Großes Werkstück verleimen Zwingenmangel

hellvis

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Hallo,
ich muss diese Woche einen Korpus mit den Maßen 1300x450 Tiefe 537 mm mit halbeverdeckten Zinken verleimen. Der Korpus wird in 3 Fächer unterteilt die platten werden mit Flachdübel befestigt. Leider habe ich keine Zwingen mit mindestens 1400 mm Spannweite.
Ich habe mir folgende Alternativen zum spannen überlegt:
1. Ich schraube innen Winkel rein und versuche so den nötigen Druck zu bekommen (die Schraubenlöcher sind egal, sieht man danach nichtmehr da Schubläden eingesetzt werden)
2. Da ich Zwingen mit 1000mm Spannweite habe könnte ich diese an den eingesetzten platten ansetzen, vorausgesetzt die Flachdübel halten dies aus. Nachteil ist das ich somit nur an den Ecken den nötigen Druck bekomme.

Was wäre die beste Lösung, außer neue längere zwingen kaufen?
 

Wutworker

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Im Notfall auf Montage hake ich 2 Zwingen ineinander, um auf die nötige Länge zu kommen. Ist allerdings etwas fummelig, also unbedingt vorher "trocken" testen.
 

bandit2405

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Horb
Servus,

Probier mal zwei 1 Meter Zwingen zu nehmen und diese zu spannen. Das dann an jeder Ecke. Als Zulagen am bessten Multiplex, oder was ähnlich hartes, und an diesem dann entweder einen leichten Bogen anschleifen oder in der mitte des Korpusses etwas unterlegen, damit es überspannt ist.
Schwer zu erklären, das ganze, aber vielleicht weisst du wie ich das meine!

:emoji_wink:

Ciao Chris
 

heiko-rech

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Hallo,

schon mal an Pocket-Holes gedacht? Hab ich bei solchen Sachen schon des öfteren gemacht.

Gruß

Heiko
 

rogsch

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Alternativ kann man auch Spanngurte verwenden. So mache ich es ab und zu, wenn ich sehr viel zu verleimen habe und die Zwingen nicht reichen.

MfG Roland.
 

hellvis

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Danke für eure Antworten.
@ wutworker: daran hatte ich auch schon gedacht und habe dies auch schon gemacht, allerdings nur bei Teilen bei denen es nicht so sehr auf Genauigkeit ankommt.

@Bandit 2405: hast zwar schön erklärt, ich kapiers aber irgendwie nicht.

@Heiko-rech: wie funktioniert das mit den pocketholes? Ich weis schon was pocketholes sind, kann mir aber gerade nicht vorstellen wie ich die hierbei einsetzen soll.

@holzwurmbenni: gute Idee hab mir die Verleimzwingen in der Holzwerken schon angeschaut. Dachte nur das es vielleicht noch andere Möglichkeiten gibt ohne das ich Zeit mit Hilfsmittel bauen verbringen muss.

@rogsch: Spanngurte hab ich auch schon öfter verwendet, denke mir aber das dies hier ausscheidet da ich den Druck ja nur von 2 Seiten brauche, oder liege ich da falsch?
 

heiko-rech

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Hallo,
@Heiko-rech: wie funktioniert das mit den pocketholes? Ich weis schon was pocketholes sind, kann mir aber gerade nicht vorstellen wie ich die hierbei einsetzen soll.
Du bohrst die Pocket-Holes in die Unterseite des Bodens, zusätzlich zu den Lamellos. Beim Verleimen nimmst du keine Zwingen, sondern verschraubst den Boden.

Gruß

Heiko
 

rogsch

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@rogsch: Spanngurte hab ich auch schon öfter verwendet, denke mir aber das dies hier ausscheidet da ich den Druck ja nur von 2 Seiten brauche, oder liege ich da falsch?
Geht trotzdem. Vor kurzem habe ich mir z.B. einen Schraubzwingenwaagen gebaut. Da ich nur noch 6 Zwingen mit einer Länge von 1000 mm übrig hatte, musste ich noch 4 Spanngurte verwenden. Auch ich benötigte nur einen Druck von 2 Seiten.

Auch in der Ausbildungsstätte wenden wir hin und wieder Gurte an. Wenn 9 Leute verleimen, hat man nie genug Zwingen.....

Spanngurte sind günstige und bauen auch genug Druck auf.
 

wicoba

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Hallo,
ich kenne deine Räumlichkeiten nicht... aber wie wäre es, einen geraden Unterbau auf den Boden zu stellen/ bauen, dann den Korpus drauf und zur Decke mit Hölzern/ Keilen den Druck aufbauen?
Hab ich zwar selbst noch nicht gemacht, aber man kann ja mal was neues probieren :emoji_slight_smile:
 

Norbert

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Hallo hellvis,

Du hast Dein Problem sicher bereits gelöst, aber

ich kenne deine Räumlichkeiten nicht... aber wie wäre es, einen geraden Unterbau auf den Boden zu stellen/ bauen, dann den Korpus drauf und zur Decke mit Hölzern/ Keilen den Druck aufbauen?
das funktioniert einwandfrei, wenn man Keile und Druckstäbe passender Länge vorhält (Zeit ist ein knappes Gut beim Verleimen).

Man muß allerdings darauf achten bzw. verhindern, daß auftretende Seitenkräfte den Korpus nicht in Richtung Parallelogramm verformen. Dazu eignen sich genau geschnittene Diagonalleisten oder Rechteckflächen, die den Korpus innen temporär aussteifen.

Wichtig: daran denken, wie diese nachher wieder entfernt werden können!

Gruß

Norbert
 
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