Lackierung / aufquellendes Holz

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Unregistriert, 23. September 2008.

  1. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hi,

    ich bin zur Zeit dabei mir einen Wohnzimmertisch aus Kiefer (Massiv) zu bauen.
    Da dieser doch so einige Beanspruchung aushalten muss und er ein Einlegefach zu Deckozwecken hat, will ich diesen Seidenmatt (Klarlack auf Wasserbasis) lackieren.
    Nun habe ich allerdings das Problem das mir das Holz dauernd beim lackieren wieder und wieder aufquillt.
    Kleine Beschreibung.

    Das Holz wurde von mir sehr glatt geschliffen mit 100, 240, 400, 800 Papier.
    Anschließend habe ich eine dünne Lackschicht aufgebracht (mit einem Roller da mir Pistolen nicht zur Verfügung stehen). Oft drüber gerollert um möglichst wenig Lack auf zu bringen.

    Zum einen stellen sich einzelnde Holzfasern auf die man auch gut mit feinem Schmirgelpapier weg bekommt. Allerdings quellen anscheind auch die Holzteile (der Holzmaserung) wo es weicher ist (z.B. zwischen den Baumringen (heller Teil)) massiv auf. D.h. wenn ich drüber streiche spüre ich die Unebenheiten.
    Nun hatte ich an Probestücken folgende Bearbeitungen probiert.
    1. Probestück mehrmals wieder völlig glatt geschliffen und neu lackiert. Mit immer dem selben Ergebnis. Die weichen Holzanteile quellen wieder etwas stärker auf als der Rest. Schätze wenn ich alles wieder glatt habe ist auch alles an Lack runter geschmirgelt.
    2. Den Lack nur leicht angeschmirgelt und neue Lackschicht drüber gesetzt. das ganze nun 3 mal und ich habe das Gefühl das es noch immer so uneben ist wie nach der ersten Lackschicht.

    Was muss ich anders machen? Will mir meine Bauteile nicht verhunzen

    Wird es nach noch mehr Lackschichten irgendwann doch noch eben? Oder doch alles wieder völlig glatt schmirgeln und lackieren usw.?

    Ziel ist eine völlig glatte Oberfläche wie nach Schmirgeln und wachsen (was ich diesmal leider nicht nutzen kann).
     
  2. plastic

    plastic ww-fichte

    Beiträge:
    22
    ich bin kein "profi" sondern ebenfalls "neuling", aber ich hatte auch große probleme mit wasserlöslichen acryllacken (aus dem baumarkt).

    schließlich bin ich auf kunstharzlacke gestoßen (nur im fachhandel erhältlich), diese haben alle meine probleme gelöst, einwandfreie glatte oberfläche beim rollen, keine klebrige konsistenz nach dem aushärten (blockfestigkeit?), sowie hohe deckgraft bereits nach dem ersten auftrag.

    ich verwende nur noch lacke eines österreichischen herstellers (herbol) auf PU basis. der nachteil: man kann die rollen und pinsel nicht einfach mit wasser auswaschen, sondern braucht einen speziellen (teuren) verdünner, sodass es wirtschaftlicher ist, verwendete rollen einfach wegzuwerfen.

    mein persönliches fazit: wasserlösliche acryl lacke (auch markenprodukte) sind der größte schrott, gerade für den heimwerker.
    ich habe genug experimentiert um das so stehen zu lassen, ich werde meine meinung ändern wenn mir jemand ein brauchbares produkt zeigt. bis dahin kaufe ich kunstharzlacke.
     
  3. j.a.n.s

    j.a.n.s ww-pappel

    Beiträge:
    8
    Ort:
    Karlsruhe
    Hallo,

    ich bin auch kein Profi. Habe aber gerade viele viele m² Ivar-Regalböden mit Acryllack behandelt. Ich habe diese sehr sehr glatt bekommen.

    Schritt 1: Ich habe die Regalböden, Leitern, Schränke recht grob geschliffen. 80, 120, 160. Kein Feinschliff, da das jetzt eh noch nicht viel bringt.

    Schritt 2: Mit Wasser verdünnten Lack eher großzügig aufgebracht, damit der Lack und das Wasser gut einziehen können.

    Schritt 3: Die aufgestellten Härchen und die Überstände weggeschliffen. Allerdings wieder nicht Babypopo glatt. 80-200.

    Schritt 4: Jetzt nochmals dünn mit unverdünntem Lack bestrichen.

    Schritt 5: Jetzt das ganze wirklich Babypopo glatt geschliffen bis 600.

    Schritt 6: Nochmal dünn lackiert.

    Das ganze hat sich über mehrere Tage pro Einzelteil hingezogen, da ich den Lack immer ganz habe durchtrocknen lassen. Sprich soviel Feuchtigkeit wieder raus wie möglich. Das ging gut, da ich das die Nacht über habe antrocknen lassen und denn Tagsüber draussen fertigtrocknen lassen. Um dann nach Feierabend den nächsten Arbeitsschritt in Angriff zu nehmen. Beim ersten Schritt ist wichtig, dass genügend Lack und Wasser aufgetragen werden. Wenn das zu dünn wird, schleift man die vom Lack versiegelte Oberfläche wieder runter und das Holz quillt erneut.

    Und ich habe auch nach dem Aushärten kein Kleben mehr gehabt.
     
  4. nurzumhobby

    nurzumhobby ww-ahorn

    Beiträge:
    132
    Ort:
    bei Bonn
    Waserlack

    Hallo Unregistriert!
    Bin auch kein Profi,aber der Name sagt es doch schon :Wasserverdünnter Lack...
    Wenn Du das Holz nass machst,quellen die Zellen auf..
    Also Verdünnerbasierten Lack nehmen.
    Gruß
    Rolf
     
  5. Galbraith

    Galbraith Gäste

    Sorry hatte vergessen nen Namen einzutragen. Anmelden mach ich dann von Zuhause mal aus.

    Hatte um mir ein Bild zu machen schon mehrere Fachmärkte und 2 Baumärkte angesteuert. Überall wurde mir diese Art von Lack empfohlen. Naja und was soll ich sagen, als Anfänger in dem Bereich glaubt man irgendwann das richtige zu machen.
    Den Tipp von j.a.n.s finde ich recht interessant mit dem verdünnten Lack um das Holz sozusagen zu Wässern und gleichzeitig etwas Lack mit ins spiel zu bringen. Meinst du mit "Überständen" die Höhenunterschiede zwischen aufgequollenen Weichholz und nicht aufgequollenen Hartholz? Die Härchen (einzelne Fasern) bekommt man ja gut in den Griff.
    Geschirgelt wird bei mir zur Zeit alles per Hand, oder kann man für Schritt 3 noch ne Maschine nehmen? Da hätte ich aber Angst das man ggf. wieder zuviel weg nimmt.

    Aushärtungszeit ist kein Problem bei mir. Auf der Dose steht was von 12 Stunden, und ich muss eh Arbeitstechnisch 24 Stunden draus machen.

    Lacksorten mischen geht ja schlecht denke ich mal.
     
  6. j.a.n.s

    j.a.n.s ww-pappel

    Beiträge:
    8
    Ort:
    Karlsruhe
    Ja, mit Überständen meine ich das nach oben quellende hellere Holz. Für Schritt 1 hab ich ne Maschine genommen, danach Schleifpapier um ein Holzklötzchen gewickelt. Finger und Oberarme wussten dann allerdings spätestens am Morgen danach was ich getan habe.
     
  7. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    der erste Fehler liegt beim Schleifen der Schritt von 100 auf 240er Körnung ist viel zu groß. 100 zum groben vorschleifen 120, 150 sollte bei Kiefer reichen.
    Ist das Holz trocken genug ?
    Zum Thema Lack wurde schon reichlich gepostet. Das sich die Holzfasern nach dem lackieren aufstellen ist normal und nicht zuletzt deshalb gibt es ja den Zwischenschliff Korn 220 240 reicht bei einem Holz wie Kiefer locker aus. Selbst Ahorn als recht dichtes Hartes Holz schleifet der Schreiner selten feiner als 320. Alle Körnungen jenseits werden bestenfalls bei Hochglanzlackierungen genommen dann eher zum Polieren als zum Schleifen.
    Vermutlich hast du zu dünn den Lack aufgetragen und dann zu stark zwischengeschliffen.
     
  8. Galbraith

    Galbraith Gäste

    Danke für die Tipps,

    nun es wird immer von Einzelfasern gesprochen, die gab es bei mir auch, die bekommt man ja auch gut weg, allerdings habe ich halt noch den Effekt, das ganze Holzgebiete (halt weicherer Anteil) komplett hoch kommen, und die bekommt man nicht so einfach wieder weg geschliffen mit feiner Körnung. Deshalb ja auch die Fragen zum richtigen vorgehen.
    Und wer kann schon sagen ob das Holz trocken genug ist. Aber ich denke schon. Teilweise aus Holzhandel (2 Jahre trocken gelagert) teilweise aus dem Baumarkt und bei mir 1,5 Jahre gelagert (in einer warmen Wohnung). Sollte also als trocken sein. Harz kommt auch keines mehr (schon lange nicht mehr).
    Den Schritt zum sehr feinen Papier habe ich genommen um Schleifkratzer in z.B. Ästen zu entfernen und den schönen tiefgeldroten Ton des Kiefernholzes auszuarbeiten. Bzgl. wachsen hatte ich so schon sehr gute Erfahrungen gemacht bei anderen Bauprojekten. Deshalb bin ich fürs lackieren auch so vor gegangen.
    Weitere Tips sind willkommen. Zusätzlich werde ich das hier genannte probieren und dann zum Abschluß meine Erfahrungen posten (also in ein paar Tagen). Das dauert ja immer etwas mit dem lackieren :emoji_slight_smile:.
    Dank euch schonmal.
     
  9. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    18.363
    Ort:
    Dortmund
    Ich hatte auch schon Holz, was sich bei Wasser sehr "schwierig" verhalten hat. Insofern würde ich in so einem Fall auch ganz schnell weg von einem wasserbasierten Produkt. Bei Clou wirst du bestimmt fündig. Und im Naturfarbenbereich gibt es z.B. den Livos Tunna.

    Meine Erfahrung bei Wohnzimmertisch aus Kiefer: Wegen des recht weichen Holzes schnell jede Menge Kratzer und Macken, was besonders bei einer glänzenden Oberfläche stark zu sehen ist. Hatte allerdings auch einen recht weichen Naturharzlack verwendet. Beim nächsten mal würd ich glaube ich ölen und evtl. noch wachsen.
     
  10. Stick6969

    Stick6969 ww-ulme

    Beiträge:
    177
    Ort:
    Hamm/Westf.
    Hi,

    habe das bei Lack noch nie probiert, aber könnte man das
    Problem umschiffen, indem man die Platte vorher wässert,soll heißen , nass macht und nach dem trocknen normal anschleift und dann lackariert ? Beim beizen funktioniert´s.
    Ich würde es vielleicht erstmal auf der Unterseite der Tischplatte versuchen.
    Die Platte mit einem Lappen nass machen, aber nicht zu dolle,es sollte kein Wasser auf der Platte stehen:emoji_slight_smile:,und dann nach dem trocknen wie von Carsten geschrieben schleifen usw.

    so long

    Stick
     
  11. Georg L.

    Georg L. ww-robinie

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    3.263
    Ort:
    Bei Heidelberg
    Das mache ich bei Massivholz eigentlich immer, egal ob ich mit Wasserlack oder Lösungsmittellack arbeite.
     
  12. Stick6969

    Stick6969 ww-ulme

    Beiträge:
    177
    Ort:
    Hamm/Westf.
    Hi,

    ehrlich? Wir machen das nur, wenn wir mit Wasserbeize arbeiten, und dann in der Regel auch nur bei Buche.

    so long

    Stick
     
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