Braucht man einen Kettenstemmer?

max_power

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Hallo zusammen,

ok, die Überschrift ist vielleicht blöd formuliert ... natürlich kann man einen Kettenstemmer brauchen wenn man einen hat :emoji_slight_smile:

Ich bin in der glücklichen Lage auf eine Werkstatt zugreifen zu können, in der es einen gibt. Allerdings ist der Platz knapp und wir überlegen die eine oder andere Maschine zu verkaufen - an den Kettenstemmer kommt man aktuell nicht mal richtig ran.

Stellt sich die Frage: Braucht man so ein Gerät wirklich? Als Hobbyschreiner? Andererseits weiß man natürlich nie was noch so kommt ... was würdet ihr machen? verkaufen oder irgendwie den Platz passend machen?
 

falco

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Ich bin zwar kein Profi, aber ich würde bezweifeln dass sich in einer Schreinerwerkstatt ein Kettenstemmer befindet. Das ist doch eher etwas für den Zimmermann und als Hobby braucht man den sowieso nicht, mit ein bisschen mehr Zeit geht das auch mit Handwerkzeugen oder beim Schlitzfräsen mit ner Kreissäge etc.
 

SteffenH

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Ich würde ihn verkaufen. So ein Ding habe ich das letzte mal vor 25 Jahren benutzt. Schloßkästen kriegt man auch mit einer Langlochbohrmaschine eingefräst.
Manchmal werden ja Tischlereien ausverkauft, wenn so etwas in der Ecke rumsteht, schaue ich's mir gar nicht erst an.
 

ChrisOL

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Wenn du keinen Platz hast würde ich mir keinen Kettenstemmer zu legen.
Es gibt doch immer mehrere Möglichkeiten Aufgaben zu lösen.

Für welchen Anwendungsfall erscheint dir das Gerät denn sinnvoll zu sein?
 

yoghurt

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Hallo,
man kann damit auch Zapfenlöcher machen... Aber richtig, wirklich nützlich und sehr effektiv ist er nur bei den Schlosskästen. Wo habt ihr das Ding? Welche Ketten sind dabei? Was soll's kosten?
 

max_power

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ok, vermutlich ist es wirklich besser, das Teil zu verkaufen. Ich glaube nicht, dass ich in der nächsten Zeit Schlosskästen stemmen muss ... So lange das Ding in der Werkstatt steht, ist eh kein Platz für Türen :emoji_slight_smile:

Wo habt ihr das Ding? Welche Ketten sind dabei? Was soll's kosten?
Ich muss mir das Teil erst mal näher anschauen und das Zubehör zusammensuchen. Wie schon geschrieben, kommt man derzeit nicht mal richtig ran. Aber ich melde mich gerne wenn ich Näheres weiß. Die Maschine steht nähe München.
 

Hamburger Jung

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Wir haben unseren damals verkauft als wir eine Langlochbohrmaschine gekauft hatten.
Den Kettenstemmer hatten wir hauptsächlich zum erstellen der Zapfenlöcher für Kämpfer benutzt, sowie für Schloßtaschen. Da wir das Fenster bauen eingestellt hatten kam dann eine LLB. Schloßtaschen kann die LLB ja genau so gut wie der Kettenstemmer, allerdings finde ich es mit Kettenstemmer etwas bequemer.
 

flo20xe

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Hab mir 2007 für einen größeren Türenauftrag einen alten Elu-Kettenstemmer gekauft. Dürften so um die 250€ gewesen sein.

Wir brauchen den nicht oft, aber Schloßkästen ausfräsen macht schon Spaß mit dem Teil. Ich würd meinen nicht hergeben, auch wenn er die meiste Zeit nur im Lager steht.

Da bin ich eher am überlegen, ob ich nicht meine Blum-Minipress weggeben soll. Die haben wir seit wir die CNC haben nicht einmal mehr benützt. Wobei ich bei der immer im Hinterkopf habe, dass sollte an der CNC mal was sein, man ja dann immer noch auf die altbewährte Methode weiter machen könnte. Das ist wohl auch der Grund, warum das Teil noch da steht.
 

Hamburger Jung

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Hallo Flo,
wir haben unsere Minipress damals verkauft und wir bereuen es jetzt.
Wenn die CNC nich an ist und mal nur eben ein Topscharnier bohren will ging das früher schneller. Bei einem Ausfall der CNC steht man heute auch doof da.
Ich kann Dir nur raten die zu behalten, frisst kein Brot und bring im VK nicht viel ein.
 

Sägenbremser

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Wer sich heute noch ernsthaft mit dem Aufbau
von Türblättern beschäftigt, hat wohl auch keinen
Kettenstemmer mehr in Gebrauch. Auch ohne den
Einsatz von CNC Technik wird da eher so etwas wie
eine bewährte Haffner 403 stehen. Der Schlosskasten
ist damit kompl. mit Stulp.- und Drückerloch in unter
einer halben Minute erstellt.

Wer Kämpfer und Setzstücke oft einbringen muß, wird das
wohl heute kaum noch mit einem solchen Kettenstemmer
ausführen. Da wird gedübelt, oder ein Doppelzapfenstemmer
verwendet werden.

Einen simplen Kettenstemmer habe ich bestimmt vor über
30 Jahren zum letzten Mal eingesetzt und ich habe immer
meine Arbeiten in sehr traditionellen Weise ausgeführt. Das
Ding kann heute einfach weg, wenn du einen Käufer findest.

Gruss Harald
 

flo20xe

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Ja, da hast du wohl recht Sven, ich werd die Minipress aus genau den Gründen die du genannt hast auch behalten.

Wie lange braucht den eigentlich die BHX bis die hochgefahren und einsatzbereit ist? Die Holzher braucht mit Spindel WarmUp bestimmt gute 3 Minuten.
 

predatorklein

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Hallo

Allerdings ist der Platz knapp und wir überlegen die eine oder andere Maschine zu verkaufen - an den Kettenstemmer kommt man aktuell nicht mal richtig ran.
Dann ist eindeutig die Werkstatt zu klein :emoji_wink:
Oder die Kettenfräse nicht fahrbar :emoji_stuck_out_tongue:

Ich würd unsere nicht mehr hergeben , vor allem weil die Arbeit mit der KF Spaß macht :emoji_grin:
Was ich von großen Schlitz / Zapfen Geschichten an Säge / Fräse nicht behaupten kann .

Zudem kriegt man kaum Geld für so ein Teil , 200 oder 300 € sind schon gut .
Die alten Wandgeräte würd ich mir aber auch nicht mehr geben , eine ( fahrbare ) KF 20 von Haffner sollte es schon sein .

Gruß
 

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DZaech

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Wir haben unseren Kettenstemmer nichtmehr oft im Einsatz, trotzdem möchte ich ihn keinesfalls missen. Vergleichbar mit einer LLBM ist das Arbeiten damit eigentlich nicht wirklich. Mit dem Kettenstemmer ist man mindestens 5x so schnell bei meist höherer Genauigkeit und sauberem Ergebnis. Zudem erhält man eckige Zapfenlöcher die keine Nacharbeit erfordern. In Sachen Arbeitstempo ist der Kettenstemmer sicher nicht durch eine Langloch zu ersetzen. Für die Türbearbeitung haben wir eine Haffner Kettenfräse mit Stulpfräser usw. Schlosskastenfräsung inkl. Drückerloch in unter einer Minute. Trotzdem gibts auch Türen welche wir mit dem normalen Kettenstemmer Bearbeiten, da sie zu gross für die Haffner sind, oder zusätzliche Fräsungen benötigen (z.B. Dreipunktverschluss). Ich möcht mir nicht wirklich vorstellen wie es ist eine 90kg Haustüre horizontal auf der Langloch herumzuwuchten. Da lob ich mir den Stemmer.

Gruss David
 

Glismann

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Wir benutzen den Regelmäßig.
Wir bauen aber viele Türen, da ist das gut. Schlitze auch doppelt, Schloßkästen usw.
Seit wir keine Fenster mehr selber bauen ist allerdings die Nutungsdauer um 2/3 gesunken.
 

benben

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Zudem kriegt man kaum Geld für so ein Teil , 200 oder 300 € sind schon gut .
Die alten Wandgeräte würd ich mir aber auch nicht mehr geben , eine ( fahrbare ) KF 20 von Haffner sollte es schon sein .

Gruß
Das ist ja "HighTech", noch nie so einen modernen Stemmer gesehen!
Geil!!

Gruss
Ben
 

Sägenbremser

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Hallo David (Lieblingsschweizer:emoji_slight_smile:)

Mit der Haffner 403 waren die größten Türen jetzt
238x124x7cm, Mehrfachverriegelung in nur einer
Aufspannung. Die Maschine selber ist meiner Ansicht
nach zwar etwas zu leicht gebaut, aber das Ergebnis
überzeugt dabei schon. Diese Türen hatten so 100Kg
und ausser einem schussfesten Türrohling hatte ich
noch niemals mehr Gewicht auf dieser Maschine.

Wenn ich jünger wäre würde ich das Untergestell mit
schwerem Estrichbeton ausgiessen um die Vibrationen
etwas besser in den Griff zu bekommen. Das überlasse
ich jetzt aber den engagierteren Tischlern nach mir:emoji_grin:

Gruss Harald
 

Scheer

ww-pappel
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Da wir mehrere CNCs haben stehen der Kettenstemmer, die Langlochbohrmaschine und die Bürstmaschine fahrbar in einer Ecke.
Da es eh keine Kohle dafür gab bin ich froh das wir diese behalten haben.
Es gibt immer wieder Arbeiten wie der Bau von Stühlen, Tischen usw. wo die Aufspannung der geschwungenen Teile auf der CNC zu Aufwändig wäre.
Meistens arbeiten aber unser Lehrlinge damit um zu lernen wie man früher Schlitz und Zapfen hergestellt hat.
Immer nur die fertigen Teile von der CNC zusammenzubauen kann ja jeder.
Da fällt mir gerade ein wir brauchen ja mal wieder 20 stabile Holzböcke für die Werkstatt.
 

DZaech

ww-eiche
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Hallo Harald :emoji_wink:

Wir haben leider "nur" die Haffner SL 100, bei der ist die Durchlasshöhe auf ca. 100cm begrenzt. Da die Maschine perfekt auf usere Zimmertürschlösser eingestellt ist, fräsen wir die Haustürschlösser und Mehrpunktverschlüsse auf dem normalen Kettenstemmer. Denn an die Haffner kann man jederzeit rangehen und ohne Probestück oder Messarbeit Zimmertüren bearbeiten. Sobald man da anfängt Dinge zu verstellen, eben z.B. für Dreipunktverschlüsse, wäre das nicht mehr möglich. So wie wir das jetzt handhaben ist "schnell eine Zimmertür machen" gut möglich, ohne grosse Einstellerei :emoji_wink:

Den normalen Kettenstemmer setzen wir durchschnittlich 1x wöchentlich ein. Meist ist es halt nur ein einzelnes Schiebtürschloss oder andere kleine Arbeiten. Manchmal können das aber auch mal 80 Zapfenlöcher in der Dimension 12x100mm und 100mm tief sein, z. B für Eckverbindungen von Fensterläden. Solche Sachen wären mit einer Langloch nicht möglich. Unser Kettenstemmer ist zusätzlich in zwei Achsen schwenkbar, sowohl schräge Zapfenlöcher, als als schräg auf der Fläche platzierte Löcher sind möglich. In Verbindung mit einer abgerundeten Kette kann man so Lamellenläden oder -türen mit fixen, schrägen Lamellen schnell und genau fertigen.

Auch gestemmte Zimmertüren machen wir ab und zu klassisch mit grossen Zapfen und Beizapfen. In der Regel werden die, wenn wir welche machen, gedübelt mit LLBM und 20er Runddübel. Aber speziell an alten Objekten sind manchmal auch richtige gestemmte Türen erwünscht. Und soviel langsamer ist man nichtmal... Auch diverse Rahmenverbindungen mit Schlitz-Zapfen realisiert man gerne wenn man einen Kettenstemmer hat. Wenn wir keinen hätten würden wir wohl alle Tischgestelle usw nur noch dübeln, denn das ewig lange stemmen mit der Langloch (vorallem bei Esche, Ahorn usw.) tut man sich wohl nicht freiwillig an. Zumindest wenn das ganze auch noch rentabel sein muss.

Aber auch in der Heimwerkstatt ist ein Kettenstemmer toll. Wenn man den Platz hat sollte man sich einen hinstellen. Die Dinger sind meist so günstig, wenn man dann vermehrt Schlitz-Zapfen macht, relativiert sich so eine Anschaffung schnell. Notfalls kann man auch noch einen Carport o.Ä. damit herstellen. Geht zwar viel langsamer als mit dem Handkettenstemmer, aber irgendwann hat man die Löcher auch so gestemmt. Professioneller und weniger anstrengend als mit Forstnerbohrer und Stemmeisen ist es allemal. Ich habe leider keinen Platz für einen Stemmer in meiner Privatwerkstatt, darum werd ich mich weiter vor den meisten Zapfenlöchern hüten, und das unumgängliche mit der Langlochvorrichtung an der Felder heraus"stemmen" :emoji_grin:

Grüsse von einem bekennenden Kettenstemmer-Befürworter :cool: aus der Schweiz
David
 
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