Landhausdielen knarren/quitschen

marmelli

ww-pappel
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Hallo liebe Fachleute,

habe das Forum durchsucht und auch einiges Interessantes gefunden.
Da es aber immer andere Voraussetzungen waren möchte ich mein Geräuschproblem hier auch gern posten.

Im Januar 2009 habe wir uns in unserem Neubau Landhausdielen (3 Schichtaufbau 15 mm davon 4 mm Nutzschicht Eiche weiss geölt) von einem Fachbetrieb verlegen lassen.
Wir haben keinen Estrich, die Dielen sind schwimmend auf einem Unterbau aus ca. 8 cm Schüttung, 6 cm Styropor, 15 mm OSB Platte und Dampfsperrfolie von der gleichen Firma verlegt worden.
In der kalten Jahreszeit hatten wir schon vereinzelt einige Knistergeräusche erzeugen können was auch erwartet wurde, es handelt sich ja um einen Naturwerkstoff.
Nun nach ca. 15 Monaten ist das Knarren nervig.
Die LHD ist im Klickverfahren verlegt soweit ich weiß weder verschraubt noch verleimt. Die Luftfeuchtigkeit liegt im Durchschnitt bei 50%
Das Knarren ist partiell, d.h. wir vermuten, dass es mit der eventuell nicht fachgerechten Verlegung der Unterkonstruktion zusammenhängt.
Da wo es knarrt bewegen sich die Bretter immer um min. 3 mm.

Mich würde interessieren in wie weit sich ein Verlegebetrieb bei seiner Installation an die VOB 18365 halten muss und was man ich nachhinein machen kann um das Knarren zumindest zu reduzieren.

Gruß Marmelli
 

frankundfrei

ww-robinie
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Landhausdielen knarren

Hallo Marmelli,

Unterbau aus ca. 8 cm Schüttung, 6 cm Styropor, 15 mm OSB Platte und Dampfsperrfolie

Du hast noch nicht geschrieben was zwischen der 15mm OSB und der Landhausdiele ist. Normaler weise müsste da noch eine Trittschallabkopplung sein.

Die 8cm Schüttung muss ausreichend verdichtet worden sein. Sonst kann es zu unregelmäßigen Setzungen kommen.

Die 15mm OSB sind in meinen Augen zu schwach für so einen Untergrund. Haben Sie Nut- und Feder und wurden die Platten verleimt?

Was sagt denn die Fachfirma zu dem Problem?

Habt Ihr noch nachträglich geölt oder irgendwie die LHD zusätzlich nach dem Einbau mit enem Oberflächenfinish bearbeitet? - Wenn ja mit welchem Mittel?

Sorry, dass auf Fragen Fragen kommen - aber es hilft die Ursachen zu finden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
 

marmelli

ww-pappel
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Hallo Frank,

danke für deine Antwort und deine Fragen, werde diese so gut wie möglich aus dem Gedächtnis bez. nach Sichtung meiner Bilder beantworten.
Die Schüttung war von Bau-Sys und ob sie verdichtet wurde, gute Frage, geht das überhaupt? Sie wurde zwischen die Rohre und E-Leitungen geschüttet und auf Höhe abgezogen. Danach wurden die 6 cm starken Styropor Platten 040 darauf gebracht. Auf diese wurde dann diese hellgrüne Trittschallfolie draufgelegt. Als nächsten kamen dann die OSB Platten. Nut und Feder waren diese wohl schon aber verleimt wurden die meiner Meinung nach nicht. Direkt darauf kam dann die LHD. Wie ich schieb 3 Schicht aber ohne zusätzlich schon angebrachte Trittschalldämmung. Öl (Fa. WOCA Denmark) haben wir von unsrem Verleger dazu bekommen haben muss aber zu unserer Schande zugeben das wir noch nicht gölt haben. Das Mittel soll ja 24 h einwirken. Da wir bereits ein Jahr im Haus wohnen ist das nicht so einfach. Die Dielen waren bereits weiß geölt an ein Finish nach Verlegung kann ich mich nicht erinnern. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen das die Geräusche nur am nicht ölen liegen, es knarrt mitunter sehr stark. Da wo es knarrt bewegen sich die Dielen auch bis zu 3mm auf und ab.

Ich hoffe meine Antworten waren für eine 1. Analyse ausreichend.

Gruß Helge
 

welaloba

ww-robinie
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Moin.
Sorry für mein Altmodischsein, aber unter (Landhaus-) Diele stelle ich mir immer eher so was wie Bretter vor und nicht so einen wilden Materialmix aus Plastic und Holzmehl... Das muss doch knarzen und quietschen. Raus mit dem Zeugs! Unser "Landhausboden" besteht aus sog. Rauspundbrettern, auf einen sehr konservativen Unterbau aus Kanthölzern genagelt - und siehe - da traut sich keiner zu knarren.
Gruß Werner
 

weissbuche

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Hallo,
die "Landhausdiele" ist im Klickverfahren verlegt und nicht verleimt und verschraubt. Das muß doch knarren und quietschen. Da bewegt sich doch immer etwas und reibt aneinander. Wenn das Fertigparkett in Landhausdielenoptik wenigstens untereinander verleimt wäre. Da muß man Werner schon recht geben mit seinem Vorschlag. Nach dieser Methode haben wir auch schon mehrere Böden gebaut. Unterkonstruktion aus Kantholz, Schüttung zwischen und die Dielen aus Vollholz darauf verschraubt (Dielenschraube von Spax, geht super). Bei der Unterkonstruktion muß man darauf achten, das diese keinen Kontakt mit der Wand hat.(Schallschutz). Bislang keine Klagen über irgendwelche Geräusche.
Gruß aus der Heide, der Lüneburger
Eckard
 

Mexx

ww-kiefer
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Vielleicht geht man aber mal anders vor als die Konstruktion die Schuld zu geben !
Einfach mal bei den Knarzenden Stellen am Rand die Sockelleisten demontieren und schauen ob noch Luft zwischen Diele und Wand vorhanden ist .
Denn ein auf Spannung stehender Boden knarzt !
Sollte das der Fall sein, den Verleger nochmal zur Nachbesserung ins Haus holen .

Bei Ausreichender Luft (zZ. würde ich sagen 6-12mm ) müsste man prüfen ob bei dem Unterbau irgendwas nicht stimmt .
Sorry kenne mich nicht so gut aus mit Trockenschüttung, aber wieso kommen da noch Styroporplatten drauf ? ( Styropor ist günstiger als Schüttmaterial !)
Und warum ist die Dämmschutzmatte zwischen Styropor und OSB, und nicht zwischen den beiden harten Holzmaterialien ?

Ich kenne die Trockenschüttung so, dass der Aufbau von unten nach Oben erfolgt : Trockenschüttung , geeignetes Plattenmaterial (Trockenestrich/ OS:emoji_sunglasses: und dann der Dielenboden mit Trittschalldämmung !
Die 15 mm OSB kommen mir auch etwas schwach vor für eine Schüttung .

Gruß Mexx


Edit sagt :emoji_rage:Welaloba Landhausdielen können auch aus Hochwertigen neuen Werkstoffen bestehen und nich aus Rauhspundbrettern ! Siehe auch STIA Admonter Naturholzböden. Ich möchte auch mal behaupten das der Satz " Raus mit dem Zeugs " völlig Fehl am Platz ist , besonders wenn ich nicht vor Ort war und die ganze Situation gesehen habe !
 

veter

ww-esche
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Wenn ich es richtig verstanden habe, liegt folgender Bodenaufbau vor:

1. Fertigparkett/Dielen

+ 1.1 Eventuell Trittschalldämmung, inkl. Randstreifen und -abstand ca. 1cm

2. Dampfsperre
??? Hier eindeutig fehl am Platz, siehe 5.5 ???

3. 15 mm OSB Platte
??? Bei schwimmender Verlegung eindeutig zu dünn und wegen notwendiger Nut/Falz-Verklebung+Verschraubung auch ungeeignet ??? Hier müssen starre Verlegeplatten verwendet werden, mit Nut/Feder bzw. Falzausbildung zum Verkleben UND Verschrauben, siehe z.B. Fertigteilestrich-Platten Brio von Knauf. Gerade wegen der schwimmenden Verlegung müssen die einzelnen Platten zuverlässig starr miteinander verbunden werden.

4. 6 cm Styropor
Kann man so machen. Dadurch wird u.a. verhindert, dass Granulat der Schüttung in Nut/Feder bzw. Falze der Verlegeplatten eindringt. (Besser sind jedoch Druckverteilungsplatten, z.B. dünne OSB Platten, Gipsfaserplatten.)

5. 8 cm Schüttung
Muss bei schwimmender Verlegung ab 4cm (herstellerabhängig) immer verdichtet werden, z.B. mit Handstampfer. Schüttung sollte nicht höher sein als 8 cm, sonst mehrlagige Verdichtung erforderlich.

+ 5.5 !!! Hier muss die Dampfsperre hin !!!

6. Unterbau
Welcher ?

Ich befürchte, dass es leider nicht nur beim Knarren/Quitschen bleiben wird, sondern dass sich auch noch größere Setzungen einstellen werden.

VOB ist für private Bauherren seit 2007 nicht mehr anwendbar (zum Glück für die Bauherren!). Bei Baumaßnahmen beträgt nach BGB die Verjährung der Gewährleistung fünf Jahre ab Abnahme (das haben pfiffige Unternehmer früher häufig mittels VOB ausgeschlossen).

Ich würde dem Auftragnehmer schriftlich die Mängel mitteilen und unter Fristsetzung deren Beseitigung verlangen. Wenn er sich quer stellt, Rechtsanwalt für Bauangelegenheiten (!) und Gutachter beauftragen. Wenn der Bodenaufbau tatsächlich so ist wie oben aufgeführt, hast du gute Karten.

-- veter
 

marmelli

ww-pappel
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Hallo,

danke für eure zahlreichen Meinungen und Antworten.

Zu Mexx: Die Dielen sind schwimmend verlegt mit min. 1 cm Wandabstand, die Sockelleisten sind an der Wand befestigt, d.h. das Holz kann arbeiten.

Der Aufbau ist wie folgt:

1 LHD geölt 4mm Nutzschicht Eiche weiss keine Trittschalldämmung
1.1 umlaufend an den Wänden ist ein Trittschallstreifen verlegt
2 OSB Platte Nut und Feder 15 mm unverleimt verlegt
3 Trittschalldämmfolie (hellgrün) warum hier und nicht zw. 1+2 k.A.
4 Styropor 60 mm 040
5 8 cm Schüttung (Verdichtet? war nicht immer Vorort)
6 Dampfsperrfolie
7 Stahlbetonbodenplatte 16 cm (kein Keller)


Wenn ich eure Beträge zusammenfasse komme ich zum Schluss, dass der Aufbau der UK wahrscheinlich der Auslöser der Geräusche ist.
Wollte mir erstmal die Meinung von Profis einholen bevor ich mit der Fa. in Kontakt trete. Als Laie hatte ich leider keine Ahnung wie der Aufbau gestaltet sein sollte, nachher ist mann immer schlauer.

Mich würde jetzt natürlich nun interessieren ob hier nicht fachgerecht gearbeitet wurde.
Wie sieht fachgerecht aus?
Gibt es für den bei mir angewandten UK Aufbau eine Norm auf die ich mich berufen kann.
Wenn ich meine Forderung auf Mängelbeseitigung stelle muss ich irgend etwas in der Hand haben.

Gruß Marmelli
 
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