Fichte künstlich altern

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von Holzwurmxxl, 23. Oktober 2011.

  1. Holzwurmxxl

    Holzwurmxxl ww-pappel

    Beiträge:
    3
    Ort:
    Kassel
    Ein unbehandelter Fichtenschrank der Gründerzeit hat einen honigfarbenen Farbton mit einem leichten Grauschleier angenommen. Für eine Restaurierung müssen einige Holzteile ausgewechselt werden. Wie lässt sich das neue, helle Fichtenholz farblich anpassen?
     
  2. schorsch

    schorsch ww-robinie

    Beiträge:
    1.311
    Hallo,
    Beizen ist meiner Ansicht nach das Beste und reproduzierbarste Mittel um einen Farbton anzugleichen.
    Gruß Georg
     
  3. bagalut

    bagalut ww-birke

    Beiträge:
    71
    Ort:
    Kiel
    Hallo Holzwurmxxl,
    Das künstliche Altern von Fichte oder Kiefernholz macht man mit einer Lösung Kaliumpermanganat. Das "lila Pulver" bekommst Du billig in der Apotheke. Man hat es früher zum Gurgeln benutzt und offene Beine darin gebadet.
    Du brauchst nur ganz wenig in etwas warmem Wasser lösen und dann aufs Holz streichen. Aber übe erst etwas an Probestücken! Nadelhölzer die man erst laugt und dann so behandelt sehen gleich "uralt" aus.
    Vom Beizen ist abzuraten (negatives Beizbild)! Da sieht selbst der Laie die Reparaturen.
    Viel Erfolg wünscht
    der bagalut
     
  4. schorsch

    schorsch ww-robinie

    Beiträge:
    1.311
    Hallo,
    ich hab mir das Pulver in der Apotheke besorgt um es einmal selbst zu versuchen. Wie ist das Mischiungsverhältnis?
    Was sich allerdings als schwierig erweisen dürfte, sollte es funktionieren, ist die Beschaffung des Pulvers in größeren Mengen. Die maximale Bezugsmenge beträgt 10g und das nur mit einer Unterschrift. Ist scheinbar gut für Unfug geeignet.
    Gruß Georg
     
  5. bagalut

    bagalut ww-birke

    Beiträge:
    71
    Ort:
    Kiel
    Hallo Georg
    Ich wußte gar nicht, das die Maximale Bezugsmenge reguliert ist?
    Ich habe mein glas Kaliumpermanganat allerdings auch schon "ewig".
    Du brauchst nur eine recht schwache Lösung - damit das Holz einstreichen und trochnen lassen. Das schöne (manchmal auch schlechte) ist, daß das Ergebnis schön "fleckig" wird. ist also nicht so gleichmäßig und künstlich
    Man muß schon ein wenig probieren bis man das richtige Ergebnis hat aber viele künstlich gealterte Möbel werden so hergestellt.
    Ist natürlich nur Einer von vielen kleinen Tricks (Viele mittelchen aus der Küche, vom Essig bis zur Punica-Oase geben den "Antik-Look").
    In größeren Mengen wird aber erst gelaugt und dann mit der Lösung nachbehandelt. Zum Schluß dann das Möbel in Kohlepapier und mit Ketten darauf einschlagen. Fertig ist "echt Antik".

    Es grüßt der
    bagalut
     
  6. edelres

    edelres ww-robinie

    Holz Altern

    Hallo Georg & Forumsfreunde

    ich gehe bei solchen Versuchen folgendermassen vor, loese 10 g in 100ml(g) destilliertem oder abgekochtem Wasser(*) von dieser Mischung verduenne ich eine Menge mit 50ml und eine mit 100ml.

    Theoretisch benutze ich eine 1 % - 5 % - 10 % Konzentration (mathematisch ungenau genuegt aber fuer die Praxis)

    Dies gilt fuer alle Chemikalien mit welchen ich arbeite.

    Diese Loesungen trage ich auf ein Abfallstueck des gleiche Holzesf oder auf einem Moebel an einer nicht ins Auge fallenden Stelle auf.

    Der richtige Farbton, laesst sich nur durch Versuche "Trial and Error" ermitteln.

    Mir ist es moeglich damit Faerbungen zu erzielen, welche harmonisch in die umgebenden Holzteile einblenden.

    Nach Beobachtungen solcher Reparaturen ueber einen relativ langen Zeitraum von 25 - 50 Jahren verhielt der Alterungston bzw das Ausbleichen des eingesetzten Holzes aehnlich der des umgebenden Holzes.

    Beizen auch Lichtbestaendige auf Holz fuer Reparaturen verlieren hier in Kalifornien schon nach kurzer Zeit die Farbe.

    Bei Anilinbeizen kommt noch dazu, dass die Farben durch Mischen von Grundfarben erreicht werden. Rot bleicht am schnellsten aus, der Rest frueher oder spaeter. Ich erlebte dass das gebeizte Holz regenbogenfarbig aussah je nach Lichteinfallswinkel.

    (*) Hartes Wasser beinflusst die Loeslichkeit und das Farbverhalten. Abgekochtes und abgestandenes Wasser in welchem sich die unerwuenschten Stoffe abgesetzt haben geht auch gut.

    Als Gedankenanstoss

    mfg

    Ottmar

    PS: Zur Gefaehrlichkeit: In den Anfaengen der Photographie wurde eine Mischung aus Kaliumpermanganat und Magnesiumpulver als Blitzlicht verwendet. In meiner Lausbubenzeit hatte ich viel Spass damit.
     
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