Cumaru Terrasse einige Fragen

szehendner

ww-pappel
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Hallo Forum,

wir wollen unsere Terrasse (Betonfundament 4m x 8m) mit Cumaru Dielen (Breite: 14,5 cm und 21 mm stark) belegen. Ein Holzhändler empfiehlt uns unbedingt von oben zu verschrauben, da angeblich jedes Hartholz so stark arbeitet, dass sich eine Verschraubung von unten mit der Zeit lösen könnte. Als UK hat er uns Bankirai (Qualität Standard 4,5 x 6,5cm) angeboten

Der andere Holzhänder sagt, dass es durchaus möglich ist von unten zuverschrauben. Er bietet uns eine Verschraubung von unten mit den Eurotec Terrassengleiten auf einer Alu Unterkonstruktion an.

Was sagt ihr: Cumaru besser von unten oder von oben verschrauben? (rein optisch würde es uns von unten besser gefallen, aber auf Stolperfallen, wenn sich Dielen heben haben wir auch keine Lust)

Lieber Bankirei oder Alu UK?

Welchen Fugenabstand würdet ihr wählen (wir wollen Ende April mit dem Verlegen anfangen)? Ist der Abstand abhängig davon, ob von oben oder unten verschraubt wird?

Der 2. Händler hat uns jetzt als Alternative Afrika Kulu angeboten, da hier wohl erst in Europa genauer gesagt in den Niederlanden gehobelt wird. Was haltet ihr davon? Oder sollten wir doch lieber bei Cumaru bleiben.

Vielen Dank schon im Voraus für eure Unterstützung!
Viele Grüße
Simone
 

AhornBay

ww-esche
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Schönen guten Morgen Simone,

wir haben eine Cumaro Terrasse. Ein paar Bilder vom Bau und vom Zustand nach rd. 2 Jahren habe ich auf dem Blog hinterlegt ( Cumaro Terrasse | HolzwerkstattBlog ).

Ich habe von oben (pro Brett doppelt) verschraubt mit einer Unterkonstruktion aus Ipè (Hartholz). Aus meiner Erfahrung mit Cumaro kann ich sagen, dass mir bisher kein härteres und fieser zu bearbeitendes Holz untergekommen ist. Es ist wahnsinnig hart und schwer. Selbst die unzähligen Schrauben konnten es nicht in allen Fällen verhindern, dass sich an 2, 3 Stellen die Bretter um ein paar mm geschüsselt haben.

Ob das jetzt eine Alu Konstruktion (Ausführung?) und / oder eine Verschraubung von unten genauso / besser / schlechter hält, kann ich nicht beurteilen. Meine Zweifel möchte ich aber anmerken. Wenn von unten verchraubt wird, wirkt die Kraft vom Holz (z. B. beim Schüsseln / Ausdehnen & Zusammenziehen) im wesentlichen auf die Gewindegänge der Schrauben oder auf eine z. B. Klammer die in eine Nut eingebracht wird. Wenn das Holz über die Zeit dann seine Festigkeit verliert, können die Schraubengänge auch nicht mehr so gut halten - dann hast du überall dort lästige Ecken und Kanten. Hast Du mal nach den Kosten gefragt? Meist sind die unsichtbaren Befestigungssysteme teurer und oft braucht's auch noch zusätzliches (Spezial?) Werkzeug.

Herzliche Grüße

Tom
 

Holz-Kev

ww-ahorn
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Hallo, ich würde es aus Kostengründen und der Einfachheit halber von oben Verschrauben. Richtig ausgeführt mit einer vernünftigen Senkung und im gleichen Raster, macht das auch optisch was her.
Als Uk würde ich kein Bankirai nehmen, entweder Cumaru oder ein gleichwertiges Holz.
Was Bankirai nicht ist, schon aufgrund des wesentlichen höheren Quell-& Schwindverhaltens.
Außerdem sollten A4 Schrauben verwendet werden, so zumindest mein Wissen.
 

terrassenbauen

ww-eiche
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Hallo Simone,

wenn es denn ein Tropenholz sein muss... :confused:
Verdeckte Montage ist auch bei Tropenhölzern ohne Probleme möglich, nur muss eben das Befestigungsmaterial entsprechend gut sein.
Relativ einfach kann man mit den Terrassenbohlenhaltern arbeiten. Alternativ kann man die Dielen mit den Terraflex montieren, die den Vorteil haben, dass sie glasfaserverstärkt sind.

Der Fugenabstand ergibt sich bei Terraflex, bei Terrasenbohlenhaltern würde ich mit ca. 5-6mm Abstand arbeiten, soweit es sich um gutes Holz handelt, welches auf eine Ausgleichsfeuchte von ca. 15-17% eingestellt ist.

Wenn die Verschraubung von oben nicht stört, so ist diese deutlich einfacher zu handhaben. Vor allem wenn die Holzqualität zweifelhaft ist, dann kann die Verschraubung von oben durchaus Vorteile haben.
Auch lässt sich bei einer Verschraubung von oben eine defekte Diele natürlich deutlich einfacher austauschen.
Allerdings sollte hier sehr genau gearbeitet werden, damit man nicht Schraubpunkte erstellt, in denen das Wasser stehen bleibt.
Dann aber auch mit Abstandshalter wie Terrafix oder Systemleiste arbeiten und hoch qualitative Schrauben wie JD oder ähnliche verwenden.

Die Frage nach der UK ist eher ein Budgetfrage. Keine Frage, dass hier die Alu-UK am besten wäre...
verwendet man hier entsprechende Profil wie die Isostep, dann kann man die passenden IsoPats gleich einlegen und mit weiteren nivellieren. Noch schneller geht das natürlich mit den CLIP-Lagern, wenn entsprechende Höhe vorhanden.

Die Holzfrage scheint bei Euch ja schon geklärt, insofern st es relativ egal welches Tropenholz... Statt 21er Tropenholz-"Dielchen" bietet sich vielleicht auch ein heimische Starkdiele aus Douglasie im Riftschnitt an?

Wichtig ist in allen Fällen auf den konstruktiven Holzschutz und Hinterlüftung zu achten, dass an keiner Stelle Wasser länger stehen bleiben kann.

@Tom: Hast Du die UK nicht von den Steinplatten entkoppelt?
 

AhornBay

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Schönen guten Morgen Micha,

was meinst Du mit "entkoppelt"?

Die Unterkonstruktion liegt - direkt - auf den Betonstreifen auf.

Herzliche Grüße

Tom
 

Marino

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Du müsstest die UK eher auf z.B. Isopats legen, damit sie nicht mit stehendem Wasser in Berührung kommt. Das wäre dann entkoppelt.
 

AhornBay

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Schönen guten Morgen Marino,

das man das so machen - kann - ist mir durchaus klar. Nur steht auch dann die UK im Wasser. Nur eben an der Kontaktfläche Pats/Holz. An irgendeiner Stelle ist - immer - eine mehr oder weniger große Auflagefläche.

Wichtig ist, dass dieser Bereich möglichst gut & schnell abtrocknen kann. Bei Holz/Holz ist das nicht der Fall. Bei Holz/Beton besser. Schwebend wäre natürlich am besten. Da die Terrasse bereits verlegt ist, wird's jetzt auch so bleiben. In 20 Jahren werde ich dann berichten - versprochen :emoji_slight_smile:

Herzliche Grüße

Tom
 

terrassenbauen

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Marino hat ja schon geantwortet :emoji_wink:

Klar ich meinte Isopats zwischen Holz und UK.
Dort bleibt wg. den Kapillar-Effekten immer das Wasser stehen und schädigt damit auf Dauer das Holz.
 

AhornBay

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Hallo Marino,

bei meiner Terrasse ist das Thema ja durch, aber für die anderen:

Verstehe ich das richtig. Euer Aufbau ist bei einer Unterkonstruktion aus Holz:
- Betonaufleger
- Isopad
- Unterkonstruktionsholz
- Isopad
- Dielen

Hört sich interessant an. Hab - ich - bisher weder gehört noch gesehen. Die dahinterstehende Theorie ist mir schon klar. Nur, wer macht sowas?
Und noch eine Frage habe ich: Kappilarwirkung im Querholz? Wie geht das?

Herzliche Grüße

Tom
 

yoghurt

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Hallo,
ich bin ja kein Terrassenbauer, habe aber mal so was studiert, bei dem ich mich um die Verbindung von Holz und Beton bemühen durfte....

Ich würde Holz nie direkt auf den Beton legen, schon weil der Beton an sich eine höhere Ausgleichsfeuchte hat als für das Holz gut ist. Insofern würde ich immer etwas dazwischen legen, dass wasserdicht und kleiner als die eigentliche Auflagefläche ist. So kann ich halbwegs sicherstellen, dass das Holz wieder gut abtrocknen kann.

Was die Kapillarwirkung betrifft, so erfolgt die natürlich längs zur Faser. Auch wenn das Wasser quer zur Faser eingedrungen ist. Oder?
 

terrassenbauen

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Hallo,

@Tom:
Fast, zwischen Dielen und UK natürlich keine IsoPats sondern Abstandshalter, wie Terrafix, Terraflex, Clipper o.ä.

Das macht eigentlich jeder so, der den konstruktiven Holschutz ernst nimmt, oder ich zumindest :emoji_wink:

@Tom und Yoghurt: na ja Kapillar-Effekt ist technisch wohl nicht ganz richtig... Gemeint ist, dass das Wasser drunter kriecht und nicht mehr schnell abtrocknet und dadurch ins Holz zieht....
Ich persönlich würde aber keine wasserdichten Materialien nehmen, wie bei einer Sperrschicht, sonder druckfeste aber stark wasserdurchlässige Materialien wie eben die
Isolas (hier gibt es qualitativ übrigens große Unterschiede, was die Durchlässigkeit angeht... ) :mad:
 

falco

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Das Problem mit dem Beton ist tatsächlich der Kapillar-Effekt. Der Beton kann das aufgenommene Wasser problemlos in sich verteilen und nach oben zum Holz transportieren. Das muss verhindert werden. Die Schicht zwischen Holz und Beton darf nicht kapillar steigfähig sein und muss gleichzeitig wasserdurchlässig bleiben. Bautenschutzmatte ist hier ausreichend.
 

AhornBay

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Schönen guten Abend zusammen,

ich mach ein neues Thema auf - das würde den Rahmen hier sprengen, wo es um Schrauben oben / unten geht.

Herzliche Grüße

Tom
 

falco

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Und haben noch den Nachteil, dass das Wasser das von oben kommt drauf stehen bleibt (in der Regel zu vernachlässigen). Aber im Grunde ebenfalls ausreichend, hast Recht.
 

yoghurt

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Und haben noch den Nachteil, dass das Wasser das von oben kommt drauf stehen bleibt (in der Regel zu vernachlässigen). Aber im Grunde ebenfalls ausreichend, hast Recht.

Deswegen macht man die doch auch kleiner als die Auflagefläche. Dann werden sie von oben nicht nass - oder?
 

Fiamingu

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Ich habe da immer Bauchschmerzen bei verdeckten Befestigungen.
Wenn da mal was zwischen die Dielen fällt, musst du bis dahin die
gesamte Terrasse wieder aufnehmen. Habe ich heute erst gehabt.
Schrauberbit zwischen die Dielen gefallen. Schnell die Diele abge-
schraubt und der bit war gesichert. Sauber geschraubt sieht auch
gut aus.
 

Burnsi

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bei der version mit nut kann man auch leicht eine diele rausnehmen.

mir gehts eher darum dass sich das holz schüsseln könnte.
 

Fiamingu

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Das Holz schüsselt bei allen Varianten. Ansonsten darfst
du nur Dielen mit stehenden Jahresringen nehmen. Holz
kann man nicht einsperren. Bei mir hat es auch schon ein
paar Schraubenköpfe abgerissen. Wenn verdeckt, würde ich
die Art nehmen wo man auch mal eine Diele herausnehmen
kann. Wenn du sagst dass das mit der Version mit Nut geht,
damm nimm diese.
 

Burnsi

ww-fichte
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Kann man cumaru auch ohne Gefälle legen?
Ich mache es auf meine betonterasse mit stelzlagern und Alu unterkonstruktion.

Welche Nachteile habe ich wenn ich ohne Gefälle verlege?



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WinfriedM

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Ohne Gefälle hält dein Holz nur halb so lange und es können bei leicht durchhängenden Dielen auch Pfützen entstehen, wo das Wasser längere Zeit stehen bleibt. Ohne Gefälle ist nicht fachgerecht.

Gilt natürlich für nicht überdachte Terrassen.
 
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