feuchtes Holz verarbeiten?

Winkeladvokat

ww-pappel
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Hallo ihr Lieben,
hab vor graumer Zeit eine Reportage über dieses Bauvorhaben in Frankreich gesehen, wo sich Menschen zusammengefunden haben und eine Burg bauen mit den Mitteln und Methoden des Mittelalters. Dort wurden auch zwei Schreiner gezeigt, wie sie in den Wald gezogen sind und einen Baum gefällt haben. Nachdem sie ihn stundenlang in die richtige Form gehauen hatten, haben sie den gleich in den Dachstuhl eingebaut.
Als Laie dachte ich immer Holz müsste ersteinmal eine längere Zeit gelagert werden, damit die Feuchtigkeit reduziert wird, oder ist das garnicht nötig?
Grüße
 

WinfriedM

ww-robinie
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Wenn es so konstruiert ist, dass es auch eingebaut gut trocknen kann und die Dimensionsänderungen dabei nicht stören, kann ich mir das vorstellen.
 

fritz-rs

ww-robinie
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Im Baubereich wird üblicherweise, z.B. für Dachstühle, halbtrockenes Holz verbaut.
Das hat den Vorteil, daß es in die Konstruktion eingespannt ist und sich nicht so, wie freiliegendes Holz, beim völligen Trocknen verziehen kann.
Bei einem Einsatz in einem Dachstuhl hätte ich auch keine Bedenken gegen Frischholz, wenn es nicht nach heutigen Regeln mit Folien usw. schnell von der weiteren Auslüftung abgehalten würde.
Ich weiß auch, daß Sperrbahnen, wie z.B. Delta max dampfdiffusionsfähig sind.
Ich denke auch mehr an die Summe der Verkleidungen und die Verpackung mit Dämmstoffen.
Da nähme der Schimmel bei Frischholz schnell oberhand und die Tierchen würden sich hier auch versammeln.

Gruß Fritz
 

Mich985

ww-ulme
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Gehen tut alles,

in Hildesheim wurde vor ca.25 Jahren? ein Fachwerkhaus auf dem Marktplatz neu errichtet (Knochenhauer Amtshaus). Die riesigen Mengen Eichenbalken die benötigt wurden kamen ohne große Umwege von der ICE Trasse die gerade durch den Hildesheimer Eichenwald gebuddelt wurde.

Ich weiß nicht wieviel Restfeuchte die Balken noch hatten, später waren teilweise viele Zentimeter Platz zwischen den Verbindungen die schon so aussahen als ob der Zapfen gleich aus dem Loch hüpft.

Aber das Haus steht immernoch und sieht toll aus.

LG der Micha
 

Bansky

ww-birke
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Na wenn die Eiche ohne große Umwege geschnitten, abgebunden und eingebaut wurden, dann waren sie alles andere als trocken. Denn soweit ich weiß, sagt man pro cm Dicke eines Eichenbalken ca. 1 Jahr Trockenzeit. Kammertrocken geht bei Eiche auch nur sehr schwer, da sie sich verschließt und die Feuchtigkeit nicht raus kann.

Bitte verbessert mich, falls ich falsch liege...
 

Helferlein

ww-nussbaum
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Hallo Zusammen,
In der tat wurde im Mitelalter das Holz "grün" verbaut. Die Leute hatten damals schlicht keine Zeit ihr Bauholz jahrelang trocknen zulassen. Wenn zum Beispiel ein Haus abgebrannt war gings ab in den Wald Holz schlagen und ein neues Haus errichten. Solange das nicht fertig war, campierten die Bewohner auf der wiese.
Schaut euch die Fachwerkhäuser doch an, die sind nicht von Ungefähr verzogen. Bei einigen Bauten gibt es auch Keilkonstruktionen um das Schwinden aufzufangen.

Das Burgprojekt: Guédelon, eine Burg in der Puisaye : Die offizielle Homepage der Mittelalterbaustelle
 
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