Kniffliger Klappenanschlag - Ideen?

NoH-MoG

ww-fichte
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Hallo Ihr Lieben,

das Leben ist kein Ponyhof und man bekommt nicht immer das, was man sich wuenscht.
Meine Wunsch-Klappe (fuer's Gesellenstueck) scheint nicht zu verwirklichen zu sein - es sei denn, jemand von Euch hat noch eine zuendende Idee.
Hier mal eine grobe Zeichnung davon:



Im Korpus koennen die Seiten/Boeden beliebig modifiziert/aufgedoppelt werden, im Endeffekt soll darin der klassisch gefuehrte Schubkasten untergebracht werden.

Die Klappe muss unten angeschlagen werden, darf von aussen nicht sichtbar sein. Naja.. oder eben so wenig wie moeglich, da wuerde ich mittlerweile auch (zaehneknirschend) Abstriche machen.
Sie braucht im geoeffneten Zustand nicht flaechenbuendig mit dem Unterboden zu sein.
Im Falle der glorreichen Realisierung eines nicht allzu platzfressenden Drehschiebetur-Mechanismusses darf sie auch gerne nach oben hin verschwinden.

Vollkommen umhauen wuerde mich eine Loesung mit klassichen Beschlaegen, aber mir ist jede Idee hoechst willkommen - gerne auch eigene Konstruktionen, sofern sie nicht so 'gebastelt' sind, dass sie vor der Pruefungskommision nicht bestehen koennten.

Ansonsten wimmelt es in meinem Moebel nur so vor Schubkaesten, vielleicht hat jemand von Euch eine optionale Unterbringungsidee fuer die pruefungsrelevante Klappe/Tuer?
Mir fielen da nur ein Kaestchen innerhalb des Schubkastens ein, das mit einem Deckelchen verschlossen ist und.. tja.. vielleicht zur Schmuckaufbewahrung dienen soll?
Oder ein doppelter Schubkastenboden?
Das ist fuer mich alles nicht so ganz schluessig, und wenn ich die oben gezeigte Klappe realisieren koennte, haette ich schon den perfekten Platz fuer meinen Schubkasten gefunden. Dafuer gibt es zwar auch einen Plan B, der ist aber eher etwas.. oehm.. aussergewoehnlich und ggf. auch unpraktisch.

Also.. Anregungen?
Ich bin wirklich sehr, sehr gespannt.

Vielen Dank schonmal fuer's Lesen,
liebe Gruesse;
MoG
 

Sägenbremser

ww-robinie
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Lieber Mog, das ist jetzt schon der zweite Ansatz für dein Gesellenstück. Was mir in deiner Skizze
gänzlich fehlt ist eine Staubdichte Lösung, sollte aber bei einem handwerklich gefertigtem Möbel
schon möglich sein. Frag mal einen älteren Gesellen in deinem Betrieb, ob er noch sein Berichtsheft
zur Hand hat, auf der Umschlagseite ist eine klassische Klappenanschlaglösung sehr gut dargestellt.
Ist Flächenbündig, stabil und auf jeden Fall prüfungssicher, Harald.
 

NoH-MoG

ww-fichte
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Hallo Harald;

meine Zeichnung habe ich bewusst minimalistisch gestaltet, um nicht den Raum fuer kreative Loesungen zu nehmen.
So kann das natuerlich nicht bleiben, genau genommen wollte ich den Korpus mit einem Innenkorpus aus 5, 8 oder 10mm starkem (je nach Fugengroesse) Material versehen, der die (bewertungsrelevante!) Staubdichtigkeit gewaehrleistet.
In diesem sollten dann auch die Fuehrungsleisten des klassisch gefuehrten Schubkastens befestigt werden, deswegen ist eine buendige Flaeche bei geoeffneter Klappe, so, wie ich sie gezeichnet habe, nicht notwendig.

Einen Altgesellen haben wir im Betrieb leider nicht, in den Werken von Herrn Nutsch (u.a.) habe ich jedoch schon einige solcher Loesungen gesehen. Ich glaube fast, dass der gute Spannagel da auch Anregungen anzubieten hat, hab auf jeden Fall diesbezueglich auch schon mal reingeschaut, aber leider fuer mein gewuenschtes Fugenbild und die Position der Klappe im Korpus nichts Passendes finden koennen.
Und genau daran haengt eben mein Herz, deswegen haette ich es schade gefunden, wenn ich der Versuchung, mal bei Euch um Rat zu fragen, nicht nachgegeben haette.

Die Hoffnung stirbt zuletzt :emoji_wink:

Dir aber vielen Dank fuer den Hinweis auf die Staubdichtigkeit, haette zu Punktabzug gefuehrt, wenn ich nicht darauf geachtet haette.
Ich sehe, Du denkst gerne mit und kennst Dich mit den Pruefungskriterien aus - das kommt mir natuerlich zugute.

Liebe Gruesse;
MoG
 

Donau

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Mensch Mog du hast das gut. :emoji_wink: Warum gab es damals als ich meine Gesellenprüfungen gemacht habe noch kein Internet und so tolle Foren.

Ich kann dir leider nicht helfen aber bei mir im Flur hängt so ein alter gestickter Spruch "Hilf dir selbst dann hilft dir Gott" :emoji_wink:

Gruß aus der Heide
Rainer
 

NoH-MoG

ww-fichte
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Hallo Rainer,

da muss ich Dir vollkommen Recht geben, heutzutage sieht das alles anders aus.
Die Grenzen zwischen Gesellen- und Meisterstueck sind teilweise nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen, die Erwartungshaltung an uns Auszubildende ist eine ganz andere.
'Innovationen' wie das Internet, CNC-Bearbeitungszentren, ausgefeilte Beschlagstechnik etc. machen so manches leichter.
Immerhin werden einige 'Klassiker' als Anforderungen an das Gesellenstueck am Leben erhalten.

Ich hoffe, Du denkst nicht, ich wuerde mein Gesellenstueck von Euch planen lassen wollen. Dein Beitrag hatte, trotz des Augenzwinkerns, so einen leicht bitteren Beigeschmack - wobei ich Dir hier natuerlich nichts unterstellen will.
Ich komme in Frieden! :emoji_grin:
Meine Absicht war es nur, vielleicht jemanden zu finden, der mal vor einer aehnlichen Anschlagssituation stand und die zuendende Idee hatte.
Also will ich genaugenommen Eure Erfahrungswerte anzapfen, so wie man das als Auszubildender schon seit Generationen macht, nur eben auf virtuellem Wege.

Vielleicht hilft Gott mir ja, wenn ich ihm mal zeige, welche der Loesungen, die mir zu dem Thema bisher eingefallen sind, mein aktueller Favorit ist:



So wuerde es funktionieren, ggf. muesste ich die Innenkanten der Klappe noch ein wenig abfasen.
Der dicke Innenkorpus wuerde aber, in Relation zum lichten Mass des Faches, verdammt viel Platz fressen.
Nicht zufriedenstellend.

Vielleicht findet sich ja noch eine bessere Option..?

Liebe Gruesse;
MoG
 

gleiter

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Servus!

Anhand dieser Skizze läßt sich die Klappe vielleicht 20° weit öffnen bis sie am unten vorstehenden Holz anschlägt.

Ist das so gedacht oder hab' ich da was falsch verstanden?

Gruß, André.
 

gleiter

ww-robinie
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Vor vielen Jahren bin ich übrigens mal vor einer vergleichbaren Aufgabe gestanden.

Meine Lösung seinerzeit:

Zwischen den grünen Pfeilen (bessere Bilder habe ich leider nicht mehr, es läßt sich hoffentlich dennoch erahnen) hatte ich eine T - Nut gefräst. Der schmale Teil der Nut 6 x 6 mm, der Breite 20 x 5 mm. Im schmalen Teil dann eine durchgehende 6 mm Messingstange eingesetzt, links und rechts mit einem Überstand von je 15 mm. Die Messingstange ist also das "Scharnier". Abgedeckt durch eine Buchenleiste 20 x 5 mm und mit ein paar hübschen Messingschrauben fixiert.

Im Korpus (roter Pfeil) dann die "Aufnahme" der "Scharniere" eingebaut. Ein Stück Messingrohr mit Innendurchmesser 8 mm (vielleicht waren's auch 7 mm, das weiß ich nicht mehr) stramm sitzend eingepresst und sauber verschliffen.

Montage der Klappe ist knifflig, ging auch nur zu zweit: Die Messingstange in die "Aufnahmen" einfädeln, die Klappe einhängen und die Abdeckleiste drauf schrauben.

Fertig.

Schaut gut aus, kein unnötiges Graffelwerk, und es gab nie eine Reklamation. Der Kasten steht heute noch und tut klaglos seinen Dienst. Obwohl die Klappen recht groß sind, miss' mal 8 Paar Schuhe ab...

Viele Jahre später habe ich dann herausgefunden dass so eine Art von System durchaus bekannt ist...

Und ob Dir das weiter hilft weiß ich auch nicht, ist aber vielleicht ein Gedankenanstoss.

Gruß, André.
 

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NoH-MoG

ww-fichte
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Hallo André,

vielen Dank fuer Deine Antworten!

Zu Deinem ersten Einwand:
Ich habe meine Konstruktion in Anlehnung an eine Zeichnung in einem Buch ausgearbeitet, natuerlich habe ich die Anschlagsituation an meine Wuensche angepasst.
Es handelt sich um das 'Handbuch der Konstruktion: Moebel und Einbauschraenke', also um den 'gelben Nutsch'.
Auf Seite 191 findet man folgendes Bild:



mit dem dazugehoerigen Text:
'(...) Die Fuge unter der Klappenunterkante muss bei 16 mm dicken Klappen 2 mm und bei 20 mm dicken Klappen 6 mm betragen (Markant 3, On, La sinngemaess)'

Ob da jetzt eine weitere Front unter der Klappe liegt, oder ob mein Unterboden vorsteht, aber die x mm Luft, die benoetigt werden, einhaelt, spielt doch keine Rolle - oder bin ich jetzt schief gewickelt?

Achja; Markant 3 ist mittlerweile ausgestorben, war wohl auch Kunststoff-Kram, der Nachfolger Markant 11 hat aber, laut Telephongespraech mit dem Herrn von Hettich-ONI, sogar etwas bessere 'Werte': Mindestfuge unter der Klappe = 4,5mm bei 20mm Klappenstaerke.

Deine Schuhschrank-Loesung gefaellt mir, etwas aehnliches hatte ich auch schon angedacht, allerdings mit links und rechts eingebohrten Metallstiften statt der durchgehenden, eingefraesten Stange. Da wuerde ich mir die Abdeckung sparen und muesste seitlich noch mit Abstandhaltern (quasi 5 mm dicken 'Unterlegscheiben') - und die Klappe beim Verleimen mit einbauen.
Problem hierbei: der Drehpunkt. Der liegt ziemlich unguenstig, meiner Berechnung nach uebrigens relativ weit oben an der Klappe und _hinter_ dieser, also muesste ich eine Leiste hinter die Klappe leimen und die Klappe um diese drehen. Dann habe ich aber unten auch wieder eine Menge Platzverlust und zusaetzlich noch Kopfschmerzen beim Thema 'Staubdichtigkeit'.

Du hattest ja bei Deinem Schuhschrank keinen Boden, mit dem die Unterkante der Klappe kollidieren konnte.
Dennoch vielen Dank fuer den Ansatz, wie gesagt, ich bin fuer jede Idee offen!

Liebe Gruesse;
MoG
 

SimonS

ww-birnbaum
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Hallo,
eine Idee wäre evtl. ein Zapfenband oder ein Eckzapfenband. Bei zweitem ist der Drehpunkt dann weiter außen. Denke, eine Überlegung wäre das wert.
Grüße
Simon
 

Mitgliede25046

Gäste
Das Ding mit dem Zapfenband ist durchaus ne Überlegung wert. Ich hatte mit meinem Meisterstück auch das Problem, das es zu meiner extravaganten Kappe kein passenden Beschlag gab. Hab mir beim Schmied ein paar Zapfenbänder anfertigen lassen. Das ging in die Hose, weil die Genauigkeit in Handfertigung nicht machbar war. Da bin ich in die nächste größere Metallbearbeitung Firma gefahren mit meiner Zeichnug in der Hand. Die haben mir das Edelstahl -Zapfenband nach meinen Angaben CNC gelasert. War perfekt und passgenau. :emoji_grin:
 

Donau

ww-esche
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Hallo MoG was macht dein Gesellenstück ? Hast du die finale Lösung gefunden ?

Gruß aus der Heide
Rainer
 

Hunzenstrunz

ww-eiche
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Also bei meiner Gesellenprüfung (letztes Jahr) waren für den Anschlag des Drehteils sowohl Topfbänder als auch alles andere was eingebohrt oder aufgeschraubt wird "verboten" wo liegt den das Problem das Drehteil an einem Extrastück nachzuweisen (habe ich auch getan) ein Schloß musst du ja nun auch einbauen oder nicht? (Zuhaltungen jeglicher Art werden nicht als Schloß gewertet)

Meine unbedeutende Meinung zu den Prüfungsanforderungen beim Gesellenstück ist das es zwar wichtig ist die Fertigkeiten zu prüfen Bänder und Schloß einzulassen aber das sich beides kaum in ein zeitgemäßes Möbel unterbringen lässt. Die erschwinglichen Bänder und Schlößer wirken einfach oftmals klobig und billig im Zusammenhang mit einem Gesellenstück, Herzig oder andere Sonderanfertigungen kosten einfach eine Menge Kohle.
 
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