Mal wieder Stuhlgeflechte

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von flo2, 9. Januar 2009.

  1. flo2

    flo2 ww-birke

    Beiträge:
    73
    Ort:
    Stuttgart
    Hallo, ich habe einen schönen Jugendstilstuhl, der demnächst aufgearbeitet werden soll. Sowohl Lehne als auch Sitzfläche sind geflochten, das soll neu gemacht werden (kann ich auch). Was ich aber nicht genau weiß ist: wie komme ich an das Geflecht der Rückenlehne ran? Zunächst ist da eine Furnierschicht (siehe Bild). Wie kann ich diese am besten ohne Beschädigungen entfernen? Darunter - habe ich gehört - ist Gips. Wie bekomme ich den raus, und was mache ich nach dem Flechten dann rein?
    Vielen Dank für Eure Hilfe,
    Flo
     

    Anhänge:

  2. welaloba

    welaloba ww-robinie

    Beiträge:
    2.072
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    Hofheim
    Hallo, wir haben neulich gelernt, dass diese Geflechte beim neuen Stuhl (damals 1910) durchgeflochten wurden, dann hinten mit Gips verspachtelt und dann hinten überfurniert wurden. Heute gibt es Künstler, die lassen die Rückseite unversehrt und stecken das Geflecht von vorn rein. Jeden Faden einleimen, bzw. mit Keilchen fixieren. Warte mal weitere Antworten ab bevor du hinten aufmachst. Normalerweise geht das Furnier auf der Rückseite nicht ohne Flurschaden ab, es muss dann eher erneuert werden mit dem ganzen Oberflächenprogramm. Gruß Werner
     
  3. flo2

    flo2 ww-birke

    Beiträge:
    73
    Ort:
    Stuttgart
    Hallo, kann mir denn hier niemand sagen, wie ich das Furnierstück am einfachsten herunterbekomme?
    Grüße, Flo
     
  4. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    warte mal bis der gerhard sich meldet. Ist vermutlich im wohlverdienten Winterurlaub. Er arbeitet in einer Werkstatt die sich auf Stühle spezialisiert hat.
     
  5. birgit58

    birgit58 ww-pappel

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    1
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    Kleinmachnow
    Stuhlgeflecht

    Hallo, ich flechte Stuhllehnen folgendermaßen:
    mit einem Bohrer (Maschine auf geringste Power einstellen) in der Regel mit Durchmesser 4 mm bohre ich das alte Geflecht von vorn vorsichtig heraus. Aufpassen, daß man nicht zu tief bohrt, je nach Lehnenstärke 8 - 10 mm reichen aus. sonst kommt man hinten raus. Sieht nicht schön aus, läßt sich notfalls mit Holzpaste reparieren. Löcher nachsäubern (mach ich auch mit dem Bohrer). Dann steckt man jedes Band einzeln an beiden Seiten mit dem Stecker fest. Ich mache immer an beide Enden der Bänder ein kleines Tröpfchen Holzleim und stecke es dann fest - so rutschen die Bänder bei den nächsten Schritten nicht mehr heraus. Ab dem dritten Schritt flechte ich dann den gesamten Schritt erst und stecke dann mit Leim alle Enden fest. Der Rest ist wie immer. Auf gar keinen Fall hinten aufmachen, das ist `ne Sauarbeit, das wieder zuzumachen und farblich usw. hinzukriegen.
    Hilft das?
    Gruß, Birgit
     
  6. derdad

    derdad Moderator

    Beiträge:
    3.529
    Ort:
    Wien/österreich
    Oh! hab erst jetzt das Datum des Erstbeitrags gesehen :emoji_wink:) hab nur auf das Datum von Birgit geschaut

    Ich lass aber meine Beitrag trotzdem stehen. Vielleicht ist er ja hilfreich


    Birgit hat schon das Schema des so genannten "Steckens" gut erklärt. Auf keinen Fall den Stuhl hinten öffnen.
    Kurz noch zu Birgits Anleitung: Ich nehme grundsätzlich 5mm Bohrer (bei Fadenbreiten von 2,5-3mm. die Fäden am Foto dürften so 2,75mm haben) . Ausserdem bohre ich bei solch kleinen Bohrern immer mit höchster Drehzahl, da der Bohrer dadurch schöner arbeitet. (wenn man nicht so geübt ist, ist aber sicher die kleinere Drehzahl besser. und dann nochmal sauber nachbohren) Vorteilhaft sind Eisenspiralbohrer. Durch die Konische Spitze "suchen" sie sich besser ins Loch. Bei Holzspiralbohrern (Dübelbohrer) greifen sonst die Schneiden vor der Spitze und der Bohrer kann schnell seitlich abwandern. Die Fäden werden mit zugespitzen "Stumperl" fixiert (Kurze Rundhölzer mit ca 6mm Durchmesser, oder auch abgeschnittene Golf "Tees". Geleimt wird bei uns erst ganz am Schluss, da man ansonsten manchmal Schwierigkeiten hat, die restlichen Fäden am Rand durchzufädeln.
    Eine andere Möglichkeit (falls du mit der Bohrmaschine hin kommst) wäre die französische Flechtart. Dabei werden die Löcher jeweils schräg nach hinten miteinander verbunden und die Flechtfäden dann durchgefädelt. Wie durch einen Tunnel.
    Derzeit sind wir in der Werkstätte etwas im Stress, aber vielleicht kann ich noch vor Weihnachten von beiden Flechtarten Bilder machen und die Erklärungen dazu ins Netz stellen.
    Ansonsten findest du hier im Forum schon ein paar Beiträge von mir. Bei Interesse einfach mal den "Suche" Register starten.

    lg
    gerhard
     
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