Kopierfräsen Positiv <> Negativ

Pareto

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... beispielsweise für Deckel, Abdeckungen, Passungen, Freiformen
Ich stehe schon lange auf dem Schlauch - das Thema poppt immer wieder bei mir hoch:

Wie kann ich eine Form ins Gegenteil kopierfräsen?
Als Beispiel stelle ich mal ein älteres Bild aus dem Bäu meines letzten Basses ein. Ich musste die Abdeckung für das Elektronik-Fach (montiert) und die Halsplatte (fehlt) einpassen. Dazu lege ich die Platte auf, zeichne sie ab und fräse freihändig aus.

WW_1.jpg

Ich kenne bisher keine Möglichkeit, das mit einem Anlaufring o.Ä. zu kopieren.
Stehe ich auf dem Schlauch oder geht das wirklich nicht? :emoji_dizzy_face:
 

Schreinersein

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Geht wahrscheinlich nur mit wilden Fräser und Kopierhülsen getausche. Theoretisch kannst Du so einen Deckel mit Abstand auf einer MDF Platte festschrauben, dazu noch was auf gleicher Höhe aussen drum als Auflage für die Fräse. Dann die Form mit Abstand um den Deckel mit Kopierring ins MDF fräsen, dann den Rest mit wegschneiden und Bundigfräser raus nehmen und dann wieder mit passendem Kopierring und Fräser wieder auf die kleinere Form kopierfräsen. Dabei kannst Du natürlich die Ecken nicht eckig fräsen, ggf geht aber ein Radius in den Ecken und entsprechendem Fräser. Also ein 8er Fräser und eine r=4 Ecke. Vorraussetzung ist halt, daß Du passende Fräser/Kopierringkombination hin bekommst. Und das ist natürlich auch nicht wenig Aufwand....
 

Holzrad09

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Hallo
Du brauchst zwei Schablonen, eine Innen und eine Außenschablone. Auf der Außenschablone fräst Du das Einpassstück raus und mit der Innenschablone nimmst Du das Material aus der Gitarre.
Beide Schablonen müssen ineinander passen, die eine fräst Du von innen, die andere von außen. ( Hab es mal im Anhang skizziert )
Dafür bräuchtest Du einen Nutfräser mit obenliegendem Kugellager. https://www.ebay.de/itm/384427169166?var=652560967958
LG
 

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Pareto

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Vorraussetzung ist halt, daß Du passende Fräser/Kopierringkombination hin bekommst. Und das ist natürlich auch nicht wenig Aufwand....
Ja, so ähnlich stelle ich mir das vor.
Da habe ich Hoffnung, dass das schon mal jemand gemacht hat....

Beide Schablonen müssen ineinander passen, die eine fräst Du von innen, die andere von außen. ( Hab es mal im Anhang skizziert )
Ja, klar. Das wäre der klassische Weg für mehrere gleiche Fräsungen oder um sicher zu sein.
Für Einzelteile kann man auch vorsichtig freihändig auf den Riss fräsen - das geht schneller.

Schaumermal, vielleicht hat ja noch jemand eine Idee oder ein Produkt.
 

bast_ig

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Hallo,

so wie @Schreinersein das beschreibt, ist das vielleicht gar nicht so viel Aufwand, falls Du das öfter brauchst. Habe ich, glaube ich, schon mal so gemacht:

Ich nehme eine passende Kombination Falzfräser (bzw. besser Bündigfräser mit Differenz zwischen Fräser und Anlaufring, falls Du das hast) und Bündigfräser. Erster Schritt: Kontur mit dem Falzfräser auf eine Schablone übertragen. Wenn der Falzfräser eine Falztiefe von 8 mm hat, ist die Schablone dann 8 mm um den Rand kleiner als die Kontur. Die Schablone kannst Du dann mit einem 8 mm Bündigfräser wieder abfahren und kommst dann wieder auf "Null".

Grüße
 

isso

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Sogar einfach mit Foto von dem einzulassendem Teil.

Es gibt diese verschiebbaren Aluteile, das ist aber eher etwas für größere Ausschnitte/Taschen.

Shaper ist da schon mega easy und dementsprechend schnell.
 

Handjive

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Du brauchst eine Schablone, eine Kopierhülse von 40 mm und eine von 24 mm und einen 8 mm Nutfräser.

Nehmen wir mal an Du hast eine Schablone gebaut, ganz einfache Form, 100 mal 100 mm (Innenmaß). (Die Form ist wurscht, also frei wählbar!)

Wenn Du diese Schablone auf Deine Gitarre legst und dann mit dem 40 mm Kopierring und dem 8 mm Nutfräser da innen entläng fährst, bekommst Du eine Ausfräsung in der Größe (100 - 16 ) 84 x 84 mm.
Jetzt legst Du die gleiche Schablone auf ein anderes Werkstück und fräßt mit dem gleichen Nutfräser aber der 24 er Kopierhülse innen eine Nut.
Dann hat das ausgefräste Teil die Größe 100 - 8 (VErsatz) - 8 (Nutfräser). also auch 84 x 84 mm.

Beide Teile passen dann exakt ineinander.

Die Technik verwendet man z.B. auch, wenn mal größere Fehlstellen im Holz ausflicken möchte.

Gruss

peter, der allerdings kein Profi ist und daher gar nicht weiß, ob er überhaupt hier antworten darf.
 
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Pareto

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Ok, das Spiel mit den Kopierhülsen und Anlaufringen muss ich mal konsequent zu Ende denken und dann ausprobieren. Klingt logisch.
Eine Schwierigkeit bleibt noch: Man darf beim Fräsen - vor allem beim Eintauchen und beim Verstellen der Tiefe nicht verwackeln, weil man sozusagen "auf der falschen Seite" fräst.
Das muss ich mal probieren.

Vielen Dank. :emoji_slight_smile:
 

Handjive

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Soviel kann da eigentlich nicht schief gehen.
Wenn du die ausfräsung in der Gitarre machst, darfst du ja ruhig "daneben " fräsen, denn nach außen begrenzt dich die Schablone und nach innen musst du ja sogar alles wegfräsen.
Und wenn du beim Teil, das eingesetzt werden sollst, mal vom weg ankommst, machst du es halt neu.
Gruss
peter
 

Pareto

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Als Sprachregelung schlage ich vor, von "Deckel" und "Topf" zu schreiben, um die Teile zu bezeichnen.
Wäre das ok?

Beim Beispiel "Bass" ist es so, dass der Deckel das Original ist.
Den muss ich dann als erstes kopieren, damit ich ein ausreichend starkes Ausgangsstück habe, an dem die Hülse laufen kann.

Damit dann eine Negativ-Schablone fräsen, mit der ich den Topf machen kann. Das ist der kritische Arbeitsschritt, bei dem man nicht wackeln darf.

Ansonsten ist das tatsächlich nur Rechenarbeit und Hülsen kaufen.
Wenn man die Teile beisammen hat, kann man das beliebig wiederholen.:emoji_thumbsup:
 

isso

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Das ist der Weg. Blöd ist halt, man hat keine Möglichkeit der Korrektur, außer schleifen.

Aber auch klar, ne shaper kauft man nicht "mal eben".
 

holzer1998

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Shaper ist keine Option. Viel zu teuer.
Die kann man sich auch "schön rechnen", wenn man mal sämtliche Spezialwerkzeuge und Vorrichtungen zusammennimmt.
Aber klar, günstig ist anders. Ich will sie nicht mehr missen.

Das stimmt.

Je nachdem wie häufig du das brauchst und was "links unten" ist darfst du gern beim nächsten Projekt bei mir vorbeikommen und das mal mit der Shaper ausprobieren.
 

Pareto

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Hey Holzer,
links unten heißt Emmendingen...
Danke für das Angebot. :emoji_thumbsup:
Ich muss sagen, handwerklich bin ich eher der Eigenbrötler... aber ich behalt's im Hinterkopf. :emoji_slight_smile:
 

kberg10

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Gibt es eine Ausdrucksweise die ein auf deutsch getrimmter versteht? Bezüglich Shaper?
Ist mir schon bekannt dass schaping formen bezeichnet aber die Maschine möchte ich sehen.
 

isso

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Es ist eine sehr spezielle Maschine und garantiert nicht für Serienfertigung.

Der hier geschilderte Anwendungsfall ist aber perfekt für das Gerät. Da bist du garantiert schneller als auf jeder CNC oder per Hand.

Ich find ja Spielzeug geil, vor allem wenn man damit auch alleine viel Spaß haben kann :emoji_kissing_heart:

Da ist die Maschine zu sehen und ein Ergebnis.

Shaper heißt die Maschine und Origin ist der Hersteller.
 

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holzer1998

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Shaper heißt die Maschine und Origin ist der Hersteller.
„Klugscheissermodus ein“
Shapertools ist die Firma/ Hersteller. Kommt aus den USA und gehört wie Tanos, Sawstop etc. zur gleichen Holding wie Festool.

Origin ist die Handgeführte CNC Oberfräse
Daneben gibt es dann noch weitere Produke wie „Plate“, „Trace“ etc.

„Klugscheissermodus aus“

Mehr möchte ich zur Shaper nicht sagen, sonst kapern wir dieses Thema auch mal wieder komplett… :emoji_wink:
 
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