Kunden...

Holzzauber

ww-eiche
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Hallöchen mal wieder zusammen!

Ich habe heute eine email von einem Kunden bekommen, nachdem ich ihm für seine Garderobe, die in eine Niesche passen soll drei Angebote gemacht hatte.
Hier einmal der Wortlaut:

"Sehr geehrter Herr Stawinoga,

ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Angebote und die Mühe, die sie sich gemacht haben.

Ich möchte aber zunächst erst gucken, ob ich mir in Möbelhäusern eine günstigere Variante zusammenstellen kann.

Wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen"

Ist so etwas nicht schade??

Da macht man sich eine Menge Arbeit und dann kommt so eine Antwort heraus.
 

Trips

ww-birnbaum
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Zumindest muss man ihm zu Gute halten, dass er sich überhaupt noch gemeldet hat. Meistens hört man ja garnichts mehr.

Allerdings hast du Recht, er hätte sich ja auch vorher im Möbelhaus umsehen können und erst dann nen Schreiner bemühen. Aber die Leute haben garkeine Vorstellung wieviel Zeit und Geld in einem Angebot steckt.

Schöne Grüße

Manuel
 

Wale

ww-buche
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Hallo zusammen,

ich nehme mir mal die Freiheit es aus der Sicht eines potentiellen Kunden zu sehen.

Gehen wir mal davon aus, dass ich keine Ahnung habe welche Kosten bei einem vom Schreiner angefertigten Einzelstück auflaufen. Das einzige was ich kenne, sind die Preise aus den Prospekten der Mobelhäuser. Dass ich dann bei einem Angebot eines Schreiners erst mal leer schlucke, finde ich verständlich.

Zusätzlich noch eine kleine Anektote aus meiner Erfahrung:
Ich wollte von einem Treppenbauer die Grössenordnung für eine
-gegenläufige Podesttreppe 1m breit für ein Stockwerk,
-Stufen auf Wange aufgesattelt
-Mit Stirnbrettern (Treppe komlett geschlossen)
-Material Eiche, einige Äste erlaubt
-Lackiert
Antwort des Treppenbauers: "Es kommt darauf an"

Leider hörte ich diesen Spruch während der Bauphase meines Hauses dauernd. Was um Himmels Willen sollte ich den anderes tun, als von einigen Firmen eine verbindliche Offerte zu verlangen und dann den meisten abzusagen?

@Holzzauber
Du weisst doch in etwa was so eine Garderobe kosten wird. Das könnte man dem Kunden unverbindlich und als Anhaltspunkt mal angeben. Eventuell rennt er dann schreiend davon, aber dann verplemperst Du wenigstens keine Zeit mit dem erstellen eines Angebots.

Nichts für Ungut und Herzliche Grüsse
Walter
 

andreas

ww-buche
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Hallo Peter!
Es gibt da noch die "Kunden" für die wir nur kostenfreie Problemlöser sind.
Er weiß nachher wie es aussieht, schustert sich eventuell selbst was zurecht, und freut sich beim Anblick unseres Angebotes wieviel Geld er gespart hat.
In diesem Fall müßte er eigentlich eine Rechnung über Beratung und Planung bekommen.
 

Tischler-Ernie

ww-kastanie
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Kíel
Hallo!

Du hast einfach nur den falschen Kunden für die richtige Garderobe! Der Kunde sieht Möbel u. a. bei IKEA und anderen. Ist er nur einigermaßen daran interessiert eine gehobenere Qualität zu erhalten, so denkt er, der Tischler ist bestimmt 3-4x so teuer. Das Du gerechtfertigter Weise über 10x so teuer bist, davon hat er keine Vorstellung. Die Kunden, für die ich noch "richtig" Möbel baue, für die ist der Preis zweitrangig. Die kannst Du dann aber auch an zwei Händen abzählen.

Nur Mut, wer ehrlich zu sich selbst ist, macht viele Angebote und daraus resultieren eher wenig Aufträge. Will sagen... es geht uns allen so :emoji_slight_smile:

Gruß

Tischler-Ernie
 

elcoso

ww-eiche
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Hallo,
Hab das selbe Problem schon mit Haustüren erlebt. Kostenvoranschlag und Entwurf gemacht, keine Reaktion mehr. Schaut man ein paar Wochen später vorbei, ist eine Haustür eingebaut, die auch noch dem eigenen Entwurf gleicht! Aus der eigeen Werkatatt ist sie aber nicht!
Darüber hab ich mich auch schon öfter´s aufgeregt.
Bin deshalb am Überlegen, für den Entwurf eine Gebühr verlange, die aber beim Auftragsabschluß vom Kaufpreis wieder abgezogen wird.
So könnte man es auch bei einem Möbel oder beim Innenausbau machen, als eine Art "Bearbeitungsgebühr".

A B E R !!! Kommen bekommt man so noch Kundschaft ?

Meiner Meinung nach ja. Ein Kunde, mit ernsthaften Kaufabsichten, hat sich schon gründlich Informiert (Möglichkeiten/Preis/Ausführung), dem ist die "Gebühr" egal, da er sie wieder gutgeschrieben bekommt und bei einem "Guten" Kunden kann man beim Preis immernoch etwas machen. Theoretisch!
Praktisch hab ich es auch noch nicht Umgesetzt, da man an jedem Kunden froh ist.(vor der Rechnung, danach sieht´s oft anders aus)

Gruß
elcoso
 

holzais

ww-birke
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Ein Kunde der Interessiert an einer Sache ist, schluckt mit Sicherheit 10 % Aufschlag.
Wieviele Kunden Kommen aus Ihrer Autowerkstatt nach Hause und haben mal gerade 30 % mehr als der Kostenvoranschlag bezahlt.
Mit dem Unterschied, das kein Auto ohne Bezahlte Rechnung vom Hof geht.
Der Kleine Schreiner oder Handweker hat ja soviel zu Tum, dem macht´s ja nichts aus, wenn er mal ein paar Zeichnungen macht.
Meiner Meinung nach solllte man das mit dem Auftrag Verrechnen, und der Kunde würde sich auch weniger Angebote ranholen.
 

MaHo

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Pauschalangebot

Hi,Peter
wenn du mehrere solche erfahrungen hattest-würd ich mal ein Pauschalgebühr für Angebote ermitteln u. bekanntgeben bei ernsthaften Interesse der Kunden.
lieber dem Kunden ein bißchen zahlen lassen als garnichts.
Du kennst ja deine klientel am besten:emoji_wink:
es gibt keine perfekten Geschäftsmänner ,nur kriminelle:emoji_wink: (das sind immer die scheinbar Erfolgreichen )
Gruß
es kann nur noch schlimmer werden:rolleyes:
PS: meine Schwester hat sich ne Küche(8000 €, u-förmig mit Hochschränke in Altweiss+Nussbaum-Arbeitsplatte) bei Möbel Kraft zinslos +Rabatt finanzieren lassen (bürgerlicher Haushalt).Sie hat also
222 € monatl. über(?) .
Ansparen ist offenbar heut nicht reizvoll bei dem konsumrausch(siehe billigschnäppchen bei Mediamarkt )
außer Geld kann offenbar heut nichts mehr locken:rolleyes:
 

Andreas N10

ww-kastanie
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das persönliche Verhältnis

Hallo Peter,
deine Enttäuschung kann ich gut nachvollziehen, finde jedoch auch die Antwortmail aus Kundensicht einleuchtend. Der Lösungsvorschlag mit dem verrechenbaren Aufschlag für das Angebot läßt sich glaube ich am besten realisieren, wenn man mit den Kollegen in der Region einheitlich handelt. Wir haben so etwas schon häufiger angedacht, ist aber immer wieder eingeschlafen.
Ich beschränke mich seit vielen Jahren auf den Möbelbau und bewerbe dies durch 3- 4 Ausstellungen im Jahr, die ich mit anderen gestaltenden Handwerkern gemeinsam organisiere (z.B: http://www.aklh.de/. Da geht natürlich Zeit drauf und für die Familie ist das Wochenende futsch.
Andererseits erreiche ich gezielt ein interessiertes Publikum, welches anhand der Ausstellungsstücke auch eine Vorstellung bekommt, in welchem Preisniveau sich meine Arbeiten bewegen.
Allerdings ist in den letzten ca. 5 Jahren der Verkauf selbst zurückgegangen. Spontankäufe über 500 € sind selten, jedoch auch kleinere Dinge sind bei geringerer Lukrativität doch auch Erinnerungs- und Werbeträger für meine Arbeit und bringen mich manchmal nach Jahren wieder ins Rennen.
Natürlich hat jeder Kunde sein Preislimit. Ich glaube jedoch, dass wir oftmals wie das Kaninchen auf die Kostenschlange starren und dabei vernachlässigen, dass das Verhältnis zum Kunden (Pünktlichkeit, Transparenz,Sympathie usw.) sehr entscheidend sind.
Auf Ausstellungen kann der Kunde mich und meine Arbeit persönlich kennenlernen, auch langjährige Kontakte lassen sich wiederbeleben und so habe ich einen sehr hohen Rücklauf meiner Angebote.
Andreas
 

Robbells

ww-kiefer
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Immer lächeln:emoji_grin:


Vieleicht kommt er ja umso verzweifelter wieder:emoji_wink:




Gruß Ulf
..das kommt schon mal vor.Meistens ist es aber umgekehrt.Erst irren sie von Möbelhaus zu Möbelhaus und können nicht das passende für ihre Nische finden.Dann lassen sie sich Zeit bis einer der Ehepartner endlich mal eine Lösung haben will.
Dann kommen sie zum Tischler und sind erstmal erstaunt wenn wir gleich ahnen welche Preisvorstellung sie haben.
Viele der Kunden sind dann aber doch froh das sie endlich das richtige bekommen.
Auch wenn es x fach Teurer ist.

Gruss Robbells
 

edelres

ww-robinie
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Ansichtem - Einsichten

Hallo Peter und Forumsfreunde,

Zu den guten und interessanten Antworten auf deinen Artikel moechte ich einige Gedanken einbringen.

Hier in den USA, wird Werbung gross geschrieben. Egal ob Handwerker oder Gewerbetreibender, ist das wichtigste, die angebotenen Leistungen moeglichst einem breiten Publikum bekannt zu machen.

Dies kann ueber eine Addressenliste, per Postsendung erfolgen. Eine gute aktuelle Adressenliste, fuer ein bestimmtes Zustellgebiet, kostet fuer 300 Addressen 60.--US$ fuer einen Erfolg wird mit 6 Sendungen per Addresse gerechnet. Bei 20 Cent per Sendung sind das 360 US$ + 60$ fuer die Addressen + 10 Cent fuer die Werbeschrift rund gerechnet 600US$ die Erfolgsquote liegt bei 3% fuer sofort und insgesamt ca 7 % ueber einen laengeren Zeitraum. Das sind 9 – 21 Kunden, es kostet diese Kunden zu erreichen je Kunde. 66US$ (bei 3%=9 Kunden) 28US$(7%=21 Kunden)

Es werden spezielle Addressenlisten angeboten, welche nach Einkommensverhaeltnissen, dem zu erwartenden Bedarf usw, Hier kann eine Addresse leicht 5 US$ kosten.

Zeitungswerbung, ist gut wenn langfristig geworben wird, hat ein Kunde Bedarf, erinnert er sich der Werbung, (aehnlich Markenbewusstsein)

Was ich damit sagen will ist wie schwer und kostspielig es ist mit einem Kunden in persoenlichen Kontakt zu treten.

Zu Deiner beschriebenen Situation.

Dir wird die Moeglichkeit geboten, dich selbst, deine Leistungen usw einem Kunden zu unterbreiten. Dieser Kunde stellt fuer sich selbst einen Werbewert dar, indem er deine Werkstatt aufsucht.

Aus den von dir gemachten 3 Angeboten, spricht Fach und Sachkenntnis als auch das beruecksichtigen von Kundenwuenschen. Angebote zu machen gehoeren zum ABC im Handwerk. Hier ist der Eindruck, welchen du auf den Kunden machst eine Investition in die Zukunft. Dass der Kunde dein Angebot einholt, verpflichtet ihn nicht dies zu akzeptieren*. Doch der Eindruck eines kompetenden vertrauenswuerdigen Handwerkers bleibt im Gedaechtnis des Kunden. Um dies zu erreichen ist sehr viel kostpsielige Werbung notwendig. Simplifiziert ausgedrueckt stellt der Kunde einen Werbekostenwert von 100US$ dar, dies ist von deinen Kosten fuer das Angebot abzuziehen. Es liegt an dir wieviel du dir dein Angebot kosten laesst, die Gesamtkosten aller Angebote muessen fuer dich wirtschaftlich vertretbar sein. Mit Angeboten sollte auf keinen Fall dich ausnutzen zu lassen verbunden sein!

*)Aus der Kundenantwort, geht fuer mich hervor, dass du von dem Kunden akzeptiert wurdest und dass es sich um einen hoeflichen Kunden handelt.

Ich betrachte jedes Kundengespraech/Angebot als eine Moeglichkeit mich selbst und meine Leistungen, Fachkenntnisse, in einer entspannten Athmosphaere darzulegen. Das hat sich fuer mich vielfaeltig bezahlt gemacht, ich wurde von Leuten empfohlen, welche mein Angebot nicht akzeptierten.

Also Peter Kopf hoch „Wer nicht wirbt der stirbt“

Als Gedankenanstoss

mfg

Ottmar

PS: Falls ein Kunde eine Arbeit (zumutbar) selbst ausfuehren will, erklaere ich das so genau wie moeglich, so dass es fuer den Kunden nachvollzogen weden kann. Dies kann dazu fuehren, dass er die Arbeit mit Erfolg ausgefuehrt hat, oder wie Ruehl bemerkt verzweifelt zurueckkommt, nachdem er realisiert hat das der Weg zum Erfolg mit Muehen gepflastert ist.
 
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