Leimholz / Massivholz ölen

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von MichaGue, 5. August 2008.

  1. MichaGue

    MichaGue ww-pappel

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    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich möchte aus Leimholz / Massivholz einen Badezimmerschrank bauen. Von der Optik gefällt mir dunkleres Holz (z.B. Nussbaum) am besten. Allerdings liegt dieses preislich außerhalb des angepeilten Rahmens (Fertigplatten).

    Meine Idee wäre nun ein Bucheleimholz zu verwenden und dieses durch ölen dunkel zu färben.

    - Wer hat Erfahrungen damit und kann Produkte (Öle) empfehlen, bzw. kennt eine brauchbare Alternative zum Ölen?
    - Gibt es eventuell alternative Hölzer zu Nussbaum, die dunkel sind, aber sich im Preisrahmen von Bucheleimholz bewegen?

    Vielen Dank für Eure Tipps.

    Gruß Michael
     
  2. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Kann dazu sagen, dass ich schon einiges versucht habe, Buche farblich zu behandeln, die Ergebnisse aber enttäuscht haben. Weil das Holz sehr dicht ist, nimmt es wenig Pigmente auf bzw. sehr ungleichmäßig. Außer beizen und dann ölen, dass sollte gehen.

    Bei Bauhaus gibt es Akazie-Arbeitsplatten, vermutlich ist das Robinie gedämpft. Die sind recht dunkel und lassen sich gut verarbeiten und ölen. Sind auch sehr preiswert. Müsste man dann aber runterhobeln.

    Hab letztens eine Taschenlampe davon gebaut, siehe hier:

    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  3. Hunzenstrunz

    Hunzenstrunz ww-eiche

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    358
    kiefer leimholz nussbaum beizen?
     
  4. sachsejong

    sachsejong ww-esche

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    Buche im Feuchtraum? :eek: gaaaaanz schlechte Idee. Das Holz wird stockig, und arbeitet mit den Jahresringen muntere 10%.
    Es ist nicht mal zulässig, Buchedübel bei Haustüren einzusetzen, da diese so reagieren.
     
  5. MichaGue

    MichaGue ww-pappel

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    9
    Hallo zusammen,

    herzlichen Dank für die Tipps.

    Das Buche für den Feuchtraum nicht geeignet ist war mir neu. Welche Holzsorten sind denn passend? Ist die angesprochene Kiefer nutzbar? Danke.

    Gruß Michael
     
  6. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Gut geölt macht mein Bucheregal im Feuchtraum keinerlei Probleme. Man sollte nur nicht nasses Duschdas etc. draufstellen, das gibt Flecken mit der Zeit.

    Kiefer sollte auch keine Probleme machen, etwas edler wäre Lärche oder Douglasie. Oder Robinie. Eiche ebenso.
     
  7. heiko-rech

    heiko-rech ww-robinie

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    Hallo,
    Zum X-ten Mal: Ein Bad ist kein Fechtraum. Wenn doch, ist das ein Baumangel!
    Bei mir war weder das eine, noch das andere der Fall. Mit Birke hab ich auch kein Proble im Bad.
    Aber wer hat schon eine Hastür im Bad?

    Was denkst du wieviele industriell gefertigte Badmöbel aus Spanplatte, mit Buchedübel verbunden sind. Weder Spanplatte, noch Buchedübel halten hoher Feuchtigkeit auf Dauer stand. Warum also halten diese Möbel und schimmeln nicht binnen weniger Wochen weg? Natürlich deshalb, weil du in einem normal belüfteten Bad keine so hohe Luftfeucht hast, dass da was passieren kann.

    Selbst ein Schrank unter dem Waschbecken bekommt bei normale Gebrauch nicht so viel Wasser über, dass da was passieren kann. Anders siht es natürlich im direkten Naßbereich wie der Dusche oder direkt an der Wanne aus. Wobei die Wanne noch relativ unkritisch ist.

    Gruß

    Heiko
     
  8. sachsejong

    sachsejong ww-esche

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    Fulda, Mosa
    ***Erzähl das mal einem Elektriker! Wenn das Bad kein Feuchtraum ist, was denn dann?

    ***Wir reden von Buche, genauer gesagt Rotbuche

    ***Kein normaler Mensch

    Holz ist Holz, das arbeitet, ist hygroskopisch, und wenn Du im Forum nachschaust, wirst Du sehen, wie viele Schwierigkeiten es genau mit der Kombination Massivholz un Bad bzw. Wasser gibt- und wie viele davon mit Buche.
    Was glaubst Du, warum bei Haustüren (die nicht unbedingt direkter Bewitterung ausgesetzt sind) keine Buchedübel (die auch nicht direkt dem Wetter ausgesetzt sind, sondern zusätzlich noch Vorholz haben) verwendet werden dürfen?
    Das hat schon seinen Grund! Buche arbeitet bis zu 10% und wird stockig. Frag mal Deinen Schreiner...
     
  9. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
    18.479
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    Dortmund
    Ich denke, dieser Widerspruch ist kein Wirklicher. Ein Bad kann man schon als Feuchtraum bezeichnen, Elektriker müssen dort z.B. auch Feuchtraum-Abzweigdosen installieren. Wie Feuchtraum definiert ist, weiß ich nicht, spielt hier aber auch gar keine Rolle. Im Bad kann es mitunter sehr feucht werden. Einerseits. Andererseits trocknet es auch immer wieder nach kurzer Zeit gut durch. In den meisten Fällen, sonst, wie oben schon geschrieben wurde, baulicher Fehler.

    Buche arbeitet stark und ist wenig dauerhaft, auch richtig. Insofern kein geeignetes Holz für feuchte Umgebung.

    Auf der anderen Seite zeigt sich, das vieles doch geht, wenn man es richtig anstellt und unter bestimmten Randbedingungen. Das wollte ich oben nur mitteilen.

    Und wenn ich Normen für Haustüren aufstellen würde, dann würde ich nur das zulassen, was unter allen Umständen inkl. unfähiger Handwerker trotzdem halbwegs funktioniert.
     
  10. bello

    bello ww-robinie

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    Hallo Michael,

    schau mal bitte nach unter "Holz im Badezimmer" vom 23.5.08. Da hatte Eurippion einen interessanten Ansatz mit Firniss und Yachtlack.

    Gruß Volker
     
  11. Hunzenstrunz

    Hunzenstrunz ww-eiche

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    nur mal am rande:
    Buche fällt so oder so schon weg weil man es nicht aussehen lassen kann wie nussbaum (jedenfalls schwerlich) von daher sind irgendwelche diskussionen über feuchtigkeit im bad bezüglich buchevollholz unnütz..
     
  12. heiko-rech

    heiko-rech ww-robinie

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    Hallo,
    Und genau das muss man bei der Konstruktion berücksichtigen. Dafür stehen den Schreiner ausreichend Konstruktionsmöglichkeiten zur Verfügung.
    Du wirst auch genügend positive Beispiele finden. Außerdem muss man mal unterscheiden, zwischen "Feuchtigkeit" und "Wasser" und "stehendem Wasser"
    Ganz einfach, weil die Dübel je nachdem, wie sich eine Fuge öffnet im ungünstigen Fall stehendes Wasser in Kombination mit einer Kapillarwirkung durch die Fuge erhalten können, wenn die Tür der direkten Witterung ausgesetzt ist. Mit einem Badmöbel ist das aber meiner Meinung nach nicht zu vergleichen, wenn es richtig konstruiert ist.
    Stockig bedeutet Pilzbefall. Ein Pilz braucht aber dauerhafte Feuchte, die in einem Bad nur bei falscher Konstruktion und falscher konstruktion der Badmöbel gegeben ist.

    Natürlich muss man bei Badmöbeln einige Dinge, wie Hinterlüftung und Vermeidung von stehende Wasser berücksichtigen. Alleine schon aus bautechnischer Sicht sollte in einem Bad keine dauerhafte hohe Luftfeuchte herrschen Dies bekommt man durch ordentliches Lüften z.B. nach dem Duschen ganz leicht in den Griff.

    Ich wage mal zu behaupten, dass in einer normal genutzten Küche trotz Dunstabzug auch schnell mal Luftfeuchten wie in einem Bad entstehen können. Dennoch käme niemand auf die Idee aus einer Küche direkt einen Feuchtraum zu machen.

    Hab ich gerade gemacht. Der ist der gleichen Meinung wie ich :emoji_grin:

    Ich bitte hier bei der ganzen Diskusion mal schön zu unterscheiden, ob ein Möbel temporär einer hohen Luftfeuchte ausgestzt ist, oder ob es sich im Spritzbereich oder gar im Nassbereich befindet. Das sind immense Unterschiede.

    Desweiteren braucht auch Holz eine gewisse Zeit, um die von dir genannten 10% Breitenänderung zu vollziehen. Dafür reichen die doch recht kurzen Zeiträume der erhöhten Luftfeuchte in einem normal genutzen Bad nicht aus. Ich würde glatt behaupten, dass das Schwundverhalten im Bad kaum anders ist, als in den restlichen Wohnräumen. ohlgemerkt immer unter "normalen" Bedingungen, zu denen für mich das regelmäßige Lüften, besonders auch nach dem Duschen oder Baden gehört.

    So, nun mal zum Fragesteller:
    Für ein Regal im Bad sehe ich kein Problem, dass du dafür Buche nimmst. Ich würde es allerdings nicht durch das Öl einfärben, sondern durch eine Beize. Ich heba meine Treppe, die auch aus Buche ist mit Nussbaumbeize behandelt. Der farbton ist hier natürlich immer so eine Sache, da mußt du einige Versuche machen. Die optik bleibt aber natürlich immer die von Buche. Gerade bei den Holzteilen mit vielen sog. Spiegeln, die sich nur schwer beizen lassen, fällt das stark auf. Erschwerend kommt noch hinzu, dass bei Leimholz je nach Qualität keine farbliche Sortierung erfolgt, also du einige Teile hast, welche die Beize stark aufnehmen und einige, welche die Beize weniger stark aufnehmen. Dies führt zu einem ungleichmäßigen Beizbild. Achte also auch bei Buche auf die Qualität der Leimholzplatten.

    Gruß

    Heiko
     
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