Holz wird beim Auftrennen krumm

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von rele, 27. März 2008.

  1. rele

    rele ww-ahorn

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    Mittelfranken
    Hallo zusammen,

    ich habe Erle-Bohlen 40mm. Die schneide ich in der Mitte auf. Die Häften besäume ich, richte sie ab und hoble auf 37mm. Dann stell ich sie hochkant auf die Säge und trenne sie in der Mitte auf. Die 17mm Bretter will ich aufgeklappt (wie Schmetterlingsschnitzel) zu Füllungen für Rahmentüren verleimen.

    Problem: beim Auftrennen verziehen sich die Bretter alle fast einheitlich. Sie sind in der Mitte nach außen gebogen, auf eine Länge von 2000mm ca. 10mm. Ich hab zwar schon erlebt, dass sowas bei einzelnen Brettern auftritt, aber so einheiltlich kenn ich das nicht!

    Das Holz war beim Holzhändler in der Trocknung, seiner Aussage nach 6-8% und danach in der Halle bei Außenklima gelegen. Als ich es bekam, hab ich mit dem Einschlagmessgerät 13% gemessen. Also nochmal eine Woche in einem temperierten Raum liegenlassen, nochmal gemessen: ca. 7%. Offensichtlich war also nur die äußerste Schicht wieder feucht geworden.

    Meine Vermutung war, dass Spannungen in den Bohlen sind, weil sie außen feuchter sind als innen. Schwindmaß longitudinal bei Erle ist 0,02% pro % Holzfeuchte. Mit dem Wert hab ich jetzt mal gerechnet, wie krumm die Bretter dann werden können. Ich komm aber nur auf ca. 1/10 des tatsächlichen Wertes.

    Könnt Ihr Euch die Ursache von der Geschichte vorstellen, und vor allem: was tun?

    Gruß Reimund
     
  2. heiko-rech

    heiko-rech ww-robinie

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    Hallo,

    du hast innen immer eine andere Feuchte als außen. Lass die Teile einge Tage gut umlüftet liegen und sie sollten wieder gerade werden.

    Gruß

    Heiko
     
  3. Rühl

    Rühl ww-robinie

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    Womit trennst du auf, Kreissäge?

    Wenn ja versuch es mal mit der Bandsäge, dort entsteht weniger Wärme.

    Ich hatte das Problem mal bei einem Tropenholz.

    Wenn das nicht hilft steht das Holz in sich unter Spannung.


    Gruß Ulf
     
  4. raftinthomas

    raftinthomas ww-robinie

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    alleine die 6% feuchteänderung in einer woche können ja nicht stimmen.
    ich denke aber, dass in bohlen generell spannungen durch das das trocknen auftreten, speziell was das das aussen/innen angeht.

    im endeffekt finde ich da auch nichts ungewöhnliches dran. die kunst beim massivholzverarbeiten liegt imho darin, teile aus der bohle zu schneiden, die gerade sind und dieses beim hobeln auch bleiben ...
     
  5. rele

    rele ww-ahorn

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    Mittelfranken
    @ Thomas

    Die "6% in einer Woche" führe ich darauf zurück, dass das Holz nur außen feucht war. Bei einem Meßgerät mit Einschlagelektroden fließt mE der Strom immer durch die Schicht mit dem geringsten Widerstand, also mit der höchsten Feuchte.

    @ alle

    ja meine Hoffnung ist auch, dass sich das Problem durch Liegenlassen löst ...

    Ich kann mir nur die Ursache nciht erklären. In einzelnen Bohlen sind Spannungen verschiedener Art, das kenn ich ja. Aber in allen Bohlen der gleiche Effekt?

    Gruß Reimund
     
  6. Bastihahn

    Bastihahn ww-ahorn

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    Ort:
    Burgdorf
    Sind die Bretter abgererichtet?
    Ich kenne das Problem an der Abrichte, wenn diese nicht richtig eingestellt ist, dann hobelt Sie in der Mitte hohl, ist sie zu spitz eingestellt, dann hackt man auf den letzten cm was weg..
    also.. nagut wenns aber erst nach dem Auftrennen passiert..

    Ausserdem steckt man in Massivholz nicht drin, da passieren sowieso die tollsten Sachen..


    Zum Messen:

    Ein Kunde wollte für seine Küche aufeinmal Nussbaum Arbeitsplatten haben, wir dann das Holz bestellt, gekappt, besäumt und auf breite und dann ab in die Trockenkammer.. mit dem Einschlagmessgerät 3 Hölzer wahllos gegriffen und gemessen... ja da war dann von 8% bis 25% alles dabei..
    Nach weit über ein paar hundert Stunden mit einem Auflegemessgerät?! (da knallt man ja nicht überall Löcher rein..) dann das selbe Spiel, aussen viel zu wenig an Feuchtegehalt, und in der Mitte oder am anderen Ende wieder weit über 20...
     
  7. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Jeder Bohlen steht für sich unter Spannung, die im Gleichgewicht ist.
    Durch Auftrennen des Stückes verschiebt sich dieses Gleichgewicht, dann wirds krumm.
    Beim Verarbeiten von Holz sollte man es nach dem Auftrennen mit Stapelhölzern ein paar Wochen in der Werkstatt liegenlassen.
    Leider wissen das die Wenigsten oder sie haben nicht mehr die Zeit dafür.
    Gruß Gerd
     
  8. rele

    rele ww-ahorn

    Beiträge:
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    Ort:
    Mittelfranken
    Hallo,

    Nach einer Woche Liegen in der geheizten Werkstatt mit Lagerhölzern sind die Teile wieder schön gerade gworden. Nur zur Info ...

    Gruß Reimund
     
  9. Hacki

    Hacki ww-esche

    Beiträge:
    565
    Ort:
    Saarbrücken
    Schön 1. Recht und 2. Dir geholfen zu haben.
    Gruß Gerd
     
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