Holzprofil - welche Form für höchste Stabilität?

2linkeHände

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Moin, dies ist mein erster Beitrag, und ich bin hier, weil eine Frage mich seit langem beschäftigt.

Es gibt Fotostative aus Holz, meist von den Firmen Berlebach oder Wolf hergestellt.

Die Dinger sind nicht schlecht, da das Verhältnis von Stabilität zu Gewicht etwas besser als bei Aluminium ist. Für diese Stative benutzt man Eschenholz, angeblich, weil es Vibrationen besonders gut dämpft.

Deutlich leichter und sehr viel teurer als die Holzstative sind solche aus Carbon, also Kohlefaser.

Nun, ich glaube eigentlich, daß bei den Holzstativen noch sehr viel mehr herauszuholen ist. Wenn man sich die Beine der heutigen Holzstative ansieht, stellt man schnell fest, daß bei deren Form einiges zu machen sein müßte.

Hier ein Beispiel:

http://www.berlebach.de/grafiken/12000a_gross.jpg

Bei allen erhältlichen Alu- und Carbonstativen benutzt man U-Profile oder Rohre, die mit weniger Material mehr Festigkeit erreichen als so ein "Kantholz"...:emoji_grin:

Wie müßte das perfekte Bein geformt werden, um das Verhältnis von Gewicht zu Stabilität weiter zu verbessern? Und wäre eine andere Holzart evtl. noch besser geeignet?
 

raftinthomas

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Wie müßte das perfekte Bein geformt werden, um das Verhältnis von Gewicht zu Stabilität weiter zu verbessern? Und wäre eine andere Holzart evtl. noch besser geeignet?

rund, hohl und dünnwandig, ergo ein rohr.
das lässt sich natürlich nicht sinnvoll herstellen. ein vierkant"rohr" jedoch halbwegs einfach. da könnte man dann sogar einen teleskopmechanismus integrieren.
esche ist auch aus stabilitätgründen top, da sehr elastisch.
 

2linkeHände

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rund, hohl und dünnwandig, ergo ein rohr.
das lässt sich natürlich nicht sinnvoll herstellen.

Warum?

ein vierkant"rohr" jedoch halbwegs einfach. da könnte man dann sogar einen teleskopmechanismus integrieren.
esche ist auch aus stabilitätgründen top, da sehr elastisch.

Also quasi ein Kantholz mit einer Aushöhlung, durch die ein kleineres Kantholz paßt?

Wäre da nicht ein Rohr mit rundem Querschnitt einfacher herzustellen?

Mal so eine echt doofe Frage: was für Werkzeug bräuchte man da?
 

derdad

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Hi!
Ich hab früher einmal daran gedacht mir ein Holzstativ zu bauen. Hab die Sache dann aber aufgegeben, da der Aufwand nicht zum Nutzen steht. Die Stative die am Markt sind, sind so weit duchdacht und konstruiert, da gibt es kaum Verbesserungsmöglichkeiten. Ich hatte eine komplett ausgestattete, gewerblich genutzte Werkstatt zur Verfügung.
Holz ist ein wunderbares Material und ich habe schon sehr viel herumexperimentiert und gebastelt, da ich in einer Tischlerei aufgewachsen bin und nunmehr selbst seit beinahe 30 Jahren in diesem Beruf tätig bin. Aber gewisse Dinge kann man eben nicht mehr verbessern. Oder wenn, dann mit einem Aufwand der nicht lohnt.

gerhard
 

2linkeHände

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Nunja, alles würde ich gar nicht bauen wollen, nur die Beine auswechseln, um mehr Stabilität bei weniger Gewicht zu erreichen...

Pimp my tripod :emoji_slight_smile:
 

derdad

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Eien Lösung wäre theoretisch die Beine teleskopartig zu bauen. Formrohre aus Holz, Querschnitt Quatratisch. Wenn ein Bein nun aus 3 Teilen besteht, müsste meinem Gefühl nach der unterste (dünnste) Teil sicher 25x25mm im quadrat haben. Vollmassiv natürlich. Als Wandstärke für die nächsten Teile sind 6-7mm sicher die unterste Grenze um die erforderte Stabilität zu erlangen. Der Aussendurchmesser des letzten, dicksten Rohres ist dann also bei ca. 55mm. Da bist du dann aber wahrscheinlich schon wieder über der Dimension und dem Gewicht des Bestehenden.
Ein Rundrohr ist aus Holz schwieriger herzustellen als ein eckiges. Für ein rundes braucht man dazu eine Drechselbank mit entsprechender Lünette und den entsprechenden Löffelbohrern. Ein eckiges kann man verleimen. Ist aber eine sehr genaue, fiselige Arbeit.
Holz ist ein hervorragender Werkstoff mit super Belastungs/Dimensionswerten in stärkeren Dimensionen. Bei kleinen Dimensionen haben einfach Metall und die neuen Werkstoffe Vorteile.

Du könntest evtl. auch mal versuchen Bilder oder Originale von alten Expeditionsstativen zu bekommen. So wie sie die Landvermesser und Fotografen im 19. Jhdt verwendet haben.

Oder versuch doch mit Bambus zu experimentieren. Angelruten wurden lange Zeit aus Bambus verleimt und werden z.T. heute noch für ganz exquisite Ruten verwendet. Such mal nach "gesplissten Fliegenruten". Da findest du sicher Hersteller. Die können dir evtl weiterhelfen. Bambus hat im Bezug auf Stabilität und Gewicht bessere Werte als Holz.

gerhard
 

edelres

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Stativgewicht

Hallo 2linkeHaende,

Zu welchem Zweck moechtest du ein Holzstativ mit verringertem Gewicht einsetzen?

Aus meiner Praxis gewann ich den Eindruck, dass die Brennweite und das Stativgewicht im Zusammenhang stehen. Je laenger die Brennweite umso schwerer sollte das Stativ beschaffen sein.

Aus diesem Grund, hatten die alten Berlebach und andere Stative, einen Haken an welchem ein Sandsack gehaengt werden konnte um die Masse/Gewicht zu erhoehen.

Das Verhaeltnis von Holzstaerke zur Bruchsicherheit, Dauerhaftigkeit setzt die Grenzen. z. B. Die Klemmkraefte, welche zum sicheren Einstellen der Hoehe notwendig sind.

Wenn du nach dem geringeren Gewicht suchst wird Holz kaum eine Loesung bieten, hier liegt die Staerke von Kohlefaser. Die Gesetze der Physik, lassen sich nicht ueberlisten.

Als Gedankenanstoss

mfg

Ottmar

PS: Ich besitze zwei Berlebachstative aelterer Ausfuehrung seit 40+ Jahren Nach der Berlebachwebseite entsprechen meine Stative dem Typ Uni 26C. Die Konstruktion dieser Stative is sehr gut durchdacht, in der Praxis gibt es kaum eine Situation welche von diesen Stativen nicht gemeistert wird, die 8.5 Kg nehme ich dafuer gerne in Kauf.


 

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