Massivholzdielen/Trockenbau/Unterkonstruktion

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von MrPepper, 25. Januar 2013.

  1. MrPepper

    MrPepper ww-pappel

    Beiträge:
    5
    Hallo,

    ich suche eine Lösung für mein Problem und beschreibe es mal. Das Budget ist eher nicht so hoch und ich quäle mich damit, was wohl für mich die beste Variante ist.
    Eine Wohnung mit 120 m² braucht einen neuen Fußbodenaufbau. Es handelt sich um eine Betondecke, auf der eher schlecht als recht ein Verbundestrich von im Schnitt vielleicht 2 cm Dicke liegt. Eben ist er jedenfalls nicht. Zudem hat der Elektriker (ein Bekannter, dem ich das nicht ankreiden will) auf dem Fußboden, „schön“ im Gehbereich, nebeneinander mehrere 25 mm Schutzrohre für neue Leitungen verlegt (alles schon verkabelt). Unter dieser Wohnung befindet sich zum Teil ein unbeheizter Keller (unterhalb von Küche, Diele und Bad). Unter der restlichen Fläche befindet sich eine beheizte Einliegerwohnung.
    Der alte Fußbodenaufbau: vollflächig eine 20 mm Holzfaserplatte, darauf ca. 38 mm Lattung, darüber 20 mm Spanplatten mit Nut und Feder, auf diesen waren dann Teppich oder andere Beläge geklebt – auch im Bad. (Wegen der darin enthaltenen Schadstoffe wurden der komplette Aufbau entfernt.) Gesamtdicke also ca. 8 cm.

    Mir ist daran gelegen einen Fußbodenaufbau zu wählen, der Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Den ehemaligen Fußbodenaufbau finde ich vom Prinzip her gut und würde ihn im Wohnbereich gerne übernehmen, bloß statt Spanplatte lieber geölte Massivdielen. Als Massivholzbelag schwebt mir Birke vor, die ein Händler vor Ort in fallenden Längen anbietet. Er sagte, dass dieser auch auf einer Lattung verlegt werden könnte.

    Außer einer Hauseingangstür gibt es noch eine Balkontür. D. h. der Aufbau darf dort jeweils 80 mm nicht überschreiten und es ist dort eigentlich auch genügend Höhe vorhanden. Wegen des schlecht verlegten Verbundestrichs sind Richtung Raummitte, oder an den Wänden entlang teils nur noch 50 mm Höhe vorhanden (ausgehend von den Außentüren). Beim alten Aufbau hatte man das einfach ignoriert, was noch nicht einmal im täglichen Gebrauch zu merken war. Lediglich an Fehlstellen hatte man den Aufbau etwas unterfüttert. Allerdings hat sich der Wohnzimmerschrank, wie sich beim Umstellen zeigte, verzogen. Ist es möglich partiell Unebenheiten mit Fließestrich auszugleichen? Welchen nimmt man da am besten? Eigentlich möchte ich den alten Estrich nicht entfernen. Die Wände sind schon fertig.

    Welche Holzfaserplatten sind gleichzeitig für den Trittschallschutz und das Auflegen einer Lattung geeignet? Ich möchte aus Kostengründen nicht das System mit den Trittschalldämmplatten und dazugehörigen Profilen wählen. Dafür wäre vermutlich auch ein absolut ebener Untergrund erforderlich, denn die Profile kann man ja nicht ausrichten.

    Mit Justierklötzen möchte ich die Lagerhölzer ausrichten oder sind Justierschrauben dafür geeignet? Die Justier“klötze“, die ich bei einem Baumarkt gesehen hab, sind aus Kunststoff und sehen wie ein eckiges U aus. Wie befestigt man so was am besten? Heißkleber? Montagekleber …? Oder gibt’s eine bessere Alternative?

    Im Bereich Hauseingang, WC, Bad und Küche würde ich gerne einen pflegeleichten Fußboden haben. Birke od. Holz im Allgemeinen dürfte besonders im Eingangsbereich etwas zu empfindlich sein. Hat hier jemand Erfahrung mit Fliesen auf einem Trockenestrich, der auf einer Lattung aufliegt? Mir schwebt folgender Aufbau vor:
    Könnte folgender Aufbau mit OSB-Platten funktionieren, um Fliesen 60 x 60 cm aufnehmen zu können? 20 mm Holzfaserplatten, 24 mm Lattung (Abstand 25 cm), 2 x 15 mm OSB, Abdichtung, Fliesen. Ggf. müsste ich die Türen etwas abhobeln.

    Vielen Dank schon mal vorab für jede Unterstützung!
     
  2. dascello

    dascello ww-robinie

    Beiträge:
    3.248
    Ort:
    Wuppertal
    Folgendes fällt mir dazu ein:

    wenn Du keine Verlegeplatten mehr drunter haben willst (die hast Du ja rausgeschmissen) und die Dielen direkt auf Lattung montieren willst, müssen die ja schon ganz schön fett sein. 22 mm reichen da wahrscheinlich noch nicht mal aus.
    Eine Verlegung auf vollflächigem Estrich welcher Art auch immer würde ich da vorziehen.

    Birke ist seeeeehr weich. Wenn Du Spuren des Lebens auf Deinem Boden liebst (so wie ich das tue), dann ist da nichts dagegen zu sagen. Wenn nicht, dann bitte was härteres.

    Die größten Fliesen, die mir auf meinem Trockenestrich (Spanplatten auf Schüttung und sehr stabil) in einer früheren Wohnung empfohlen wurden, waren 8 x 8 cm groß. Diese haben gehalten.
    Der Nachbar legte zeitgleich 30 x 50 cm, und ALLE waren nach vier Monaten zerbrochen.

    Fließestrich nur dann, wenn Du sicher bist, dass das wirklich auskommt mit den Bauhöhen. Wenn die Wohnung eine "schiefe Ebene" bildet, dann hast Du damit kein Glück. So was misst man mit einer Schlauchwaage: Transparenter Wasserschlauch, fast gefüllt mit Wasser und am Ende verkorkt. Der Wasserstand an beiden hochgehaltenen Enden ist immer in der Waage.

    Grüße sendet

    Michael
     
  3. MrPepper

    MrPepper ww-pappel

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    5
    Danke für die Antwort und Erfahrungswerte! Leider sind noch Fragen offen geblieben. Habe sie fett markiert, weil der Text auch recht lang ist. Vielleicht kann noch jemand anders Tipps geben?

    Weißt du, wie der Aufbau unter den Fliesen bei deinem Nachbarn ausgesehen hat? Hat er die Schüttung verdichtet? Welche Schüttung, was für ein Trockenestrich, wie dick?

    Wie dick die Dielen sein müssen, hängt wohl auch von dem Abstand der Lattung ab.

    Ich weiß nicht, was du für eine Schlauchwaage hast. Meine Schlauchwaage muss ich immer entkorken, damit sie sich einpendeln kann :emoji_wink:

    Danke und viele Grüße!
     
  4. frankundfrei

    frankundfrei ww-robinie

    Beiträge:
    2.115
    Ort:
    Lichtenfels
    Aufbau für Dielen

    Wenn Du an der höchsten Stelle gerade noch 50mm aufbauen kannst, dann wird es schwierig für eine Massivholzdiele mit Unterkonstruktion. Insgesamt schreibst Du ja von ca. 30mm Differenz zwischen höchster und niedrigster Stelle.

    So würde ich mit Blähschiefer (2-4mm) nach Meterriss den Boden bis zur höchsten Estrichstelle auf Ebene abziehen. Vielleicht hast Du Glück und die Kabel liegen nur in den Tälern und sind dadurch auch verschwunden.

    Dann kommt eine 8mm Holzdämmplatte ("Standard" bei Gutex) und anschließend 22er OSB mit Nut und Feder in sich verleimt - 1cm Abstand zum Rand. Auf dieser Scheibe würde ich dann den Massivholzboden verschrauben.

    Theoretisch würde auch eine Sparschalung gehen - allerdings etwas unsicher, da die Höhe kritisch ist.

    Grüße aus Frangn

    Frank von Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  5. MrPepper

    MrPepper ww-pappel

    Beiträge:
    5
    Danke Frank!

    Wie ist denn der Schallschutz bei so einem Aufbau? Wegen der darunter liegenden Wohnung? Mein Gefühl sagt mir, ich müsste direkt auf die Betondecke eine faserige Platte legen, die den Schall schluckt, bzw. entkoppelnd wirkt.

    Ich habe auch was von gebundenen Schüttungen gelesen. Gibt es da Vor- oder Nachteile zu den Blähschiefer-Schüttungen?

    Dein Vorschlag würde bedeuten, dass ich 30 mm für den OSB + Holzfaser einplanen muss + 21 mm für die Dielen. D. h. ich müsste die Schüttung auf Null ziehen können. Ist das machbar? Selbst wenn das ginge, sind, so wie ich die Sache sehe, die Rohre im Weg.

    Wie wäre denn der folgende Vorschlag:
    20 mm Holzfaserplatten, wo die Rohre (z. T. 25 mm) liegen ausgespart, bzw, mit einer flexiblen Matte überdeckt.
    24 mm Holzlattung
    21 mm Dielen

    Die Lattung könnte ich dort, wo die Rohre liegen um 5 mm ausklinken.

    So richtig gut klingt das auch nicht.

    Ich glaube, ich habs, zumindest wegen der Kabel. Ich muss kontrollieren, ob dafür die Rohre bzw. Kabel lang genug sind. Ich müsste den Estrich entfernen, unterhalb der Rohre, so dass die Rohre tiefer gelegt werden können. Ich hoffe, das klappt. Dann würde mir ein riesen Stein vom Herzen fallen.


    Vielen Dank schon mal!
     
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