doernberger

ww-pappel
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Hallo alle zusammen,

ich habe ein Fachwerkhaus geerbt. (Erdgeschoss massiv Stein)
Ich möchte es gerne renovieren.
Das Haus hat ein Satteldach,(ich glaube das heißt so) d.h. die Sparren liegen auf halber Strecke zum Giebel auf einem Balken auf, werden also nochmal gestützt.

Leider sind die Sparren nur 9 cm dick.
Gibt es eine Möglichkeit,das Dach auszubauen, ohne die Sparren zu erneuern.?

Wenn nicht, wie teuer kann sowas ungefähr werden?

Doernberger
 

dascello

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Lieber Doernberger,

das ist jetzt doch nicht Dein Ernst, oder?

Wie soll hier irgendjemand Dir was Sinnvolles zurückschreiben?

Etwa so wie: "Mein Auto hat Rost, was wird das kosten?"

Suche Dir einen vereidigten Sachverständigen, einen fähigen Archtekten oder so und gehe die Sache ernsthaft an!

Grüße

Michael
 

Friederich

ww-robinie
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Vielleicht gehts nur darum, ob man bei 9cm Sparrenhöhe genügend Dämmung unterbringt...?
 

dascello

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Tja, vielleicht.....

Und wenn es nur um das Dämmen geht: Auch das geht nicht mal einfach so.
Da müssen Taupunkt, Hinterlüftung und was - sonst-noch beachtet werden.
Gerade bei einem historischen Fachwerkhaus!

Immer noch kopfschüttelnd



Michael
 

Tom009

ww-ahorn
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Hallo,
wie Michael treffend bereits geschrieben hat. Das Thema Umbau/Sanierung eines Fachwerkhauses ist sehr komplex. Es gibt viele Randbedingungen zu berücksichtigen. Zb. Baurecht, Bauphysik, Statik...Ein Thema ist auch immer wieder die meistens nicht ausreichende Raumhöhe und wie man damit umgeht. Steht dein Haus unter Denkmalschutz? Möchtest du KFW-Mittel in Anspruch nehmen?

VG
Christoph
 

Sägenbremser

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Guten Tag @doernberger

nach deiner Beschreibung wird es ein Pfettendach
mit doppelt stehendem Stuhl sein. Bei den üblichen
Spannweiten eines Wohnhauses sind da Sparren von
10/14-16cm übliche Dimensionierung. Im Laufe der
Zeit sind die Holzsparren halt auf 9cm geschwunden.

Die Stiele und Zangen kannst du natürlich bei dem
Dachaufbau nicht entfernen. Das für den Ausbau so
viel attraktivere Sparrendach/Kehlbalkendach schaut
zwar fast entsprechend aus, nur ist hier die Einleitung
der Kräfte direkt ins Mauerwerk über einen ganz anders
ausgebildeten Fusspunkt vorgesehen.

Das ist aber nur allgemeines Tischlerwissen, für einen
ernsthaften Umbau wirst du mit einem Zimmermann
vor Ort Kontakt aufnehmen müssen. Das ist weder das
Themengebiet dieses Forums und wirklich belastbare
Aussagen dazu, wird dir wohl niemand in einem solchen
Forum geben wollen/können.

Gruss Harald
 

wicoba

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Leider sind die Sparren nur 9 cm dick.
Gibt es eine Möglichkeit,das Dach auszubauen, ohne die Sparren zu erneuern.?
Grundsätzlich möglich, da gibt es viele mögliche Ansätze. Vorausgesetzt das Holz ist noch ok.
Du solltest zuerst mal einen Fachmann hinzuziehen, der dir mit Rat und Tat zur Seite steht. Evtl. ein Zimmererbetrieb. Solltest du mehr umbauen wollen oder müssen brauchst du einen Architekt. Ist dies so dann gibt es Vorschriften nach der EnEV, die einen Mindeststandart vorschreiben.
 

doernberger

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Hallo alle Zusammen,

vielen Dank für die konstruktiven Antworten und auch vielen Dank an Michael.

1. Ich hatte vor ein paar Jahren eine Architekten die Kosten für eine Sanierung bestimmen lassen. Er wollte das Dach so drauf lassen wie es ist.

2. jetzt wo es konkret wird, habe ich einen Zimmermann ein Angebot machen lassen (für andere Arbeiten). Er. Sagte, da muss auf jeden Fall ein neues Dach drauf. Ein Dachausbau ohne neues Dach wäre nicht möglich

3. Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Ein KFW Kredit wäre denkbar, ist aber nicht der wichtigste Punkt.

4. Die Sparren sind nach Aussage der Fachleute vollkommen in Ordnung.

5. Mir ging es tatsächlich darum, ob ich das Dach fachgemäß dämmen kann mit 9 cm Dämmung.

6. und mir geht es auch darum, ob das zu empfehlen ist, da das Dach ja auch die nächsten 50 Jahre halten soll. Denn es könnt ja sein, dass jemand Erfahrung damit hat, wie mach ein solches Dach fit macht für die Zukunft

7. Ich habe mal geguckt, was ein Pfettendach ist. Ja stimmt, genau das ist es

Beste Grüße

Doernberger

P.S. Was es kostet könnte ja auch ein Erfahrungswert sei. Z B. Austausch Sparren Betrag x pro qm Dach. Alte Dachziegel wieder drauflegen, x €/qm, DMpfsperre u d Isolierung ebenso. Aber die Frage war nicht wichtig. hier kann ic ja tatsächlich ein Angebot einholen.
 

doernberger

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Uups Fehlerteufel

Es soll heißen?:

Kann ich das Dach vernünftig dämmen, beimenge Sparrendixhte von 9 cm

Gruß

Doernberger
 

tiepel

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Hi,
Würde etwas dagegen sprechen, die Sparren von innen aufzudoppeln (gibt`s das Wort?)?
Ausser dass der Innenraum kleiner wird?
Gruss Reimund
 

Sägenbremser

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Jetzt kommen wir ja schon etwas weiter:emoji_slight_smile:

Was ist den jetzt das Sparrenmass? Breite x Höhe
wäre schon etwas weiterführend.

@Doernberger das ist hier wirklich nur virtuell, wir
haben keine Cam um deine Hütte zu sehn und sind
daher auf viele, kleine Informationen angewiesen. Du
bist ja durchaus willens einen längeren Text zu schreiben,
also mach das doch bitte auch bei der Bauteilbeschreibung
genau so.

Als recht polemischen Ansatz - aus dem Wald wird immer
nur so viel herausschallen, wie du bereit bist in den Wald
hinein zu rufen.

Gruss Harald
 

uli2003

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Ja, so ähnlich sah mein Dach auch aus. Richtung Firstpfette waren es manchmal nicht einmal 90 mm Dicke.
Die Mittelpfetten waren auch nur 10cm Rundhölzer, mit Besenstiel ähnlichen Latten zusätzlich schräg gestützt.

Ich habe die Sparren seitlich mit 40x200 er Fichtenbohlen aufgedoppelt,
ebenso die Mittelpfetten durch 12/12er Leimhölzer ersetzt und ordentlich gestützt.

Diese habe ich auf passende Raumhöhe gelegt, und darüber Zangen
auch aus Fichte 40x200, deren Enden mit den Sparren bzw. deren Aufdoppelungen
verschraubt sind.
Daran hängt zwischen den Mittelpfetten nun die GK-Decke, alles 180 mm gedämmt.

Grüße
Uli
 

falco

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Ohne darauf einzugehen wie es vernünftig wäre.

Hartfaserplatten von innen zwischen die Sparren klemmen, 80mm Dämmung Wärmeleitgruppe 032 einbringen (90 wirst du sowieso schwer bekommen) und von innen OSB vorschrauben (noch besser wäre ne Klimamembran, aber ich habe bisher noch keinen Laien gesehen, der die Anschlüsse nicht etliche Male nacharbeiten musste), das wäre die Quick & Dirty Lösung. Ansonsten heißt es Pfannen runter, Sparren aufdoppeln etc.
 

doernberger

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@Sägenbremser. 9 cm x 9 cm.

Nah oben hin so wie Uli schreibt, sogar weniger als 9.

@Uli
Die Mittelpfette ist bei mir sehr massiv und stabil ausgelegt. Zudem gibt es mehrer Stützbalken. Es ist also durchaus möglich.
Das vereinfacht die Renovieung und den Aufwand erheblich und macht wieder mehr Lust es zu wagen.
Vielen Dank.
 

falco

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Nochmal zur Sicherheit:

Du selber solltest keine Änderungen an der bestehende Holzkonstruktion unternehmen, auch wenn du dir sicher bist, dass ja alles stabil aussieht. Minimum ein Zimmermann kann/sollte das und im letzten Zweifel wird der Statiker hinzugezogen.
 

doernberger

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Nochmal zur Sicherheit:

Du selber solltest keine Änderungen an der bestehende Holzkonstruktion unternehmen, auch wenn du dir sicher bist, dass ja alles stabil aussieht. Minimum ein Zimmermann kann/sollte das und im letzten Zweifel wird der Statiker hinzugezogen.

Ich woll das nicht selbst machen und an der holzkonsruktion soll sowieso nichts geändert werden. Aber ich kann nun Spezialisten gegenübertreten, die sagen, dass es nicht geht.

Ich stelle mir vor, es so zu machen wie Uli.

Die Sparren innen Doppeln. Isolieren. Auf Mittelpfettenhöhe Decke der neuen Räume einbauen und isolieren.
Vielleicht den ein oder anderen weiteren Stützbalken einfügen.

Gruß

Doernberger
 

uli2003

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Statisch hat das schon etwas gebracht. Ich staune selber manchmal wenn ich sehe was Holz auszuhalten vermag. :emoji_slight_smile:
Du musst nur - falls nicht vorhanden - eine Spannbahn unter die Pfannen zwischen die Sparren nageln, damit ggf. eindringendes Wasser nicht in die Dämmung gelangt. Auch muss etwas Luft zwischen Pfanne und Dämmung bleiben.
Innen Klimamembran, und sauber abdichten bzw. ankleben.
Darüber habe ich 30/50 gelattet, und GK-Platten angebracht.
Durch die recht breite seitliche Aufdoppelung und die neuen Mittelpfetten konnte ich die Unterkonstruktion schon sauber ausrichten, teils habe ich das mit den Sparren auch gemacht.

Im Gegensatz zu manchem Neubau ist jetzt 10 Jahre später nirgends auch nur ein Riss zu sehen.

Grüße
Uli
 

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Time_to_wonder

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Hallo Uli,

wenn eine Unterspannbahn richtig funktioniert, ist sie eine wasserführende Ebene. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen die Dacheindeckung und die Dachlatten runter, die US-Bahn wird auf die Sparren aufgelegt und mit Latten, die genauso wie die Sparren verlaufen, genagelt. Darauf kommen als Konterlattung die eigentlichen Dachlatten, die die Ziegeln tragen. So ist diese Konstruktion hinterlüftet. Von innen kann dann die Dämmung bis zur Unterspannbahn reichen, raumseitig wird das Ganze winddicht mit einer Dampfbremse abgeschlossen und mit UK und GK ausgebaut. Da aber durch die GK-Beplankung erhebliche Zusatzlasten an die Sparren kommen, würde ich das nicht ohne Statiker machen, Der kann auch gleich mal prüfen, ob eine Ringankerkonstruktion erforderlich ist.

Gruß Jörg
 

uli2003

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Das ist mir nichts neues Jörg. Aber 'mal eben so' Dacheindeckung abnehmen, neu auflatten und dann (vermutlich neue) die Ziegel wieder eindecken sitzt nicht in jedermanns Budget. Wenn die Lebensdauer der Ziegel irgendwann erreicht ist, kann man die US-Bahn ja korrekt montieren.

Bis dahin ist eine Hinterlüftung beider Seiten nötig. wasserführende Ebene hört sich etwas an wie ein Bach finde ich immer :emoji_slight_smile:
Aber bei einem dichten Dach (meine Ziegel sind verputzt) habe ich da keine Bedenken, da es ja in der Regel nicht für die Ewigkeit ist - aber funktioniert.

Innenseitig wirst du auch nie eine winddichte Lösung hinbekommen, nicht in so einem Gebäude und mit vertretbarem Aufwand. Spätestens am Boden wird's schwierig.

Grüße
Uli
 

falco

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kleine Korrektur: die winddichte Ebene stellt die Unterspannbahn dar, die raumseitige Dampfbremse ist luft- und diffusionsdicht auszuführen.
 

flo211

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Also in der Regel ist jeder Dachstuhl wo nicht zu arg geschädigt ist zu retten, aber wie gesagt sollte das im Einzelfall geprüfte werden. Du kannst auch mit Aufdachdämmung arbeiten. Das heißt dass die ganze Dämpfung oder ein Teil oben auf die Sparren drauf gepackt wird. Sieht super aus wenn man die Sparren sichtbar lässt. Oder du machst seitlich Laschen mit zb 30 cm dran dass du eine anständige Dämmstärke hast. Stell doch ein zwei Bilder rein. Wenn du noch Fragen hast schreib mir einfach. Ich habe in einer Firma gearbeitet, die sich komplett auf Altbau spezialisiert hat zurzeit drücke ich die Schulbank und mache den Meister
 
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