imprägnierte Dachbalken in Wohnraum integrieren?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Dani99, 28. Februar 2010.

  1. Dani99

    Dani99 ww-pappel

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    Hallo Leute,

    wir sind gerade dabei unser Dachgeschoss unseres 25 Jahre alten Hauses auszubauen. Dabei wollen wir ein Teil des Dachstuhls frei im Raum belassen.

    Der Dachstuhl ist komplett grün, also mit Holtzschutz imprägniert (keine Ahnung ob gesundheitsschädlich???).

    Wie bereitet man nun das Holz so auf, das es nachher "schön" aussieht, wir wollen eigenlich nur einen farblosen Anstrich, der die Holzfaserung zur Geltung kommen lässt, und natürlich, dass die ehemaligen (grünen) Imprägnierstoffe später nicht in den Raum abgegeben werden.

    Welche Maschinen sich hier von Vorteil (Elektrohobel oder Schwingschleifer)?
    Wie und mit was versiegelt man das Holz dann (Vorstreichfarbe? Wachs? Imprägnierung? etc?). Welche Marke (ich hoffe ich darf dies fragen) ist hier empfehlenswert?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Dani :emoji_slight_smile:
     
  2. civil engineer

    civil engineer ww-robinie

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    Hallo,

    auf den Säcken stand vor 25 Jahren, daß diese Holzschutzmittel für den Menschen natürlich nicht schädlich sind. Kommentieren will ich das nicht.

    Für das Aufbringen gab es zwei Möglichkeiten: Spritzen oder Tauchen. Abhängig vom Verfahren ist die Eindringtiefe und damit die Verfärbung des Holzes. Wenn das Holz roh (ungehobelt) ist, wirst Du mit dem Schwingschleifer auf ziemlich verlorenem Posten stehen. Da ist Hobeln m. E. ein Muß, um sowohl eine glatte Oberfläche als auch die nötige Abtragstiefe zu schaffen. Das Problem ist, waren beim Auftrag des Holzschutzmittels bereits Risse im Holz, ist das Mittel tiefer eingezogen. Du mußt Dich also darauf einstellen, daß Du trotz Hobeln Risse, die sich dann als dunkle Streifen abzeichnen, in der Oberfläche hast. Eine farblose Weiterbehandlung deckt diese dunklen Streifen nicht ab.

    Ich würde an einem Bauteil mit Rissen einen Versuch machen. Hobeln, nachschleifen und dann anhand der Musterfläche entscheiden, ob sich ein Weitermachen lohnt.

    Gruß
    Jochen
     
  3. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Und eine sehr gute Staubschutzmaske tragen und mit Absaugung arbeiten...
     
  4. Frankenholzwurm

    Frankenholzwurm ww-robinie

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    Also für mich ist das "Mission Impossible", oder fast zumindest!:eek:

    Das ist ja reine Sträflingsarbeit!

    Wie viele Balken sind es denn?

    Ich würde mir hier überlegen, ob ich nicht über die Balken neue Bretter drüber stülpe (3 in U-Form verbundene Bretter)!

    Ist vom Zeitaufwand besser und man hat auch ein optisch besseres Ergebnis.

    Allerding muss hierzu wieder Material gekauft werden.
     
  5. Dani99

    Dani99 ww-pappel

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    4
    Hi,

    vielen Dank für die Antworten.
    Das Holz ist ungehobelt, also werde ich mir wohl einen Hobel zulegen. Maske und Absaugúng sind vohanden.

    Wie behandle ich das Holz dann nach dem hobeln korrekt? Soll ich es erst "grundieren und dann versiegeln? Mit welchen Mitteln und in welcher Reihenfolge soll ich dies tun?

    Danke!
    Dani :emoji_slight_smile:
     
  6. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Ich würd eine ölbasierte Lasur verwenden, die hauptsächlich ins Holz eindringt und kaum eine Schicht auf der Oberfläche bildet. Zum Beispiel Lasur von Natural. Oder einfach nur Ölen ohne Pigmentzusatz. Dann bleibt das Holz offenporig und kann atmen.
     
  7. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    an statisch wichtigen Balken würde ich nur ungern einen Hobel ansetzen, da hier die Dimension verändert wird. Gerade bei Druckimprägnierten Hölzern ist die Färbung meist ziemlich durchgehend. Der gesundheitliche Aspekt wurde ja schon angesprochen und den würde ich sehr genau Beachtung schenken, sprich versuchen in Erfahrung zu bringen was da als Imprägnerung verwendet wurde.
    Je nach Breite der Balken wirst du mehrere Durchgänge pro Fläche brauchen Es werden Absätze und uebenheiten Entstehen; zudem kommt man mit einem Hobel nicht bis in die Ecken. Wie Frankenholzwurm schon geschrieben hat eine Sträflingsarbeit und der würde zurecht Amnesty international anrufen.
    Sein Vorschlag der übergestülpten Scheinbalken wäre für mich die deutlich favorisierte Variante.
     
  8. bello

    bello ww-robinie

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    Hallo,

    ich habe mich bei meinem Fachwerkhaus vor einigen Jahren wegen der Unmöglichkeit des Schleifens und Hobelns für einen deckenden Anstrich entschieden und Produkte von Remmers gewählt. Das Material war nach dem Austrocknen fast gummiartig und zeichnete erstaunlich schön die Holzstruktur nach.

    Gruß
     
  9. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Ich würds auch so machen: deckend oder mit einer dunklen schichtbildenden Lasur streichen und gar nicht hobeln/schleifen.
     
  10. Frankenholzwurm

    Frankenholzwurm ww-robinie

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    Selbst wenn deckend gestrichen wird, müssen vorher die Balken geschliffen werden -> Sträflingsarbeit!

    Wenn die Balken sägerauh sind und dann Farbe drübergeschmiert wird, sieht das einfach nur schei.. ähhhh nicht hübsch aus!

    Ausserdem sind die Balken dann rauh wie Schleifpapier.

    Ein Bekannter von mir wollte das auch versuchen, aber bei ihm waren die Balken nicht gestrichen oder getaucht, sondern Kesseldruckimprägniert.

    Ergo -> Holzschutzmittel ist fast ganz durch eingedrungen.

    Wie ich schon Vorgeschlagen habe, übergestülpte Scheinbalken anständig geölt sieht bestimmt besser aus als schlecht vorbereitete Balken mit Farbe zu verspachteln.

    Dani, was du nun aber letztendlich machst, bleibt dir überlassen!

    Ich jedenfalls würde Bretter drüber machen.


    PS: solange ICH nicht schleifen muss, werde ich auch nicht bei Amnesty International anrufen:emoji_grin:
     
  11. tesuji

    tesuji ww-nussbaum

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    Hallo,

    ich stand seinerzeit vor einem ähnlichen Problem, als ich beim Dachgeschossausbau einige unansehnliche rauhe Ständer, ca. 12cm x 12cm x 2,30m lg verschönern musste, die nun frei da standen.

    Ich entschied mich für eine Verkleidung aus Kiefernleimholzplatten, die ich entsprechend schaftkantig hobelte und die Ecken mit Lamellos zusammen leimte. Jeweils 2 Leimholzwinkel um eine Säule mit so ca. 20 Schraubzwingen verleimt.

    Anschließend die 4 Kanten mit einer Oberfräse abgerundet, mit Excenterschleifer geschliffen, das Ganze mehrmals geölt und handgeschliffen. Die "Säulen" sehen jetzt sehr schön massiv aus, man muss sehr genau hinsehen, um die einzelnen Bretter zu erkennen.

    Also nur mit Hobeln der sägerauhen Fichteständer hätte man das nie so perfekt hinbekommen, vom Arbeitsaufwand gar nicht zu reden.

    Meiner Ansicht ist das die beste und schnellste Lösung für ungehobelte, alte oder gar druckimprägnierte Balken, Ständer.

    vgv cliff
     
  12. Dani99

    Dani99 ww-pappel

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    4
    Hi,

    vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

    Ich habe mich für die Variante Hobel / Schleifmaschine / Wachs entschieden.....
    Und ich muss sagen, sieht super aus.

    Vielen dank nochmal für Eure Hilfe.

    L.G.
    Dani :emoji_slight_smile:
     
  13. Frankenholzwurm

    Frankenholzwurm ww-robinie

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    Na dann zeig doch mal, oder ist das geheim:emoji_grin:

    Würd mich interessieren, wie es bei dir geworden ist.
     
  14. RausHier

    RausHier ww-pappel

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    Ich denke wir würden uns alle über ein paar Bilder freuen :emoji_slight_smile:
     
  15. Dani99

    Dani99 ww-pappel

    Beiträge:
    4
    Hi,

    kein Problem, sobald ich einen größeren Teil bearbeitet habe stelle ich die Bilder zur Begutachtung hier rein.

    Gruß
    Dani :emoji_slight_smile:
     
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