Incra Fräszaun

FridolinA

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Vielleicht interessiert es ja die Fräsbegeisterten unter Euch.


Es handelt sich hier um einen Incra Fräsanschlag:



Er besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen.

1. Dem Positionierer, mit dessen Hilfe man den Fräszaun notfalls auf den 20tel Millimeter genau in Längsrichtung verschieben kann.





Es ist ganz einfach, eine bestimmte Frästiefe im Werkstück einzustellen.
Dazu kalibriert man zuerst einmal den Fräszaun so, dass er den Abstand Null zum Werkstück hat (also ganz heranfahren).
Dann stellt man das schwarze Rad auf Null.



Danach wird durch Verschieben des Positionierers grob der gewünschte Wert auf der Skala angefahren, wobei der rote Hebel in der ersten von drei Stellungen (ganz flach) ist.



Dadurch, dass man den Hebel in die mittlere Stellung bringt, wird der Positionierer durch einen Mechanismus in die nächste volle Millimeter-Stellung gezwungen, in der Regel also auf den eingestellten Millimeter.
Falls das die gewünschte Position ist, wird der Positionierer durch die dritte Stellung des Hebels felsenfest fixiert.
In der mittleren Hebelstellung kann noch feinjustiert werden.
Dazu gibt es im roten Rad 20 Mulden, in die eine Kugel einrastet.
Somit kann also auf einen 20tel Millimeter genau eingestellt werden.



Das Ganze funktioniert mit Hilfe einer sehr genauen Gewindestange.




2. dem Fräszaun (Wonderfence genannt).



Auch der Zaun ist in vielerlei Hinsicht durch Zahnstangen genauestens justierbar.



Genauso wie der Stop-Anschlag.



Die Absaugung erfolgt übrigens durch den Fräszaun.
Am Ende ist ein Stutzen für den Schlauch.
 

Hummel123

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Kosten? Schreib doch mal was dazu:emoji_slight_smile: Schaut interessant aus und die Aufnahme? Kann man diesen Anschlag auch in einen modifizierten Tisch einlassen?
 

FridolinA

ww-buche
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Hier erfährst Du etwas zu den Preisen und wie man den Anschlag verbauen kann.

Bei mir wird die Tischplatte meines aktuellen Frästisches zusammen mit einem MFT3 durch Aluprofile einen gemeinsamen Unterbau erhalten. Der Incra-Anschlag soll dann klappbar etwa so befestigt werden:



 

FridolinA

ww-buche
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Aufgrund des Threads "Anschlagreiter justieren" hier im Forum habe ich mich ein wenig intensiver mit dem Anschlagreiter von INCRA (ShopStop) und dem ganzen INCRA-System beschäftigt.

Ich muss sagen, dass ich schwer beeindruckt bin, wie genau (ohne nachzumessen) und mit welcher Wiederholgenauigkeit man dort die Einstellungen vornehmen kann.
Durch die verwendeten Zahnstangen, die im 1mm-Abstand greifen und die Skalen ist schon mal eine recht genaue und wiederholbare Einstellung möglich.
Darüberhinaus kann immer noch fein(st)justiert werden.
Zudem sind die Anschläge ziemlich universell einsetzbar.

Mein Fazit: Eine wirklich feine Sache mit System (ähnlich wie bei Festool auf seinem Gebiet).
 

bello

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Hallo,

erstmal Dank an Fridolin, daß er dieses System hier vorstellt.
Es sieht zumindest nach ordentlichem Werkzeugbau aus.

Beim Betrachten der Schienen etc. und dem kurzen Überschlagen der Kosten kamen mir aber einige Gedanken, warum ich dieses System für nicht so geeignet halte.

Es handelt sich um ein amerikanisches System. Die dortigen Woodwoorker arbeiten anscheinend überwiegend mit Tischkreissägen ohne Schiebeschlitten. An diese Sägen montiert kann ein solches Hilfsmittel schon sehr hilfreich sein.

Hier im Forum kamen öfter Holzwerker zu Wort, die versuchen eine preiswerte Handkreissäge in einer Platte als TKS zu nutzen.
Für diese Gruppe wäre dieses System einfach zu teuer.

Für die professioneller arbeitenden wäre wahrscheinlich ein Einsatz nur möglich, wenn man fast das gesamte System anschafft.
Dies wäre dann für ein Hilfsmittel schon sehr teuer.

Die gepriesene Wiederholgenauigkeit mag ja theoretisch gegeben sein, jedoch wer führt schon eine Art Rezpeptbuch und notiert alle Daten.

Benötigt man diese Wiederholgenauigkeit, dann handelt es sich ja eher um eine industrielle Fertigung und da gelten andere Maßstäbe.

Also könnte hier nur eine Gruppe angesprochen werden, die Wert auf sehr gutes Werkzeug legt. Und dann wird in andere Geräte investiert.

Ein Beispiel für eine etwas teurere TKS ist bei Heiko Rech mit einer gut ausgestatten Erika zu finden. Und da dürfte dann ja das Zubehör auch kaum teurer sein als bei Incra für eine TKS.

Zum Fräsen fand und findet man bei Festool mit der Basis und dem CMS-Modul ein geeignetes Werkzeug, daß zwar etwas teurer ist, aber auch einen Widerverkaufswert hat. Dies möchte ich mal für das Incra-System völlig ausschließen.

Dazu käme dann auch wider der Systemgedanke. Es gibt Oberfräsen und Sägen, was alles sehr gut zueinander passt. Dies gibt es bei Incra nicht. Der Ansatz beruht immer auf etwas Gefrickeltem (auch dies kann perfekt sein, muss aber erst mal gemacht werden und hat auch einen Kostenfaktor)

Persönlich überlege ich einige meiner Maschinen und Systeme zu erneuern. Dies wird dann auch wieder von Festool (CS 70 als Set) kommen, weil es für mich am besten passt, da ich höchsten Wert auf Mobilität lege.

Aber mit Freude werde ich eventuell erscheinende Anwenderberichte über das Incra-System lesen.

Gruß
 

FridolinA

ww-buche
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Die gepriesene Wiederholgenauigkeit mag ja theoretisch gegeben sein, jedoch wer führt schon eine Art Rezpeptbuch und notiert alle Daten.

Benötigt man diese Wiederholgenauigkeit, dann handelt es sich ja eher um eine industrielle Fertigung und da gelten andere Maßstäbe.
Hallo bello,

mit Wiederholgenauigkeit war nicht nur gemeint, dass man beliebig viele gleichartige Schnitte oder Fräsungen machen kann, sondern auch die einfache und genaue Einstellung einer beliebigen Position.

Wenn so ein Anschlag erst einmal kalibriert ist, kann der Anschlagreiter z.B. genau bei 177mm oder auch bei 283mm "eingeklinkt" werden.
Immer mit dem gleichen Aufwand (nämlich keinem) und das vollkommen exakt.
Alles was von "geraden Millimetern" abweicht, kann man durch eine präzise Feinjustierung einstellen.

Wenn man den Anschlag also von 177mm auf 283mm verstellt und anschließend wieder zurück auf 177mm, dann kann man sicher sein, dass er wieder exakt bei 177mm steht und nicht irgendwo bei 177mm.
Hatte man vorher z.B. auf halbe Millimeter feinjustiert, so wird man auch hinterher wieder den halben Millimeter Versatz erhalten.
Auch das ist Wiederholgenauigkeit.
Die gilt so auch für die INCRA-Tracks, die ja relativ preiswert sind.

Da ich das System momentan nur zum Fräsen verwenden werde, habe ich mir über Kreissägen noch keine Gedanken gemacht.

Bei den Amis scheinen komplizierte Schwalbenschwanz- und Fingerzinkenverbindungen recht beliebt zu sein.
Deshalb werden beim INCRA-System auch viele "Schnittmuster" mitgeliefert, die sehr einfach funktionieren, aber eine ziemliche Präzision beim Fräsen erfordern.
Mir persönlich ist das zu aufwändig und ich bleibe deshalb für's Erste bei meinen Dominos. Vielleicht später mal, wenn ich in Rente gehe :emoji_slight_smile:.

Wirtschaftliche Überlegungen habe ich beim Kauf des Fräszauns nicht angestellt.
Er hat mich einfach nur technisch fasziniert und tut dies immer noch.
Und äußerst genau arbeitet er wirklich.
 

bello

ww-robinie
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Hallo Fridolin,

ich kann Deine Beweggründe so etwas anzuschaffen verstehen, finde es gut, daß Du es hier vorstellst und bin auf Erfahrungsberichte gespannt.

Ich hatte mir auf Grund deines Beitrags mal einige Videos angesehen.

Davon ausgehend enstanden meine Anmerkungen. Und hier erlaube mir noch eine: Wenn Du das System an deinen MFT3 montierst, dann nimmst Du doch wahrscheinlich das einzige Argument, welches für den Festool MFT spricht, die Mobilität. Ich denke, daß Du bei De- und Wiedermontage des Incra-Systems dieses wieder neu kallibrieren musst.

Schönen Sonntag
 

FridolinA

ww-buche
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Hallo bello,

wie gesagt, ich habe das Gerät als Fräszaun angeschafft.
MFT und Frästischplatte werden Seite an Seite (Länge dann ca. 2m) auf ein Gestell aus Aluprofilen montiert.
Dabei bleibt die Mobilität des MFT zwar voll erhalten, weil abnehmbar, wird aber von mir wohl kaum genutzt werden.
Das Gestell bekommt natürlich Rollen um in der Werkstatt beweglich zu sein.
MFT und Frästisch dienen einander dann gegenseitig als Verlängerung (der Amerikaner sagt wohl Outfeed dazu - wie nennt man das eigentlich im Deutschen?), was bei größeren Werkstücken ganz praktisch sein wird.
Ich komme gerade aus der Werkstatt, wo ich mit größeren Schwierigkeiten Profile in eine 2m lange Platte gefräst habe.

Der Fräszaun wird nicht am MFT montiert werden, sondern hinter der Frästisch-Abteilung am Alu-Profil, und, wie gezeigt, zum Wegklappen.
Es erfolgt also keine Demontage des Fräszauns, wenn der MFT einmal mobil benutzt werden sollte.

Sosehr ich die Festoolfamilie schätze, so wären mir doch die angebotenen Frästische viel zu klein für meine Projekte.
Denn schon meine derzeitige Tischfläche von 80x80cm reicht oft nicht, um größere Objekte wie Küchenfronten ohne Kippgefahr zu fräsen.
Das stelle ich mir bei den Festool-Tischflächen richtig schwierig vor.

Es ist schon klar, dass das keine Lösung für jedermann darstellt, schon gar nicht für den Profi.
Für meine Situation als Hobbytischler scheint es mir aber, auch in Anbetracht meiner Platzverhältnisse, sehr praktisch zu sein.
 

Snekker

ww-robinie
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Ja das ist wirklich eine wunderbare Sache obwohl das aus Amiland kommt .
Ich hab auch so ein Ding wer mit der standart Imperial Maßeinteilung nicht zurecht kommt
kann einfach auf mm umrüsten. Obwohl ich von US-Amerikanern nicht viel halte ein Kulturloseres
Volk gibt es nicht noch einmal auf diesem Planeten muss ich sagen in der Holzverarbeitung haben die uns etwas voraus Speziel im punkto Oberfräsen den da sind wir sehr weit zurück.
 

samatthias

ww-nussbaum
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Hallo Zusammen

Ich bin im Moment am überlegen so ein Ding nachzubauen aber mit Schrittmotor und Digitaler Anzeige, ein paar Maschinenbauprofilen, Steuerung, Kugelumlaufspindeln und Führungen zu bauen.

Mal schauen, ob das was wird.

Ich finde die Idee des Anschlages saustark. Aber meine persönliche Meinung ist: Ich zweifle im Moment stark, dass das Preis/Leistungsverhältnis korrekt ist. Aber belehrt mich doch eines besseren :emoji_slight_smile:.

Danke für Deinen Beitrag. Ist toll, dass Du hier berichtest, so kann ich mir ein besseres Bild machen. Anstatt immer nur die Nase an den Werbeprospekten flach drücken!


Gruss
Matthias
 

Snekker

ww-robinie
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@samattieas

Na ja ich würd mir das Geld sparen für 109USDollars bekommst du schon die light version. Ist zwar nur der Arm mit einem Verstellweg von 12,5 Inch das reicht aber für die meisten Fräsanwendungen aus und du kannst deinen eigenen Fräszaun anbauen. 12,5 Inch das sind 31,75cm wer mehr will kauft sich eben den mit 17 oder 24 Inch ich seh nur keinen sinn darin. Den wenn ich etwas in der Platte fräsen will benutze ich die Oberfräse als Oberfräse und nicht Stationär.
Der Import von Werkzeug aus Amiland lohnt sich durchaus. Erstens ist es dort Billiger Zweitens ist dort Werkzeug zu haben das du sonst nirgends bekommst und Drittens Ist der Import wirklich kein Problem Zoll hab ich eigendlich noch nie bezahlen müssen.
 

Kreuzi

ww-fichte
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Danke auch von mir für den ausführlichen Bericht über den Anschlag. Ich bin auch selbst schon darauf aufmerksam geworden. Ist mir aber ein wenig zu teuer gewesen und habe mich dann für den Selbstbau einer MFT-Variante entschieden, mit Stahlwellen für ein Item-Profil als Fräsanschlag.

@samatthias
Ich kann dir aber mit hoher Sicherheit sagen, dass es wenn du das mit Neuteilen nachbauen willst es doch nur eine recht geringe Einsparung sein wird. ~50-100€ - aber das ist ja auch schon was wenn man die Zeit hat sowas zu bauen.
Natürlich gibts ja noch ebay und co - wenn man sich das dann zutraut lohnt sich das auf jeden Fall !

Würde da links und rechts eine geschliffene Stahlwelle nehmen in der Mitte eine Trapezgewindespindel mit niedriger Steigung - das bekommt man nicht so oft, das hier fand ich aber recht tauglich: PTRS 16x2 rechts präzision 1000 mm - metall-cnc-shop.de

Am Ende dann den Schrittmotor dranbauen - gucken dass der auch gut dimensioniert ist und keine Schritte überspringen muss weil der Anschlag zu schwer ist. Den kannst du dann mit einem Einfachen Arduino-Controller, Schrittmotortreiber, einem 2-Zeilen LCD-Display und ein bisschen Hühnerfutter ansteuern. Als Messinstrument nimmst du am besten eine feine Invervallscheibe und eine Lichtschranke - selber besorgen oder einen alten Drucker schlachten. (Industrielle Absolutmaßsystem kosten kleine Vermögen) Da findet man vielleicht auch in den A3 Druckern 1-2 brauchbare Wellen. So nen kaputten Drucker bekommt man bei ebay für 1€.


Sehr weit bin ich noch nicht gekommen, hoffe aber am Wochenende etwas voran zu kommen.
 

Snekker

ww-robinie
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Wozu brauchst du Schrittmotoren eine einfache Spindel tuts auch und du brauchst auch keinen Computer zum ansteuern.
 
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