Eichenholz, Restfeuchtigkeit, Bearbeitung

Apone

ww-pappel
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Hallo liebe Forengemeinde,

ich habe die Möglichkeit preiswert an Bohlen aus einem längst gesägten Eichenbaum zu kommen. Die Idee ist, sich aus zwei dieser Bohlen einen Esstisch mit Baumkante zu bauen. Ich würde die Bohlen dazu in der Länge kürzen lassen und jeweils eine Seite so abrichten lassen (oder mich selbst daran versuchen), dass ich sie verleimen kann.

Jetzt kommt der Haken: die Bohlen sind leidglich 6 Monate getrocknet.
Daher ist meine Idee die Bohlen wie oben beschrieben vorzubereiten, aber nicht zu verleimen, sondern nebeneinander auf ein Tischgestellt zu legen, evtl. zum Schutz oben etwas zu ölen und erstmal "lose" als Tisch zu verwenden. Leimen könnte ich sie ja dann auch noch in einigen Jahren, wenn sie trocken sind.

Funktioniert mein Denkansatz?
Mit welchen Veränderungen des Holzes muss ich in der Trocknungsphase noch rechnen?

Grüße
 

Fiamingu

ww-robinie
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Dein Denkansatz funktioniert nicht da die
Bohlen eine zu hohe Restfeuchte haben werden.
Rechne mal bis zum Trockengrad für die verarbei-
tung zu einem Esstisch 1 Jahr pro cm Bohlenstärke.
Wie stark ist denn die Bohle? Kannst du dei Feuchte
messen/lassen?
 

Apone

ww-pappel
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Hi,

die Problemstellung habe ich ja bereits erkannt.
Das Holz ist zu feucht.
Was ich verstehen will: wie wirkt sich das aus?
Verziehen sich die Bohlen?
Eine Leimung ist sicherlich kontraproduktiv.
Aber wenn sich die Bohlen in den nächsten Jahren irgendwie verformen, kann man doch nachher immer noch die Bohlen durch einen Dickenhobel schieben, oder?

Grüße
 

fahe

ww-robinie
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...was Du willst, ist quasi, das Holz nicht im Stapel trocknen lassen, sondern quasi lose auf einem Gestell aufgelegt. Und dieses Konstrukt magst Du in den nächsten drei Jahren als Tisch "mißbrauchen".
Die Bohlen werden sich mehr verziehen als im fachgerecht aufgesetzten Stapel. Einseitig geölt um so mehr. Und durchbiegen werden sie sich. Und an dem "Tisch" hättest Du in der Zeit wohl auch nicht wirklich Freude.
Ganz ehrlich: suche Dir ein Sägewerk, die Dir die Bohlen mal mit in die Trockenkammer schieben und lasse sie danach noch ein wenig liegen.
VG,
Falk
 

Apone

ww-pappel
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Na dass ist doch mal ne klare Aussage.
Habe parallel auch mal nach Alternativen gugckt und ein Sägewerk gefunden, welches Bohlen zu 12 bis max 15% Restfeuchte anbietet. Wären die geeignet?
 

fahe

ww-robinie
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Hallo,
15 Prozent ist zu hoch für den Möbelbau, 12 Prozent sind imho sehr grenzwertig.

Bei der Holzfeuchte geht es darum, Holz möglichst in dem Feuchtegrad zu verarbeiten, der sich auch später am Bestimmungsort einstellen wird. Für Wohnräume sollte man mit 8-10 Prozent rechnen. Zentralbeheizte Wohnungen eher 7 Prozent. Besondere Einsatzzwecke, bspw. Heizungsverkleidungen eher noch darunter.

Wie lange Du technisch auf 12-15 Prozent getrocknetes Holz noch liegenlassen solltest, können Dir die Vollprofis hier sicher halbwegs sicher, aber dennoch auch ohne Garantie, sagen.

Ich bin da kein gutes Beispiel, mich juckt es auch schon einmal deutlich zu zeitig in den Fingern...:emoji_wink:

LG,
Falk
 
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