Lackfehler

holzwuermchen_93

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Hallo alle zusammen,

ich habe bei meinem Gesellenstück (Couchtisch - Stabplatte, Nuss furniert) ein immer wieder kehrenden Lackfehler. :emoji_frowning2:
Durch Druck entstehen matte Punkte, Kreise. Dort löst sich der Lack - er lässt sich problemlos runter kratzen.

Ich habe den Zweihorn Crystallit Seidenmatt verwendet.
Meine bisherige Vorgehensweise:
1) Bauteile geschliffen
2) Lackiert
3) Zwischenschliff
4) Lackiert
-> danach wurde der Fehler das erste Mal sichtbar
5) Endlack wieder runter geschliffen
6) Lackiert
-> Fehler trat wieder auf
7) tiefer geschliffen
:emoji_sunglasses: Grundierungslack (auch von Zweihorn) als Porenfüller - für eine evtl. bessere Haftung
9) Zwischenschliff
10) Lackierung - 2x: nass in nass

10 wurde durchgeführt um eine gleichmäßigere Oberfläche zu erhalten, da nach dem Zwischenschliff (nach der Grundierung) nicht alle Poren gefüllt waren. Es sollte ein überwiegend glatte, gleichmäßige Oberfläche entstehen.

Das Mischverhältnis ist 1:10. Ich habe mich daran gehalten und das Problem meinem Ausbilder gezeigt. Er empfahl mir die Schritte 5 bis 10, da auch er keine Ursache für das Problem feststellen konnte.

Was kann die Ursache dafür sein? Zu viele Lackschichten?
Wie kann ich den Fehler wieder (wenn mgl. schnell und einfach) beheben?

Danke schonmal für Eure Hilfe.
 

Holz-Fritze

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Was meinst Du mit Druck. Schon mal bei Zweihorn nachgefragt, ich habe bislang immer super Erfahrung mit dem Kundendienst von Lackherstellern gemacht.
 

holzwuermchen_93

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Als der Fehler das erste und zweite Mal auftrat, reichte es mit dem Finger einfach zu drücken.
Bei den nachfolgenden Malen reicht es, einen Klotz o.ä. als Beilage anzubringen (Schraubzwingen sind nicht festgezogen, sondern nur leicht angezogen) oder die Tischauflage auf den Auszug zu legen (kurze Erklärung: der Couchtisch ist ausziehbar bzw. besitzt 2 Schubkästen. Auf diese werden, wenn die Schubkästen offen sind, die Tischauflagen gelegt um die Tischplatte zu vergrößern).

Bei Zweihorn habe ich noch nicht nachgefragt.
 

tomcam

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Sicherlich ein Problem der Haftung...nicht der von Zweihorn :emoji_wink: sondern auf dem Holz ist etwas, was keine vernünftige Bindung aufkommen lässt. Fett oder ähnliches. also das ganze mal mit Aceton reinigen und noch mal von Vorn. Wenn der Lack nicht verreckt ist (Frost o.Ä.) ist das das einzig plausible.

Thomas
 

holzwuermchen_93

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Hm, die Verunreinigung der Fläche war auch bei uns die erste Vermutung. Aber der Schleifstaub wurde abgesaugt und mit einem Staubtuch nachträglich runtergenommen ...
Der Grundierungslack/Porenfüller hatte gehalten. Bei seidenmatt dann aber nicht mehr. Das finde ich komisch.

Mit Aceton reinigen würde bedeuten alle Schichten erstmal wieder runter schleifen, richtig?
 

tomcam

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Ja, Aceton würde einen Neubeginn darstellen...aber wenn der Porenfüller eine feste Verbindung mit dem Holz eingeht, dann müsste etwas zwischen Porenfüller und Lack nicht stimmen..... da würde auch kein Aceton helfen.
 

holzwuermchen_93

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Was gäbe es dann für eine Lösungsmöglichkeit? Bzw. gäbe es eine oder eine Idee?

Eine Vermutung war noch der Zwischenschliff, dass er nicht "gut genug" war. Um diesen Fehler aber auszuschließen hat mein Ausbilder z.T. den Lack runter geschliffen bzw. ich habe ihn die von mir geschliffenen Flächen "überprüfen" lassen.

Der Füller ist auch von Zweihorn. Ja, Crystallit.
 

tomcam

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Nee, was Du beschreibst ist etwas anderes, hat mit dem Schliff nix zu tun, es hat etwas mit dem Abbinden zu tun, der Lack findet keinen Halt auf dem Füller, wenn das an einer kleinen Stelle wäre, dann könnte man das mit Schleifen in Verbindung bringen, jedoch an allen Stellen welche mit Druck belastet sind/werden....das ist was chemisches.
 

holzwuermchen_93

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Ok, gibt es etwas was ich tun kann? Der Fehler würde doch vermutlich wieder auftreten, wenn ich das wieder runter schleife und nochmal lackiere.

Es muss doch eine Lösung geben.
 

holzwuermchen_93

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Hm, ok ... das ist ja mal eine Aussicht.

Ich werde morgen nochmal mit dem Ausbilder reden und ihm das vorschlagen. Trotzdem erstmal danke.
 

Holzrad09

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Die matten Punkte entstehen meist durch Fettrückstände, oder Sie kommen mit der Luft, vielleicht macht der Ölabscheider Probleme :rolleyes:
 

carsten

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Hallo

einfach 1% antisilikon hinzugeben. Mit dem zweihorn lacken verträgt sich zumindest auch der Zusatz von sikkens. Das mit dem caparol kannste streichen die machen zwar durchaus gute Farben aber keine Möbellacke im Schreinersinn
 

Holz-Christian

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Hallo Holzwürmchen.
Das ließt sich so als ob der Härter hinüber wäre.
Ist der vielleicht überlagert?
Stammlack kann man relativ lange aufbewahren aber Härter ist ziemlich empfindlich.
Im Zweifelsfall lieber neues Gebinde verwenden.

Viel Glück, Christian
 

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ww-ulme
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Tritt das Problem nur bei dem einen Möbel auf? Nicht dass da jemand im oder um den Lackraum rum was mit Silikonspray oder so geschmiert hat. Wenn es auch bei anderen Lacken bzw. Teilen auftritt würde ich mal nach der Druckluft bzw. der Zuluft schauen.
Hast Du den Klarlack mal auf ein anderes Stück Holz gespritzt?
 

WinfriedM

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Ich würd der Sache ja eher mal auf den Grund gehen. Mit Zweihorn hast du einen Hersteller, der garantiert kein Lacksystem anbietet, was nicht funktioniert.

Mach doch erstmal noch ein Musterbrettchen, wo du peinlichst genau alle Vorgaben einhälst. Lies auch nochmal die technischen Merkblätter der Produkte. Achte auf Sauberkeit. Habt ihr vielleicht auch mal ein anderes Gebinde Härter/Lack? Wie lange wurde gelagert? Originalgebinde?
 

carsten

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Hallo

wie es chemisch funktioniert weiß ich auch nicht´, Ich hab es aber in ähnlichen Situationen schon erfolgreich angewendet. Ist ein Zusatz der in das Lackgemisch hinzugemischt wird 1 % und nicht mehr gut verrühren technisches Datenblatt beachten und dann ganz normal lackieren. Auch nachfolgende Schichten sollten mit dem Zusatz verarbeitet werden.

Vermutlich ist irgendeine Verunreinigug auf die Fläche gekommen die die Haftung beeinträchtigt. Selbst X-mal abschleifen und nachwischen mit Aceton hat bei mir selten zur Beseitigung geführt. Die paar Tropfen hinzugegeben haben das Problem gelöst.
 

holzwuermchen_93

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Den Lack habe ich ausschließlich für das Möbel verwendet. Dieser Feler tritt dort überwiegend bei allen Teilen meines Gesellenstücks auf.

Eine Mitstreiterin von mir hatte ebenfalls den Lack genommen. Ihre Vorgehensweise war jedoch anders. Sie wollte einen Lack nehmen, bei dem die Oberfläche aussieht wie geölt oder gewachst. Da ihr das Reslutat aber nicht gefiel, hatte sie den Lack wieder runter geschliffen und dann ebenfalls seidenmatt lackiert. Ich weiß nicht ob die Pistolen die Selben waren. Sonst könnte vermutlich auch dort die Ursache liegen.

Zu Beginn, bei den ersten Lackierungen, hatte ich nur noch einen Rest zur Mischung des Seidenmattlacks zur Verfügung. Bei den nachfolgenden Arbeiten hatte ich einen neuen bzw. sehr "frischen" Verdünner und Lack.
 

Holz-Christian

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Kleiner Nachtrag:

Bei Verunreinigung mit Silikon entstünden sofort die charakteristischen Krater im Lack.
Hier findet meines Erachtens keine Molekülvernetzung statt- Lack haftet nicht und lässt sich runterkratzen- Härter kaputt.

Gruss Christian
 

holzwuermchen_93

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Ich danke euch für Eure Hilfe und die vielen Ratschläge. Ich werde mich morgen nochmal melden.

Viele Grüße, Wuermchen
 

Holz-Fritze

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holzwuermchen_93

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Hallo nochmal.

Ich habe heute mit den Ausbildern darüber geredet und Eure Ideen angebracht. Es wurde so ziemlich alles abgelehnt. Bei einem Punkt gaben sie recht: es liegt am Decklack.
Es wurde der Kundenberater von Zweihorn angerufen. Ihm war das Problem auch unklar. Seine erste Vermutung: es fehlt der Härter. Kann ja aber nicht sein. Deswegen sein Tipp: nochmal den Lack abschleifen und dann neu lackieren. Gesagt getan. Mal sehen wie es im tockenen Zustand aussieht.
 
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