Neu gestrichene Holzdecke knackt und reißt

sandrinlein

ww-pappel
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Hallo,

wir haben im Herbst eine 35-Jahre alte Kiefernholzdecke im Dackgeschoß weiß gestrichen. Mit einer Holzfarbe aus dem Baumarkt. Jetzt knackt sie, bzw. es knallt richtig laut und die Decke reißt überall stark ein. Unsere Vermutung ist, dass die Ursache Kombination von dem Farbeaufstrich und den Temperaturveränderung ist (Heizung stark aufgedreht Anfang des Winters; jetzt hatten wir sehr kalte Temeraturen draußen). Denn vor dem Streichen hatten wir dieses Problem nicht.
Weiß jemand, weshalb das Streichen der Decke dieses Knacken und Reißen verursacht haben könnte? Und hat jemand eine Idee, was man jetzt tun kann? Einfach Acryl oder Silikon in die Fugen hineinschmieren? Muß die Decke raus oder kann man davon ausgehen, dass Sie sich im Frühling/Sommer "beruhigt"?

Danke schonmal
 

Mathis

ww-robinie
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Hallo,
leider schreibst du nicht, ob es eine Decke aus Nut- und Federbrettern ist. Wenn das so sein sollte, (solche Decken sind sehr populär gewesen in den 70ern) ist die Ursache sicher das Verkleben der Nuten und Federn miteinander durch die Farbe, es wurde eine Verbindung geschaffen, wo keine sein sollte, und das Holz wird am Schwinden und Quellen gehindert.
Wenn das Holz jetzt im Winter stark trocknet, zieht es sich auch nach 35 Jahren noch zusammen, und wenn es durch den Lack daran gehindert wird, knallt es eben irgendwann und es reißt in den Fugen oder mitten im Brett, oder das Holz verschiebt sich gegeneinander, je nachdem, welche Verbindung eher nachgibt.

Mein Lehrmeister hatte für sowas einen guten Spruch: Was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und Holz? Beamten arbeiten unermüdlich 8 Stunden am Tag, Holz dagegen arbeitet unermüdlich 24 Stunden am Tag, (auch nach 35 Jahren noch.)

Das beantwortet auch deine Frage nach dem "was tun?": am besten gar nichts, irgendeinen Kitt oder sonst was in die Risse schmieren hält garantiert nicht, sobald die Luftfeuchte im Sommer wieder steigt, drückt es das raus aus den Fugen und alles geht von vorne los.
Arrangiert euch mit dem Geknacke oder reisst die Decke raus, es gibt m.E. keine vernünftige Lösung für den Fall.
 

sandrinlein

ww-pappel
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Danke für die ausführliche Antwort.

Tja, dann war das mit dem Streichen wohl doch nicht so eine gute Idee.

Kann ich eigentlich dann davon ausgehen, dass es im Sommer weniger knackt, weil ja die Temperaturveränderungen nicht so stark sind?

Und wenn mal eine genügend große Anzahl von Rissen im Holz sind, sollte das Knacken doch auch wieder weniger werden, oder? Dann hat es ja wieder "Platz" zum Arbeiten.
 

frankundfrei

ww-robinie
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Holzdecke streichen

Es kommt auch ein wenig auf die Art der Farbe an. Sehr schichtbildende Lasur, die z.B. eher für den Außenbereich gedacht ist oder gar Lack führt eher zu solchen Verklebungen.

Unser Kunden nehmen den Bienenwachsbalsam Aqua, der weniger Harzanteil und mehr Wachsanteile hat. Die Schichtbildung ist nicht sehr stark. Dadurch kommt es eher nicht zu solchen Verklebungen.

Der Zeitpunkt des Streichens ist auch noch wichtig. Ideal ist es im Februar und März. Das Holz ist dann am stärksten zusammen gezogen, die Nut- und Federverbindungen am weitesten sichtbar. Dadurch vermeidet man auch, dass später evtl. ungestrichene Teile bei der Feder sichtbar werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
 
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