Federnutfräser defekt?

Charlie Brown

ww-pappel
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Hallo Zusammen,
habe mir gestern einen Federnutfräser von Lux gekauft und auch gleich getestet. Als Oberfräse benutze ich eine Black&Decker KW 900. Das Ergebnis waren Wellenlinien und ein völlig ausgefranstes Fräsbild. Der Federnutfräser ist richtig heiss gelaufen und das Holz angebrannt, obwohl ich beim fräsen nicht auf einer Stelle geblieben bin.
Jetzt meine Frage:
Kann es sein dass der Federnutfräser einen Anlaufring hat? Klingt ein bisschen doof, aber ich habe vorher nicht darauf geachtet und jetzt sieht es aus, als ob er abgedreht wurde (unten ist ein kleines Loch in der Mitte des Fräsers).

Kennt jemand den Federnutfräser von Lux? LUX Werkzeugkatalog

Gruß

Charlie
 

Norbert

ww-robinie
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Hallo Charlie,

eigentlich weiß ich garnicht was ein Federnutfräser ist. Wenn Du bei google schaust, gibt es den Begriff auch nur bei Lux.

Ich kenne nur Nutfräser und Federfräser. Bosch hat den gleichen Fräser als Federfräser im Programm: Federfräser

Jetzt zu Deinen anderen Fragen:

Anlaufring:
Der Fräser hat der Abbildung nach keinen Anlaufring. So etwas gibt es aber auch: T-Nut Federfräser HW Z=2+2, günstig kaufen . Da man üblicherweise über die gesamte Brettbreite fräst, ergibt ein Anlaufring unten keinen rechten Sinn, zwischen den beiden Nutfräsern dagegen schon.

Wellenlinien:
Hast Du den Vorschub gegen die Drehrichtung des Fräsers gewählt? Wichtig ist auch ein fester Druck der Maschine und des Tiefenanschlages gegen das Brettstück.

Ausfransungen:
Deutet ebenso wie die Brandstellen auf zu geringe Drehzahl (bzw. Leistung der Oberfräse) und/oder auf zu hartes Holz hin. Feder deshalb in mehreren Arbeitsgängen fräsen. Wenn es dann noch Ausrisse oder Brandstellen gibt, ist vermutlich die Schneidengeometrie ungünstig, was bei Fernostprodukten durchaus vorkommen kann.

Noch etwas zur Schnittgeschwindigkeit: ein Wendeplatten-Falzkopf mit 125 mm Ø darf mit N = 12 000 U/min (entsprechend einer Schnittgeschwindigkeit von ≈ 80 m/s) betrieben werden.

Für Deinen im Durchmesser 5 x kleineren Fräser entspricht dies einer Drehzahl von 5 x 12 000 = 60 000 U/min. Bei den üblichen 20 000 U/min einer OF hast Du dann noch 80/3 ≈ 27 m/s im Leerlauf! Das ist weit weniger als die für HM-Fräser empfohlenen 50 - 80 m/s für Harthölzer und 60 - 90 m/s für Weichhölzer (Quelle: Leitz, Oberkochen).

Du siehst daran, daß ein Schaftfräser für eine solche Aufgabe grundsätzlich ein Notbehelf darstellt.

Gruß

Norbert
 

Charlie Brown

ww-pappel
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Danke für die ausführliche Antwort Norbert :emoji_slight_smile: . Ich habe es heute nochmal an einem Stück Hirnholz probiert und dabei auf die Fräsrichtung/Drehrichtung geachtet und vor allem mehr Auflagefläche genommen. Dann hat's geklappt.:emoji_open_mouth: .

Mit dem Anlaufring muss ich noch mal mit einem originalverpackten Teil vergleichen.

Gruß

Charlie
 
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