Buche-Leimholz für Küchenfront??

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von CaRi, 17. März 2008.

  1. CaRi

    CaRi ww-kiefer

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    Neustadt a. Rbge
    Hallo Holzliebhaber,

    ich überlege gerade an einer Renovierung unserer Küche. Diese soll um einige Schränke erweitert werden, jedoch ist die Front nicht mehr lieferbar... :mad: :mad:
    Dies brachte mich auf die Idee einige Fronten einfach auszutauschen und die Küchenfronten in einem "Materialmix" - sprich 2farbig erstrahlen zu lassen.
    Ich müßte nicht die komplette Küche erneuern.

    Meine Frau hatte die Idee, einfach eine Buche-Leimholzplatte 18 mm zu kaufen und aus dieser dann die gewünschen resp. fehlenden Türen und Schubladen zu schneiden. Da diese Platten ja in 600 mm Breite und 2400 mm Länge angeboten werden, eigentlich schon ein optimales Maß. Zwar ist eine Seite gerundet, jedoch ist dies kein Problem Frästisch ist vorhanden entsprechende Fräser zur Not auch schnell gekauft, um dann den Türen ein gleichmäßiges Aussehen an alllen Seiten zu verpassen.

    Meine Sorge ist es, dass sich die einzelnen Türen eventuell verziehen könnten und "rund" werden. Gerade da es sich um die Küche handelt, in welcher schon mal heißer Wasserdampf etc entsteht. Natürlich sollen die Türen lackiert werden um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

    Sind meine Bedenken berechtigt??
    Ist es mit diesen Leimholzplatten durchführbar??
    Habt Ihr Tipps und Anregungen??
    Ich bin für alles dankbar.

    Viele Grüße
    Carsten
     
  2. netsupervisor

    netsupervisor ww-ulme

    Beiträge:
    168
    Ort:
    Bayreuth
    Hallo Carsten,

    da hast du dir ein schönes Stückchen Arbeit vorgenommen :emoji_slight_smile:
    Zu deiner Frage: Ja, Buchen-Leimholz kann sich unter Einfluss von Feuchtigkeit, Temperatur und Umgebung verkrümmen. Allerdings kommt das auch ganz entscheidend darauf an, welches Material du genau verwendest. Ich weiß nicht, ob du mit Baumarktmaterial deine Freude damit haben wirst. Aus meiner Erfahrung verziehen sich solche Platten sehr gerne, zumindest bei der Lagerung ist mir das schon öfters passiert. Außerdem bietet der Baumarkt in letzter Zeit mehr Kernbuche-Leimholz an, was eigentlich sogesehen "Abfall" ist und der Berufsschreiner als Verschnitt rausschneidet.

    Wenn du das völlig umgehen willst, dann kann ich dir echtholzfurnierte Platten mit Buche-Dekor empfehlen. Diese können sich erstmal nicht verziehen, weil das Trägermaterial Span bzw. MDF ist, zweitens ist es wohl wesentlich günstiger. Nachteil ist natürlich, dass du an diese Platten Kanten anbringen musst, das versteht sich. Schreinertechnisch ist das schon eine Stufe höher, allerdings für den Heimwerker durchaus ohne Probleme machbar. Hängt halt stark von deinen Werkzeugen ab!
    Notfalls geht es auch mit Melamin-Span mit Buche Dekor, hat halt den Vorteil, dass du nix mehr lackieren muss. Allerdings Kanten müssen drauf gemacht werden, das ist klar.

    Ich nehme aber mal an, du wirst dich für die Leimholzplatte entscheiden, weil du ja schreibst, eine Seite hat eine Runde Kante. Sonst müsstest du mit Echtholz-Starkfurnier-Kanten arbeiten, wenn du die Furnierplatte verwenden solltest.

    Falls du dich für die Lösung mit den Leimholzplatten entscheidest, dann würde ich auch einen guten Lack verwenden (Clou, Zweihorn, Arti, Brillux, Standox, Glasurit usw.). Grundsätzlich gilt: mit K180 anschleifen, vorgrundieren und dann mit einem PUR-Lack auf jeden Fall finishen. PUR-Lacke (DD-Lacke) sind sehr widerstandsfähig was Oberflächeneinwirkung betrifft und werden hauptsächlich bei Nutzmöbel (Stühle, Tische, Schränke) verwendet. Allerdings muss man bei solchen Materialien immer einen Härter dem Lack beimengen, aber der gute Lackhändler erklärt einem das eigentlich auch. Falls du Wert auf schöne Oberflächen legst, dann würde ich zum Lackierer gehen, der hat das entsprechende Werkzeug wie Lackierpistole etc.

    Noch ein Hinweis: Küchen sind im Normalfall immer 600mm breit. Ich kenne zwar die Einzelmaße nicht, aber berücksichtige immer, dass du beim Schleifen und Fräsen Material abnimmst, dann kann am Ende schnell mal 595mm rauskommen! Drum lieber großzügiger kalkulieren, wenn du kannst.

    Viel Spaß beim Arbeiten

    Beste Grüße
    Manuel
     
  3. Frank77

    Frank77 ww-birnbaum

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    233
    wenn schon mehrere tage oder gar wochen an arbeit investierst, würd ich beim material nicht das günstigste wählen...
     
  4. andama

    andama ww-robinie

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    Hallo Carsten,

    ich möchte Dir abraten, ganze Leimholzplatten als Türen einzusetzen. Die werden sich mit Sicherheit verziehen. Dem kannst Du durch den Einbau von Gratleisten entgegenwirken. Mir persönlich gefallen Türen mit eingestzten Füllungen (auch aus Glas) besser als eine glatte Holztür.
    Deine Idee mit dem Materialmix finde ich geeignet.
     
  5. flo_fra

    flo_fra ww-pappel

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    Hallo Carsten,
    so etwas Ähnliches habe ich vor über drei Jahren gemacht. Ich habe einen Korpus gebaut und für die Türen Leimholz 18mm aus dem Baumarkt genommen. Das ganze hab ich weiß lackiert, damit es zum Rest der Küche passt. Die Türen sind ohne Gratleiste und haben sich bis heute nicht sichtbar verzogen (Wenn ich mit dem Richtscheit nachmessen würde, dann könnte ich vielleicht etwas feststellen.)

    Der meiste Verzug passiert jedoch beim Verarbeiten. Wenn das Holz erst mal lackiert ist, passiert meiner Erfahrung nach nicht mehr viel.

    Das 18mm Leimholz, das ich aus dem Baumarkt kenne, hat übrigens keine Abrundung. Das ist wahrscheinlich die Leimholz-Arbeitsplatte und ist 24mm oder 27mm stark. Die 18mm gibts im Baumarkt als 20, 30 oder 40cm Breite. Übrigens gibts auch im Baumarkt unterschiedliche Qualitäten an Buchenholz... und nachdem ich einmal von einem Holzhandel Leimholz in der Qualität "Hobby" angeboten bekommen habe, bin ich mir nicht sicher, ob das dann besser ist.

    Gruss
    Florian
     
  6. CaRi

    CaRi ww-kiefer

    Beiträge:
    52
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    Neustadt a. Rbge
    ...das hilft

    Zuerst einen herzlichen Dank. :emoji_slight_smile: für die vielen Tipps und Hinweise.

    Diese Aussagen helfen mir schon mal weiter und bestätigen meine Vermutung, dass es zu "Rundungen" kommen kann. Dieses Risiko ist mir zu groß, denn die Arbeit soll ein ordentliches Ergebnis zur Folge haben.

    Ich denke, es wird wohl doch eine Lösung mit Füllungen werden.
    Die Rahmen sollen aus Buche-Vollholz entstehen.
    Wie seht Ihr die Idee - ich muß gestehen wiederum von meiner Frau - die Füllungen aus Buche Multiplex herzustellen??
    Und dann natürlich mit einem hochwertigen Lack zu behandeln.


    Wie gesagt, es ist alles im Moment in der Planungsphase.
    Ich hoffe ich werde noch eine passende Lösung finden. Ich hab noch ein bißchen Zeit - im Mai soll es losgehen.

    Viele Grüße
    Carsten
     
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