Holz Radiogehäuse - Wie behandeln?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von martinwag, 23. August 2010.

  1. martinwag

    martinwag ww-pappel

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    Hallo @all,

    Auf meinem Arbeitstisch steht wiedermal ein "schöner" 50er Jahre Röhrenradio. Da der Lack schon am abblättern war, habe ich mich dazu entschlossen, den Lack ganz abzuschleifen.

    Soweit bin ich auch schon und das ganze schaut bis auf ein paar kleine Missgeschicke schon mal nicht schlecht aus. Zum Glück kommt eine Zierleiste um die Schallwand :emoji_grin: .

    Jetzt stehe ich allerdings vor dem Problem - Wie jetzt weitermachen?
    Am besten hats ausgesehen, wie ich es nach dem abschleifen leicht feucht abgewischt habe, also leicht dunkler und matt glänzend.
    Kann man diesen Effekt mit irgendeinem Lack/Wachs/Öl erreichen?
    Wenn möglich reversibel, falls ich es irgendwann doch im Originalzustand "dunkelbraun Hochglanzlackiert" haben möchte.

    Schonmal Danke für eure Hilfe

    Gruß Martin

    PS: Man möge mir bitte verzeihen, das ich im Elektro- und nicht im Holzbereich zuhause bin und entsprechend die Fachbegriffe nicht kenne bzw. falsch verwende :emoji_slight_smile: .

    PPS: Da Bilder mehr sagen, als 1000 Worte...
     

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  2. welaloba

    welaloba ww-robinie

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    Original??

    Lieber Martin, den Originalzustand hast du doch eben ganz ordentlich runtergeschliffen. Weg war er. Das musste jetzt mal sein.
    Die Lackierung kann man natürlich wieder hinkriegen . Aber nicht mit irgendwelchem Öl oder Wachs, sondern mit Hochglanz - Klarlack, am besten eine polierfähige Sorte; das Lackieren geht in dieser Aufgabenstellung nach meiner Auffassung, wenns ordentlich werden soll, nur im Spritzverfahren. Beginnend mit Füllgrund 3- 4 mal, (Zwischenschliffe) bis die Poren dicht sind, danach 2 - 3 Schichten Klarlack. Feinschleifen Korn 240 / 320, dann verteilen mit Verteilerpolitur, dann auspolieren mit zB. Poligen von Zweihorn oder Schellack wachsfrei. Vorher würde ich sicherstellen, ob die gewünschte Farbe rauskommt oder ob nachgebeizt werden muss.
    Ps: Wenn der Lack blätterte, war es wahrscheinlich ein gehärteter.
    Wenn deine Lackoberfläche reversibel (rückgängig zu machen) sein soll, würde ich nur Schellack verwenden. Der kann kpl. mit Alkohol abgewaschen werden.
    Gruß Werner
     
  3. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    ...wobei ohne entsprechende Möglichkeiten (Equipment, Geduld, Erfahrung) eine geölte Oberfläche wohl noch den einfachsten Weg zum Erfolg verspricht. Wäre dann auch mit Kunstharzlacken noch überlackierbar. Hat zwar gar nichts mit Original zu tun, im Ergebnis aber sicher ansprechend.

    Clou Hartöl könnte dafür ganz gut funktionieren, bekommst du in jedem Baumarkt.

    Wichtig ist, dass das Furnier nicht schon zu dünn ist.
     
  4. garfilius

    garfilius ww-robinie

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    Ich gebe Werner recht: Vielleicht wäre vom Originallack noch etwas zu retten gewesen.
    Eine schöne Optik erzielt eine Schellackpolitur wie hier Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. beschrieben. Das Verfahren ist aber deutlich anspruchsvoller als Ölen.
     
  5. welaloba

    welaloba ww-robinie

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    Moin, ich frage mich: Wozu ölen, um dann mit Kunstharzlack nachzulackieren? Das möcht ich gern verstehen;
    Werner
     
  6. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Warum heiraten, wenn man sich in 10 Jahren doch wieder scheiden lässt? :emoji_slight_smile:

    Es ging eher darum, falls einem das irgendwann nicht mehr gefällt, hätte man noch die Option, lackieren zu können. Hab mich blöd ausgedrückt zuvor.
     
  7. martinwag

    martinwag ww-pappel

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    Danke für eure Antworten!

    Das Gehäuse hat etwa so ausgesehen: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
    Also Front und Seiten bis auf Risse im Lack mehr oder weniger OK, Oberseite unbrauchbar, wenn auch nicht schwarz oder mit dem bekannten "Vasenabdruck".

    Spritzen scheidet für mich aus, da 1. mir das Können fehlt, 2. das Equipment irgendwo unauffindbar verstaut ist und 3. bekommt man den Lack nach einem fehlgeschlagenen Versuch so schlecht ab.

    Was mich dann zum Schellack bringt. Der "Laie", der sich im obigen Link versucht hat, hat leider nicht angegeben, über welchen Erfahrungsschatz er bereits verfügte. Ist es wirklich für einen Laien möglich, das gezeigte Ergebnis zu erzielen? (Aufwand nebensächlich - Der Weg ist das Ziel)
    So wie ich das verstanden habe, kann ich den Schellack wieder entfernen, wenns schiefgeht und nochmal von vorne anfangen?

    Gruß Martin
     
  8. welaloba

    welaloba ww-robinie

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    Schellack

    Hallo Martin,
    wenn du mit Schellack noch nie was gemacht hast, wirds in der Tat schwierig. Dann fehlt es an der kompletten Ausrüstung und an allen Materialien. Die Politur würde ich auch so hinbekommen, allerdings ohne das Schleiföl. (Was mir suspekt ist) Schellackfläche besteht aus Schellack und sonst nix. Aber so braucht man hier nicht ins Detail zu gehen.
    Du müsstest dir das alles aneignen und üben üben üben. Ansonsten ist das ganz nett beschrieben in dem Radioforum...
    Gruß Werner
     
  9. Weid

    Weid ww-kastanie

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    Hallo

    Ich geh mal davon aus das es urspr. ein Poliester Lack war. Den konnte man sehr gut Polieren.

    Um den Orginalzustand zu erhalten nicht Ölen.

    Gruß
     
  10. monty100

    monty100 ww-kastanie

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    Ohne Equipment und Erfahrung wird es in der Tat mit Schellack schwierig. Für alle "nicht wirklich alten" Holzoberflächen kann aber PU-Klarlack eine Möglichkeit sein - allerdings geht hier außer schleifen nichts mit reversibel, evlt. noch Grüneck. Dieser Lack lässt im Streichverfahren mit einem Marderhaarpinsel (o.ä.) hochglänzende Oberflächen ohne Pinselstrich zu und füllt auch Poren ohne spezielle Vorbehandlung, wenn die Fläche ausreichend fein geschliffen wurde. Zur Sicherheit hatte ich auch bereits mal mit Sanding-Sealer vorgearbeitet und damit sehr gute Resultate erzielt. Außerdem ist dieser Lack äußerst strapazierfähig, eignet sich auch für Stuhlbeine und Tischoberflächen. Das sollte dann für ein Radiogehäuse auch hinreichende Gebrauchseigenschaften gewährleisten. Nur wie gesagt, nicht original und auch nicht reversibel, allerdings in Glanz und Dichte der Originallackierung täuschend ähnlich. Vorweg beizen mit Spiritusbeize geht auch, evtl auch mit Wasserbeize, habe ich aber noch nicht ausprobiert.
     
  11. martinwag

    martinwag ww-pappel

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    Unterfranken
    Hallo,

    Sorry das ich mich erst jetzt melde - hatte einfach weder Zeit noch Lust was an dem Radio zu machen (Was dann sicher schiefgegangen wäre...)

    Bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich das mit dem Kunstlack mache oder mich am Schellack probiere... bei beiden hänge ich momentan am gleichen Problem:
    Bekommt man die Materialien irgendwo in "Amateur" Mengen? Nach der Beschreibung im RM braucht man z.B. wohl etwa ein "Schnapsglas" flüssigen Schellack für ein Radio - Wieviele kann ich dann mit 1/2 Liter davon polieren :eek: . Gleiches mit den anderen Materialien... ( Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. )

    Gruß Martin
     
  12. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Dortmund
    Schellack bekommst du im Baumarkt von Clou/Lumberjack und auch von Liberon. Fertig angesetzt. Blätter zum selber ansetzen kaufst du z.B. bei Ebay oder kremer-pigmente.
     
  13. dascello

    dascello ww-robinie

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    Ich kaufe meinen Schellack (unbedingt wachsfrei!) beim Künstlerbedarf. Da gibt es sogar ganz kleine Mengen, dazu in verschiedenen Farbvarianten bis hinauf zu "Hellst".

    Gruß

    Michael
     
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