Küchenschränke anpassen - Wie arbeitet man mit Pressholz richtig?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Käferthias, 8. März 2008.

  1. Käferthias

    Käferthias ww-pappel

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    Moin!
    Ich habe folgendes Problem:
    Ich habe sehr günstig eine alte Einbauküche erworben. Diese habe ich (teilweise) in meine Wohnung eingebaut. Natürlich passt sie nicht perfekt hinein und ich muss einige Schränke aus vorhandenen Brettern selbst zusammenbauen bzw. an meine Gegebenheiten anpassen. Einen Hoch-Eckschrank habe ich bereits gebaut und bin dabei auf einige Probleme gestossen, die ich auch schon bei meinen vorherigen Projekten hatte. Zum einen habe ich das Problem, dass ich anscheinend mit der Kreissäge nicht umgehen kann. Ich schaffe es einfach nicht, die Spanplatten zu schneiden, ohne dass die Beschichtung abplatzt. Ausserdem hapert es an Präzision. Meisst bekomme ich es "auf 2mm genau" hin, das reicht aber nicht - ich bin eigentlich ziemlich pingelig.
    Ich habe mir bisher so beholfen, dass ich alles mit der Handsäge scheide, denn da erziele ich bessere Ergebnisse.

    Meine Frage ist also: Wie geht man richtig mit der Kreissäge um? Welches Sägeblatt soll man verwenden - bzw. woher weiss man, bei welchem Holz man welches Blatt verwendet? Wie kann ich präzise Schnitte machen?

    Und noch etwas fällt mir ein: Ich möchte die Bretter wie im Original mit diesen "Drehzapfen" - weiss leider nicht, wie die genau heissen, diese typischen Fertigmöbel-zum-selbst-zusammenschrauben-Verschlusssysteme bestehend aus Bolzen und in einer Fräsung sitzenden drehbaren Verankerung eben - verbinden. Wie kann ich eine schön mittig senkrechte Bohrung in die schmale Seite eines Brettes setzen? In die Standbohrmaschine passt so ein Brett hochkant nicht rein. Freihand geht das mehr schlecht als recht...

    Gruss
    Matthias

    P.S.: Ich rede natürlich von einer Handkreissäge, nicht von einem Tischgerät.
     
  2. heiko-rech

    heiko-rech ww-robinie

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    Hallo,

    die Genuigkeit kommt durch die Verwendung einer Führungsschiene für die Säge. Damit kannst du dann so genau schneiden, wie es dir möglich ist anzuzeichnen.

    Als Sägeblatt verwende ich auf meiner Säge mit 55mm Schnittiefe eine Baltt mit 56 Zähnen, Trapez- Wechselzahn Geometrie.

    Gruß

    Heiko
     
  3. OlliC

    OlliC ww-birke

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    Servus,

    Sofern deine Handkreissäge keine Tauchkreissäge mit Schiene ist (wovon ich nicht ausgehe) vergiß es. Lass es dir vom Tischler zuschneiden. Alles andere ist Murks und unbefriedigend.


    mit einem Spitzbohrer vorstechen und mit einem Holzbohrer (mit Zentrierspitze)
    bohren.
     
  4. Käferthias

    Käferthias ww-pappel

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    Also das mit dem Vorbohren, das mache ich schon so. Nur wird ja das Vorbohren schon nicht perfekt senkrecht...

    Zuschneiden lassen kommt für mich nicht in Frage. Entwer ich mach es selbst, oder gar nicht :emoji_wink:
    Lieber besorge ich mir das passende Werkzeug.
    Die Säge, die ich habe (aber so gut wie nie verwende), ist zugegebenermassen ein Gerät mit museumscharakter. Eine Bosch-Handkreissäge von... hm... etwa 1985?

    Was ist eine Tauchkreissäge? Werde mich da mal kundig machen. Schiene klingt auch logisch. Die kann man am Holz anspannen und dann dran entlangsägen?

    PS. Ich hab mich eben "schlaugesurft" - Das "tauch" an der Kreissäge, wozu soll das gut sein?
     
  5. Bastihahn

    Bastihahn ww-ahorn

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    Hallo,
    falls keine Schiene für die Handkreissäge vorhanden ist, könnte man auch ein gerade Brett nehmen, und dann das Maß vom anfang der Auflagefläche an der HKS bis zum Sägeblatt nehmen und dieses Maß von der Amrkierung aus verschieben, so dass es als Anlage dient, sofern die HKS eine gerade anlagefläche hat.. dies geht auch mit einer Stichsäge...

    Die Verbindungsdinger die du meinst, sind warscheinlich exzenterverbinder, also Minifix.. so heissen die, die ich kenne..
    Diese kann man realtiv genau mit der Hand Bohren, wenn man denn die Abstände beachtet, dass diese auch ziehen und die richtigen Bohrer hat

    z.B. bei nem Minifix 15 Verbinder Bohrt man das Loch für diesen auf 15mm, das zubringer Loch für den Bolzen könnte man ja auf 8mm Bohren, dann hat man ja etwas spielraum

    Also man kann es allemal gut hinbekommen.

    Achso, und für dass Sägen, ein Sägeblatt für Kunststoff Beschichtete Platten nehmen, wird zwar immer noch etwas ausreissen, aber nicht mehr so erhablich.

    Aber abhilfe würde ganz einfach schaffen, wenn man das ganze einfach von der Rückseite aus Sägt, der Ausriss ist ja mehr oben.


    Die Tauchkreissäge ist dazu da, dass man von oben in das Werkstück eintauchen kann, bei manchen muss man dazu nicht einmal den Spaltkeil entfernen. Um einsetzschnitte zu machen...
     
  6. K281

    K281 ww-eiche

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    @OlliC

    so ein schwachsinn man muss sich nicht immer gleich ne teure tauchsäge mit schiene kaufen... sowas gab es früher auch nicht.( Allerdings zugegebener Weise, wäre das die beste und komfortabelste Lösung)


    Ich habe auch ne gute Kreissäge ohne Schiene...und erziele mm-genaue Schnitte.

    am besten den Anriss aufs brett bringen, dann den Abstand von der Gleitblatte bis zum Sägeblatt abmessen und abziehn/draufrechnen je nach dem...dann spannste dir ne Wasserwage, grades Brett, Alu-profil o.ä. an den Anriss und hast einen graden sauberen Schnitt. Säge gleichmäßig aber bestimmt über den ganzen Schnitt lang, sauber durchführen, nicht verkanten.
    Voher noch die Schnitttiefe der Kreissäge so einstellen das sie nur ein klein wenig über der Brettstärke liegt. Verwende niemals stumpfe Sägeblätter, dann sind ausrisse vorprogrammiert, kann sogar gefährlich werden. Also immer darauf achten das das Blatt schön scharf ist, lass dich ggf. nochmal von nem Profi beraten was das richtige Blatt für deine Sache ist.
    Und von der Unterseite sägen, sprich also das Dekor nach unten, Anriss auf die andere Seite. (du musst so natürlich wieder umrechnen und schauen das du den schnitt auch richtig platzierst.) Es is so etwas aufwendiger aber es funktioniert. Wenn du erstmal ein paar Bretter gemacht hast gehts irgendwann auch schneller. :emoji_wink:
     
  7. K281

    K281 ww-eiche

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    oh da war jemand schneller
     
  8. Bastihahn

    Bastihahn ww-ahorn

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    Ich würde das Sägeblatt in der Tiefe nicht so einstellen, dass es knapp übers Material läuft, man lernt das der Zahngrund über dem Werkstück liegen soll.

    Ausserdem isses ja so, Sägeblatt tief -> Ausriss oben
    Sägeblatt ganz oben -> Ausriss unten
    ^^ bei ner normalen Kreissäge - HKS ja andersrum

    ob es denn letzendlich überall so ist, ist fraglich, dennoch zu beachten.
     
  9. hemmi1953

    hemmi1953 ww-robinie

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    Hallo Matthias!

    Noch ein kleiner Tipp, um das Ausreißen der Schnittkante zu verhindern: Klebe die Schnittlinie mit einem Klebeband ab, aber nicht das braune Paketklebeband nehmen, denn das klebt häufig zu stark.

    Gruß Christof
     
  10. Käferthias

    Käferthias ww-pappel

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    Danke für die zahlreichen Antworten!

    Also ich denke, ich werde mich am Anfang erstmal nach einem guten Blatt umschauen.
    Beratung ist so ne Sache. Ich habe da ein gewisses "Händchen", Berater zu finden, die weniger wissen als ich und mir irgend einen Mist erzählen wollen. Deshalb versuche ich mich immer im Vorfeld selbst schlau zu machen. Wenn dann der "Berater" mehr weiss als ich, dann lasse ich mich auch gerne beraten :emoji_wink:

    Ich habe auch selbst schon versucht gehabt, an einer Alu(richt)leiste entlangzuschneiden. Ich hab das mit der Kreissäge und mit der Stichsäge probiert, war aber beides sehr schlecht. Der Grund war, wenn ich mit der Kreissäge an der Leiste entlangschneiden wollte, diese einen leichten Kreis zu schneiden schien und sich so nach und nach von der Leiste entfernt hat. Ich muss das aber nochmal versuchen, vielleicht hab ich mich damals einfach nur dumm angestellt.:rolleyes:
    Bei der Stichsäge war das Problem der "flex" vom Sägeblatt. Die Säge wollte Richtung Leiste, die Leiste wollte nicht weichen und irgendwann war das Sägeblatt abgebrochen *G*

    Den Tipp mit dem Klebeband hatte ich auch schon mehrfach versucht, hat bei mir nie wirklich was gebracht, leider.

    Probleme über Probleme :emoji_frowning2:
     
  11. DoPS

    DoPS ww-ulme

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    moin moin

    das mit der schiene würde ich auch so machen am besten eine die sich nicht durchbiegt nehmen^^ z.b. gerades brett mit zwingen fixieren
     
  12. DoPS

    DoPS ww-ulme

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    Münster
    dann die hankreissäge auf 2mm schnittiefe einstellen einmal dran vorbeischneiden und beim zweiten mal vorbeischneiden volle sägeblatt tiefe einstellen.

    mfg dirk
     
  13. K281

    K281 ww-eiche

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    das mit dem Klebeband funktionert aber nicht..also bei mir hat das noch nie geklappt
     
  14. Jofixx

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    Führungsschiene

    Hallo Matthias,

    schau Dir die Führungsschiene von Wolfcraft mal an, die habe ich selber und die kannst Du auf Deine HKS anpassen und gut ist. Die Schnitte werden genau und die Gummilippe oben verhindert das ausreissen.

    Allerdings habe ich bis jetzt damit nur Multiplex und Massivholz geschnitten, aber das
    funktioniert gut. Bei Sägeblättern kannst Du evtl. mal bei Sauter Gmbh schauen, da habe ich meine her. Vom Preis her ok und der Verwendungszweck ist ganz gut beschrieben.

    Gruß


    Jochen
     
  15. K281

    K281 ww-eiche

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    @Jofixx

    ich habe ebenfalls die führungsschiene von wolfcraft...sag mal sitzt die Säge bei dir auch so wackelig im Adapterschuh für die Schiene? und hast du auch schon in die Schiene reingesägt??ein weiteres problem war das der schuh nicht wirklich sauber in der schiene lief, hat imemr irgendwo gehakelt..man kann zwar die schruaben lockerer drehen aber dann ist wieer zu viel Spiel drin und der Schuh wackel auf der Schiene..irgendwie war ich von dem Ding nicht so begeistert...oder ich habe mich zu blöd angestellt, benutze jetzt nur noch die Rückseite der Schien zum anlegen für die Kreissäge..damit das teure Ding nicht völlig nutzlos ist :emoji_frowning2:
     
  16. Gerd Lutter

    Gerd Lutter ww-ahorn

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    Spanplatte schneiden

    Hallo erst mal, und ja, ja, bei beschichteten Spanplatten sollte es nach Möglichkeit ein hartmetallbestücktes Sägeblatt (Feinschnitt) mit gaaanz vielen Zähnen sein. Und wenns dann trotzdem nicht sauber schneiden will, weil es nicht mehr so richtig scharf ist, kann man eine zweite beschichtete Restplatte drunter legen und fest machen, dann reissts nicht mehr. Klebeband funktioniert nur in gaaanz speziellen Fällen, aber das ist eine andere Geschichte. Gruß Gerd
     
  17. Jofixx

    Jofixx ww-pappel

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    Rimpar
    Führungsschiene

    @K281,

    also bei mir sitzt die Säge (Bosch PKS 66 CE) absolut spielfrei in der Platte. Und das Spiel der Führungsplatte habe ich mit den Madenschrauben soweit im Griff das es ein
    wenig schwer geht, aber dafür nichts wackelt.

    Reingesägt habe ich noch nicht. Ich bin eigentlich ganz zufrieden, das einzige Manko ist meiner Meinung nach daß die Platte auf der Außenseite über die Schiene übersteht, ist mir allerdings erst aufgefallen als ich die Schiene auf dem Zuschneidebrett befestigen wollte.

    Gruß


    Jochen
     
  18. dh1dom

    dh1dom ww-pappel

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    Nochwas zur HKS:
    Überprüfe mal ob das Sägeblatt genau parallel zur sägetischkante ist.
    Wenn nicht, dann sägst Du immer irgendwie schräg.

    Bei der Stichsäge verwende keine ungezinkten sägeblätter. Die verlassen gerne die Bahn wenn Du die Säge an der Schiene führst.
     
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