Maggi Variosteff / Felder Variofeed - Wie Riemen am Stück ausbauen?

PrimaNoctis

ww-robinie
Registriert
31. März 2018
Beiträge
4.720
Ort
Heidelberg
Hallo,

ich bringe gerade allerlei kleine Fehlerchen in Ordnung und bin an meinem Maggi Variosteff 4 dran. (Ironie) Dieses Wunderwerk italienischen Maschinenbaus hat mich gestern durch seine ideal zu wartende Konstruktion mehrere Stunden in Atem gehalten, gepaart mit dem perfekt im Handbuch beschriebenen Riemenwechsel. :emoji_rage:

Ich hänge das Handbuch mal an, ab S. 52 ist deutsch und auf S. 90+91 (im Druck, nicht PDF) sind der Riemen + Scheiben zu sehen. Es geht um #24, die Feder. Die Welle des Motors geht deutlich über die untere Riemenscheibe hinaus.

Immerhin kenne ich jetzt das Problem aus dem TF-Thread, dass der Riemen bei schnellerem Lauf schlackert. Den Riemen (Breitkeilriemen 22 x 8 x 750 Li) habe ich erneuert, das war es nicht. Der alte war aber auch schon recht glatt. An der Motorwelle sitzt unten aber eine Feder, die die untere konische Scheibe nach oben drückt und somit den Riemen gespannt hält. Dort fehlt die Spannung, sodass die untere Scheibe nicht hochkommt.
Zur Verdeutlichung: Der Riemen ist recht steif und bildet den Gegendruck zur Feder. So kann er laufen, aber bleibt gespannt. Das habe ich aber auch erst nach einer Weile kapiert.

Leider habe ich den alten Riemen nur nach oben rausbekommen, indem ich ihn zerschnitten habe. Den Motor habe ich über das Stativ hochgedreht, den orangenen Drehknopf kann man ja einfach abschrauben. Den neuen Riemen habe ich zwischen die konischen Scheiben des Motors gewickelt und gerade so ins Gehäuse bekommen, von oben.

Ich hätte folgende Frage:
Gibt es einen Trick, wie man den Riemen entfernt, ohne ihn zu zerschneiden? Hat das schonmal jemand gemacht und weiß, ob man von unten irgendwie an die Feder kommt? Ggf. muss man die nur nachspannen.
Ich möchte nicht den nagelneuen Riemen für 35€ gleich wieder zerschneiden... Das Ganze hätte man so einfach viel komfortabler bauen können, aber gut...


Viele Grüße
Stefan Heberling
 

Anhänge

  • IMG_20210105_151652.jpg
    IMG_20210105_151652.jpg
    150,9 KB · Aufrufe: 52
  • Maggi VarioSteff 4 Vorschub Bedienungsanleitung - Deutsch S. 52.pdf
    1,9 MB · Aufrufe: 32

DZaech

ww-robinie
Registriert
9. November 2014
Beiträge
1.481
Ort
Grabs CH
Vorneweg, kenne den Variosteff nicht, ich selbst hab den Steff 34 mit fixen Drehzahlen. Aber evtl. kann man dir bei Strausak weiterhelfen (siehe Aufkleber auf deinem Vorschub). Die verkaufen die Dinger auch heute noch, evtl. weiss da einer wie der Riemen runter geht...

Grüsse
David
 

uli2003

ww-robinie
Registriert
21. September 2009
Beiträge
14.342
Alter
58
Ort
Wadersloh
Den neuen Riemen habe ich zwischen die konischen Scheiben des Motors gewickelt und gerade so ins Gehäuse bekommen, von oben.
Und du hast dabei nicht gemerkt, dass die Scheiben nicht von allein zusammengehen? Da müsste doch beim Einklemmen des Riemens ordentlich Spannung drauf gewesen sein.
Ich würde die Verstellung ganz aufdrehen, dass der Riemen so weit es geht hineinrutschen kann. Dann den Motor vom Stativ lösen, kippen und aus dem Riemen ziehen.
 

PrimaNoctis

ww-robinie
Registriert
31. März 2018
Beiträge
4.720
Ort
Heidelberg
Hallo David @DZaech
dsa wäre auch noch eine Idee. Ich habe mal bei Kuper angefragt, weil die die Teile in DE vertreiben:
"Üblicherweise wir nur das Teil 3 losgeschraubt und seitlich etwas verschoben, Dadurch löst sich der Riemen und kann erneuert werden."
Ich hoffe, ich bekomme die Tage noch eine konkretisierung. So ganz klar ist mir das nicht, da das Gehäuse ja aus einem Guss ist und der Riemen wohl nach oben raus muss.

@uli2003
Ich habe das nicht gemerkt, weil ich gemeint habe, ich muss das noch sehr spät machen und mir erst langsam das Funktionsprinzip gedämmert hat. Du hast Recht, einem erfahrenen Schrauber oder Werkler wäre das sicher früher gekommen. Ich gebe zu, ich brauche da manchmal länger.
Die beiden Scheiben am Motor hatten eigentlich keine große Spannung, der Abstand war halt konstand und alles dreht leichtgängig.

Ich hänge mal eine Skizze an, um das Problem mit deiner Idee, die ich auch natürlich hatte, zu erklären. Die Distanz b ist so schmal, dass der Riemen nicht zwischen die Riemenscheibe und die Gehäusewand passt. Das verklemmt dann natürlich.
 

Anhänge

  • IMG_20210225_181132.jpg
    IMG_20210225_181132.jpg
    53 KB · Aufrufe: 10

uli2003

ww-robinie
Registriert
21. September 2009
Beiträge
14.342
Alter
58
Ort
Wadersloh
Wenn du den Motor löst, also vom Stativ und Gehäuse trennst, wird der Abstand doch variabel wenn du den Motor schwenken kannst. Du ziehst den Riemen, deine Skizze mal als Draufsicht gewertet, bei voll aufgedrehtem Rad so weit es geht nach links. Dann kippst du den Motor nach links und hinten und ziehst ihn aus dem Riemen?
 

PrimaNoctis

ww-robinie
Registriert
31. März 2018
Beiträge
4.720
Ort
Heidelberg
Hallo Uli und danke für deine Hilfe und Zeit. Ich habe genau das heute auch so gemacht: Stativ vom Motor lösen und dann den Motor nach hinten und links drücken, dann kann man den nach oben abziehen. Vorher den Drehknopf mit Flansch abschrauben und den Riemen soweit Richtung Motor drücken wie möglich.

Der Vorschub läuft wieder einwandfrei. Was war das Problem? Die Riemenschiebe hatte auf der Welle gefressen und saß leicht verkeilt.

Eine Mischung aus Erzählung, was wir gemacht haben, und Anleitung, bei den Vario-Vorschüben (Variosteff) von Maggi den Riemen zu wechseln:
Ich hatte Hilfe, die auch nötig war. Wir haben den Motor entfernt und sofort den Dreck und die falsch herum sitzende Feder bemerkt. Die untere Scheibe am Motor saß leicht schief. Mit Kriechöl auf der Welle haben wir mangels Abzieher erstmal 4 Buchenkeile geschnitten und die Scheiben mit Schraubzwingen langsam auseinander gedrückt. In der Mitte sind diese ja nicht konisch, sondern gerade. Damit die Keile nicht abhauen, seitlich mit Zulage zusammenzwingen.

Das dauerte recht lang und ging dann immer wieder mit einem Ruck ein paar mm weiter. Am Ende war die Scheibe ab und mit einer Rundfeile habe ich die Bronzebuchse mit Keilnut innen entgratet sowie mit 240er Schleifpapier die Welle wieder glatt gemacht. Die Riefen sind dort schon deutlich spür- und sichtbar. Und natürlich zuerst mit Harzreiniger alles sauber gemacht, war total verdreckt.

Jetzt flutschte es wieder mit minimalem Spiel. Die Feder passte anders herum, auch besser drauf, da die Durchmesser leicht abweichen. Dort, wo die doppelte Windung am Ende ist, gehört die Riemenscheibe hin. Dann alles wieder festgezogen und eingesetzt. Bevor der Motor wieder reinkommt, kann man den Gummiabrieb und Dreck raussaugen und wischen (alte Zahnbürste hilft).

Den Riemen bekamen wir wieder drauf, indem wir ihn zwischen die Riemenscheiben gewickelt haben. Dann muss man diesen mit viel Kraft über die untere Riemenscheibe beim Verstellknopf ziehen. Der andere drückt den Riemen auf Motorseite (10er Inbus bei mir) etwas Richtung Welle, dass er dort bleibt. Sonst läuft er auf Verstellungsseite nicht im konischen Bereich, sondern im geraden. Dann alles wieder zusammenschrauben. Am Lüfterrad gefühlvoll drehen und seitlich gucken, ob alles richtig sitzt. Wenn man weiß wie's geht...

Ich weiß nicht, ob da schonmal jemand dran war oder wie es zu dem Problem kam, bin aber froh, dass der Vorschub ohne Ersatzteile außer 35€ für den Riemen wieder läuft. Hat aber viele Stunden gefressen. Da meiner 3-24 m/min hat, die Modelle überall aber mit 3-18 m/min (Option 4-33 m/min über Zahnräder) angeboten werden, wäre es evtl. lustig geworden, wenn ich eine neue Scheibe gebraucht hätte, sofern die es da geändert haben. Wer weiß das schon, wenn der Hersteller nichtmal die frei im Internet mit englischen Begriffen zu findende Anleitung hat...

Ingesamt kein Glanzstück des Maschinenbaus, aber wenn es jetzt die nächsten Jahre läuft, soll's recht sein.
 

Anhänge

  • IMG_20210225_194634.jpg
    IMG_20210225_194634.jpg
    158,4 KB · Aufrufe: 16
  • IMG_20210225_202800.jpg
    IMG_20210225_202800.jpg
    181,5 KB · Aufrufe: 16
  • IMG_20210225_214229.jpg
    IMG_20210225_214229.jpg
    177,9 KB · Aufrufe: 16
  • IMG_20210225_214232.jpg
    IMG_20210225_214232.jpg
    119,1 KB · Aufrufe: 15
  • IMG_20210225_214236.jpg
    IMG_20210225_214236.jpg
    135,8 KB · Aufrufe: 15
  • IMG_20210225_214244.jpg
    IMG_20210225_214244.jpg
    117,2 KB · Aufrufe: 15

uli2003

ww-robinie
Registriert
21. September 2009
Beiträge
14.342
Alter
58
Ort
Wadersloh
Ist doch schön, dass es geklappt hat. Haffner verwendet das gleiche Prinzip.
Nur kann man dort die seitliche Kappe abnehmen und hat freie Sicht auf den Varioantrieb.
 
Oben Unten