Go Brett - Fragen zur Oberflächenbehandlung

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Unregistriert, 19. Dezember 2008.

  1. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Wertes Forum,

    ich habe vor, mir ein Gobang zu bauen. (sowas hier: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.)

    Ich werd Kiefer oder Fichte verwenden. Meine Frage ist, wie ich die Oberfläche gestalten soll. Das Endergebnis soll idealerweise so sein:

    eine schöne Maserung, gelblicher, heller Farbton
    kräftige, deckend schwarze Linien (1mm)
    mattes Finish, robust (Linien sollten geschützt sein)

    Meine Vorstellung ist, zuerst das Brett 1, 2mal einzuölen, dann mit einem Edding, Lackstift, Radiograph oder ähnlichem die Linien zu zeichnen und abschließend einen matten Klarlack aufzubringen.

    Ich frag mich, ob das so funktionieren kann. Ich befürchte, dass sich die schwarze Farbe verläuft oder auf dem Ölgrund nicht hält. Auch mag der Lack die Farbe angreifen und die Linien verwischen.

    Meine konkrete Fraqe ist also, welche Mittel ich verwenden sollte? Öl? Lacke auf Wasserbasis oder was anderes?

    Danke schon mal!
     
  2. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
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    Dortmund
    Was gehen könnte:

    1. mit Osmo TopOil grundieren, dann nochmal leicht die Oberfläche anschleifen (320er Papier)

    2. mit Osmo Landhausfarbe schwarzgrau (ist eigentlich schwarz) die Linien ziehen, z.B. Rapidograph, Feder... Alternativ Osmo Dekorwachs schwarz, der ist aber etwa dickflüssiger.

    3. mit Osmo TopOil (matt) versiegeln, evtl. mehrfach. Hauchdünn mit Lappen oder Ballen aufpolieren.

    Weil alles auf Ölbasis, sollte das ein gutes Gesamtkonzept sein. Die Farbe wird, wenn sie getrocknet ist, auch nicht mehr angelöst. Und Osmo Top-Oil macht eine matte Oberfläche. Ob die mit der Zeit durch Poliereffekte glänzender wird, wäre noch offen.
     
  3. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Danke für die Anregungen.

    Du meinst also, das gleiche Öl zum Grundieren und zum Versiegeln zu verwenden, was mir sehr vernünftig erscheint, ich wills ja nicht zu teuer werden lassen (da kauf ich mir vorher ein schönes Gobbang).

    Das mit den Linien ist halt noch fraglich, weil Farbe & Rapidograph kaufen, ... ich hätts gern einfach, also Sharpie oder sowas in der Richtung (Edding eher nicht, ist kein schönes Schwarz, starken Blaustich). Nur, ist das Öl wachshältig? Ich hab gelesen, dass auf Wachsflächen die meisten Stifte nicht halten...
     
  4. hemmi1953

    hemmi1953 ww-robinie

    Beiträge:
    841
    Hallo,

    es gab früher doch im Grafikerbereich die Anreibebuchstaben. In der Art gab es auch Linien. Einer der Hersteller hieß "Letraset". Ich selbst habe vor Ewigkeiten viel damit gearbeitet, auch auf Holz mit anschließender Lackierung. Ich habe aber keine Ahnung, ob es diese Materialien heute noch gibt.

    Dann erinnere ich mich, dass es Linien von der Rolle gab. Das war ein schmales Band, welches selbstklebend war. Wurde auch von Grafikern und Architekten benutzt.

    Viel Erfolg wünscht

    Christof
     
  5. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
    18.368
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    Dortmund
    Müsste man mal ausprobieren, ob z.B. Lackmalstift von Edding (ist ja richtiger Lack, Edding 780) und Osmo Topoil sich vertragen. Das wäre dann eine billige Lösung. Ich teste es mal aus, geb dir noch bescheid.

    Nachtrag: Klappt leider nicht, der Lack des Edding wird durch das Benzin im Osmo-Öl angelöst. Was dann noch gehen könnte, wäre ein lösemittelfreies Öl, was leicht schichtbildend verarbeitet werden kann, z.B. Auro PurSolid. Sowohl zur Grundierung wie auch für das End-Finish.

    Oder du lässt die ganze Sache mit dem Ölen und gehst lieber in Richtung Lack. Ein wasserbasierter Lack wird z.B. den Edding Lackmalstift vermutlich nicht anlösen.
     
  6. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Danke vielmals für die Mühe! Das nenn ich mal Service!

    Also werd ich mal nach einem lösemittelfreiem Öl Ausschau halten oder halt Lack. Ich als Laie dachte, Öl sei besser geeignet, weil es die Maserung schön herauskommen lässt.

    @Christof: klingt interessant, werd ich mich mal umschauen. Denke aber, dass die Linien sehr schwierig zu applizieren sein werden, sind immerhin 38 Linien zu je 400 mm, bei 1mm Breite... Wenn das nicht gerade wird, sieht man das sofort. Dafür hat es den Vorteil, dass man Fehler leicht ausbessern kann.

    lg Ullrich
     
  7. tobi d.

    tobi d. ww-birnbaum

    Beiträge:
    236
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    Hallo

    eine möglichkeit wäre auch:das Brett 2x lackieren(mit zwischenschliff)
    dann die Linien mit einer Reißnadel einzeichnen
    dann mit etwas "runderer"Spitze nacharbeiten,so daß eine
    vertiefung (Rille)entsteht
    nun die Fläche schwarz lackieren
    wenn das Schwarz durchgetrocknet istdie Farbe von der Fläche
    schleifen----bis auf die Klarlckschicht.Im Idealfall bleiben nun die
    schwarzen Linien übrig.Noch einmal Klarlack lackieren und fertig.



    Tobi
     
  8. gleiter

    gleiter ww-robinie

    Beiträge:
    2.266
    Ort:
    Österreich
    Hast Du das schon mal so gemacht? Und wenn ja, mit gutem bis sehr gutem Ergebnis?

    Die Thematik interessiert mich auch sehr stark, seit Jahren schon will ich mir ein Carrom - Brett bauen und habe noch immer keine wirklich brauchbare Lösung für das Aufbringen der vielen Muster und Linien gefunden. Das Problem hier: Die Oberfläche muss wirklich absolut eben sein, da ist sogar so ein Letrasetstreifen zu hoch.
     
  9. manfred-belgien

    manfred-belgien ww-pappel

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    6
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    belgien
    Hallo zusammen,

    nur mal so ein Anstoss.

    wie wäre es denn die Linien mit einem Lötkolben einzubrennen wie auch die bilder gemacht werden ??
    ob machbar wenden bestimmt andere im Forum besser sagen können als ich !


    gruss Manfred
     
  10. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Verschiedene Versuche

    Hallo alle!

    Hab ein bisschen getestet.
    Grundierung: Öl & Lack
    Linien: Edding, Faber-Castell Tecpen, vertiefte Linien, Brennmethode

    Ergebnisse:

    – Auf Ölgrund verlaufen die Linien quer zur Faser ein bisschen, Edding mehr als Tecpen.

    – Auf Lackgrund hält der Tecpen nicht, Edding ist hier perfekt.

    – Vertiefen ist unabhängig vom Grund unbefriedigend, weil quer zur Faser die Vertiefung wellig wird.

    – Einbrennen wird nicht gleichmäßig schwarz, außerdem ist es die schwierigste Technik (keine Fehlertoleranz, wie bei den vertieften Linien)


    Die Entscheidung fällt auf Lack + Edding. Die Linien halten sehr gut, und das Ergebnis ist in beiden Richtungen perfekt, gerade, gleichmäßige Linien mit scharfen Kanten. Deckt auch sehr gut.

    Dann kanns ja losgehen mit dem Brett! Danke für die Hilfe!
     
  11. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Ort:
    Dortmund
    Und welchen Lack machst du dann über den Edding als Schutzlack? Darf dann ja kein lösemittelhaltiger sein, weil der den Edding anlösen würde.
     
  12. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Wasserbasis. Hab ich zwar noch nicht probiert, aber mach ich mir keine Sorgen, Edding ist ja nicht wasserlöslich.
     
  13. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
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    Ort:
    Dortmund
    Dran denken: Nahezu jeder Wasserlack enthält auch Lösemittel (typisch 4-10 %). Würd ich vorher testen...
     
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