Lack wird gummiartig und läßt sich abpopeln

GertG

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Gibt es überhaupt noch renommierte Farbenhersteller, deren Lacke oder Öle für den Innenbereich / Wohnbereich nicht speichel- und schweißecht sind?
Hornbach?

Meine mühselig vor sechs Jahren renovierten Türen mit eingesetzten Kassetten und Mehrfachlackierung fangen an, im Griffbereich an der Türkante den Lack abzuwerfen.
Der ist nur an dieser Stelle völlig klebrig und gummiartig geworden und läßt sich mit den Fingerspitzen runterrubbeln.
Habe ich noch nie vorher woanders gesehen. Der härtet auch nicht mehr aus, wenn man den Lack nach dem Säubern (die Gummistellen werden bei leichtem Griffkontakt sofort schmuddelig) mit Folie abdeckt und ihm ein paar Tage Ruhe gönnt.

Der Rest der Tür ist völlig unauffällig und glashart.
Wir haben damals die Hornbachprodukte verwendet, weil man sich da die Lacke und die Wandfarben auf den selben Farbton abmischen konnte, was optisch natürlich gut rüberkommt.
Die Verarbeitung war sehr gut (Verlauf, Trocknung, ebenmäßiger Mattglanz) und auch die bisherige Haltbarkeit unter Benutzung.
Verschleißfest und gute Haftung.
Das Problem tritt jetzt erst seit ein paar Monaten auf, nachdem ein halbes Jahrzehnt Ruhe war.

Kennt das Problem jemand?
 

U.Tho

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Ja, das Problem hab ich auch - in dem Bereich, wo man das Türblatt anfasst, wird mit den Jahren die Farbe, d.h. bei mir irgendeine Lasur (Landhaustür Kiefer) weich und klebrig. Das Problem gab es aber schon recht lange - früher hat man da Kunststoffteile gehabt, die man in dem Bereich draufgenagelt hat - nicht schön aber wirkungsvoll.
Eine richtige Lösung wäre hier auch für mich interessant.
 

Hamburger Jung

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Wahrscheinlich Wasserbasiert und nicht vernünftig Handcremebeständig. Das Problem hat man recht häufig bei wassebasierten Produkten. Da hilft nur neu aufbauen ( Oberfläche ) und mit einem gehärteten Lack auf Wasserbasis neu lackieren.
 

GertG

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Das Problem ist natürlich, daß das eine Schweinearbeit ist, die aufgrund des sonstigen Erhaltungszustandes eigentlich noch völlig unnötig wäre.
Zwanzig Jahre sollte so was schon halten.
Ich erwarte von einem Lack für den Innenbereich, daß der auch Körperkontakt abkann. Die Lackdicke ist an den beanspruchten Flächen ja noch da.
Also kein Abrieb, sondern nur Erweichung und dadurch Ablösung.

Zumal man jetzt natürlich auch nicht sicher sein kann, daß das mit einem anderen Hersteller im nächsten Durchgang dann besser hält.

Ich versuche mal, ob auf dem jetzigen Altlack der Alkydharzlack von Büchner hält.
Dann brauche ich nur den weißen Außenbereich neu zu machen, was aber wegen der ganzen Abkleberei an den Kassetten immer noch genug Arbeit ist.

Ich werde jedenfalls so lange wieder Lösemittellacke einsetzen, so lange die noch verfügbar sind.
 

Diesel1982

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Wir haben das auch bei unserer Haustür gehabt. Eine Holzhaustür von Kera mit dem originalen Lack drauf. Tür ist von 2013 und ich glaub 2019 war das als ich das runtergeschliffen und neu angepinselt habe. Zum Glück hatten wir noch ein Döschen Orginallack vom Hersteller.
 

magmog

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Wir haben das auch bei unserer Haustür gehabt. Eine Holzhaustür von Kera mit dem originalen Lack drauf. Tür ist von 2013 und ich glaub 2019 war das als ich das runtergeschliffen und neu angepinselt habe. Zum Glück hatten wir noch ein Döschen Orginallack vom Hersteller.

Moin,

...dann bist Du 2025 wieder genau so weit wie 2019.
 

Diesel1982

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Davon geh ich auch aus aber man kann es ja nicht ändern. Ich hab kein Bedarf die ganze Tür zu entlacken und was anderes draufzumachen. Solang der orginallack nicht leer ist werd ich da auch nix ändern
 

GertG

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Die Frage ist, ob der erneute Lackauftrag auf dem ruinierten Altlack hält.
Der ist ja chemisch und mechanisch verändert.

Bei mir kommt noch die Erschwernis hinzu, das der Lack sich auf kleinen Fächen bereits abgelöst hat und beim Überstreichen ohne vorheriges Spachteln eine Kraterlandschaft entstünde, die hinterher auch nicht viel besser aussähe als der jetzige Zustand....übergepinselt halt.

Ich hab allerdings noch nicht versucht, den Gummilack mit Nitro abzuwaschen.
Vielleicht geht das ja und man bekommt zum harten Lack an den gesunden Flächen rundherum so was wie einen Übergang hin.

Mich würde aber mal grundsätzlich interessieren, welche Lacke genau mit solchen Erscheinungen auffallen.
Ich sitze hier gerade an meinem selbstgebauten Schreibtisch, der vor vierzig Jahren ebenfalls mit Baumarktlack (keine Ahnung mehr, von wem; damals vermutlich "Praktiker") gerollt wurde und der vor etwa 20 Jahren wegen schäbiger Oberfläche und Abnutzung einen weiteren Lackauftrag (diesmal Hornbach) bekommen hat.
Da ich hier ständig meine Hände drauf habe und der mattgraue Lack auch die Benutzung der Computermaus ohne Pad zuläßt, sind Oberfläche und Kanten mittlerweile auch wieder ziemlich schmuddelig und teilweise lackfrei.
Aber nirgendwo finden sich solche weiche Stellen wie an unseren Zimmertüren, die ja nur bruchteilhaft davon an dieser einen Kante im Bereich der Klinke berührt werden.
 
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Wilhelm

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Die ganzen Desinfektionsmittel, womit sich jeder die Hände einreibt, können die Lacke meist auch nicht vertragen.
 

WinfriedM

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Mich würde aber mal grundsätzlich interessieren, welche Lacke genau mit solchen Erscheinungen auffallen.
Alle wasserbasierten 1K-Lacke haben in dieser Hinsicht ihre Probleme. Also Beständigkeit gegen Handschweiß/Handfett, Creme, Desinfektionsmittel und andere Chemikalien. Dann gilt natürlich noch: Je billiger der Lack, um sehr mehr typisch das Problem. Denn die richtig guten Hersteller forschen natürlich viel, um dieses Problem mehr und mehr in den Griff zu bekommen. Und in den letzten 10 Jahren hat sich da auch viel getan.

Die meisten lösemittelhaltigen Lacke haben nicht diese Probleme.
 

Ballenzwerg

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Ich hatte bei meiner Türsanierung vor ein paar Jahren verzweifelt nach den durchsichtigen Kunststoffteilen von früher (Kantenschutz) gesucht (#2 von U.tho), die vorher da auch aufgenagelt waren an den besonders durch die Griffel belasteten Stellen, um sie zu ersetzen. Leider bin ich nicht fündig geworden. Weiß jemand, ob es sowas noch gibt?
 

GertG

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Die habe ich lange nicht mehr gesehen.
In Form von Griffschutz um die Lichtschalter herum zum Schutz der Tapete gibts so was von den aufmerksameren Schalterherstellern noch.
Die Kantenschützer waren aus ähnlichem Material.
 

U.Tho

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Ja, das was es früher gab, ist/war optisch nicht schön, hab aber kurz mal geguuugelt:
Das sollte in Streifenform eigentlich auch die Ansprüche erfüllen - möglicherweise findet man auch speziell für die gesuchte Anwendung einen Anbieter. Und ich bilde mir ein, genau so was schon mal gesehen zu haben.
 
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