Eichenbohlen kaufen für Fußboden

brainbow

ww-pappel
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Habe heute von privat 20 Jahre abgelagerte Eichenbohlen, 5,50m lang in Breiten um die 50 cm(mal 60 cm, mal 40 cm), Stärke 6 cm angeboten bekommen.(komplett gesägte Stämme). insg. 16 Bohlen!
Was ist ein realistischer Preis und sind die Bohlen geeignet um sich einen Holzdielenboden zu legen, oder sind sie dafür eigentlich zu dick? Könnte man solche Bohlen auch noch in jeweils 2 Dielen in <3 cm stärke sägen lassen?
Danke für alle antworten
 

MaHo

ww-robinie
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Hi,
machen kann man viel :emoji_grin: haste das richtige werkzeug zum bearbeiten ?
haste genug Platz in deinem Haus ? die bohlen müssen runter auf 8-10 % Holzfeuchte-das dauert bei Eiche.:emoji_wink:
Aufsägen wird wohl auf max. 22 mm dicke hinauslaufen-günstig gerechnet je nach zustand der Bohlen.
der aufwand ist für Laien immens und ob du dabei wirklich geld und nerven sparst?
würde deinem Anbieter raten-hier ne Anzeige zu starten im Marktplatz .
du selber solltest mal ein Händler für historische Baustoffe aufsuchen-die haben bestimmt Eichendielen für dein Geschmack
Gruß
 

brainbow

ww-pappel
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Hi MaHo!
Danke für deine schnelle antwort, was meinst Du wäre als Preis denn angemessen? Und meinst Du , das 6 cm Stärkefür einen Boden zu dick wäre? Und:"die bohlen müssen runter auf 8-10 % Holzfeuchte-das dauert bei Eiche."
Wie bekomm ich das denn raus als Laie, wie hoch die Holzfeuchte ist?
 

Holz-Berner

ww-kastanie
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Mit einer Stärke des Bodens von 6cm wirst du wohl nicht glücklich werden. Wie willst du das ganze denn befestigen? Bei Massivdielen ist die Stärke 19 - 22 mm.
Holzfeuchte wird mit einem Holzfeuchte-Messer gemessen. Sollte jeder Schreiner haben. Oder mal im Sägewerk fragen, du musst ja eh schneiden lassen.
 

brainbow

ww-pappel
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Und nochmal die Frage: Wieviel dürften diese Bohlen realistisch wert sein? 5,5 m lang, 6 cm dick, Breiten um die 50 cm( mal etwas mehr, mal weniger), Eiche, ca. 20 Jahre trocken scheunengelagert??? (vom ganzen Stamm mit Rinde)
 

500/1

ww-esche
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Hallo,
für einen Boden sind die viel zu dick. Und vor allem viel zu breit.
Im Nachbardorf wurde vor vielen Jahren mal ein zu trockener Boden verlegt, die quellenden Bretter haben in dem Backsteinbau rundum eine ganze Steinreihe um mehrere cm verschoben, also die Steine der Aussenmauer standen danach über der Aussenputz ist abgeplatzt. Das Haus musste aufwändig saniert werden.
Um die Eiche zu trocknen würde ich das Holz ca. 1 Jahr im Innenraum lagern. (Wenn Platz ist) Die Holzfeuchte kannst du auch mit einer Holzprobe ermitteln.
Ein Stück Holz mit einer Handsäge ausschneiden, Volumen bestimmen wiegen.
In der Mikrowelle trocknen bis keine Gewichtsveränderung mehr auftritt und dann nach folgender Formel ausrechnen.
Holz nass minus Holz trocken (=Wasser das im Holz war) : Holz trocken.
Das gibt den Wert in Prozent an.
Achja, die 60cm breiten Eichenbohlen werden im Lauf eines Jahres ca. 3cm Schwund und Quellung verursachen.
Wert des Holzes:
das sollten so 2,5 m² sein
Je nach Qualität zwischen 18,-(Brennholz) und 2000€ je m².
Ich würde aus diesen Brettern keinen Dielenboden machen.
Dafür sind sie nicht geeignet.
 

Norbert

ww-robinie
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Hallo brainbow,

haben Dich die Preisangaben verschreckt? Aber Holzzauber und 500/1 liegen schon richtig mit ihren Preisen (pro cbm, nicht qm), wenn es denn erstklassige Ware ist. Das aber sieht selbst ein Fachmann nicht immer, denn bei Eiche "entdeckt" man beim Bearbeiten häufig unbrauchbare Stellen im Inneren.

Auch mußt Du den Splint (helles, weiches Holz unter der Rinde) zwar mitbezahlen, obwohl er für die Verarbeitung wertlos ist. Eichensplint ist grundsätzlich, in Deinem Fall wohl auch wegen Schädlingsfraß, unverwertbar (außer zum Verbrennen). Du kannst den Verkäufer auf diese Tatsache hinweisen und so versuchen einen günstigeren Preis zu erzielen.

Der Vorteil bei einem so lange abgelagerten Holz liegt darin, daß es ruhig geworden ist und "steht", wie der Schreiner sagt. Deshalb reicht eine relativ kurze Akklimatisationszeit von mehreren Wochen vor der Verarbeitung/Verlegung aus.

Die Bohlen als Ganzes in der Dicke zu halbieren funktioniert aus folgenden Gründen nicht:
1. wirst Du kein Sägewerk finden, welches so hartes Holz in Bohlenform einschneidet
2. die durch die Trocknung verzogenen Bohlen ergeben beim Halbieren zwei Bretter mit starken Dickenschwankungen, also viel Verlust beim Weiterbearbeiten.
Ich würde aus diesen Brettern keinen Dielenboden machen.
Dafür sind sie nicht geeignet.
Das sehe ich nicht so definitiv negativ:
Zur Verwendung als Boden müßtest Du die Bohlen besäumen (Splint wegschneiden), trennen (in der Mitte aufschneiden), in Streifen entsprechend Dielenbreite schneiden, abrichten, in der Breite dickenhobeln und dann mit der Kreissäge teilen. Danach dickenhobeln und Nut/Feder anfräsen.

Zur Vermeidung großer Hobelverluste ist es sinnvoll die Bohlen zu Anfang so kurz wie möglich abzulängen. Ich schlage deshalb eine Schiffsbodenverlegung vor: Bretter über 2 - 3 Felder stoßen kopfseitig ebenfalls mit Nut und Feder zusammen. Die Kopffuge wandert von Lage zu Lage um ein Feld. Bei richtiger Bemessung der Brettlängen und Lagerholzabstände hast Du praktisch keinen Verschnitt, da das rechts abgesägte Dielenstück links wieder als Anfang der nächsten Reihe gelegt werden kann. Ach ja, und rundum 2 cm Platz zur Wand halten, denn sonst: siehe 500/1-Beitrag.

Auf diese Art habe ich vor Jahren einen Boden aus Esche Blockware gemacht. Dabei habe ich zur besseren Holzausnutzung zwei Breiten geschnitten (80 und 100 mm roh, 75 und 95 mm Brettbreite, 67 und 87 mm Deckbreite) und dann immer vier Reihen schmale und drei Reihen breite Bretter verlegt. Aus 60 mm Bohlen sind 2 x 26 mm Dielen entstanden (altes Normalmaß für Rauhspund ebenso wie für Parkettstäbe war mal 27! mm und hieß: "aus 30 gehobelt").

Das Ganze geht natürlich nur, wenn Du es selbst machen kannst, denn sonst wird es unbezahlbar. Mit gewöhnlichen Schreinereimaschinen artet die Tätigkeit in viele, viele Stunden aus. Aber es ist ein super Boden, den Du so leicht nirgendwo anders finden wirst.
...die quellenden Bretter haben in dem Backsteinbau rundum eine ganze Steinreihe um mehrere cm verschoben,...
Also das kann ich mir bei der süddeutschen Bauweise nicht vorstellen, da kommt eher der Boden in Zimmermitte bis auf Tischhöhe hoch.
Je nach Qualität zwischen 18,-(Brennholz)...
Das ist ein Punkt für Deine Region: hier kostet der fm Hartholz 43 - 45 €, und zwar als Industrie-Langholz ab Polter im Wald.

Gruß

Norbert
 

joh.t.

ww-robinie
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hallo, fußboden aus bohlen selber herstellen macht kein professioneller. wir kaufen die dielen alle zu von den händlern / herstellern unseres vertrauens. man muß nicht das rad neu erfinden und wenn man einen zahnstocher braucht sich eine kettensäge kaufen.
du wirst mit dem verlegen von fertig gekauften dielen noch genug mühe haben. was man selber herstellen kann soll man selber herstellen, aber sägewerker ist ein eigener beruf , tischler auch. das wissen um sich sowas anzueignen geht nicht über ein forum.

ich hoffe ich schieße nicht über das ziel hinaus und möchte dich bloß vor zu großen enttäuschungen ersparen. vor allem vor ünnützen großen finanziellen ausgaben.

ich kaufe mein holz auch beim händler oder sägewerk und halbzeuge auch.

viel erfolg joh.
 

inparkett

ww-pappel
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aw:

tip 1.) rechnen sie die nach der nachbearbeitung bzw. aufarbeitung die erhaltenen m² ( achtung schnitt und hobelverlust etc ) mit ca. 20 euro dann kommen sie auf einen realistischen preis; abgesehen von den kosten;

tip 2.) achtnung ! nachtrocknen müssen sie auf alle fälle !

tip 3.) fussboden ist nicht fussbodben; massivdielen mit nut + feder; oder bohlen-
boden usw; würde die länge von 1,80 nicht überschreiten; im prinzip nennt
nennt man das fallende längen von ca. 90 cm biis 1.80 !

tip 3.) in verbindung mit tip 2.) verlegeart ? fussdenheizung ? anwendung bzw.
oberfläche geölt ?

zusammenfassunng: sie kaufen sich auf alle fälle arbeit !!!!!!!!!

viel spass: IN
 
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