Erfahrungsbericht zum nachträglichen furnieren

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Visaton_Bastler, 18. Januar 2008.

  1. Visaton_Bastler

    Visaton_Bastler ww-fichte

    Beiträge:
    17
    Hallo zusammen!

    Bisher habe ich dieses Forum nur als passiver Nutzer (Leser) genutzt. Da ich nun mein erstes wirklich anspruchsvolles Projekt nahezu beendet habe, möchte ich anderen Anfängern von meinen positiven und negativen Erfahrungen berichten.

    Kurz Einführung:

    Vor ca. 3 Jahren habe ich mir ein paar Lautsprecher nach Visaton Bauanleitung gebaut und die Gehäuse mit Birke Multiplex Front und silber farbig lackiertem MDF erstellt. Da wir in diesem Jahr umgezogen sind und die Lautspecher optisch überhaupt nicht mehr zu unserer Einrichtung passen, musste die Oberfläche verändert werden.

    2 Alternativen habe ich mir überlegt, entweder Boxen abschleifen, neu grundieren, füllern und Hochglanz weiß lackieren, oder furnieren in einem dunklen Holzton.

    Die Idee mit der weißen Lackierung hat meine bessere Hälfte sofort abgelehnt, zu empfindlich...

    Wenn schon neu, dann richtig, aus diesem Grund war Folie tabu, ein Echtholzfurnier musste her. Nach dem Besuch einiger Kunden (ich bin selbst im Möbelzulieferer Bereich tätig) fiel die Wahl auf ein Makkassar Furnier, welches ich nun irgendwie auf die Gehäuse bringen musste.

    Eine Furnierpresse stand mir nicht zur Verfügung, also habe ich das Netz nach Anleitungen zum nachträglichen Furnieren durchsucht.

    Erster Gedanke: Ponal

    Verworfen, zu hoher Wasseranteil, das Furnier quellt zu stark.

    Tipp aus dem Netz: Knochenleim

    Verworfen, da ich damit null Erfahrung habe und mir das zu aufwendig schien.

    Nächster Tip aus dem Netz: Pattex

    Super damit muss es gehen, kein Wasseranteil, beidseitig dünn auftragen mit der Tapezierrolle fest andrücken und fertig...

    Dachte ich zumindest. Bei den kleinen Flächen alles kein Problem, bei den Seitenteilen musste ich jedoch feststellen, dass Pattex viel zu schnell anzieht, schon beim dünn auftragen mit der Rolle bildet das Zeug Klumpen, ausserdem benötigt man für jede Fläche eine neue Rolle, da diese binnen Minuten komplett eintrocknet. Der örtliche Baumarkt konnte keine Pattex Verdünnung (Essig-Esther?) anbieten.

    Also wieder nachgedacht...

    Beim Verlegen des Dielenbodens während des Hausbaus habe ich Sikabond
    T54FC verwendet, einen Wasser- und Silikonfreien Parkettkleber, das muss die Lösung sein. Leider gibt´s das gute Zeig nur im 13 kg Eimer, etwas zu viel für mein Vorhaben.

    Auf dem Heimweg habe ich dann einfach mal im Malerfachgeschäft angehalten, siehe da, es gibt einen Wasser- und Silikonfreien Kontaktkleber für die Verlegung von PVC Böden(Uzin K2000SE)der nette Verkaufer hat mir sogleich einen angebrochenen Eimer zur Verfügung gestellt, abgerechnet wurde per kg für 7,40 €. Deutlich billiger als Pattex...

    Nach dem Abschleifen der alten Farbe, habe ich sowol auf das Gehäuse als auch auf das Furnier den Kleber mit der Lackrolle dünn aufgetragen. Ca. 10 Minuten ablüften lassen, dann habe ich das Furier aufgelegt und mit einer Kunststoffrolle fest angebdrückt. Anschliessend das überstehende Furnier mit dem Schleifklotz abgestochen und fertig. Zum Schluss alle Flächen noch einmal mit dem Rutscher und 180 Korn geschliffen und dann mit Hartwachs versiegelt.

    Ich bin von dem Ergebnis mehr als begeistert, obwohl meine Frau mich für bescheuert hält, so viele Stunden in ein paar Lautsprecher zu stecken.

    Falls Interesse besteht, stelle ich gerne ein paar Bilder zur Verfügung.

    Gruss

    Sven
     
  2. dascello

    dascello ww-robinie

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    Wuppertal
    Eine Lanze für Ponal

    Lieber Sven,

    Glückwunsch zum erfolgreichen Erstlingsfurnier.
    Deine Bedenken gehen Ponal (mit schwarzer Kappe) kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Dünn aufgetragen (so, dass es nicht "durchschlägt") habe ich das immer benutzt und noch nie Stress gehabt. Und mein Freund Klaus, Schreinermeister mit eigenem Betrieb, der macht das genau so (dieser natürlich mit Furnierpresse).
    Nur wasserfesten Ponal (blaue Kappe) sollte man nicht nehmen, weil der zu schnell anzieht.

    ....aber auch damit hab' ich das schon hingekriegt!

    Gruß

    Michael
     
  3. Visaton_Bastler

    Visaton_Bastler ww-fichte

    Beiträge:
    17
    Hallo Michael,

    das Makassar Furnier hat eine stark strukturierte Oberfläche, um das Ganze dann ohne Presse richtig verkleben zu können, hat mein Druck wohl nicht ausgereicht.
    (1000x350mm mit Zulage und 8 Schraubzwingen) Der jetzt verwendete Kleber hat den Vorteil, das es sich hier um einen Kontaktkleber handelt, welcher sofort beim verpressen anzieht. (ähnlich Pattex)

    Trotzdem Danke für den Hinweis, das nächste Projekt (alter Esszimmertisch) wird demnachst angegangen und mit Mooreiche furniert, werde es dort nochmal mit Ponal probieren.

    Gruss Sven
     
  4. elcoso

    elcoso ww-eiche

    Beiträge:
    378
    Ort:
    albstadt
    Hallo Sven,
    nur so ein Tipp am Rande.
    Du willst einen Tisch mit Mooreiche furnieren.
    Da würd ich keine "alte Tischplatte" abschleifen und das furnier "draufbasteln".
    Geh leiber zu einem Schreiner, laß da eine neue Tischplatte zuschneiden und furnieren.Auf die paar Euros kommt es bei Mooereiche nicht mehr an
    Gruß
    Edgar
     
  5. gepi

    gepi ww-esche

    Beiträge:
    488
    Ort:
    48480 Lünne
    Ponal

    Hallo Sven,

    noch ein Tipp für die Verwendung von Ponal. Ein bekannter Schreinermeister hat vor Jahren Furnierkanten mit Ponal verleimt und diese dann sofort mit dem Bügeleisen nachbehandelt, sprich den Leim mit entsprechendem Druck schnell getrocknet.

    Gruß

    Gerhard
     
  6. raftinthomas

    raftinthomas ww-robinie

    Beiträge:
    3.810
    Ort:
    Aachen/NRW
    mh,

    dabei aber aufpassen, dass der leim nicht zu warm wird. ab 55° wird der nämlich, auch im getrockneten zustand, wieder thermoplatisch.
     
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