Furnieren mit Pattex

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Unregistriert, 22. Februar 2008.

  1. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo allerseits,

    ich habe vor ein abgerundete Fläche mit Kontaktkleber zu furnieren,
    das Furnier ist Buche, allerdings sind leichte Wellen/Beulen im Furnier, und ich mache mir Sorgen, ob das auch dauerhaft hält.
    Spielt die Nachbehandlung (Ölen, Wachsen, Beizen, lackieren,...) da eine besondere Rolle, nicht dass sich dadurch das Furnier wieder ablöst....

    Alternativ wäre ja auch eine Verleimung möglich, aber dafür bräuchte ich eine entsprechende Negativform zum Andrücken, und da würde ich mir Sorgen machen,
    dass es irgendwo aufgrund der abgerundeten Form nicht richtig angedrückt wird...
     
  2. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    oops,

    Grussworte vergessen:

    Vielen Dank für eure Antworten

    Thomas
     
  3. Ralph.K

    Ralph.K ww-ahorn

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    111
    Ort:
    Brasilien
    Hallo Thomas, (Unregistriert?)

    Dein Vorhaben funktioniert. Man muß nur einiges beachten...
    Da du jedoch unregistriert bist. Weiß ich ja nicht ob du meine Antwort bekommst. Also wäre es hilfreich dich zu registrieren. Sonst weiß ich ja nicht ob sich meine mühe lohnt!?

    Grüße

    Ralph
     
  4. Tomacar

    Tomacar ww-fichte

    Beiträge:
    15
    Ort:
    Mittelrhein
    Hoppla,

    hatte den Beitrag vom Büro aus eingestellt, hier zu Hause habe ich sogar einen Account... :emoji_slight_smile:

    Also, dann ich mich mal sehr gespannt auf die Tipps...

    Es geht um die Seiten an dieser Standbox (bereits montiert)
    [​IMG]
     
  5. Schumi

    Schumi ww-nussbaum

    Beiträge:
    86
    Ort:
    Hargesheim
    Ich kann dir zwar keine Tipps geben, aber ich kann dir eine Erfahrung von mir schildern. Ich habe letztes Jahr Kunststoffteile, welche ebenfalls gebogen sind, mit Zebrano furniert. Vorneweg, ich musste nach ein paar Monaten alles wegwerfen, allerdings ist das auf die großen Temperatursprünge im Sommer und Winter zurückzuführen. Ich habe das Furnier mit Sprühkleber aufgeklebt. Einfach beide Seiten eingesprüht, ein paar Minuten gewartet und dann mit viel Druck und schnell aufeinandergeklebt. Mir sind dann halt durch die Temperatursprünge die Kanten zwischen den Furnieren aufgegangen! Das Furnier hat zu sehr gearbeitet :emoji_frowning2:!

    Wenn du nun guten Sprühkleber nimmst, müsste es meiner Meinung nach funktionieren!

    Grüße
     
  6. Tomacar

    Tomacar ww-fichte

    Beiträge:
    15
    Ort:
    Mittelrhein
    Hallo,

    was gibt es denn bzgl. der Nachbehandlung (Beizen, Ölen, Wachsen, Lackieren) beim Furnieren mit Pattex (Kontaktkleber) zu beachten?

    Nicht dass die Beize hinterher den Kleber löst..
    Oder man nach dem Wachsen/Ölen nicht mehr Beizen/Lackieren kann...

    Ich würde mir da gerne die Möglichkeiten offen halten...
     
  7. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    also Furnieren mit Pattex geht. Auch nachträglich lackieren Ölen oder wachsen.
    beim Lackieren mit Lösemittelhaltigen Lacken sollte man das lieber mehrfach dünn auftragen als zu dick. Vor allem nach dem Aufpressen lange genung liegen lassen damit auch die Lösemittelanteile im Kleber sich verflüchtigen können.
    Wenn das Furnier schon wellig ist leicht anfeuchten und zwischen zwei sauberen zulagen "trocknen" lassen. In Klammern deshalb weil es nicht wieder sooooooooooooo trocken werden sollte das es Wellen bekommt.
    Nach dem Wachsen kann man in der Tat nicht mehr Beizen, lackieren oder Ölen. Und zwar unabhängig davon ob Holz, furniert ob mit Pattex, Heißpressenleim oder Weißleim.
     
  8. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo,

    vielen Dank für die Info.

    Wie sieht es mit beizen aus?
    Das Furnier ist aus Buche, ich möchte aber verhindern, dass diese zu gelblich wird mit der Zeit , und dachte mir, ich könnte das Buche Furnier hell (weiss) beizen, damit es hinterher nicht gelblich wird.

    Gruss,
    Thomas
     
  9. netsupervisor

    netsupervisor ww-ulme

    Beiträge:
    168
    Ort:
    Bayreuth
    Hallo Thomas,

    ich empfehle dir nicht, das Holz weiß zu beizen, da bekommst du an den Kanten unschöne Ränder beim Schleifen, wo du die Beize unverhinderbar wegschleifst. Empfehle dir mit einem UV-beständigen Filterlack zu arbeiten, der das Holz vor UV-Licht schützt, diese bringt das Holz zur Verfärbung.
    Dieser Lack ist zwar etwas teuerer, aber wenn man Wert auf die Lichtbeständigkeit legt, dann würde ich dir das durchaus empfehlen. Was du noch alternativ machen kannst ist in eine Klarlack etwas Weißlack zu mischen, dass ein leichter Weißton ensteht, allerdings ist das sehr schwierig und von der Dosierung muss man vorher Probelackierungen fahren.

    Beste Grüße und viel Spaß beim Arbeiten.
    Manuel
     
  10. Rühl

    Rühl ww-robinie

    Beiträge:
    2.153
    Ort:
    Hildesheim- Bockenem
    Wenn du einen Kontaktkleber nimmst ist der "erste" Anpressdruck wichtig für die Haltbarkeit!

    Am besten ein glattes Stück Holz nehmen und das Furnier mit dem Hammer den nötigen Druck verleimen.
    Also das Stück Holz (Zulage) auf die gerade aufgelegte Fläche halten und dann systematisch mit kräftigen Schlägen aufbringen.
    Ggf. die Form der Zulage deiner Wölbung anpassen.



    Gruß Ulf
     
  11. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallole,

    habe gestern mal versucht an einen Probestück mit gleicher Biegung das Furnier mit Kontaktkleber aufzubringen...

    Die Klebkraft des Klebers (Sinuslive KK1000) reichte leider nicht aus, dazu muss ich aber auch sagen, dass das Furnier relativ wellig ist.

    So wie mache ich das nun?
    Entweder bauche ich ne Gegenform, die 100% passend ist, da darf dann aber nicht mal ein halber mm Luft sein, sonst werden die Wellen im Furnier nicht angedrückt, hinterher habe ich dann den Schlamassel, da ich das Endergebnis erst dann sehe, wenn ich die Form wieder abnehme. Dann könnte ich Holzleim verwenden.

    oder ich brauche einen stärkeren Kleber....
    nur welchen....
     
  12. SimonS

    SimonS ww-birnbaum

    Beiträge:
    229
    Ort:
    Schwäbisch Hall
    Hallo,
    hier wäre vielleicht der Einsatz einer Vakuumpresse gerechtfertigt.
    Wird hier im Forum des öfteren behandelt.
    Grüße
    Simon
     
  13. Tomacar

    Tomacar ww-fichte

    Beiträge:
    15
    Ort:
    Mittelrhein
    Hi,

    hatte ich mir auch schon überlegt, ist aber ein ziemlicher Aufwand, bzw. produziert es weitere Kosten, müsste ich ja machen lassen....

    ich bin mir auch nicht sicher, ob das Vakuum reicht um um die Biegung im vorderen Bereich zu kommen:

    [​IMG]

    Wäre Knochenleim vielleicht eine Möglichkeit, oder verfügt der nicht über genügend Klebkraft im erwärmten Zustand?
     
  14. netsupervisor

    netsupervisor ww-ulme

    Beiträge:
    168
    Ort:
    Bayreuth
    Hi,

    also bei Rundungen verwende ich schon immer das gute alte Bügeleisen und wasserfesten D3-Weißleim. Funktioniert tadellos und bei Rundungen allemal besser als irgendwelche Pattex-Kleber. Wichtig ist nur dabei zu beachten, dass sich das Furnier sehr stark zusammenzieht und wieder dehnt, aber mit Einsatz von Fugenleimpapier gehts eigentlich prima. Man arbeitet sich dann gegen die Faser schön vorwärts, dann hat das Furnier gute Möglichkeiten sich zu dehnen bzw. zu schrumpfen. Außerdem macht der Profi-Schreiner das auch nicht anders, wenn er Kanten auf ein Werkstück aufleimt, hab ich mir schließlich von einem Meister abgeguckt :emoji_slight_smile: Bügeleisen auf Baumwoll-Hitze und viel Geduld, dann klappt das meistens prima.

    Probiers aus!

    Grüße
    Manuel
     
  15. Tomacar

    Tomacar ww-fichte

    Beiträge:
    15
    Ort:
    Mittelrhein
    Hi,

    das liest sich doch schon mal gut!

    welchen Leim genau meinst Du mit D3-Weissleim???

    edit: selbst ist der Mann, scheint also wirklich universeller und wasserfester Weißleim nach EN 204 (D3) zu sein.... :emoji_slight_smile:

    ist das ger "normale" Wasserfeste Ponal, UHU, Parkettfugenleim?

    wärst Du so nett und könntest die Verabeitungsschritte kurz mal auflisten?

    Vorher einstreichen, beidseitig? und dann aufeinanderlegen und mit dem Bügeleisen drüber?

    Was ist denn Fugenleimpapier ich finde dazu nur schmale Rollen, und ich habe ja eine grosse Fläche zu kleben 130 x 35 cm

    merci! :emoji_slight_smile:
     
  16. netsupervisor

    netsupervisor ww-ulme

    Beiträge:
    168
    Ort:
    Bayreuth
    Hi,

    gut recherchiert! :emoji_slight_smile: Ja, ganz normaler wasserfester Leim, D3 oder D1 usw. sagt nur etwas über die Härtegrade beim Leim selbst, wie hart dieser wird. D3 ist schon etwas härter, normaler Leim hat den Wert D2. Ich benutze normalen Leim von Kombicol, also gleichwertig zu Ponal wasserfester Leim usw.

    Fugenleimpapier schaut ähnlich wie Krepp-Malerband aus, nur ist es wesentlich dünner und ca. 2-3cm breit. Es wird verwendet um die einzelnen Furnierblätter an der gefügten Stoßkante zu verbinden, so dass sie beim Pressen bzw. Leimen nicht auseinander driften und hässliche Spalten zwischen den Furnierbahnen entsehen. Gut verklebt sieht man nach dem Schleifen nicht mal bei genauen Hinschauen noch einen Übergang von einem Furnierblatt zum nächsten.
    Bitte aber das ungelochte Fugenleimpapier verwenden, das hat mehr Zugkraft. Allerdings wirst du wohl für deine Arbeit keins brauche. Da tuts normales Krepp-Band auch. Würde vorher aber schon mal testen, ob es beim darüber bügeln sich verändert, schmilzt etc. Der Schreiner von Früher hat manchmal auch Butterbrotpapier mit wenig Leim verwendet, klappt auch.

    Also, dann hier mal eine kurze Vorgangsbeschreibung:
    1. Furnierblätter an der Kante fügen, d.h. eine gerade Schnittkante erzeugen, ich mache das immer mit der Festool Tauchsäge und der Schiene, mehrere Blätter übereinander legen, dann klappts am besten. Notfalls Kanten ein wenig mit Schleifpapier nacharbeiten. Habe schon Anleitungen gesehen, die es mit zwei Brettern und dazwischen gezwingten Furnierblättern mit einem Cuter geschafft haben, gerade Kanten zu erzeugen, allerdings hab ich das noch nicht ausprobiert.
    2. Furnierblätter dann zu einem Bild an den Stoßkanten zusammenkleben, es muss kein durchgehender Klebestreifen sein, immer mit 10cm Streifen mit 5cm Abstand einen Klebestreifen aufsetzen, natürlich da die Klebestreifen anbringen, wo du bügelst, natürlich nicht auf der Klebefläche des Furniers :emoji_wink:
    3. In deinem Fall am besten das Furnier von der Rückseite mit Leim bepinseln bzw. mit einer Farbrollwalze beleimen, jetzt fängt natürlich das furnier an sich zu wellen, das macht aber nichts
    4. verklebtes Furnier-Bild mit mind. 1 cm Kantenüberstand aufs Werkstück auflegen und dann längsseitigen (mit der Faser)-bügeln, gegen die Faserrichtung langsam unter leichtem Druck anbügeln, du siehst dann schon wenns dampft, dann verdunstet das Wasser im Furnier und im Leim. Schön an die Kanten aufdrücken, weil da muss der Leim gut halten. Keine Hektik dabei, das dauert schon ein wenig, bis der Leim anzieht. Im Endeffekt bügelst du also Blatt für Blatt längs auf...
    5. Danach gut auskühlen lassen, erst dann die überstände mit dem Bündigfräser abnehmen bzw. mit einem scharfen Beitel wegziehen, keinen Cuter verwenden, das funktioniert ziemlich schlecht
    6. Letzlich: Klebestreifen entfernen, mit K180 anschleifen und dann lackieren. Beim Schleifen immer schön auf die Kanten aufpassen, die sind gleich aufs Trägermaterial runtergeschliffen, also da schön vorsichtig sein

    Viel Spaß beim Basteln
    Bei Fragen kannst du ja nochmal posten oder mir mailen

    Grüße
    Manuel

    PS. Entschuldigung für alle Rechtschreibfehler!
     
  17. Mister G

    Mister G ww-robinie

    Beiträge:
    792
    Die Klassen D1 bis D4 haben nichts mit der Härte zu tun, sondern kennzeichnen die Beanspruchungsgruppe, für die der Leim geeignet ist.

    Im groben kann man folgende Einteilung festhalten:

    D1 Innenbereich
    D2 Innenbereich mit gelegentlicher kurzzeitiger Feuchtigkeitseinwirkung
    D3 Innenbereich mit hoher Luftfeuchte, witterungsgeschützter Außenbereich
    D4 Außenbereich mit Bewitterung
     
  18. Tomacar

    Tomacar ww-fichte

    Beiträge:
    15
    Ort:
    Mittelrhein
    Hallo,

    vielen Dank für die Anleitung!

    ich habe für die Seitenteile jeweills ein grosses Furnierblatt, so dass es gar keine "Nähte" geben wird, diesen Risikofaktor kann ich also schon mal ausschliessen,
    könnte aber sein, das das verkleben eines so grossen Furniers 130x35cm auch nicht ohne ist... :emoji_slight_smile:

    Hier mal das Ergebnis der Verklebung mit SinusLive KK1000 auf meiner Testform
    evtl. habe ich den Kleber nicht lange genu lüften lassen 15min waren es aber bestimmt, da er als ich einen Teil des Furniers entfernt habe immer noch nicht ausgehärtet war....
    Könnt also immer noch sein, dass es am Kleber liegt, bzw. an der zu kurzen Ablüftung... das Foto wurde 2 Tage später gemacht...

    Man kann auch ganz gut die Beulen im Furnier erkennen, die waren allerdings schon so im Furnier drin,
    was die ganze Sache natürlich erschwert... :mad:

    [​IMG]
     
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