Frage zu Holzbestimmung

FräserStephan

ww-ulme
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Guten Abend liebes Forum,

Ich hab ein Problem.

Ich habe von einem Bauern für schmale Kasse einen rund 4,5m langen und im Mittel rund 60cm dicken Holzstamm erworben.

Nach meine kurzen in Augenschein nahme und nach Angabe des Bauern handelt es sich um Eiche.

Jetzt habe ich den Stamm gestern zum Sägewerk gebracht um ihn auftrennen zu lassen, dort meinte der Sägemeister zu mir, es handelt sich um Linde, auf keinen Fall Eiche.

Jetzt habe ich heut.es mal den restlichen Stumpf fotografiert, da ich vom Balken selber keine Bilder habe.

Können die Experten hier im Forum mal drauf gucken und Ihre Meinung dazu kundtun.

Wenn es sich wirklich um Linde handeln sollte, was mach ich dann damit??

Hab ersteinmal einen Sägestopp veranlasst.

Ich bin gespannt auf die Meinungen.

Gruß Stephan
 

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Chris949

ww-nussbaum
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Hallo Stephan, lass' dir nichts einreden! Für mich ist das sicher Eiche. Farbe und auffällige Jahresringe sprechen sehr dafür. Mach doch mal eine Geruchsprobe: Eiche hat noch längere Zeit nach dem Schnitt einen auffällig säuerlichen Geruch.
Viel Spaß mit deiner Eiche!

Beste Grüße, Christian
 

Holz-Christian

ww-robinie
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Hallo Stephan.

Das ist ganz sicher keine Eiche.
Ich tippe auch auf Linde. Sowohl der Rinde als auch der Struktur nach.

Übrigens haben die beim Fällen ein hübsches Eisenlstück erwischt. Evtl. ein eingewachsener Nagel.
Zu erkennen etwa 7-8 Jahresringe links neben der Markröhre.
Wäre das Eiche, wäre das umliegende Holz bereits dunkelblau/ schwarz gefärbt.
Dem umliegendem Pflaster nach war das ein Hofbaum.
Da werden noch mehr Überaschungen aus Metall drin sein.

Gruss Christian.
 

Jan1990

ww-ulme
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Hallo

Ja ich würde auch sagen das das eine Linde ist.

Linde ist eine fast weißes, weiches Holz welches früher viel als Blindholz eingesetzt wurde. Besonders beliebt ist es bei Holzbildhauern und Schnitzern.

Mfg jan
 

FräserStephan

ww-ulme
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Alles klar, ich danke euch.

Was mach ich jetzt mit dem guten Stück??

Abholen und Brennholz von machen??:eek:

Zurückgeben kann ich den nicht mehr!!
 

Fritze

ww-eiche
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Hallo!
Nun sage noch einer die Bauern sind Dum. Ne Linde als Eiche verkaufen, also Respekt. Auf den Deal würde ich ein Patent anmelden.
Nun mal im Ernst, wenn der Bauer dir ne Linde als Eiche verkauft heisst das so viel wie das er den Unterschied zwischen Roggen, Weizen , Gerste und Hafer nicht kennt. Dies dürfte sehr Unwahrscheinlich sein.
Dein Hauptproblem dürften die Fremdkörper im Holz sein. Für den fall das du dich entschliesst den Stamm durchs Gatter zu Jagen könnte das möglich sein das der Sägewerker ein ernstes Wörtchen mit dir redet.
So hart es auch klingen mag, eigentlich kannst nur noch Brennholz draus machen um aus dem Trauma zu entfliehen.
Gruß!
 

Friederich

ww-robinie
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Eventuell in handliche Stücke spalten und als Schnitzholz verwenden/verkaufen. Dafür ist es wirklich gut geeignet.
Der Bauer hats übrigens faustdick hiner den Ohren:emoji_slight_smile:
Gruß
Friederich
 

Baumpfleger

ww-kastanie
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Bisher weiß hier keiner, was du aus dem Holz machen möchtest! Vielleicht machst du einfach mit deinem Holz weiter und gut. Mit den ganzen Mutmassungen hier mit den vielen Fremdkörpern im Stamm ist reines Glaskugellesen. Die dunkle Stelle kann genauso gut eine alte Astungswunde mit Lufteintritt sein. Ich könnte jetzt nicht zu 100% sagen, dass oben ein Nagel sitzt. Beim Sägen wäre der erstmal blank geworden!
Und dem Bauern gleich Vorsatz und Betrug unterstellen,... fahr doch einfach nochmal zu dem hin und sprech ihn direkt drauf an- soll manchmal schon helfen! Wenn du Zugang zu dem Wurzelstumpen hast, riech einfach mal dran, Eiche riecht stark nach Gerbsäure- ein eher unangenehmer Geruch.
Von der Borke her könnte evtl auch Ahorn passen
Grüßle Klaus
 

max_power

ww-ahorn
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Nun sage noch einer die Bauern sind Dum. Ne Linde als Eiche verkaufen, also Respekt. Auf den Deal würde ich ein Patent anmelden.
Wer sagt eigentlich, dass ein Bauer eine Eiche erkennen muss? Bei uns gibts Bauern die erkennen gerade noch Biomasse - da wissen sie dann allerdings den tagesaktuellen Weltmarktpreis :emoji_slight_smile: Bäume gibts auf deren Grund schon lange keine mehr …

Wenn der Stamm wirklich günstig war, ist Brennholz vielleicht auch ein guter Deal?
 

blacksaxon

ww-ahorn
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Nebenbei gesagt hat auch Lindenholz einen charakteristischen Geruch. Leider kriegen wir den hier nicht durch die Drähte...
Andrerseits wärs auch schade um das Stämmchen. Die Nägel sollten sich ja auf die unteren 1,5 Meter beschränken. Frag doch mal bei Drechslern oder Schnitzern nach
 

FräserStephan

ww-ulme
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Also ich wollte das Holz eigentlich in Bohlen auftrennen lassen und erstmal ablagern.

Gedacht waren Tisch und Bank, sowie diverse andere Sachen die man im Garten so basteln kann draus zu machen.

Da sich Linde wohl kaum für draussen eignen wird:confused:, muss ich wohl schauen was ich damit mache.

Ich kann es ja ruhig sagen, ich habe 100€ für den Stamm bezahlt, ich denke das es nicht zu viel war!???
 

Keilzink

ww-robinie
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... grob und im Kopf gerechnet läuft das auf einen Raummeter raus, was du da gekauft hast - bisschen mehr vielleicht. Der kostet zur Zeit bei uns in BaWü 120 Euro - in der höchsten Preisklasse: also ausschliesslich Rot-und Hainbuche, den Meter zweimal gesägt und gespalten, auf den Hof geliefert. Dazu kommt, dass der Vergleich des Brennwerts von Linde zur Buche mager ausfällt: 2100 kw/rm bei Buche, 1500 kw/rm bei Linde.

Fazit: Brennholzmässig hast du ein denkbar schlechtes Geschäft gemacht - die Hälfte von dem, was du bezahlt hast, wäre noch zuviel gewesen.

Anders sieht das aus, wenn du Schnitzer oder Drechsler findest, die das Holz verarbeiten wollen. Aber die meisten von denen suchen trockenes, verarbeitungsreifes Holz und haben ihre eigenen Quellen ... Früher war gute Linde sehr gesucht, aber seit der Trend bei Möbeln in Richtung glatt und rechtwinklig geht ... und einen geschnitzten Heiligen stellen sich auch immer weniger Leute in die Diele ...

Anbieten, bei ebay-Anzeigen wäre eine Möglichkeit. Dabei Verhandlungsbereitschaft zeigen, was Abnahmemenge und Preis angeht. Dann bekommst du deinen Hunderter vielleicht zurück ...

Gutes Gelingen:
Andreas
 

blacksaxon

ww-ahorn
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Gerade im bäuerlichen Bereich hat man ja die Eigenschaften von Holz gezielt genutzt. Weide z.B. war gut für Sensenstiele, da leicht, biegbar und kaum zum Werfen und Reißen neigend. Linde ist ähnlich, wir haben heute noch nen Getreidescheffel und ein Litermaß aus Linde, letzteres sogar noch mit Eichstempeln aus den 50er Jahren. Aber man muss halt jemanden finden der diese Eigenschaften nutzen kann und will. Im Außenbereich und für beanspruchte Oberflächen ist Linde ungeeignet. Für Brennholz wären 100€ zu viel. Man hätte dann hier ein schönes Beispiel für die vielzitierte Bauernschläue...
Gruß
Paul
 

FräserStephan

ww-ulme
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Vielen Dank für eure Hilfe,

Ich bin gerade noch einmal da gewesen, es ist tatsächlich so, das ich von 12 gefällten Bäumen die einzige Linde erwischt habe. Vom Geruch sind alle annähernd gleich, von der Farbe im Querschnitt auch sehr ähnlich, jedoch ist die Eiche im Vergleich doch etwas dunkler. Was aber sofort auffiel, als ich mit der Hammerspitze in den jeweiligen Stumpf geschlagen habe. Bei Eiche war so gut wie kein eindringen und bei der Linde blieb er stecken. Die einzige:emoji_frowning2::emoji_frowning2:

Alles andere sind Eichen, die aber schon zu Brennholz verarbeitet wurden.

Da hat der Bauer und auch ICH, einfach nicht richtig hin geschaut.

Ich werde schauen das ich irgendetwas sinnvolles draus mache. Brennholz ist mir zu viel Arbeit.
 
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