Kunststoffrohre für Späne- und Staubabsaugung?

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von rele, 15. November 2005.

  1. rele

    rele ww-ahorn

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    Mittelfranken
    Hallo zusammen,

    spricht etwas dagegen, KG- oder HT- Rohr (braun bzw. grau), wie es für Kanalisation oder Abwasserinstallation verwendet wird, für die Späneabsaugung zu verwenden?

    Hätte den Vorteil: günstiger Preis. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass durch statische Elektrizität die Gefahr von Entzündung bzw. Staubexplosion besteht.

    Hat jemand nene Tipp? Danke im Voraus

    Gruß Reimund
     
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    genau diese statische Aufladung ist der Grund das diese Rohre nicht gestattet sind und im eigenen Interesse auch nicht dafür genutz werden sollten.
    Durch statische Aufladung kann es in den Rohren schlimmstenfalls zu einer Staubexplosion kommen. Und solche Staubexplosionen sind sehr zerstörerisch.
    Staubexplosionen dürften eine der größten Anteil an Werkstattbränden haben.
    Das Löschen von solchen silobränden ist für die Feuerwehr auch nicht ohne.
    Also lieber Stahlrohre nehmen. Die Versicherung dürfte, im Fall das sie zahlen soll bei Kunststoffrohren die Zahlung verweigern.
     
  3. lowi

    lowi ww-kastanie

    Beiträge:
    38
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    Steiermark
    Hallo,

    ich habe in meiner Hobbytischlerei auch Abflussrohre 100mm DM verwendet allerdings habe ich in der gesamten Verrohrung ein blankes Stahlseil 5mm DM gezogen und Dieses geerdet. Habe allerdings kein Silo sondern nur eine Normale Späneabsaugung mit Sack.

    lg
    willi
     
  4. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    der statischen Aufladung ist das völlig wurscht was da als Sammelbehälter hinten dranhängt. Und der Staubexplosion auch. Wer mal die Demonstration einer Staubexplosion gesehen hat kann sich vorstellen wie das bei größeren Staubmengen aussieht Wie der Name schon sagt ist das eine Explosion. und mit einer Explosion geht meist eine Druckwelle einher, die sich nicht an irgendwelche Mauern oder andere Grenzen hält.
    Im Privatbereich ist das sicher dein eigenes Risiko. Aber da wir hier in der Profi fragt Profi Rubrik sind, gehe ich mal von einem gewerblichen Holzverarbeitenden Betrieb aus, und da sind gewisse Regeln und Verordnungen einzuhalten.
    Die Idee mit dem durchgezogenen Erdungskabel ist im Ansatz evtl nicht schlecht, aber wenn das so einfach wäre hätten das die großen Absaugungsbauer sicher schon ähnlich konstruiert. Ein Punkt der mir einfällt wäre z.B. das sich das Kabel bei entsprechendem Luftstrom eben nicht mehr überall an den Rohren anliegt und damit seine Funktion der Erdung genau in dem Moment in dem sie gebraucht wird, nämlich dann wenn die Absaugung läuft nicht erfüllen kann.
     
  5. Jott

    Jott ww-esche

    Beiträge:
    452
    Das Problem ist, das das Rohrmaterial ein Isolator ist und damit nicht geerdet werden kann. So hab ichs mal gelesen.
    Ich habe noch eine kleine mobile Krückenabsaugung, wo das Gehäuse aus Kunststoff besteht und der Staubsack ja auch. Die Flexirohre bestehen bis auf den Stahldraht ja auch aus KuSto. Wie issn das da?
    In den USA wird scheinbar überall Plaste genommen und das schon ewig. Es hat wohl mal einen Fall gegeben, wo die Absaugung explodiert ist, da hat es aber schon vorher Brandgeruch gegeben. Was sagt denn unser Ottmar dazu?
    Wenn jedoch der Staub verpufft, dann gute Nacht. Die alten Späneöfen hießen nicht umsonst Kanonenofen.
    Grüße, Jott
     
  6. BJL

    BJL ww-ahorn

    Beiträge:
    103
    Hallo Rele,

    ich habe mal mit einem Schreiner gesprochen der das ausprobiert hat.
    Bei ihm hat "nur" die Maschine Feuer gefangen.

    Ich würde es nicht ausprobieren.

    Schönen Gruss aus der Schweiz

    BJL
     
  7. rele

    rele ww-ahorn

    Beiträge:
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    Ort:
    Mittelfranken
    Hallo,

    na ich hatts mir fast gedacht. Interessant ist aber zu wissen, dass tatsächlich schon was passiert ist ... Bei uns gibt es genug Vorschriften ohne irgendeinen Sinn dahinter.

    Schöne Grüsse - und dieses Forum ist spitze!

    Reimund
     
  8. Jott

    Jott ww-esche

    Beiträge:
    452
    Hallo,
    warum hat denn die Maschine angefangen zu brennen, wenn ein Kunststoffrohr dran war?
     
  9. Dingsda42

    Dingsda42 ww-robinie

    Beiträge:
    1.815
    Zum Thema Staubexpolion hab ich dieses Bild gefunden.

    [​IMG]

    Oder das hier von der Rolandmühle in Bremen, dies bei ner Staubexplosion ziemlich zerlegt hat.

    [​IMG]

    Was ich damit sagen will: Mit sowas ist nicht zu spassen, das ganz ganz schönins Auge gehen.
     
  10. edelres

    edelres ww-robinie

    Staubexplosion

    Hallo Forumsfreunde,

    ich habe hier Zugang zu mehr als 50 Holzverarbeitungsbetriebe gehabt. Ich wuerde sagen 50 % der Betriebe benutzten Kunststoffrohre, die grossen ausschliesslich Metallrohre. Manche hatten eine Kupferleitung in Form eines ca 1 cm breiten geflochtenen Bandes eingebaut welches geerdet war(aehnlich der Masse = Minusleitung von der Autobatterie zum Chassis).

    Meine persoenliche Meinung ist, viele Amerikaner, sehen jede Vorschrift/Gesetz als Eingriff in die persoenliche Freiheit an. Deshalb werden oft Sicherheitsvorschriften usw nur zoegerlich oder nicht angenommen, evtl gerichtlich in Fragegestellt. Hier ist die Risikobereitschaft hoeher als nach meinem Gefuehl zu verantworten.

    Ich gehe kein Risiko ein, eine Staubexplosion ist eine zuviel!

    Was kann ich dabei gewinnen? Die Preisdifferenz in Metallrohr ist, wenn man nur den Arbeitszeitverlust rechnet, nichtig. Bei einem solchen Gedankengang und falschem abwaegen des Risikos kann man nur verlieren.

    Ich habe in fuenfzig Jahren im Umgang mit Maschinen meine eigenen Fehler gemacht und bekenne mich zu jedermanns Warnung dazu es war meine Ueberheblichkeit=Dummheit wenn immer ich mich verletzte, in jedem Fall war es eine Nichtbeachtung von Sicherheitsvorschriften, ich war muede und/oder es hat pressiert.

    Als erstes muss ich mich bei der Berufsgenossenschaft Holz fuer einen unnachgibigen Pruefer/Inspektor bedanken.

    Ich war Mitglied in der Berufsgenossenschaft fuer den Gross und Einzelhandel. Bei meiner Anmeldung war die Auflistung meiner Maschinen und Werkzeuge vorgeschrieben. Dort wurde mir mitgeteilt dass meine Angaben von einem Inspektor der Berufsgenossenschaft Holz geprueft wird. Ich war damals ein stolzer Besitzer einer 96cm breiten Abricht/Profil/Dicktenhobelmaschine, Baujahr 1928. Diese Maschine hatte noch eine 4Kantwelle. Der Pruefer plombierte meine Maschine, so dass sie ohne Siegelbruch nicht zu gebrauchen war. Die Auflage war die, eine geschlossene Messerwelle einzubauen oder die Maschine unbenutzbar zu machen. Den genauen Zeitraum in welchem dies durchzufuehren war habe ich vergessen, einigen Wochen. Nach dieser Begebenheit war ich stinksauer. Doch da mir sonst jeder Versicherungsschutz verwehrt war schaute ich mich nach einer Loesung um. Die billigste Loesung war eine Gebrauchtmaschine. Ca zwei Jahre spaeter richtete ich eine ca 6 m lange Fichtenbohle, an der Schmalseite ab. Durch eine Wuchsanomalie im Holz, brach beim Vorschieben und gegen den Anschlagdruecken ein Stueck Holz aus und ich verlor die Kontrolle ueber die Bohle. Die Messerabdeckung war vom Gewicht der Bohle blockiert, dabei schlug meine linke Hand voll in die laufende Messerwelle. Nach ausloesen der Notabschaltung, brach mir der kalte Schweiss aus und ich versteckte meine linke Hand hinter meinem Ruecken. So bewegte ich mich im Schock einige Zeit in meiner Werkstatt hin und her. Nachdem ich genug Mut gefasst hatte um festzustellen wieviel von meiner linken Hand uebrig war, besah ich den Schaden. Wie ein Wunder, an drei Fingern hatte ich kleine erbsengrosse Hautverletzungen, am Zeigefinger eine ca 1 cm lange Haut/Fingernagelverletzung. Durch die geschlossene Bauart der Messerwelle entstanden nur geringe Verletzungen. Bei meiner alten Maschine mit der 4Kantwelle waeren nicht viele Finger uebrig geblieben.

    Dies schreibe ich um deutlich zu machen was ist Leichtsinn - Risiko - Dummheit wert!

    Ich wuensche allen Forumsfreunden ungestoerten Betriebsablauf und unfallfreie Gesundheit.

    Mfg

    Ottmar
     
  11. BJL

    BJL ww-ahorn

    Beiträge:
    103
    Hallo Jott,

    Ja das Rohr hat Feuer gefangen und hat die Maschine angesteckt.

    Gruss aus der Schweiz

    BJL
     
  12. edelres

    edelres ww-robinie

    Staubabsaugung mit PVC_Rohren

    Werte Forumsfreunde.

    Durch die Anfrage im Forum irgendwie angestossen, habe ich alle moeglichen Quellen aufgesucht um substantielles ueber die Benutzung von Plastikrohren fuer die Staubabsaugung herauszufinden.

    Rod Cole schrieb in der Zeitschrift Fine Woodworking Ausgabe Nr. 153 Winter 2001/2002 Seite 48 & 49, einen Artikel ueber dieses Thema.

    In diesem Artikel schreibt Dr. Cole, Mathematiker und ernshafter Woodworker folgendes.

    Benutzung von PVC Rohren fuer die Staubabsaugung.


    Bei der Einrichtung eines Staub/Spaeneabsaugsystems, fuer meine Heimwerkstatt, kam die Frage auf Metallrohre oder PVC. Als Wissentschaftler im Massachusetts Institute of Technologie ( Abkuerzung MIT) stand mir gluecklicherweise die gesamte Bibliothek des Instituts zur Verfuegung. Einige Tueren weiter im gleichen Stockwerk, ist das Buero eines Professors, dessen wissenschaftliche Forschung darin besteht das entstehen von Blitzen(aller Art von elektrischen, statischen Entladungen) in allen Formen zu untersuchen. Ich fand heraus dass es nahezu unmoeglich ist in einer Amateuer/Hobbywerkstatt eine Staubexplosion zu erzeugen.

    In comerziellen Systemen kamen Staubwolkenexplosionen vor, andere Phaenomene spielten dabei eine Rolle Die groesse der Systeme ermoeglichen Staubexplosionen, fuer welche in kleinen Hobbysystemen mit 10 cm Rohr ø die Grundlagen fehlen.

    Die Enstehung von Funken in 10cmø PVC-Rohren ist unwahrscheinlich.

    In meinen Forschungen studierte ich unter anderem, das „Journal of elektrostatics“, welches auf alle Formen der Effekte und des Zusammenspieles elektrischer Enladungen in industriellen/gewerblichen Einrichtungen berichteted. Das Journal veroffentlichte mehrere Artikel ueber die Entstehung von Staubwolkenexplosionen welche durch elektrostatische Funken erzeugt wurden. Die Forscher ermittelten die Umstaende welche notwendig sind um Funken zu erzeugen und Staubexplosionen auszuloesen. Funken koennen durch verschiedene Umstaende entstehen eine davon statische Elektrizitaet. Wie dem auch sei, Funkenentstehung in einem 10cm ø PVC Rohr einer Hobbywerkstatt sind nahezu unmoeglich, wichtiger noch die Enegie fuer die Ausloesung einer Staubexplosion ist zu gering. Ich kann nicht behaupten dies ist unmoeglich, bin mir jedoch sicher dass es nahezu unmoeglich ist. Es ist nicht ueber einen einzigen Fall der Entstehung einer solchen Explosion im Hobbybereich berichtet worden.

    Der Unterschied zwischen Metall und PVC-Rohren ist der , Metall ist ein Leiter, PVC ein Isolator. Ein elektrischer Leiter erlaubt Spannungen sich im System frei zu bewegen/entfalten, wenn keine Moeglichkeit besteht diese zu Erden bzw ueber gemeinsamen Nullpunkt abzuleiten, es koennen Funken entstehn energiereich genung um bei Vorhandensein der richtigen Bedingungen eine brennbare Substanz (Staub) zu entzuenden. Deshalb sind verschiedene Vorschriften erlassen worden, dass solche Metallrohrsysteme durchgehend geerdet sein muessen. Nebenbei bemerkt, ein Plastik wie z.B. PVC ist ein sehr schlechter Leiter fuer elektrizitaet. Es ist moeglich statische Entladunge auf der Aussenseite zu erzeugen, im inneren eines PVC Rohres unwahrscheinlich.

    Staubabsauganlagen mit 3 PS oder schwaecher, zeigen kaum Gefahren.

    Ich habe meine Forschungsergebnisse auf meiner Webseite veroeffentlicht. Rob Witter, ein Vertreter der Firma Oneida Air Systems Inc. welche Staubabsaugungssysteme herstellt und verkauft, teilte mir mit dass er meinen Ergebnissen im Grossen und Ganzem Zustimmt. Seine Firma bemueht sich seit Jahren Missverstaendnisse bezueglich Metall/Plastikrohren aufzuklaeren. Er bemerkte, Plastikrohre werden nie ein Problem in einer Hobbywerkstatt erzeugen. Er wies auf die Bestimmungen der „National Fire Protection Association (NFPA) hin, Anlagen mit einer Luftbewegung von 1500 cubic foot/Minute = 42 m³/Minute oder kleiner unterliegen keinerlei Vorschriften, da in solchen kleinen Anlagen die Entstehung von gefaehrliche Situationen nicht vorhanden sind.

    Die wirklichen Gefahrenherde.

    In der Hobbywerkstatt musst du nicht so sehr besorgt sein ueber die Enstehung eines Feuers im Rohrsystem, sondern im Staubauffangsack. Feuer kann durch Funken verursacht werden, dadurch dass Metallteile mit Wucht aufeinander geschleudert werden oder dass sich um das Saegeblatt Stoffe ansammeln, durch die Reibung dieses erhitzt/entzuendet werden. Dadurch koennen Schwelbraende am Absauganschluss der Saege oder im Staubfangsack entstehen. Im Holz befindliche Metallteile, wie z. B. Naegel koennen zuendfaehige Funken erzeugen. . Es ist wichtiger jeden Tag nach Arbeitsschluss den Staubsack zu kontrollieren/entleeren als sich Sorgen ueber das Rohrsystem zu machen.

    Sinngemaess uebersetzt, die Verwendung von ich in dieser Uebersetzung bezieht sich auf Rod Cole.

    Lesenswerter ausfuehrlicher Originalartikel mit Quellenangaben auf Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Zur gefaelligen Kenntnisname.

    Mfg

    Ottmar

    Durch das Lesen und Uebersetzen des Artikel habe ich mich von einigen falschen Annahmen, Standpunkten usw befreien koennen.
     
  13. lowi

    lowi ww-kastanie

    Beiträge:
    38
    Ort:
    Steiermark
    Späneabsaugung

    Hallo Ottmar,

    Danke für diesen ausführlichen Bericht, seit dieses Thema angesprochen wurde, musste ich immer daran denken wenn ich die Späneabsaugung eingeschaltet habe. Nun kann ich und wahrscheinlich viele Andere , mit gutem Gewissen (100% sicher ist natürlich gar nichts) mein Hobby nachgehen.

    lg

    Willi
     
  14. Mik_Don

    Mik_Don ww-kastanie

    Beiträge:
    40
    Ort:
    Bayern
    Hallo, ich hab einen Teil meiner Absaugung aus Ofenrohren aufgebaut- so könntest Du auch sparen!
     
  15. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo
    An Kunststoffrohre hab ich auch schon gedacht,verlockend niedrieger Preis fixe
    Montage ,Artenvielfalt der Rohre und überall erhältlich .Was aber ist nach ein
    paar Jahren wenn die Weichmacher dahin und die Rohre abundzu geöffnet
    werden müssen sei es durch Maschinenumstellung oder daß was eingesaugt wurde was nicht soll ,oder es ist was verstopft .Wenn dann die Rohre reißen
    weil Spröde waren sie auch nicht preiswert .Ein Tipp ,das mit den Ofenrohren
    mach ich schon lang, wir haben am Ort ein Rohrhersteller und mit dem ergänze
    ich meinen Bestand .
    Gruß
    R.Grünbaum
     
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