Johanness Müller

ww-pappel
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Ich bin gelernter Schreiner und hole gerade meine Fachhochschulreife nach da ich mit dem Gedanken spiele Holztechnik in Rosenheim als dualen Studium zu studieren, meine Frage ist ob hier irgend jemand ist der das auch gemacht hat und mir etwas darüber erzählen kann, wie anspruchsvoll es wirklich ist, ob es finanziell machbar ist, wie so der Alltag während des Studiums aussieht. Persönliche Erfahrungen eben :emoji_slight_smile:.
 

khkb

ww-robinie
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Moin Johanness,

sind die beiden 's' am Vornamen richtig so? Wie auch immer - ich bin zwar kein gelernter Holztechnikstudent, aber pensionierter Gymnasiallehrer und als solcher ziemlich vertraut mit der Fragestellung prinzipiell. Möglicherweise kann ich Dir einige Hinweise geben, die es Dir ermöglichen, einen Teil Deiner Fragen selber abzuschätzen.

Du erwähnst, dass Du Deine Fachhochschulreife (d.h. also den schulischen Teil derselben) nachholst. Das bedeutet dann ja wohl, dass Du tagsüber arbeitest und vorwiegend abends und am Wochenende lernen musst (und wohl auch nur kannst). Kommst Du mit dieser Doppelbelastung jetzt klar und kannst absehen, dass Du Dein Ziel mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen wirst?

Bei einem klaren "Ja" besteht auch gute Hoffnng für ein anschließendes Studium. Natürlich musst Du eine Einkommensquelle haben, aber wenn ich den Hinweis duales Studium richtig verstehe, so scheinst Du einen Arbeitgeber zu haben, der so etwas finanzieren will? Ich weiß dies von einem Studienkollegen meines Sohnes, der ein Wirtschaftsinformatik-Studium auf diese Weise finanziert bekam: der Arbeitgeber beschäftigte ihn immer ein viertel Jahr und das nächste Vierteljahr gehörte dann komplett dem Studium, mit voller Stundenbelastung in der Uni, aber Weiterzahlung des Gehaltes. Und er musste sich natürlich verpflichten, nach erfolgreichem Abschluss mindestens 5 (?) Jahre bei diesem Arbeitgeber zu bleiben.

Wenn Du ein solches Angebot hast, dann kann ich mich nur wiederholen: Du wirst nach meiner Einschätzung (immer vorausgesetzt die obige Antwort war "Ja") und der Gegenstand des Studiums fesselt oder fasziniert Dich hinreichend, das Ding schaukeln - meine elementare, über 40 Berufsjahre immer wieder bestätigte Erfahrung lautet: Wer aus innerer Überzeugung lernen WILL, der schafft es.

Da konnten wir bösen Lehrer uns noch so anstrengen, das zu vermiesen :emoji_stuck_out_tongue::emoji_grin:
 

tomkaes

ww-robinie
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Da konnten wir bösen Lehrer uns noch so anstrengen, das zu vermiesen :emoji_stuck_out_tongue::emoji_grin:

Ich kann deinen Beitrag zu 100% unterschreiben:
Gymnasium Hauptschulabschluss in der 10ten, u.a. 5 in Englisch;
Schreinerlehre, Abschluss nach 2 Jahren mit Sondergenehmigung,
Innungsbester; als Zimmerman und Bauschreiner gearbeitet.

2. Bildungsweg: Mittlere Reife und Fachabitur nachgeholt: Ich treffe auf der Strasse meinen alten Englischlehrer:

Englischlehrer: Arbeitest du noch in der Zimmerei NN?
Antwort: Nein ich arbeite seit Jahres als Bauingenieur in einem grossen Büro in Köln.
Englischlehrer: Kann nicht sein, dafür braucht man ein Abitur und ein Studium!
Antwort: 2. Bildungsweg: Frage mündliche Prüfung Englisch: bekommt er die 1 oder wird es leider nur eine 2? (es wurde eine 1)...

@ TO:
Mach weiter, wenn du es dir irgendwie finanzieren kannst, und es willst.
Du machst es für dich!
 
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