Massivholzrahmen für ein Wasserbett

piece

ww-pappel
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Hallo,

ich möchte mir einen Rahmen für mein Wasserbett bauen.

Die Wassermatraze hat die Maße 200x220x23 cm. Das entspricht gut einer Tonne Wasser und dementsprechend stabil möchte ich den Rahmen auch haben.

Das Bett soll sehr ähnlich zu folgendem werden:


(klicken für volle auflösung)

Die Eckpfeiler sollen 200x200mm im Querschnitt und vorne ca. 30cm hoch sein und hinten ca. 75cm. Die Bretter dazwischen werden 30 oder 40 mm stark sein. Die senkrechten Bretter werden durchgehend bis zum Boden sein und die Wassermatrazze wird etwa 10 cm nach oben herausstehen. Das Kopfteil wird auch aus Holz sein.

Hier nun meine Fragen:

  • Wie genau kann ich die Verbindungen zwischen den Brettern und Pfeilern herstellen, ohne dass man von aussen Schrauben zu sehen bekommt und trotzdem eine hohe Stabilität gewährleitet ist. Die senkrechten und waagerechten Bretter müssen auch miteinander verunden werden, damit sich die senkrechten nicht nach aussen wölben.
  • Welches Holz würde sich dafür empfehlen, wenn man ansetzt, dass das Bett gute 15 Jahre halten soll. Und wo bekommt man solch dicke Pfeiler am besten?
  • Muss man das Holz versiegeln? Wenn ja womit? Es soll eine Farbe ähnlich zum Bild zum Schluß haben. Nicht zu dunkel, aber auch nicht zu hell.

Vielen Dank im Voraus.
 

piece

ww-pappel
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vielen dank für den hinweis, aber den fehler nach dem tragenden element im bett habe ich nicht :emoji_wink:

das ist nicht mein ersten wasserbett und das gewicht des wassers wird selbstverständlich über den ganzen boden verteilt. ich möchte die seiten aber trotzdem stabil haben, damit die nicht über die zeit von den wellenbewegungen nach aussen gedrückt werden. klar ist bei wasserstille kein / kaum druck auf den seiten. aber wenn man drin rumspielt, dann kann das schon ordentlich schaukeln, zumal das bett keine beruhigung hat (free flow).

deswegen sollten die vertikalen bretter auch bis zum boden durchgehend sein, weil das bett eben auf den boden steht und nicht vom rahmen getragen wird.

die hölzer sollen alle massiv sein. kein leimholz. ich habe mich innerlich schon etwas mit eiche angefreundet, aber kenne mich quasi gar nicht mit dem material aus. insbesondere worauf man beim kauf achten muss. ich brauche dann ja direkt gehobelte bretter / balken, da ich keine großen maschinen zur verarbeitung habe.

handwerklich würde ich mich als überdurchschnittllich begabt bezeichnen. zum bohren / fräsen / sägen sind maschinen vorhanden. gute 15 jahre meist mehr als weniger erfolgreiche handwerkliche erfahrung auch vorhanden :emoji_slight_smile:
 

gleiter

ww-robinie
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Servus!

Pfosten in dieser Stärke würde ich eher in einem Abbruchhaus suchen, da waren solche Querschnitte durchaus üblich.

Könnte sogar bei diesem Bett auch sein, würde auch die Risse erklären.

Selbst unser Dachstuhl (1870) hat solch aus heutiger Sicht völlig überdimensionierte Balken drinnen, allerdings in Fichte.

Gruß, André.

P.S.: Falls in Eiche, viel Spaß beim Bearbeiten der Pfostenstücke.

P.P.S.: Könntest Du das Bild bitte kleiner machen, horizontales Scrollen-müßen macht das Lesen recht umständlich.
 

piece

ww-pappel
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bild ist kleiner.

im booklet aus dem das bett ist steht, dass es aus hundertjähriger sumpfeiche ist.

worin bestehen denn die probleme eiche zu bearbeiten? ich hab, wie gesagt, mit eiche noch nie etwas gemacht.
 

piefke

ww-ulme
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theoretisch übt das Wasser seinen Druck in alle Richtungen gleichmäßig aus. Bei einer Tiefe von 1m entspricht das ungefähr 1t/m2.
Da die Sache mit dem Wasserdruck eine lineare ist, bedeutet das einen Druck von ca. 300kg/m2 an der Unterseite Deine Seitenteile (da wo die auf dem Boden aufliegen). An der Oberseite Deiner Seitenteile beträgt dieser Druck 0.
Da das Wasserbett aber wohl in sich stabil ist (s. vorangegangener Post) und Deine Seitenteile am Boden aufliegen, ist der entgültige Druck wohl deutlich kleiner.
Wenn Du drin liegst ändert sich der Druck theoretisch durch die Verdrängung (Wasserspiegel steigt) und durch dynamische Lasten. Aber wie hoch die sind kann Dir wohl keiner hier sagen.
Vielleicht hat Manfred mal eine Messuhr und kann die Auslenkung unter Last messen (5mm max. wären schon gut) oder zumindest den Druck erfühlen.
Gefühlsmäßig sollten Deine angesetzten 3-4cm aber reichen.

greetz
 

gleiter

ww-robinie
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worin bestehen denn die probleme eiche zu bearbeiten? ich hab, wie gesagt, mit eiche noch nie etwas gemacht.
An sich ist Eiche auch nicht anders zu verarbeiten als andere Hölzer, es ist halt recht hart und nutzt die Werkzeuge recht schnell ab. Mit ein wenig Geduld lassen sich sehr schöne Oberflächen herstellen, trotz der Offenporigkeit.

Ich hatte mal ein paar Stücke sehr alte Eiche aus einem Dachstuhl, das war nicht mehr vernünftig bearbeitbar. Eisenhart wäre das passende Synonym. Von daher mein Einwand weiter unten, trockene Eichenpfosten in dieser Dimension kenne ich nicht anders als aus sehr alten Dachstühlen.

Gruß, André.
 

piece

ww-pappel
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ungeachtet aller handwerklichen schwierigkeiten .... wie würden die profis das holz dabei denn verbinden?
 

piece

ww-pappel
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verleimen ist leider keine option. das bett wird binnen der nächsten jahre umziehen. es sollte nach möglichkeit alles verschraubt und auch wieder zerlegt und wieder aufgebaut werden können.
 

gleiter

ww-robinie
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Servus!

Kopf- und Fußteil würde ich ebenfalls am Stück machen.

Weißt Du was ein Arbeitsplattenverbinder und eine Stockschraube sind?

Eine Kombination aus Beiden fällt mir auf die Schnelle als brauchbare Verbindung ein wenn denn schon Metal verbaut sein darf.

Zum Positionieren Runddübel, wie schon erwähnt.

Gruß, André.
 

piece

ww-pappel
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kopf- und fussteil zu verleimen klingt sehr vernüftig. werde ich so machen.

@gleiter: die stockschraube also in den eckpfosten schrauben, seitlich ein loch ins brett, wo die schraube rein kann und dann ein ca. 30mm loch "von oben" ins brett rein, damit man eine gebogene unterlegescheibe und mutter auf das gewinde der stockschraube schrauben kann? welchen durchmesser der stockschraube sollte man da dann nehmen, damit das stabil im eckpfeiler sitzt, ohne beim anzuziehen rauszureissen?

@runddübel: gibts da gute tips, wie man die im eigenen heim möglichst exakt gebohrt bekommt? mir wär da vielleicht eine bohrschablone im sinn, die man auf die ecke anlegen kann. bräuchte man dann zwei gespiegelte varianten von. gibt es so etwas?
 

gleiter

ww-robinie
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Die "Löcher" - sprich Gehäusebohrungen - haben einen Durchmesser von 35 mm.

Und ich würde sie an die Innenseite der stehenden Bretter setzen, bei Deinem Beispielbild könnten sich drei Stück ausgehen. Recht tief gebohrt damit die Stockschraube nicht all zu sehr am Rand des stehenden Holzes eingebohrt werden muß (unbedingt vorbohren!). Ich gehe von einer Stärke ab 30 mm aus, für die Seitenteile.

Arbeitsplattenverbinder kenne ich in M6, wie lang das Holzgewinde bei M6 Stockschrauben ist weiß ich nicht, ich hab' nur ein paar M8 im Haus liegen.

Rein aus dem Bauch raus würde ich schätzen dass M6 auch passen (falls es die überhaupt gibt, ich weiß es nicht), dann kannst Du auch gleich die U-Scheibe + Spezialmutter vom Verbinder nehmen. Bei M8 Stockschrauben müßtest Du die U-Scheibe aufbohren.

Immerhin muß sich ja dieses besondere Bett auch am Boden abstützen, ergo kommt bei der Verbindung Seiten-/Kopf-/Fußteile nicht gar so viel Belastung zu Tragen.

Aber noch Mal: Das Ganze ist nur so eine Überlegung von mir, gemacht habe ich sowas noch nicht, geschweige denn einen Rahmen für ein Wasserbett gebaut!

Für das Positionieren der Gegenlöcher bei Runddübeln gibt es in jedem Baumarkt passende Einsteckeisen mit einer Spitze. Löcher bohren (ideal zuerst im Seitenteil), die Spitzen einstecken und am Steher die Bohrungen markieren. Mit ein paar Reststückln Holz und ein paar Schraubzwingen machst Du Dir sowas wie eine "Zwangsführung" damit das Seitenteil auch wirklich dort hintrifft wo Du's haben willst. Das sollte nämlich schon auf Anhieb passen.

Gruß, André.
 

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ww-pappel
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ich denke ich fühle mich mit der dübelvariante wohler :emoji_slight_smile:

da brauche ich dann aber noch irgendeine halterund für meine bohrmaschine, damit ich exakt senkrecht bohren kann. in meine tischbohrmaschine passen keine 220 cm bretter rein :emoji_slight_smile:
 

gleiter

ww-robinie
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Ich hab' das immer mit der OF gemacht.

Eine passende Schablone hergestellt, die muß wirklich gut sitzen und auch die Fräse muß gut abgestützt sein, am Besten auf drei Seiten damit sie Dir im Hirnholz nicht unkontrolliert abhaut. Vorbohren ist auch zu empfehlen, bei einem Dübel 10 mm reicht ein 6er Loch völlig aus damit sich der 10er Fräser nicht gar so schwer tut.

Geschickt durchgeplant läßt sich so eine Schablone dann sogar als Kontrastück einsetzen.

Ist halt sehr viel Aufwand für die Schablone, da geht eine Schlitz-Zapfen Verbindung deutlich schneller.
 

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ich hab heute ein paar holzhändler besucht und rumtelefoniert und das ist ja gar nicht so einfach so dicke eiche zu bekommen. kennt da jemand im großraum köln eine bezugsmöglichkeit mit guter kompetenz für eiche?
 

Malid

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wir haben hier in der Nähe von Frankfurt einen "Holzkontor" die auch alte Eisenbachschwellen verkaufen....
Wir haben in der Schreinerei früher auch einmal aus solchen Schwellen einiges gebaut. Wenn du gescheit von allen Seiten abholbelst sehen die richtig ge.. aus.
Gerade die vielen unterschiedlichen Risse im Holz sehen sehr gut aus, die du ja aber auch z.B. mit einer 2 Komponten-Spachtel ( Empfehlung Rex-Lith schwarz ) oder gar Blei ausgießen kannst.
Die 2. Alternative habe ich einmal bei einem Esstisch gemacht, was ein sehr interessanter Kontrast ergab.
Vielleicht ist das ja ein Tipp, nachdem du dich einmal bei dir umhören kannst.

Ich habe die Seitenteile von meinem Wasserbett (184x212 Hardside ) auf Gehrung gefertigt und diese mit Gehrungs-Eck-verbindern verbunden, was bombenfest hält. Diese sehen auf beiden Seiten aus wie ganz normale Schrankverbinder, nur dass sie in der Mitte ein Gelenk haben, so dass alle möglichen Winkel verbunden werden können. Als Material habe ich aber 2x 16er MDF verleimt und mit Klarlack lackiert. Es wurde ja aber schon erwähnt, dass du eine solche Materialstärke eigentlich nicht benötigst. Der Wasserdruch ist minimal, auch bei "Wellengang :emoji_slight_smile: "

Beste Grüße,
Malid
 

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ww-robinie
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Sorry, aber der Rat alte Eisenbahnschwellen im Wohnbereich zu verwenden ist Gemeingefährdung.

Dieses Zeugs ist SONDERMÜLL!!!

:mad:
 

piece

ww-pappel
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ich habe mich dann doch für keilverzinkte eiche entschieden, da die weniger spannungen im holz hat und so weniger arbeiten sollte mit den jahren.

nun hab ich den rahmen fast fertig und muß die oberfläche versiegeln. wie genau macht man das am besten, wenn man das holz möglichst natürlich belassen möchte? gibt es möglichkeiten es dauerhaft zu versiegeln, ohne dass man es regelmäßig nachbahandeln muss?

 
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