Ist es schwierig einen Ausbildungsplatz als Schreiner zu finden?

Tortue

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Halli Hallo zusammen,
kurz zu mir Ich bin 25 Jahre alt, habe nach meinem Abitur eine Ausbildung zum Koch sehr erfolgreich abgeschlossen und anschließend angefangen Lehramt für die Sekundarstufe zu studieren. Jedoch merke ich jetz nach fast 3 Jahren, dass das studieren wohl doch nicht das richtige für mich ist. Da eines meiner Studienfächer Technik ist, welches sehr stark auf die Holzbearbeitung ausgelegt ist und mir sehr viel Spaß und Freude bereitet. Hat sich mir in den letzten Wochen die Frage gestellt ob ich es nicht wagen sollte noch eine Ausbildung zum Schreiner/Tischler zu machen.
Daher meine Frage ist es schwierig in meinem Alter noch eine Ausbildungsstelle zu finden?

Grüßle To
 

OlliC

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Hallo,
Alter ist egal, Interesse ist wichtig.
Und die Bereitschaft sich maximal ausbeuten zu lassen.
Als angestellter Tischler wirst du ein Leben in gesicherter Armut verbringen.
 

yoghurt

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Hallo Tortue,
nein, ich denke das sollte kein Problem sein! Ich empfehle dringend zuerst ein Praktikum zu machen. Gönn Dir ein paar Wochen in der Realität einer Tischlerei. Vielleicht übernimmt Dich der Betrieb für eine Ausbildung, vielleicht kann er Dich einem Kollegen empfehlen, vielleicht merkst Du aber auch, dass das nicht Deine Arbeit ist. Ich hatte damals sehr naive Vorstellungen, die Realität war ganz anders aber hat mir gut gefallen.

Jetzt schreibst Du noch 4 sinnlose Beiträge im Forumssandkasten, wirst über Nacht für PNs freigeschaltet (ab 5 Beiträgen) und dann schreibst Du Pius vorsichtig und höflich Dein Anliegen- und bist nicht enttäuscht sollte er nicht helfen können!
 

carsten

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Hallo

schwierig oder nicht ist eine Frage der Eigeninitiative. DU musst einen Betreib überzeugen dass DU der passende Azubi bist.
Als erstes würde ich zu einem realitätsnahem Pratikum raten.
Kreatives Arbeiten und Meister Eder Romatik hat mit dem Schreineralltag nix zu tun.
 

falco

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Zimmermann wäre vielleicht auch noch eine schöne Alternative. Aus dem beruflichen Alltag heraus würde ich sagen dass das Finden einer Lehrstelle bei grundsätzlicher Eignung momentan nicht sonderlich schwierig sein dürfte.
 

Tortue

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Erst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten. Es ist mir klar das es ein Beruf ist in welchem man nicht reich wird diese Illusion hege ich auch gar nicht ich meine ich habe Koch gelernt noch ausbeutender geht eigentlich nicht :emoji_wink:.
Genauso ist es mir klar das es mit der Kreativität und wie es 'carsten' so schön gesagt hat die Meister Eder Romantik auch nicht in dem maße gegeben ist wie man sich das oft vorstellt.
 

muh

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Wie kann man nur als Lehramtsstudent unzufrieden sein?

Die Lehrer die wirklich vorher einen Beruf erlernt haben sind meist die besten.
Und sie machen sich keine Ilussionen.

Ich hatte mal in der Verwandtschaft einen der wollte unbedingt Automechaniker werden. Weil er Autos mag.
Meinte ich: Als Automechaniker lernst du Autos zu hassen. Werde Autoverkäufer. Dann kannst du dir die
ganzen Ferraris von denen du gerade träumst wenigstens leisten. Dran schauben lernen kann man später immer noch.
Dann macht es wenigstens Spaß weil es die eigenen sind. Die repariert kein Automechaniker gerne.

Also.
Ausbildung zuende machen. Job anfangen. Dann hat man das Geld für das kreative.

Außer man tickt so wie ein ehemaliger Arzt von mir. Der ist immer zwischen den einzelnen Patienten in den Keller zum Möbel leimen.
Wirklich wahr!
Die Sprechstundenhilfen sind teileweise durchgedreht. Jetzt isser wieder im Keller, warten sie bitte noch 15 Minuten dann kommen sie gleich dran.


Zur eigentlichen Frage:
Den Meister will ich sehen der einen Lehrling nicht nimmt der wirlich was lernen will.
Es sei denn er lässt von Anfang an raushängen daß er klüger ist als der Chef. Oder er will unangenehme Arbeiten nicht machen.
 

ranx

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Zur eigentlichen Frage:
Den Meister will ich sehen der einen Lehrling nicht nimmt der wirlich was lernen will.
Es sei denn er lässt von Anfang an raushängen daß er klüger ist als der Chef. Oder er will unangenehme Arbeiten nicht machen.

Das sehe ich genauso.

moin erst mal,

eine Frage wäre halt schon noch ob ich mir gleich eine Fa. suche in der ich verbleiben
will und das auch dem Betrieb mitteile.
Eine Ausbildung als Tischler im öffentlichem Dienst z.B. kann eine sichere interessante Ausbildung und Arbeitsstelle sein.
Ich spreche da jetzt direkt vom Staatstheater.
Ich habe dort als Schlosser und auf der Bühne gearbeitet und direkt mit den Tischlern Hand in Hand
gearbeitet um die Bühnenaufbauten zu fertigen oder aufzubauen.
Sehr abwechslungsreich und Langeweile kam da nie auf, die Lehrlinge wurden übernommen.
Das war eine schöne Arbeitsstelle!

LG uwe
 

wicoba

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Sorry Leute, :mad:
manchmal könnte ich fast ko....!

Hier ist ein junger Mann, den der Beruf des Schreiners interessiert. Und die Hälfte der Antworten kommt von Schreinern denen man die Liebe zu ihrem Beruf so förmlich abspüren kann :confused::eek:
SUPER HILFREICH!!!
Landauf Landab sucht das Handwerk Nachwuchs und "wir" machen unseren eigenen Beruf schlecht. Viele Firmen suchen händeringend nach Azubis.

Und wer sagt, dass man sein ganzes Leben als "armer Schreiner" dahinvegetieren muss... Für manche reicht es, manche gute Betriebe zahlen auch mal etwas mehr und je nach Interesse kann man später weiter machen oder auch mal in einem anderen Bereich seinen Lebensunterhalt verdienen.
Nehmts mir nicht übel, aber das musste mal raus :emoji_grin::emoji_wink:
 

muh

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:emoji_grin: :emoji_wink:
Wer will denn hier den Schreinerberuf schlecht machen?

Andererseits.
Wenn es nur darum ginge die eigenen entworfenen Möbel zu bauen dann würde doch jeder Schreiner im Traumberuf arbeiten. Oder?

Da gab es doch mal so eine Sendung im TV deren Name mir gerade nicht einfällt.
Ca 30 hübsche Frauen warten auf einen Mann. Wenn er als Ehemann in Frage kommt leuchten die Lampen grün.
Gefällt er nicht drücken die Damen auf einen Knopf und die Lampe leuchtet rot.

Dann kam einer. Sehr attraktiv. Endlich mal.
Hat erzählt. Seine Sportarten aufgezählt. Gezeigt wie er wohnt.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren noch nie so viele Lampen grün.
Dann sagte er seinen Beruf. Er war, glaube ich Handwerker, Schreiner oder Zimmermann.
Da waren es nur noch zwei rote Lampen. Die gingen dann auch noch aus.

Gut, die Tussis die da in der Sendung standen will ein normaler Mann auch nicht haben. Aber das ist ein anderes Thema.
Der soziale Status ist als Handwerker ganz unten wenn man es aus Sicht einer Frau betrachtet die den ganzen Tag nur Schuhe und Handtaschen kaufen will.
 

yoghurt

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Hallo,
@Wilfried: Du hast ja völlig Recht! Den Verdienst darf man nicht unerwähnt lassen. Das ist dann aber auch schon alles. Tischler ist ein toller Beruf und z.B. ich betreibe das mit großer Leidenschaft. Mein geringer Verdienst (Solo-Selbständiger) liegt auch eher in meiner Person begründet als in äußeren Umständen. Geld ist aber nicht alles, ich bin tatsächlich kreativ und kann auf die Anforderungen meiner Familie (3 kleine Kinder) sehr flexibel reagieren. Das war dann bei mir kürzlich der Grund mich eben NICHT auf eine sehr spannende, sichere und interessante Stelle als Tischler im öffentlichen Dienst zu bewerben...

Zudem bestehen ja auch im Tischlerhandwerk sehr viele Möglichkeiten sich weiterzuqualifizieren. Da ist die Berufsausbildung ja nur der erste Schritt!
 

yoghurt

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Hallo,
ja, manchmal erwähne ich auch, dass ich Akademiker bin.... Der soziale Status des Handwerkers ist so ein Thema....
 

Tortue

ww-pappel
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Ich finde es Schade das hier einige den Beruf nur auf die "schlechte" Bezahlung reduzieren. Und glaubt mir es gibt Berufein welchen noch um einiges mehr ausgebeutet wird, denn ich glaub nihct das hier ein 16-18h Tag die Regel darstellt :emoji_wink:
 

Rungholt

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Und wer sagt, dass man sein ganzes Leben als "armer Schreiner" dahinvegetieren muss... Für manche reicht es, manche gute Betriebe zahlen auch mal etwas mehr und je nach Interesse kann man später weiter machen oder auch mal in einem anderen Bereich seinen Lebensunterhalt verdienen.

Sorry, wenn ich da einhaken möchte, aber "für manche reicht es, manche Betriebe zahlen auch mal mehr" ist doch schlussendlich wieder die Aussage, dass es beim Gro´ einfach etwas hapert, was die Bezahlung angeht :emoji_wink: Und an dem "im Zweifellsfall kannste ja was anderes machen" (den Rest mal anders ausgedrückt)- Punkt ist er doch schon angelangt.

Klar kann man das so sehen, dass ihm der Beruf madig gemacht wird, kannst aber auch sagen, dass es zumindest ein stark vertretener Kritik-Punkt ist, dessen man sich einfach bewusst sein kann. Denn wenn du trotz geringem Einkommen den Beruf trotzdem erlernen willst, ist das doch weitaus besser als eine Desillusionierung im nachhinein... Wenn ihm jeder sagen würde, dass es DER Traumberuf überhaupt ist und dass es eigentlich keine "Nachteile" gibt, dann wäre das doch ebenso falsch :emoji_wink:

Der Beruf ist halt nicht wirklich gut bezahlt und ja, man muss eben nen guten Arbeitgeber finden (oder sich selbstständig machen), dann kann das auch was werden.

@TE: Das Alter ist wirklich kein Problem, mach dir da mal keine Gedanken. Wie schon gesagt ist Engagement und "Willen zeigen" erstmal bedeutend wichtiger. Und stell dich darauf ein, als Ex-Student erstmal nen Ruf als Besserwisser zu haben, ohne es zu sein ^^. Das ist meiner Erfahrung nach einfach der Lauf der Dinge :emoji_wink:
 

yoghurt

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Hallo,
ich kenne übrigens auch den Ausbildenden-Standpunkt: Lieber ein 25jähriger als ein 15jähriger, da hat man weniger die Themen: "Erziehung, Pubertätsprobleme, Pünktlichkeit, Manieren etc."
 

Kunstbohrer

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Hallo,
also ich hab schon einen 37 Jährigen Lehrling gesehen. Soviel zum alter.
Stellen gibts genug. Der Job an sich ist je nach Arbeitsstelle zwischen Madig und Einwandfrei.
Verdienst ist sehr abhänging von der Firma, tendenziell nicht gerade gut.

Dafür darf ich z.B. kostenlos in die Werkstatt und kostenlos mal ein Montagefahrzeug mit nehmen.
Außerdem kann ich alle Bestellungen zu gleichen rabaten wie die Firma ausführen.

Ich für meinen Teil werde auf jeden fall den Meister nachschieben, Stellen dafür gibts jedenfalls bei uns außreichend viele.
 

magmog

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Guuden,

Ja, das liebe Handwerk!
Es kommt ganz auf den Betrieb an, und wie man glaubt, dass der Beruf Spaß macht.
Im Tischlerhandwerk sehe ich mehr und mehr Kollegen, die bestellte Bauelemente auf den Bau karren und dort nur noch montieren, oder für den Objektbereich am laufenden (Kilo-)Meter Einrichtungen fertigen und montieren.
Nur wenige führen noch das Handwerk aus, mit individueller Fertigung, Massivholzverarbeitung über Leimholzplatten hinaus und hoher Fertigungstiefe.
Auf Dauer dürfte in letzterem Bereich gutes Geld zu verdienen sein, Leute mit Geld suchen teilweise jetzt schon lange, um ihre individuellen Wünsche realisiert zu bekommen.
Diese Betriebe sind ganz besonders auf gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiter/Azubis angewiesen, die dann auch gutes Geld verdienen.
 

Túrin

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Hallo,
mein Neffe, 15, hat im vergangenen Jahr ein Schulpraktikum in einer Tischlerei gemacht. Als Hobbytischler hatte ich schon gedacht, prima, kann ein schöner Beruf sein, in dem man sich auch weiter entwickeln kann. Nachdem der Junge allerdings 2 Wochen lang Fenster und Türen verladen und auf den Baustellen verteilt hat, hat der Berufsstand einen Interessenten weniger. Sehr bedauerlich und dumm. Wenn der Betrieb nicht Willens oder in der Lage ist, dem Interessenten den Beruf nahe zu bringen, dann sollte er es ganz selbstkritisch bleiben lassen.
Grade habe ich mit meiner Schwester telefoniert. Das nächste Praktikum steht an, in einem kleinen Metall verarbeitenden Betrieb. Heute ist der "Lehrplan" per Email gekommen. Alles durchorganisiert und der Kurze kann sich alles anschauen. So sollte das sein.
Ich hatte selbst vor über 20 Jahren nach dem Studium eine Lehrstelle gesucht und bei über 20 Tischlereien in der Umgebung angefragt. Letztlich habe ich meine Lehre dann in der Tischlerei angefangen, bei der ich zuerst gefragt hatte. Da ich dann allerdings (als studierter Förster) in einer Forstverwaltung einen Job bekommen habe, war ich nur 4 Wochen lang Lehrling. Aber das ist eben eine andere Geschichte.

Somit, Tortue, ich würde es wieder so machen. Klappere alle möglichen Betriebe ab und Du wirst merken, ob es gehen kann oder nicht. Fragen kostet nichts.
 

wicoba

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Nur wenige führen noch das Handwerk aus, mit individueller Fertigung, Massivholzverarbeitung über Leimholzplatten hinaus und hoher Fertigungstiefe
Sehe ich auch als Tendenz... da es aber auch weniger Interessenten gibt kann man mit etwas Einsatz (z.B. Weg oder Umzug) bei Interesse gerade so einen Betrieb finden. Und ich von meiner Seite kenne einige, die noch richtigen Innenausbau machen. Vielleicht nicht Schwerpunkt Massiv, aber Furniere und andere Materialien erlauben eine breite Palette von Möglichkeiten.
Auf Dauer dürfte in letzterem Bereich gutes Geld zu verdienen sein, Leute mit Geld suchen teilweise jetzt schon lange, um ihre individuellen Wünsche realisiert zu bekommen.
Würde ich unterschreiben. Ich kenne einige, die ein Möbel nach Maß anfertigen lassen wollten. Und es ist nicht am Preis gescheitert, sondern am "Nichtkommen" bzw. am fehlenden Interesse der Schreiner. Und das denke ich ist der Punkt, wo sich Handwerker selbst um Aufträge bringen und ein "negatives":confused: Bild entstehen lassen... Und ich rede hier nicht Verallgemeinernd!, sondern nur von eigenen Erfahrungen
 
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