Holzrahmen verbiegen ???

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von kmz2710, 17. Juli 2008.

  1. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    Hallo,

    ich habe für einen Schrank Türen mit Rahmen und Füllung gebaut. Der Rahmen ist aus Buche. Höhe 230cm, Breite 45cm. Der Rahmen selbst hat eine Dicke von 23mm . An den Seiten und oben einen Breite von 6cm, unten 9cm. Die Füllung ist aus Sperrholz (Garbun + Buche(auf das Garbun aufgeklebt) ).

    Das Problem : Der Rahmen hat sich zur Intenseite gewölbt.

    Frage: Wie kann ich das Holz dauerhaft wieder geradebiegen ?? Ich versuche gerade die Aussenseite durch Befeuchten auszudehnen. Allerdings wird das wohl nicht dauerhaft helfen , oder ??
    Bitte helft mir. Meine Frau bekommt in drei Wochen ein Knid und wir brauchen den Schrank !!

    Danke und Gruss,
    kmz2710
     
  2. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Wie hast du denn die Oberfläche innen und außen behandelt? Gleich oder unterschiedlich? Unterschiedlich könnte eine Ursache sein.
     
  3. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    Alles ist noch völlig unbehandelt !! Ich benutze immer Hartwachsöl, aber erst, wenn die Möbel länger im Haus stehen.

    Gruss,
    Martin
     
  4. civil engineer

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    Hallo,

    ich könnte mir vorstellen, daß sich durch das einseitige Aufbringen von Buchefurnier(?) auf die Füllung sich diese außen hohl gezogen und dabei den Rahmen mitgenommen hat (würde erklären, daß der Rahmen sich nach innen zieht, also oben und unten aufklafft).

    Gruß
    Jochen
     
  5. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    Der Rahmen ist nicht zur Füllung nach innen verzogen, sondern die Tür ist zum Schrankinneren hin verzogen. Die Rahmen klaffen oben und unten auch nicht auseinander.

    danke,
    Martin
     
  6. civil engineer

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    Hallo,

    also wenn Du außen an den Rahmen senkrecht eine Richtlatte anlegen würdest, hättest Du in der Mitte der Schranktür, also auf halber Höhe, Luft? Liegt die Füllung überall am Rahmen an?

    Gruß
    Jochen
     
  7. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    Die füllung liegt überall am Rahmen an. Ich stelle mal kurz Bilder rein. Dauert ein paar Minuten ..

    Danke,
    Martin
     
  8. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    so,

    hier die Bilder. Die Tür ist einmal komplett auf und einmal geschlossen.
    Die Krümmung ist nach Deiner Definition nach inne.

    Gruss,
    Martin
     

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  9. civil engineer

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    Hi,

    so hatte ich mir das schon vorgestellt, vielleicht falsch formuliert mit „aufklaffen“. Wenn die Füllung anliegt, müsste die ja auch mit gebogen sein. Mein Gedanke war, daß nicht der Rahmen die Ursache der Verformung ist sondern die Füllung. Durch das einseitige Aufleimen verzieht sich evtl. die Füllung und der Rahmen kann diese Verformung nicht aufhalten, weil er nicht steif genug ist.

    Gruß
    Jochen
     
  10. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    okay :emoji_wink: und nun ?? Kann ich das wieder gerade bekommen ?? Wenn ich die Innenseite feuchtmache und biege (wie genau geht das ???) : Bekomme ich irgendwie wieder gerade ???

    Gruss,
    Martin
     
  11. derdad

    derdad Moderator

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    Hallo Martin!
    Innen und aussen vom Schrank herrschen meist verschiedene "Klimaverhältnisse". Dadurch kann es bei so hohen Türen schon mal zum Verzug kommen. Noch dazu bei massiven Rahmen, und noch mehr bei Buche. da muss die Holzauswahl schon wirklich 1A sein.
    So weit ich auf deinen Bildern sehe ist die Wölbung auch gar nicht so viel. Mit dem muss man fast rechnen.
    Der Tischler nimmt bei dieser Türenhöhe meist 4 oder gar 5 Bänder die sich einstellen lassen und montiert zusätzlich noch einen Drehstangenverschluss, der die Türen gut verriegelt.

    lg
    gerhard
     
  12. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    Hallo gerhard,

    wenn ich Dich richtig verstehe, sollte ich einfach noch zwei SOSS-scharniere mehr einbauen ... Kann ich es trotzdem biegen ?? Holz ist doch ein stark texturiertes Fiber-Matierial. Wenn ich in eine Seite feucht mache und dann biege , und so gebogen trocknen lasse, sollte ich die form doch beibehalten werden, wenn sich das Holz beim Biegen entspannt .... Wenn ich es hinterher öle, dann sollte sich das Holz doch nicht mehr so stark verziehen ...

    Grus,
    Martin
     
  13. Trips

    Trips ww-birnbaum

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    Ich denke auch, dass der Benutzung dieses Schrankes doch absolut nichts im Wege steht.

    Feucht machen und platt pressen, halte ich für ein Experiment das gut, aber auch schlechter ausgehen kann. Aber wenn überhaupt, würde ich den Rahmen überall anfeuchten und dann platt und nicht schief (wie du schilderst, der Wölbung entgegen) pressen. Kaltes Wasser dringt übrigens tiefer ins Holz ein, als warmes.

    Zusätzliche Soss-Scharniere machen keinen großen Sinn, da die sich ja trotzdem nicht einstellen lassen. Ein nachträglich eingebautes Drehstangenschloß wird bei der verzogenen Tür wohl eher ein unschönes, hakelndes Schließen mit sich bringen, wenn die Schließer so angeschraubt werden sollen, dass die Tür danach bündig ist (Denk mal an den Druck, der da durch die Spannung angreift) . Versuchen kann man natürlich alles mal.

    Das Kind wird aber wohl auch trotz der 2mm Fuge glücklich und gesund zur Welt kommen wollen (-:

    Dafür von mir schonmal alles Gute!

    Manuel

    P.s. Auch bei der sorgfältigsten Holzauswahl kann es mal zu verzogenen Türen kommen. Da gibt es so viele Faktoren. Da heißt es damit leben, oder neu machen. (Meist wird es neu gemacht (-: )
     
  14. derdad

    derdad Moderator

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    Um Holz dauerhaft biegen zu können mus die gesamte Faser feucht sein. Oder noch besser gedämpft.
    Manchmal hilft es die Türen zu überspannen. Das heißt, nur gerade zu biegen und so trocknen zu lassen ist zu wenig. Es muss schon deutlich überspannt sein. Bei deinen Türen würde ich mal von mindestens 3-4cm ausgehen. Soweit überspannen, 1 Tag trocknen lassen und sehen ob es geholfen hat. kann sein, muss aber nicht sein.
    Aber wie Manuel schon sagt: wegen dem bisschen Verzug, das jetzt vorhanden ist, würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen. Sobald die Heizperiode anfängt kann es leicht sein, dass die Türen mindestens das gleiche Maß in die andere Richtung verzogen sind.

    gerhard
     
  15. Trips

    Trips ww-birnbaum

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    Ha, das würde dann schon an Schwingtüren grenzen :emoji_slight_smile: Aber da besteht wirklich eine gute Chance. Gerade Buche ist da halt ein berüchtigter Übeltäter.
     
  16. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    gedämpft heisst ??? Dass ich ein Dampfbügeleisen nehme und den Dampft reindrücke ?? Ich weiss, dass man so Kerben aus dem Pakett bekommt ...

    Ich werde morgen mal mit dem biegen versuchen. Wenn es nicht klappt, dann kann ich immernoch weitere Scharniere einbauen.

    Falls jemand noch weitere Ideen zum biegen hat , bitte posten.


    Fuer die Zukunft: Was fuer Hölzer sind besser geeignet ?? Ahorn ??
    Eiche mag meine Frau nicht.
    Worauf muss ich bei der Auswahl des Holzes für Rahmen achten ? Dass die Massurung moelichst parallel zum Brett ist ??
    Ich kaufe im Holzhandel immer Buche-Blockware qualität 1A.

    Gruss,
    Martin
     
  17. Trips

    Trips ww-birnbaum

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    Also mein Ordner ist im Keller. Ich hab nur noch das Tabellenbuch mit der Tabelle zur Gleichegewichtsholzfeucht und Schwind- und Quellmaß DIN 68100, da.

    Da stehen die %- Werte des differentiellen Schwindmaßes je %- Holzfeuchteänderung drin. Holz ist anisotrop, d.h. es quillt und schwindet in verschiedene Richtungen, aufgrund seiner inhomogenen Struktur.

    z.B. Sipo-Mahagoni:

    differ. Schwindmaß in % je %-Holzfeuchteänderung radial 0,20
    tangential 0,25

    Da musst du einfach den tangential-Wert durch den radial-Wert teilen. Hier wäre das dann 0,25/0,20=1,25

    Dieses Verhältnis zeigt dir also das Schwund- oder Quellverhältnis der unterschiedlichen Achsen eines Holzes (je nach Faserrichtung siehe Bild)

    Bei Buche wäre das 0,41*0,20=2,05 !

    Je näher der Wert also an 1 ist, desto besser, da das Holz dann in beide Richtungen gleichviel quillt oder eben schwindet und sich das Risiko eines Verziehens reduziert.

    Ich hoffe das war nicht allzu kompliziert erklärt. Wenn du irgendwo die Tabelle findest, kannst du das quasi selber nachrechnen und dir ein Bild machen.Hier sind diese Werte jeweils in der letzten Zeile angegeben.
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    Und hier kannst du alles nochmal nachlesen. die Tabelle ist auch in etwa meine.
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    Sämtliche Informationen, die ich hier weitergegeben habe, habe ich zumindest sinnesgemäß von einem Meisterschullehrer erklärt bekommen (-: Falls ich nicht gut genug aufgepasst habe, bitte ich dies zu entschuldigen und behaupte das Gegenteil :emoji_grin:


    Schöne verwirrte Grüße

    Manuel

    P.s. Schon beim Aushobeln der Rahmenfriese sollte man darauf achten, dass man immer von jeder Seite gleich viel Holz wegnimmt, um keine Spannungen im Holz entstehen zu lassen. Sonst werden die grädesten Leisten zu Pfeil und Bogen.
     

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  18. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    naja,

    aber deswegen baut man ja auch in Rahmenbauweise :emoji_stuck_out_tongue: . Die Verbiegung ist senksecht zu Deinem geposteten Bild. Das andere habe ich schon im woodworker-magazin gelesen.
    Trotzdem danke und gruss,
    Martin
     
  19. Trips

    Trips ww-birnbaum

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    Ja die Jahrringe sollten eben folgendermaßen bei einem Rahmenfries verlaufen:
     

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  20. kmz2710

    kmz2710 ww-fichte

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    und die maserung soll paralel zur langen seite sein ?!?
    Und was heisst "gedämpft" , oder : Wie dämpfe ich holz, um es zu biegen ??

    Gruss,
    Martin
     
  21. derdad

    derdad Moderator

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    Dämpfen fürs biegen heißt: Das Holz in einen geschlossenen Behälter. Dampf zuleiten und je nach Holz und Dimension im Dampf lassen. Das kann bis zu mehreren Stunden dauern. Nur mal mit dem Bügeleisen "Dampf machen" ist da zu wenig. Die Faser muss geschmeidig werden.
    Bei der Auswahl der Rahmenfriese ist einmal grundsätzlich auf einen geraden Jahresringverlauf zu achten. Dann ist auch die Holzfaser gerade. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Nadelhölzer ein bessere Standvermögen haben als Laubhölzer. Bei den Laubhölzern muss ich aus meiner Erfahrung sagen, dass Eiche und z.T. Esche relativ gut sind für Rahmenfriese.
    Man mus aber auch darauf achten wie gleichmäßig die Jahresringe sind und ob weiße (Zugholz?? bei Laubholz) oder rote (Druckholz?? bei Nadelholz) Jahresringe vorhanden sind. Dies sind aber Dinge die mit ein paar Worten nicht so einfach erklärt sind. Um wirklich gutes Rahmenholz auszuwählen bedarf es etwas Erfahrung im Massivholzbau- und trotz allem erlebt man oft noch seine Überraschungen.
    Aber wie schon erwähnt: Wegen deinen paar Millimeter Verzug würd ich mir keine grauen Haare wachsen lassen. HOLZ IST NUN MAL EIN LEBENDER WERKSTOFF UND KEIN KUNSTSTOFF.

    lg
    gerhard
     
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