Dachausbau

Galileo

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Hallo liebe Profi´s und auch Nicht-Profi´s...

kurz zu mir, ich in 36 Jahre alt, habe einen handwerklichen Beruf erlernt den ich jedoch nicht mehr ausübe. Leider (und das ist mein ernst) habe ich nie wirklich etwas über Holz lernen dürfen bzw. stelle ich mir sooft Fragen, das ich es wirklich bedaure den falschen Beruf erlernt zu haben.
Mein großes Glück ist eher mein Talent und das ich keine 2 linken Hände habe mit jeweils 5 Daumen....

So genug davon, mein Interesse ist jedenfalls da...

zu meiner Frage (es werden sicher noch einige folgen)..

Ich bin gerade dabei mir ein 2 Familienhaus BJ. ca 1900 zu kaufen... der Gedanke das Dachgeschoss auszubauen reift gerade in mir. Da das Dach (Biberschwanz) laut Aussage des D-Deckers noch min. 15 Jahre hält will ich dieses vorerst nicht neu decken jedoch eine Zwischensparrendämmung einbringen... so weit so gut. Die Sparren sind entweder 140 oder 160 mm in der Stärke (muss nochmal gemessen werden sobald der Kauf perfekt ist) Der heutige Standard liegt wohl bei 220 besser noch 240 mm Dämmung, das heißt die Sparren müßen aufgedoppelt werden.. Da ich den Boden des kompletten Dachboden aufnehmen und ersetzen werde kam mir der Gedanke alle Dielen einmal durch den Dickenhobel zu jagen und mir daraus die Aufdopplung zu bauen(sprich Leimkanthölzer). Ich benötige ja schließlich einiges an Holz.. Deshalb jetzt der Gedanke bevor ich anfange alles zu leimen, fixieren, zwingen etc. ACHTUNG JETZT KOMMT DIE EIGENTLICHE FRAGE: Würde es auch funktionieren wenn ich die gehobelten Dielen(Bretter direkt Leime und nacheinander auf die Sparren schraube??? Sprich erste Lage gegen geschraubt --> Leim--> nächste Lage drauf gesschraubt --> Leim --> letzte LAge drauf geschraubt!?

Oh man so viel Text für eine Frage :emoji_frowning2: seht es mir bitte nach,

Ich freue mich schon auf Eure antworten :emoji_slight_smile:
 

falco

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Sieh es mir nach dass ich einfach dagegenschieße, aber:

Der Meter 10/10 Kantholz liegt bei etwa 2,50€. Bis du deine ganzen Dielen duch den Dickenhobel geschoben hast, die Menge Schrauben gerechnet und den Leim kommst du bald aufs selbe drauf hinaus und die Arbeit kommt zusätzlich. Wie lang sind die Dielen? Wenn das kurze sind wird das auch noch ne Flickschusterei. Long Story short: ich würds lassen.

Über die bauphysikalischen Eigenschaften bist du dir bewusst? Wie realisierst du die Unterspannbahn unter deinem bestehenden Dach? Wenn du genau weißt was du tust steht dem Unterfangen ja nix im Wege.

PS: Der Standard in der Sanierung liegt bei etwa 280mm 035er Dämmung (U: 0,14), damit sind dann meist KfW-Mittel möglich.
 

Galileo

ww-pappel
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Ja an die Unterspannbahn etc. habe ich auch gedacht, wird sicherlich nicht einfach diese einzubringen aber was soll es--> ich habe Zeit! Mag sein das der Standard heute schon wieder höher ist aber ich werde mich mir max 24 mm von Innen begnügen.. der Rest kommt dann eben von Aussen in 10-15 Jahren!
Nicht das ich geizig bin sondern eher praktisch veranlagt, muß ich alle Dielen nach unten schleppen und das neue Bauholz nach oben.. das Grundstück hat leider keine direkte Zufahrt..daher eben der Gedanke das vorhandene Holz gleich zu nutzen..die Länge dürfte so bei 2,50m bis 4 m pro Diele liegen!
 

falco

ww-robinie
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Dann würde ich vorschlagen du leimst sie zuerst zusammen (Vielleicht mit Rohrzwingen, da gehen etliche nebeneinander rein und du kannst die im Paket verleimen) und schraubst sie anschließend fest. Zumindest wäre mir persönlich wohler bei der Sache, als die Ganzen einzelnen Dielen dranzutackern und hinterher musst du sowieso große Schrauben in die Sparren setzen damit man wenigstens ein bisschen was für die Statik getan hat.
 

Galileo

ww-pappel
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Ah OK, Danke Falco ..
ich werde mir Deinen Rat auch noch einmal gut durchdenken, vielleicht macht es tatsächlich mehr Sinn neue Kantholzer zu besorgen anstatt alles selbst zu leimen.. Aber das mit den Rohrzwingen ist sehr gut Danke!
 

mwerner

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Wenn du sowieso keine KfW Mittel in Anspruch nehmen willst, dann kannst du auch einfach die Sparren so lassen, wie sie sind und erreichst einen ganz ordentlichen Wert (im Vergleich zu ungedämmt): http://mrc.lu/23iUSaK
Die Berechnung ist jetzt mal mit Holzfaserdämmung gemacht. Wenn du möchtest, dann kannst du auch Glaswolle o.ä. nehmen. Die hat nochmal einen deutlichen besseren Dämmwert mit entsprechenden Nachteilen. Außerdem enthält die Konstruktion eine Installationsebene mit 60 mm (Lattung und Konterlattung mit jeweils 30mm). Die Konterlattung wird leider im Programm falls dargestellt und müsste quer verlaufen. Ist aber von der Berechnung her egal.

Zur Holzfaserdämmung zwischen den Sparren würde Ischl dann bei einer Neueindeckung eine Holzfaserplatte (z.B. Steico Special um im System zu bleiben) anbieten. Natürlich kannst du auch jeden anderen Hersteller wählen. Ich bin nicht mit Steico verwandt oder verschwägert :emoji_slight_smile:
 

mwerner

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Was du auch bedenken solltest: Ein extrem gedämmtes Bauteil, das direkt an ein schlecht-/ungedämmtes Bauteil anschließt ist nicht optimal. Ist dort der Temperaturunterschied zu groß kann es auch zu Tauwasseranfall kommen. Das Verhältnis zwischen sehr gut gedämmtem Dach und eventuell nicht gedämmter Wand muss also stimmen.
 

Galileo

ww-pappel
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Hey Danke schön mwerner,

ich möchte das Dachgeschoss schon zu Wohnzwecken ausbauen. KFW Förderung ist mir egal benötige ich nicht! Deshalb 20-24 cm Dämmung sollen da rein! Jedoch müßen erst die Sparren aufgedoppelt werden!
 

mwerner

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Schau dir mal meinen Link an. Es sind dort insgesamt 220 mm Dämmung. Die Installationsebene brauchst du IMHO sowieso, damit man Steckdosen, Kabel etc. unterbringen kann ohne ständig die Dampfbremse durchdringen zu müssen.
 

Time_to_wonder

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Die Installationsebene brauchst du IMHO sowieso, damit man Steckdosen, Kabel etc. unterbringen kann ohne ständig die Dampfbremse durchdringen zu müssen.

"Installationsebene" ist aber ein großes Wort für ein paar NYM-Kabel mit nicht mal einem cm Außendurchmesser. Die kann man übrigens auch komplett auf der Raumseite der Dampfbremse installieren, da muss man Garnichts durchdringen. Und für ne Hohlwanddose muss man die Folie auch nicht kaputtschneiden, das findet sich alles auch so, indem die Dose die Folie leicht in die Dämmung drückt.

Für sowas brauchts auch keine Konterlattung, das findet alles seinen Platz in einer einfachen Unterkonstruktion.

Gruß Jörg
 

mwerner

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Ja, kann man schon machen. Aber alleine, um eine gerade Fläche zu bekommen, muss wohl gelattet (und ausgeglichen) werden im Altbau.

Die Kontergattung weg lassen und nur einfach mit Dachlatten eine Unterkonstruktion machen, kannst du ja mal nem Gipser vorschlagen. :emoji_wink:
 

Bikerbiker12

ww-kiefer
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Hallo,

Also ich würde mir ernsthaft Gedanken über die fehlende Unterspannbahn machen. Lass die Ziegel langsam kaputt werden, dann kannst du beim Dach umdecken die Dämmung gleich wieder raus nehmen. Ich gehe davon aus, dass außen keine Konterlatten drauf sind und somit auch keine Hinterlüftung der Dachhaut stattfinden kann, gaaanz schlecht wenn neu gedämmt ist. Unterspannbahn von innen in die Sparrenfelder kannst vergessen ohne Hinterlüftung der Dachhaut. Denk mal an das ganze Ungeziefer das von außen in die Dämmung kann!
Ich hab ebenfalls 14er Sparren, Ziegel und Latten runter, die beste Steinwolle rein, Aufdachdämmung flächig in Form Von HWF Platten drauf, dann hast du gleichzeitig einen vernünftigen Schutz im Sommer vor Wärme und das Dach ist dicht. 40er Konterlatten und dann Dachlatten und Ziegel. Von innen natürlich eine Dampfbremse.
 

Time_to_wonder

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Die Kontergattung weg lassen und nur einfach mit Dachlatten eine Unterkonstruktion machen, kannst du ja mal nem Gipser vorschlagen. :emoji_wink:

Was hat der Gipser damit zutun? Du meinst den Trockenbauer, oder?

Ich will auch garnix weglassen, nur braucht man für ne simple Elektroinstallation nun wirklich keine eigene Installationsebene. Millionen von Bauten kommen mit Standard-Trockenbau aus.
 

Spänewerfer

ww-kastanie
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Das mit den selbst machen ist ja schön und gut, nur das mit dem Leimholz selber herstellen und unter schrauben stell dir nicht zu einfach vor. Das ausgleichen wird ein Spaß werden. Heutzutage nimmt man 20er Bohlen oder stärken und nagelt die seitlich an die Sparren, ersten gleicht man damit die Innenseite nach Schnurr aus und man macht noch etwas für die Statik. Wenn später das Dach neu gemacht wird kann man auf die Bohle eine Dachlatte nageln und hat die Dachfläche schon fertig ausgeglichen.
Aber das Problem mit der jetzt fehlenden Unterspannbahn kann man nur von außen lösen!
 

Time_to_wonder

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Übrigens kann man beim Einsatz von Direktabhängern sehr wohl auf die Konterlattung verzichten, da diese Teile direkt ein Ausgleichen von Unebenheiten zulassen. Das wird auch von den Herstellern z.B. Knauf so empfohlen. Geht im Decken- und im Sparrenbereich.

Gruß Jörg
 

mwerner

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Direktabhänger und Blechprofile geht auch ohne doppelte Lattung. So wollte ich es bei uns auch erst machen.
Als dann das Eigengewicht der Zwischensparrendämmung allerdings die Tackerklammern für die Dampfbremse wieder aus den Sparren gezogen hat, haben wir und für eine zusätzliche Lattung entschieden, die das Gewicht abträgt und somit die Klammern entlastet.
 

mwerner

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Doch. Tankerklammern danach abgeklebt Was sollte dagegen sprechen?
Wird von den Herstellern u.a. in den Verarbeitungsseminaren auch so praktiziert und weitergegeben.
 

Time_to_wonder

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Naja, Löcher vermeiden ist besser als Löcher reparieren. Aber die Hersteller verkaufen nunmal auch gern Klebeband. :emoji_grin: Bei mir wurde Folie und UK gemeinsam eingebaut, so dass die Folie nicht separat befestigt werden musste, mit Ausnahme des Verklebens an den Wänden. Ich habe übrigens 200mm Sparrenstärke, dazwischen Mineralwolldämmung. Das war 2013 Stand der Technik. Mehr braucht man glaube ich nicht.
 

predatorklein

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Moin

Da das Dach (Biberschwanz) laut Aussage des D-Deckers noch min. 15 Jahre hält will ich dieses vorerst nicht neu decken jedoch eine Zwischensparrendämmung einbringen...

Mal den Dachdecker gefragt was er dir für einen Aufbau empfehlen würde:confused::emoji_wink:

Bei einem Dach kannst du so viel Murks machen , ich würde mir da unbedingt einen Profi mit ins Boot holen.
Und mit Profi meine ich einen renommierten Handwerker der ´s kann.

Solche Betriebe findet man zum Beispiel über die Handwerkskammer.
Die geben dir auch Adressen von Bausachverständigen die dir einfach mal aufzeigen wie man dein geplantes Projekt nach Stand der Technik von heute plant.
Kostet paar Euro , die sind allerdings gut investiert :emoji_stuck_out_tongue:

Geld Sparen kannst du immer noch , gerade gute Betriebe haben kein Problem damit , wenn der Kunde durch Eigenleistung was sparen will.
Die haben auch so genug Arbeit :emoji_slight_smile:

Dann kuckt man sich im Bekanntenkreis nach einem rüstigen Rentner um der zum Bleistift eine 40 jährige Erfahrung als Dachdecker , Deckenbauer oder Zimmerer mitbringt und der einem mit Tat ( und viel wichtiger mit fundiertem Fachwissen ) zur Seite steht.

Ich bringe einmal im Monat den selbstgebauten Einbauschrank Marke " kann man doch selbst bauen kann doch nicht so schwer sein " wieder in Ordnung .
Kunde hat halt dem tollen Flyer aus dem Baumarkt geglaubt oder den Fernsehsendungen bei denen ein einzelner Mann mit seinem Akkuschrauber und seiner Stichsäge einen 5 Meter Einbauschrank mit Verblendung gebaut hat.

Daß der Jung im Fernsehen Festool Werkzeuge benutzt fällt kaum einem auf.
Daß die Schrankteile auf einer hochpräzisen Plattensäge oder gar einer CNC gefertigt wurden zeigt man auch nicht :rolleyes:

Und daß der junge dynamische Kerl der den Schrank im Internetclip baut von Beruf Schreiner ist sagt einem auch keiner :emoji_grin:

Und da geht´s nur um einen selbstgezimmerten Einbauschrank den man ( meistens ) mit 2 Tagen Arbeit problemlos wieder hinkriegt.

Bei einer fehlerhaften Dachdämmung kommen da u.U. ganz andere Summen auf einen zu :emoji_wink:

Gruß
 

falco

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Zu dem Fachmann kann ich nur zustimmen, aus Erfahrung ist jedoch der Handwerker der falsche Ansprechpartner. Ein Energieberater ist hier die richtige Adresse.
 
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