Konkave Schüsselung in neuem Massiv-Dielen-Parkett

eriklenh

ww-pappel
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Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich bin neu hier und hoffe dennoch auf Unterstützung, da ich zum Parkett nur ein "informierter Laie" bin. Folgende Situation besteht und ist in den angehängten Bildern dokumentiert

  • Es wurde auf Zementestrich vor vier Monaten (Januar) in unserem Neubau ein vollflächig verklebter Boden aus massiven Landhausdielen (Eiche gebürstet) verlegt.
  • Geklebt wurde mit Sika-irgendwas (hellbraune Masse) ohne Voranstrich.
  • Die Arbeit ist in Summe sehr ordentlich (kaum Fugen).
  • Der Estrich wurde ordnungsgemäß 20 Tage mit dem Estrichtrocknungsprogramm getrocknet (neben Bauentfeuchtern)
  • Die Ergebnisse der vom Verleger durchgeführten CM-Messungen (an mehreren Stellen) wurden damals nicht mitgeteilt hat ("das ist nur was für den Bauleiter").
  • Die Dielen sind 14 mm dick und wurden zwei Wochen im Gebäude gelagert.
  • Dielenlänge 170 bis 230 cm; Nut- und Feder. Dielen selbst sind gefast.
  • Der Boden hat eine Fußbodenheizung, Vorlauftemperatur maximal 30 Grad.
  • Die Raumluftfeuchte liegt seit Einzug zwischen 40 und 50 Prozent (in den Wintermonaten mit Venta-Raumbefeuchter sichergestellt)
  • Der Verleger hat die Dielen vollflächig verklebt und mit Spanngurten verzurrt sowie stellenweise beschwert.
  • Seit Einzug wird nur einmal wöchentlich nebelfeucht gewischt.

Wie man sieht ist jetzt an sehr vielen Stellen eine "konkave schüsselförmige" Wölbung der Dielen (aussen nach oben) festzustellen. Draufklopfen bestätigt dass die Diele an den Stellen hohl ist. Was mir auch auffällt ist dass diese Punkte vor allem in der Mitte der Fläche, insbesondere im Flur, auftritt. Es scheint auch mit der Zeit etwas schlimmer zu werden, allerdings weniger seitdem die FBH nicht mehr so starkt läuft (subjektiver Eindruck). Ich vermute dass unser Holz an der Oberseite trockener (bzw. unten feuchter) ist und sich dadurch an den Rändern nach oben wölbt. Auch glaube ich festzustellen dass die Wölbung eher an weniger "benutzen" Stellen (im Flur statt Essbereich) stattfindet.

Jetzt ist mir natürlich klar dass Holz arbeitet und aus den anderen Beiträgen zu dem Thema auch wie sehr. Wir haben auch Spalten bewußt in Kauf genommen und deshalb kein 3-Schicht-Parkett etc. sondern massive Dielen genommen. Allerdings hätten Spalten ja auch nicht beim Laufen gestört. Jetzt spürt man es insbes. barfuß deutlich. Interessant ist aber auch dass es halt nicht überall auftritt. Liegt es vielleicht an den unterschiedlichen Stellen im Baum aus denen die einzelnen Dielen kommen?

Ich habe jetzt die noch komfortable Situation dass die letzte Rate an das Bauunternehmen noch aussteht und ich hier, sofern meine Situation einen Mangel darstellt, noch etwas in der Hand habe. Allerdings wird sich im Zweifelsfall natürlich auf DIN sowie sach- und fachgerechte Ausführung berufen. Auf einer Internetseite (Schnyder Parkette - Parkettausstellung, Massivparkette liefern und verlegen von Parkettböden, Langdielen- Parquet, Landhausdielen, FSC Parkett, Naturböden, Kork, Linol, Teppich, Parkett-Ausstellung, Parket etc.) habe ich folgende Information gefunden:

"Überzähne/Höhendifferenzen bei Fertigparkett dürfen max. 0,2 mm zwischen den einzelnen Elementen betragen."
"Hohlstelle zulässig (…) maximal 10 - 20 % der Fläche des einzelnen Parkettelementes bei stumpfen Verbindungen und bis maximal 1/3 Parkettelementlänge im grössten Durchmesser der Hohlstelle, wenn eine Nut/Kamm- oder Nut/Federverbindung besteht"

Insofern meine Fragen an die Experten
  • Liege ich (nach Lesen anderen Forumsbeiträge) richtig in der Vermutung dass die Verformung auf zu feuchten Boden zurückzuführen ist?
  • Ist der beschriebene / bebilderte Zustand sofern Sie es beurteilen können ein Mangel / kein Mangel oder ein Grenzfall?
  • Gibt es Normen inwieweit sich ein Dielenboden so wölben kann und wie groß ist die Toleranzgrenze?
  • Muss der Verleger uns den CM-Wert nachträglich mitteilen?
  • Gibt es (neben kompletter Neuverlegung) etwas das entweder wir oder der Verleger machen kann?

Ich bedanke mich schon einmal bei Ihnen dass Sie sich die Zeit genommen haben und dies bis jetzt gelesen haben. Noch mehr bedanke und freue ich mich auf hilfreiche Antworten.
 

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wandergeselle

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moin
lass dir mal von der bauleitung das cm protokoll zeigen.
das der verleger partiell beschwert hat, deutet schon daraufhin, daß versucht wurde - eventuell!!! -
lunken so auszugleichen.
verbleibt allerdings luft unter der diele, entsteht an diesen stellen natürlich ein anderes klima , als im umfeld , was bestimmt nicht so sein sollte.
das - gemeinsam mit ev. restfeuchte können einen solchen effekt hervorrufen.
FAQ:
http://www.dinesen.com/PDF/vejledninger/de/06_Fussbodenheizung_Anleitung.pdf
ferndiagnostik
 

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Hallo,

die CM-Messung wurde mir jetzt mit 1,8 mitgeteilt.

Der Verleger meint es wäre evtl. ein Materialfehler der Dielen da er viele schon beim Verlegen wegen Wölbung aussortieren musste.
 

wandergeselle

ww-robinie
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welcher hersteller ?
den anfunken und nen AD kommen lassen.
soll der sich mal anschauen- bei der aussage des verlegers.
bevor es in die nächste runde geht.......
 

frankundfrei

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Massivdielen auf Fußbodenheizung

Grundsätzlich würde ich solche 14mm dicken Massivdielen auf einer Fußbodenheizung im Klebebett nicht empfehlen. Aber hier ist es nun mal schon geschehen.

Normaler Weise verlangt ein Hersteller von Holzböden, die für Fußbodenheizung zugelassen sind, ein Heizprotokoll über das Aufheizen des Estrichs nach der Erhärtung. Der CM-Wert bei Zementestrich darf 1,8% Restfeuchte nicht überschreiten - damit war der Estrich wohl gerade so am Rande des Erlaubten.

Wurde eine Altvater-Plombe gesetzt und die Restfeuchte der Massivdielen gemessen?

Hat der Boden eine bauaufsichtliche Zulassung?

Gibt es Hersteller-Richtlinien für die Verlegung auf Fußbodenheizung?

Die gezeigte Schüsselung ist das Ergebnis einer Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Eine Massivholzdiele unter 20mm in einer geschätzten Breite von 180 - 200mm, auf frischen Estrich in einem Neubau verklebt. Hier muss der Anspruch von einer ebenen Oberfläche zurückgenommen werden. Das geht nicht ohne Schüsselung. Wer es trotzdem will, sollte den Anblick in Kauf nehmen. So schlecht sieht es ja gar nicht aus und ein wenig rustikal war ja sogar gewollt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
 

dascello

ww-robinie
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War auch mein erster Gedanke: 14 mm ist nicht gerade viel. Parkettstäbe für Fischgrat- oder Schiffsbodenverlegung sind meist 22 mm stark. Und Dielen sind noch ein ganz anderes Kaliber.

Will sagen: Hier könnte auch schlicht ein Beratungsfehler vorliegen.

Gruß

Michael
 

wandergeselle

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moin nochmal
also -sämtliche interpretationsversuche - inkl. derer im tischlerforum haben nun zu einer fülle an denkansätzen geführt.
mit dem ergebniss, daß sich jemand - mit sachverstand - das übel vor ort ansieht und begutachtet-

ich rate dir trotzalledem nen ad anrücken zu lassen von dem hersteller - mit querverweis auf : gutachter könnte an dem tag auch......
irgendwie scheinst du mit dem ergebnis nicht zufrieden - ansich verständlich- war so nicht gewünscht... 18202
ansonsten gibts da noch ne berechnung über dielenmaße und dem daraus resultierendem ev schüsselverhalten- hat mir mein parkettfredel neulich gesteckt.
frag da gern nochmal nach. . . . .
falls interesse.....

ps - die ansage cm protokoll find ich schon etwas merkwürdig - ich geh mit meinen bauherren so nicht um.....
- drum prüfe, wer sich ewig bindet ( soll) !!!

aber du siehst selbst- glaskugel und foto reichen oft nur für ansätze ....
 
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