuft.

Falls das nicht klappt, kommt doch die Fräse mit Schiene zum Einsatz. Damit der Fräser nicht qualmt oder bricht, fräse ich in mehreren Schritten, jeweils immer nur 3-4 mm.


Bleiben noch ein paar Fragen, für den Fall, dass ich fräsen muss:

Welche Art Fräser verwende ich dann? Einen Nut-Fräser?

Wie lang muss dann der fräsende Teil vom Fräser (wie nennt man das ? :confused: ) sein? Da ich ohnehin in kleinen Schritten fräse, würde es ja theoretisch reichen, wenn das 5 mm lang wäre, oder habe ich da einen Denkfehler?

Und welchen Durchmesser? Vom Gefühl her würde ich sagen, einer mit größerem Durchmesser qualmt schneller, einer mit kleinerem Durchmesser bricht leichter.

Apropros brechende :eek: Fräser: kann das gefährlich werden? ZB indem es durch die Luft fliegt (immerhin rotiert so ein Fräser ja nicht gerade langsam)? Wie schützt man sich?

LG,
Barbara
 

castor

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Hallo Barbara,

zur Fräserlänge: Wenn es sich bei den Fräsern um einen Schaftdurchmesser von 8mm handelt würde ich sagen: Ist der Fräserdurchmesser größer als 8mm so kannst du auch ein kleines bisschen tiefer als die Schneidenlänge fräsen (die Markierung für die minimale Einspanntiefe in der Spannzange beachten!). Ist der Fräser kleiner gleich 8mm wirst du nur so tief wie die Scheidenlänge fräsen können, da du sonst ja mit dem 8mm Schaft nicht in die Nut eintauchen kannst!

Würde auch sagen kleinerer Fräser bricht leichter und hat meist weniger Schneidenlänge. Größerer Fräser muss mehr Holz zerspanen.

Wieso gefällt dir die Idee nicht zuerst mit der Stichsäge zu schneiden und dann falls nötig mit einem großen Nut oder Bündigfräser geführt an einer Schiene oder Brett mit Kopierhülse nur so viel von der Seite (in einem Durchgang) wegzunehmen so dass die Kante perfekt ist? Das wird so beim Kopieren mit Schablone und Kopierhülse üblicherweise gemacht!

Gutes Gelingen,
Jürgen
 

g0dil

ww-ulme
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Ich kann nur sagen das ich das einige Jahre genau so wie hier vorgeschlagen gemacht habe: Mit der Stichsäge grob vorgesägt dann mit der OF mit nem 12mm Bündigfräser mit Anlaufring oben genau auf Maß. Geht sehr gut dauert aber lange ... und so langsam hasse ich Stichsägen :emoji_slight_smile: (und bei kleinen Teilen wird das ganze ohne Frästisch eine ziemliche Zumutung und dauert dann noch länger ...)

Daher habe ich auch gerade meinen MFT + TS55 bestellt :emoji_grin:
 
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