grüne Patina

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Jansen, 17. Januar 2009.

  1. Jansen

    Jansen ww-pappel

    Beiträge:
    3
    Hallo!
    Ich möchte ein Regal bauen. Dazu habe ich Bretter aus dem Baumarkt geholt. Einfaches Kiefernholz für einfache Nicht-Handwerker. Ich habe das Holz nußbaum-dunkel gebeizt. Dazu habe ich mir so'n Pulver im Baumarkt mitgenommen. Die Beize habe ich sehr satt aufgetragen. Schon beim trocknen viel mir auf, dass die Bretter, die ich vorher sehr glatt geschliffen und gefräßt habe, einen Glitzereffekt bekamen. Hab mir aber noch nichts böses gedacht, nahm eher an, dass wäre normal und könnte später weggeschliffen werden. Hab ich nun auch versucht. Blöderweise haben meine schönen dunklen Bretter nun eine grüne Patina. Beim Lackierer müßte man eine stolze Summe bezahlen, um so einen Effekt zu bekommen. Nur leider paßt er eher zu Tuningcars - nicht zu Holzmöbeln. Die Patina schimmert grün durch - mal mehr mal weniger - je nach Lichteinfall. Ich hab das grün aber nicht bestellt und will das unbedingt wieder weg haben.
    Weiß jemand, warum mir das passiert ist? Meine eigenen Ideen dazu:

    - ich habe die Bretter nicht nur sehr fein geschliffen - ich habe auch mit Akopads gearbeitet.

    - die Farbbeize habe ich in einem alten Litermaß aus Plastik angemischt. Das Ding habe ich vorher nur tocken ausgeputzt - schien mir auszureichen, obschon ich das Ding früher auch schon mal für Scheibenklar am Auto benutzt habe.

    - die Beize habe ich mit einem ziemlich Pinsel aufgetragen

    viel wichtiger: Kann mir jemand sagen, ob meine Bretter noch zu retten sind? Hab wirklich lange dran rumgeschliffenund gefräßt. Ich wollte die Bretter als nächstes eigentlich ölen und wachsen.

    Gruß
    Frank
     
  2. edelres

    edelres ww-robinie

    Beizen

    Hallo Frank,

    falls es sich bei der Beize um Anilinbeize handelt, laesst sich diese durch Haushaltschlorbleiche abwaschen.

    Bei Kiefer genuegt fuer den Endschliff 180er Schleifpapier. Vor dem Auftragen der Beize, das Holz Waessern = gut anfeuchten und trocknen lassen, dadurch stellen sich lose nicht abgeschliffene Holzfasern auf, diese mit einem frischen/scharfen Schleifpapier 220/320 abschleifen, den Schleifstaub entfernen (absaugen) .

    Der gruene Farbeffekt entsteht (kann?) durch die Lichtreflexion, das Licht wird vom Holz reflektiert und beim Durchgang der aufgetragenen Beize filtert diese die anderen Farbanteile aus. In manchen Faellen entsteht ein Regenbogeneffekt. Die Farben der Anilinbeizen, sind meist aus lichtbestaendigeren Grundfarben gemischt, bei zu starkem Beizeauftrag, kann die Beize auf der Oberflaeche auskristallisieren, dies kann auch unerwuenschte Farbeffekte erzeugen.

    Bie Beize muss schnell und gleichmaessig aufgetragen werden und die ueberschuessige Beize muss abgewischt werden, ich benutze dazu einen leicht feuchten Zelluloseschwamm und nehnme die Beize in Faserrichtung damit ab. Solange die Beize noch feucht ist, gleiche ich mit dem Schwamm Farbunterschiede aus.

    Der Pinsel sollte keine Metallzwinge haben, Metalle reagieren mit Anilinbeize, dies kann auch Farbveraenderungen hervorrufen. Die Wassermenge muss einigermassen genau eingehalten werden, ich loese meine Beizen in heissem destilliertem Wasser auf und ruehre solange bis sich alles aufgeloest hat, die Beize giesse ich dann durcht ein xmal gewaschenes Trikot

    Eine gebeizte Oberflaeche kann nicht mehr geschliffen werden, sonst entstehen Flecken (wolkige Farbunterschiede).

    Der Farbton der Beize erscheint nach dem Oelen dunkler.

    Als Gedankenanstoss

    mfg

    Ottmar


     
  3. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
    18.620
    Ort:
    Dortmund
    Mach es, wie die Softwareentwickler: Die Fragen immer, ob man einen Fehler reproduzieren kann. Nimm aber in diesem Fall kein Akopads, ein sauberen Behälter usw. Trage aber genauso dick auf und arbeite nochmal nach. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der grünliche Effekt von einer normalen Farbstoffbeize stammt. Vermutlich wird es Clou Pulverbeize gewesen sein, da hab ich so einen Effekt noch nicht gesehen.

    Grundsätzlcih gilt: Vor dem Beizen schleifen, wässern, trocknen, schleifen. Das wässern evtl. mehrfach wiederholen. Und dann beizen und nach dem Beizen nicht mehr schleifen. Erst nach der Grundierung mit einem Lack schleifen. Grund: Die Beize färbt nur die oberste Holzschicht, du hast im Nu wieder die Farbe runtergeschliffen.

    Wenn du Ölen willst, ist Beize immer so eine Sache, geht grundsätzlich, aber optimal ist das nicht. Da sind ölhaltige Lasuren oder gefärbte Öle sinnvoller.

    Akopads: Enthalten die nicht auch Tenside (Seife)? Das wäre dann keine gute Idee.

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