Lackentfernung

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Unregistriert, 26. Juni 2008.

  1. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo zusammen,

    habe gestern meinen Mietvertrag unterschrieben und würde nun bald anfangen meine neue Atbauwohnung auf vordermann zu bringen.

    Mein Vormieter hat im Wohnzimmer schon angefangen den Dielenboden abzuschleifen. Er hat aber nach der Hälfte aufgegeben, da es zu anstrengend war. Ich habe mich dann bereit erklärt, daran weiter zu machen. Außerdem wurde in der Wohnung stark geraucht. Ergo sind auch die Türen (einst weiß lackiert) alle gelb.

    Ich möchte nun den Böden fertig abschleifen und versiegeln und die Türen neu machen. Die Türen möchte ich aber nicht einfach neu lackieren, denn da sind schon bestimmt drei Lackschichten darauf. Am liebsten würde ich den Lack entfernen.
    Nun mein Problem... ich weiß nicht wie, denn die Türen sind wunderschön verziert und bieten kaum glatte Flächen zum Abschleifen. Welche Möglichkeiten gibt es noch die extrem dicke Lackschicht zu entfernen? Leider kann ich auch nicht sagen was für Lack das ist. Zu einem aus Unwissenheit zum anderen weil es mehrere Schichten sind.

    Eine weitere Bedingung wäre für mich, dass das alles sehr kostengünstig sein muss (Studentin). Ist es eventuell auch möglich den Boden und die Türen mit den gleichen Werkzeugen und Mittel zu bearbeiten?

    Ok, ich danke schon mal im Vorraus für eure Antworten.
    Andrea
     
  2. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Mit einem Heißluftfön aus dem Heimwerkerbedarf und Spachtel bekommt man alte Farbe gut runter. Allerdings nicht so einfach von nicht geraden Flächen. Musst du einfach mal ausprobieren, evtl. spezielle Spachtelformen selber schleifen.

    Abbeizer sind eine Alternative, aber da brauchst du ziemlich viel und das Zeug ist mitunter recht giftig.

    Boden abschleifen - viel Spaß, das ist Knochenarbeit. Benutz mal die Suche hier, da wirst du viele Artikel zu finden.
     
  3. sachsejong

    sachsejong ww-esche

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    Farbe runter

    Hallo, Andrea,

    erkundige Dich doch mal bei einem Restaurator, vielleicht hat der eine Adresse von jemandem, der so etwas professionell macht.
    Ich habe im Laden meiner Mutter die Türen ausgebaut un nach Frankfurt schaffen lassen, zum Ablaugen.
    Es gibt wohl in Bayern bei Ingolstadt noch jemanden, die Adresse könnte ich rausbekommen.
    Ist zwar keine Ideal- Lösung, weil die Oberfläche darunter leidet, aber wenn Du die Türen danach ölst, sehen die Türen einfach genial aus.

    Alternativ- probier mal die Farbe mit einer scharfen Ziehklinge runter zu bekommen. Manchmal geht sogar das.

    Gruss aus FD

    Holger
     
  4. catweazle20

    catweazle20 ww-kiefer

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    die t.üren könnte man auch zu einem sandstrahler bringen. das haben wir schon ein paar mal gemacht, einfach in den gelben seiten nachschauen.
     
  5. netsupervisor

    netsupervisor ww-ulme

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    Bei mehrschichtigen Lacken wäre das auch die sinnvollste Idee, da stimm ich nur zu. Abbeizer ist gut, aber das kommt dann wieder auf die Dicke des Lacks an, das heißt du müsstest unter umständen öfters auftragen und abkratzen. Ich nehme mal an, da waren nur Laien am Werk die mit dem Pinsel gearbeitet haben. Das heißt, die Lackdicke ist extrem groß. Spachtel und Föhn, naja, wenn du viel Zeit hast und sparen willst, gerne, mir wäre die Zeit da zu schade! Außerdem ist heiß gewordenes Acryl nicht wirklich gesundheitsförderlich, also sowas nur im gut durchlüfteten Gegenden machen.

    Sandstrahler findet man vor allem im Karosserie- und Autobau, da wird diese Technik häufig verwendet um Blechteile von Lacken oder Rost zu entfernen.

    Grüße
    Manuel
     
  6. bello

    bello ww-robinie

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    Hallo Andrea,

    wenn die Conditio ausschließlich kostengünstig ist, vergiß es!

    Ablaugen und die Teile dorthin schaffen, kostet einfach. Und die Rahmen wirst Du kaum ausbauen können.

    Heißluftfön ist eine echte Sauerei. Bei alten Lacken sind die Dämpfe eher unangenehm.

    Also Abbeizen. Abbeizer ist auch teuer. Ich kann jetzt nur über Grüneck berichten.
    Das gibt es auch in großen Gebinden ca. 10 kg, brauchst Du locker. Weiterhin benötigst du verschieden breite Spachtel, Ziehklinge, Modellierspachtel. Grundsätzliches alles aus dem Fachhandel, also Farbenfachgeschäft oder Malergroßhandel - viele verkaufen auch an Privat -.

    Dann brauchst Du Geduld und Zeit. Wenn dann alles abgebeizt ist, solltest Du mit Ölen oder Wachsen arbeiten (hierzu werden mit Sicherheit andere berichten, die hiermit mehr Erfahrung haben). Ich habe bisher diese Türen dann immer weiß lackiert, dies beinhaltet jedoch Grundierungen, Zwischenschliffe etc.) so daß Du mit Öl etc. besser beraten bist.

    Dielenböden wurde hier bereits ausführlich diesen Monat behandelt. Lies einfach dort nach.

    Gruß Volker
     
  7. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Die Heißluft-Methode kann wirklich super funktionieren. Hab erst letztens eine Tür damit vollständig von Farbe entfernt. Die Farbe brauchte nur soweit angewärmt zu werden, dass sie weich wurde. Da ist also noch nichts verbrannt. Und dann ging es mit dem Spachtel drunter und Bahn für Bahn weggeschoben. Ich war echt überrascht, wie gut das funktionierte.

    Im konkreten Fall muss man sicherlich antesten, ob es funktioniert.
     
  8. bello

    bello ww-robinie

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    @Da stimme ich Dir zu, allerdings hatte ich jetzt einen Jahrhundertwende-Altbau mit Stiltüren im Kopf, und das Anwärmen dieser Lacke fand ich sehr unangenehm.
     
  9. schorsch

    schorsch ww-robinie

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    Hallo,
    wenn es nichts kosten soll, dann funktioniert so was nur, wenn man jung und idealistisch ist, bzw viele Leute bei der Hand hat die nichts kosten. Wie mein Vorredner schon geschrieben, ist dies mit den Mitteln eines Heimwerkers (Heißluftfön, schlechte Abbeizmittel) eine unwahrscheinliche Knochenarbeit, mit einem in der Regel bescheidenem Ergebnis. Da es sich nicht einmal um Privateigentum handelt, und man als Student nur kurze Zeit in seiner Studentenbude wohnt würde ich diesen Abwand auf keinen Fall betreiben, da die Arbeit ja auch nicht gerade gesund ist.
    Gruß Georg
     
  10. smeagol

    smeagol ww-kastanie

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    Hallo,
    vom Heissluftfön würde ich abraten, vorallem, wenn man nicht weiß, was man für einen Lack vor sich hat. In jungen Jahren wollte ich in meiner Wohnung auch die schönen, alten Türen von mindestens drei Lackschichten befreien. Mit dem Heißluftfön. Fenster offen. Leichter Durchzug. Es hat nicht lange gedauert, da bin ich plötzlich weg gewesen. Ob ultraschnell eingeschlafen oder ohnmächtig kann ich nur schwer beurteilen, weil ich noch nie ohnmächtig war. Nur zum einschlafen brauch ich normalerweise mehr als ein paar Sekunden und weiß das meistens vorher. Ob es nun von den entstandenen Dämpfen kommt, oder nicht. Ich mach das jedenfalls nichtmehr.

    Nur mal so.

    Grüße

    smeagol
     
  11. Gerd Lutter

    Gerd Lutter ww-ahorn

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    Berlin
    Hallo erst mal, ich bin hier die Vorschläge hoch und runter gefahren, einer fehlt noch: ablaugen. Man gibt die Türen beim Ablauger ab, der steckt diese in ein genau dosiertes Bad und danach ist Alles runter. Nachteil: die Teile müssen eine Weile trocknen, bevor man sie weiter bearbeiten kann. Wär das was? Gutes Gelingen und Gruß aus dem Saatwinkel, Gerd
     
  12. Ado

    Ado ww-pappel

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    Unna
    Das wäre sehr gut, meiner Meinung nach die beste Möglichkeit.

    Da dies pro Tür allerdings ~100€ kostet ist es allerdings wieder ne Kostenfrage.

    Es geht hier um "die Türen", also wohl mehrere hundert Euro, die in eine Mietwohnung investiert werden.
    Je nachdem wielang man die Wohnung nutzt kann es sich lohnen.
     
  13. Th_Mende

    Th_Mende ww-birke

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    Ablaugen beim Profi? Das ist so eine Sache...!

    Wir haben hier im Nachbarort eine große Firma, die das im großen Stil angeht, mit dem Ablaugen. Wir haben das einmal und nie wieder gemacht.
    Denn zum Ersten überleben Türen, die ein Leben lang schön trocken waren das "Vollbad" nicht unbedingt planeben, dann greift die Lauge auch die Holzstruktur an (manche Füllungen sahen danach wie ein auf 5 mm abgeschnittener Besen aus) und auch sonst war einiges arg lädiert.
    Zum Anderen muss man sich vor Augen führen, dass zu allen Zeiten gespart wurde (besonders wenn später etwas farbig lackiert wird), in unserem Falle hatte der Schöpfer dieser Türen derart sparen wollen, dass er bei den Schlagleisten zum Teil bis zu 1/4 Baumkante sauber mit profiliert hatte (wird ja weiß lackiert) die nach dem Ablaugen offenbar im Bade verblieben war. Also folglich mussten wir dem Kunden anhand des Artefaktes klar machen, dass er auch Neue Schlagleisten braucht... usw. Das übelste war aber die "Optik abgeschnittener Besen" ! Da kann man auch mit schleifen nicht viel ausrichten.
    Wir konnten das dann mit einem gaaaanz scharfen Putzhobel wenigstens etwas entschärfen aber gut die doppelte Menge Füller haben wir trotz dem verbraten.

    Da kratz ich doch lieber den Lack ab....
     
  14. dascello

    dascello ww-robinie

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    Liebe Andrea,

    im Allgemeinen ist bei Altbautüren, bei uns meistens wohl ja Gründerzeit, davon auszugehen, dass die von Anfang an mit Farbe versehen waren. Daher ist nicht unbedingt zu erwarten, dass unter der Farbe eine herzeigbare Holzstruktur zum Vorschein kommt. Da war ja alles egal, Äste, gekittete Risse u.ä. Edelholztüren sind superselten und wohl nur in Villen zu finden.

    Ich muss mich den Vorrednern anschließen: Lohnt das?

    Gruß vom Rhein


    Michael

    ... der als Student auch Türen und Böden abschliff (jetznochkeuch!)
     
  15. Ado

    Ado ww-pappel

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    Unna
    War gestern nochmal im Baumarkt meines Vertrauens.
    Die haben dort Abbeizer (molto), da steht drauf, das der bis zu 15 Lackschichten locker entfernt.
    Pro m² braucht man 300-600ml, 2,5l kosten ~35€.
    Für eine Tür wäre also eine grosse Packung von diesem Gel ausreichend.

    Kann man diesem Molto-Abbeizer wohl vertrauen, oder ist es eher nen werbe-Versprechen, das es funktioniert?
     
  16. welaloba

    welaloba ww-robinie

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    Liebe Andrea, ich möchte mich einigen Vorrednern anschließen:
    Lohnt das: Siehe zum Beispiel den Beitrag von dascello

    im Allgemeinen ist bei Altbautüren, bei uns meistens wohl ja Gründerzeit, davon auszugehen, dass die von Anfang an mit Farbe versehen waren. Daher ist nicht unbedingt zu erwarten, dass unter der Farbe eine herzeigbare Holzstruktur zum Vorschein kommt. Da war ja alles egal, Äste, gekittete Risse u.ä. Edelholztüren sind superselten und wohl nur in Villen zu finden.

    Die wurden dann aber nicht weiß angestrichen!!

    Zu Abbeizer: Meine Erfahrung ist: Abbeizer ohne Dichlormethan kannste im Baumarktregal stehen lassen, ausser, du willst eine leichte Schellackmattierung entfernen.
    Die wirklich wirksamen Abbeizer werden so nach und nach aus dem Verkehr gezogen, stehen im Fachhandel nur noch im Giftschrank, und das auch nur, wenn es im Laden einen geschulten Mitarbeiter gibt. Und: Zu Recht aus dem Verkehr gezogen, weil Dichlormethan doch eine gewisse Krebsgefahr mit sich bringt. jedenfalls machts besoffen beim Arbeiten ohne Maske. In einer Wohnung würde ich das Zeugs nie und nimmer anwenden.
    Zum Thema ablaugen: Finde ich auch Quatsch, kannst ja schließlich die Zargenrahmen nicht ausbauen und zum Laugen wegbringen...
    Ich würde die Türen zu erst mal ordentlich saubermachen. Schau, ob du einen Industriereiniger wie Muril auftreiben kannst, damit geht oft einiges an Nikotinbelag runter.
    Gruß Werner
     
  17. Burgfräulein

    Burgfräulein ww-pappel

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    Es gab im Großhandel (Metro) auch speziellen Nikotin-Entferner, z.B. von Dr. Becher, wenn man den auf ehemals weiße Flächen sprüht kann man sehen, wie die nikotingelbe Suppe runterläuft ...

    Gruß
    Ruth
     
  18. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Molto kannst du vertrauen, man muss nur genau lesen: "Bis zu 15 Schichten..." Kann also auch sein, dass man nur 1 Schicht mit Mühe und Not runterholt.

    Meine Erfahrung damit: Die Wirkung war sehr ernüchternd. Eine Tür lies sich so wenig davon beeindrucken, dass ich irgendwann mit Fön und Spachtel angefangen habe, was viel schneller ging. Ich hab aber keine Vergleichsmöglichkeiten, benutze Abbeizer wegen der Gefahren nur äußerst selten.
     
  19. pedder

    pedder ww-robinie

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    Kiel
    Hallo Andrea,

    ich habe sowas in einer alten Wohnung schon gemacht. Erst 5 Türrahmen mit dem Fön entlackt, dann ewig geschliffen und dann neu lackiert, wieder drei Schichten lackiert (Vorlack + 2*Endlack). Das sieht nicht schlecht aus, aber von der Mühe sah man nicht viel.

    Bei den Türen bin ich dann anders vorgegangen. Die ebenen Flächen sind so geblieben wie sie waren, nur der lose Lack wurde mit dem Spachtel runter geholt. Die Vertiefungen mit Lackspachtelmasse füllen. Darauf achten, dass die Kanten nicht verrundet sind, sondern klar definiert.

    Entscheidend für ein schönes Ergebnis ist, dass man die alten Lecknasen restlos entfernt. Wenn sich die Profile zu sehr zugesetzt haben, kann man punktuell schleifen. Dann habe ich alles entfettet und dünn und ohne Lecknasen lackiert. Die Türen sahen besser aus als der Rahmen.

    Was eine Menge bringt ist die vollständige Reinigung der Beschläge! Bei den Angeln hat sich da ein Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine bewährt. Die Schließbleche sind häufig aus weichem Metall, die muss man vorsichtig mit Abbeizer behandeln.

    Wenn Du nach meiner Methode vor gehst, ist das schon deshalb nicht nötig, weil die Türen von Hand geschliffen werden, ist so schneller als jede Maschine. Zum Schleifen des Fußbodens brauchst Du die richtigen Maschinen. Ist so schon anstrengend genug.

    Liebe Grüße
    Pedder
     
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