Erste Erfahrungen mit Makita RT0700CX2J. Was mache ich falsch?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von fantozzi, 6. April 2016.

  1. fantozzi

    fantozzi ww-ulme

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    192
    Hallo zusammen,

    nach dem Kauf der "kleinen" Makita OF habe ich nun meine ersten Erfahrungen mit einer OF generell gesammelt. Die ersten Aufgaben waren Topfbandbohrungen, Bohrungen für Exzenterverbinder und Nutfräsen. Ein 8 mm Spiralnutfräser (Down-Cut) von CMT sollte diese Aufgaben meistern. Die ersten "Bohrungen" liefen wirklich zufriedenstellend. Die Maschine stellte ich auf die Drehzahl 4 ein, da der Fräser max. 24.000 RPM laufen sollte. Der Abtrag war immer max. 7 mm. Die Bohrungen habe ich in zwei Schritten vorgenommen. Beim Nufräsen kam es jedoch in der Nut zu einigen Verbrennungen. Nach einer paar Nuten wurde der Spiralnutfräser an der Spitze schwarz und jetzt wohl auch stumpf.

    Im Anschluss habe ich mir einen Nutfräser der gleichen Größe von ENT (2 + 1 Schneide) zugelegt. Wow...das Nuten ging wie Butter dachte ich mir. Nach nur wenigen Nuten sind an manchen Stellen auch hier kleine Brandspuren zu sehen. Drehzahl war diesmal zwischen 5 und 6, da der Fräser max. 30.000 RPM laufen sollte.

    Die Brandspuren waren meist an der Stelle zu sehen, wo ich die OF mal für `ne Sekunde kurz "abgesetzt" habe, um mal den Saugerschlauch oder das Kabel zu richten, gerade bei den langen beschichteten Spanplatten.

    Was mach ich nur falsch?
     
  2. Holzmagnet

    Holzmagnet ww-birnbaum

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    229
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    Land Brandenburg
    Das:

    Die Schneide berührt dort öfter das Material und dadurch kommen die Brandspuren.

    Der Vorschub muss möglichst konstant sein. Leichte Brandspuren kannst du durch schleifen beseitigen.

    Edit: Ein Auszug aus einem Lehrbuch, Thema Zahnvorschub: "Vorschub und Drehfrequenz können nicht beliebig verändert werden. Zu geringer Vorschub führt neben Reibungswärme zu einer schabenden Zerspanung mit erhöhtem Verschleiß, die Schneide stumpft schneller ab und die bearbeitete Fläche zeigt Brandflecken." [aus Europa Lehrmittel, Holztechnik Fachkunde, Seite 306] Prinzipell finde ich es nicht falsch sich mit dem Zahnvorschub zumindest mal kurz theoretisch zu beschäftigen um zu verstehen was da beim Fräsen und maschinellen Hobeln passiert.
     
  3. Komihaxu

    Komihaxu ww-robinie

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    3.111
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    Oberfranken
    Am Anfang ist man meist einfach zu vorsichtig.
    Einen Fräser dieser Größe immer auf Vollgas laufen lassen, Tiefe auf halben Fräserdurchmesser einstellen und dann mit ordentlich Vorschub durch.

    Das solltest du vermeiden. Die Anschlüsse entweder über die Schulter legen oder über einen Gummispanner an die Decke hängen, damit man die Fräsung in einem Zug durchführen kann. Auch ein improvisierter "Galgen" aus zwei Dachlatten, mit Schraubzwingen an die Werkbank gespannt kann hier hilfreich sein, den Schlauch einen Meter über der Arbeitsfläche frei zu führen.

    Geht das nicht, dann u.U. die Fräse auch mal abstellen, Leitungen in Ruhe sortieren und erst dann wieder einschalten.
     
  4. fantozzi

    fantozzi ww-ulme

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    192
    Sollte man beim Spiralnutfräser die max. Drehzahl nicht beachten? Feinewerkzeuge schreibt, man solle sogar zunächst mit 18.000 RPM anfangen und sich dann bis max. 24.000 RPM herantasten?!

    Den Spiralnutfräser habe ich mal zum Schärfen eingeschickt. Mal schauen, ob er noch zu retten ist.

    Eine Nut von 7 mm Tiefe sollte man aber schon in einem Zug schaffen oder wäre es ratsam auch hier den Revolveranschlag zu nutzen, um zwei Durchgänge fräsen?

    Ich werde schauen, dass ich beim nächsten Mal den Schlauch und das Kabel anders einsetze...da ich keine Werkstatt habe, fräse ich alles in der Wohnung.

    Was macht ihr Profis denn, wenn man eine Nut nicht durchgängig fräst wie bei den Korpusseitenteile...dort wo zum Ende der Nut die OF einige Millimeter zuvor abgesetzt wird? Da wird die Geschwindigkeit ja gedrosselt, damit man weiß bis zur welchen Stelle gefräst werden kann. Dort sehe ich nämlich auch leichte Brandspuren...
     
  5. moto4631

    moto4631 ww-robinie

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    2.442
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    Upper Austria
    Naja... 7mm sind schon eine Hausnummer bei einem 8mm Nutfräser.
    Da hat der schon zu werken, noch dazu bei der Mini-OF.

    Ich hab selbst auch die Makita als Viertfräse :emoji_grin: und bin sehr zufrieden damit.
    Aber etwas weniger würde ich ihr an Deiner Stelle schon zumuten.
     
  6. Komihaxu

    Komihaxu ww-robinie

    Beiträge:
    3.111
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    Oberfranken
    Stimmt, grenzwertig bei einem so kleinen Fräser.
    Als Richtwert sei noch mal wiederholt: Tiefe = 1/2 Fräserdurchmesser
    Revolveranschlag ist eine Möglichkeit, den ersten Durchgang frei Schnauze 2-3 mm tief zu fräsen reicht aber auch. Da gehts auch sehr flott voran.
    Wenn du nennenswert drücken musst, läuft was falsch. Entweder Fräser unscharf oder zu tief zugestellt.
     
  7. superdolle

    superdolle ww-ahorn

    Beiträge:
    115
    Vielleicht hier noch als Ergäzung, da dies einige wahrscheinlich überlesen haben ... Ich habe persönlich noch nie mit einem Down-Cut Fräser gearbeitet, jedoch ist dieser meines Erachtens für Nuten fräsen per Hand nicht ganz so einfach zu handhaben, da dieser ja die Späne nicht nach oben abführt, sondern nach unten in die Nut "drückt" und somit für noch mehr Reibung (vor allem an der Fräserspitze) sorgt.

    Vielleicht kann ja ein Profi noch etwas dazu sagen. Ich bin der Meinung, entweder einen normalen Nutfräser oder einen Up-Cut Spiralfräser (falls hierbei die Oberflächengüte noch ausreicht ...)

    MfG
    Dirk
     
  8. uli2003

    uli2003 ww-robinie

    Beiträge:
    7.708
    Ort:
    Wadersloh
    Beschichtete Spanplatten sind Gift für die Oberfräser. Die halten dort meistens nur wenige Meter, wenn überhaupt so lange. Solltest du sogar mit HSS fräsen, ist nach einigen Zentimetern Schluss.

    Grüße
    Uli
     
  9. fantozzi

    fantozzi ww-ulme

    Beiträge:
    192
    Die Fräser sind aus HM. Warum sind beschichtete Spanplatten "Gift" für die Fräser? Liegt es am Klebematerial?

    Der normale Nutfräser hat mir die Späne leider auch nicht nach oben ausgeworfen. Die Nut war vollgestopft (trotz Absaugung).
     
  10. superdolle

    superdolle ww-ahorn

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    115
    Beschichtete Spanplatten ( vor allem Melaminharzbeschichtete!?!) sind aufgrund der relativ harten Oberflächenschicht Gift für den Fräser ... Wenn bei einem Nutfräser dieser immer mit der gleichen Höhe die Oberflächenschicht zerspant wird man an dieser Stelle sehr schnell Verschleißerscheinungen feststellen.

    Ein normaler Nutfräser räumt die Nut auch nicht sehr gut frei, jedoch sollte dieser wenigstens nicht die Späne Richtung Nutgrund "drücken" so wie der Down-Cut Fräser ... in Verbindung mit der großen Zustellung von 7mm sammeln sich dann logischerweise am Nutgrund sehr viele Späne welche vom Down-Cut Fräser noch verdichtet werden und somit entsteht auch eine große Reibung vor allem an der Spitze.
    Beim normalen Nutfräser kann wenigstens die obere Schicht der Späne von der Absaugung erreicht werden.
    Aufgrund dieser Absaugproblematik sollte auch der Vorschub nicht zu gering sein ...
    Zum Späneauswurf eignen sich wie bereits geschrieben die "normalen" Up-Cut Spiralnutfräser am Besten.

    MfG
    Dirk
     
  11. matchesder

    matchesder ww-robinie

    Beiträge:
    927
    Zwar bin ich kein Profi was Holzbearbeitung angeht aber mit Down-Cut Fräsern
    habe ich mittlerweile etwas Erfahrung.

    Habe auch einen in 8 mm, stelle da allerdings auch nur drei bis fünf mm zu.
    Alleine schon, weil der recht lang ist.
    Mit 12 mm Fräsern habe ich mal einen Vergleich gemacht.
    Einen 3-Schneidigen, einen 2-Schneidigen Spiralnutfräser (Down-Cut) und
    einen normalen Hartmetallbestücken Schaftfräser mit 12 mm Durchmesser.
    Alle mit voller Drehzahl (22k). Alle in MPX Birke, mir ging es um geringe Aus-
    risse, deshalb auch der Versuch mit Down Cut.

    Wenn ich bloß 5 bis 6 mm Zustelle, dann bekomme ich die Nut sogar teilweise
    abgesaugt.
    Bei den großen habe ich auch schon 10 mm zugestellt, ist eigentlich kein
    Problem.

    Allerdings musste ich feststellen, dass der normale Fräser kaum mehr Ausrisse
    produzierte.
    Könnte jetzt aber auch nicht behaupten, dass der Down-Cut schlechter
    schneidet oder einen schlechteren Nutgrund hinterlässt.
    Beschichtete Spanplatte habe ich aber noch keine gefräst.

    fantozzi jetzt, mit etwas mehr Erfahrung würde ich nicht behaupten, dass
    doppelt so teuer gleich doppelt so gut ist (Spiralnut gegen normal HM-Bestückt)

    Bei meinen ersten Fräsungen mit nem Set für um 50 € für OF inkl. Fräsersatz
    habe ich auch so Brandspuren gehabt und festgestellt, dass ich zu vorsichtig
    bin. Trotz der nicht gerade superscharfen Fräser ging das auch ohne Brand-
    spuren in Birke MPX.

    Schau mal, wie er die nut zieht, bei knapp 6 min im Video:
    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Bei dem 8er Fräser fahre ich allerdings auch nicht so schnell.
    Wobei, ich sehe mir ja nicht selber zu, ist also schwer zu beurteilen.

    Ach ja, neben der Richtung in die die Späne gefördert wird, ist ja noch die
    größe der Nut wichtig,

    Grüße

    Martin

    Nachtrag: wenn ich von dem besagten Versuch brauchbare Bilder bekomme,
    kann ich die euch gerne präsentieren :emoji_slight_smile:
     
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