Ausfugen von Stabparkett

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Phenomeno, 27. September 2009.

  1. Phenomeno

    Phenomeno ww-kastanie

    Beiträge:
    30
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    Hechingen
    Hallo Zusammen,

    wir haben in unserem Zuhause einen schönen alten Stabparkettboden (ca. 1927) in Fischgrätenanordnung. Da die Böden in den letzten 80 Jahren stark gearbeitet haben gibt es teilweise ziemliche Spaltezwischen den Stäben.

    Die Stäbe sind ca. 30x110mm und die Lücken bewegen sich so zwischen 5 und 8mm. Im Prinzip finde ich das optisch nicht störend, nur zum Reinigen wäre es ausgegossen viel besser. Der Vorbesitzer hat es wohl schon mal versucht (weiß leider nicht mit was für einem Mittel), er hat jedoch gesagt dass die Fügenmasse brüchig wurde und sich mit dem Staubsauger schön langsam, Stück für Stück vom Acker gemacht hat.

    Hat von Euch jemand Erfahrung mit dem vergiesen von solchem Parkett? Gibt es ein Harz welches nicht sprödhart wird und kleine Bewegungen mitmacht?

    Danke schon mal im Voraus.

    Marc
     
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    bei der größe würde ich Keileisten einleimen. Ist zwar Arbeit aber die ganzen Kitte und was es sonst noch so gibt sind Bastel bis Pfuschlösungen.
     
  3. Phenomeno

    Phenomeno ww-kastanie

    Beiträge:
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    Hechingen
    Hi Carsten,

    danke für die Antwort. Du nimmst Du Dir einfach die Lücke vor und setzt von oben den Keil ein um den einen Spalt zu schließen?

    Ich werd das mal testen, kann es mir noch nicht richtig vorstellen wie es dann aussehen wird, mit einem hast Du jedoch sicher Recht, das wird ganz schön Arbeit.:emoji_wink:

    Gruß
    Marc
     
  4. dascello

    dascello ww-robinie

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    Ort:
    Wuppertal
    Hallo Marc,

    ich bin gerade in eine Altbauwohnung gezogen, in der ein uraltes Fischgrat-Stabparkett liegt (ca. 100 Jahre alt). Die Lücken gibt es hier auch, wurden aber auf verschiedene Arten behandelt.

    1. Ausfüllen mit passenden Holzstäben, wahrscheinlich keilförmig ausgeführt und dann reingeschlagen. Anschließend wurde der komplette Boden abgeschliffen und neu gewachst.

    2. Auffüllen mit einer Art Wachs.

    3. Nix gemacht, einige Lücken sind noch da.


    Trotz aller dieser Torturen sieht das Boden super aus, allerdings mit stolzer Patina, die ich sogar sehr mag. Wie neu wird das nicht mehr, soll auch nicht.

    Am WE mache ich ein Foto und stelle es ein.

    Ach ja: Die Keilmethode gefällt mir besser, auch wenn hierdurch der optische Rhythmus des Fischgratmusters stark gestört wird.

    Und: Der Boden knarzt ein wenig, trotz Steinuntergrund.

    Gruß vom immer noch trüben Rhein


    Michael
     
  5. Norbert

    Norbert ww-robinie

    Beiträge:
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    Markdorf
    Hallo Marc,

    also, wenn es
    1. Deine eigene Wohnung ist,
    2. das Parkett nicht in Gußasphalt verlegt wurde und Du
    3. keine Angst vor der Arbeit hast,
    rate ich Dir, das Parkett vollkommen neu zu verlegen.

    Hier meine Erfahrungen dazu: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Ergänzend dazu möchte ich noch nachtragen, daß ich den Unterboden herausgerissen und die Balkengefache bis auf den mittig neu angebrachten Blindboden mit Blähtonbeton (= Leichtbeton) gefüllt und oben eben abgezogen habe. Darauf kamen eine Trittschalldämmung und zwei kreuzweise verlegte und verleimte OSB-Schichten.

    Ich habe die Sauarbeit nie bereut und freue mich jedesmal, wenn ich den Boden betrachte. Bis heute, sieben Jahre danach, hat sich weder eine Fuge gebildet, noch ein klappernder Parkettstab gezeigt.

    Gruß

    Norbert
     
  6. Mexx

    Mexx ww-kiefer

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    München
    Das ist absolute Ansichtsache .......

    100 Jahre alter Fischgrätparkett hat, trotz Fugen und geknarze , Schönheit die man Heute nicht mehr verlegen kann .

    Wenn in meiner Wohnung so ein Parkett liegen würde, wäre mir die Arbeit diesen wieder aufzuarbeiten nicht zuviel .
    Klar ein neuer Boden knarzt nicht und hat eine pflegeleichte moderne Oberfläche, aber ich stell mir gerade eine Altbauwhg vor mit einer Deckenhöhe von 3,5 Meter mit hohen Türen schön verschnörkselt, Stuck an der Decke und schau auf den Boden und sehe einen Buchelaminat ......
    Da geht doch der ganze Flair der Whg den Bach runter ?!:emoji_frowning2:
    (der Buchelaminat ist nicht auf den Vorredner bezogen, ist nur ein Beispiel !)

    Wenn er weg ist, ist er weg , auch wenn man später es wieder zurückhaben möchte !
     
  7. raftinthomas

    raftinthomas ww-robinie

    Beiträge:
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    Ort:
    Aachen/NRW
    ich würde auch eher das alte parkett liegen lassen. das hat einfach seinen eigenen stil.
    die keilleisten sind lange leisten mit leicht trapez- oder keilförmigem querschnitt. diese werden dann einseitig (!) mit leim bestrichen (bzw dieser in der fuge angegeben) und dann mit dem hammer eingeschlagen. danach bündighobeln und den ganzen boden schleifen.
     
  8. Phenomeno

    Phenomeno ww-kastanie

    Beiträge:
    30
    Ort:
    Hechingen
    Klasse wie hier die Tipps reinflattern, danke nochmals.

    Prinzipiell sind wir dem Charme des alten Parketts auch erlegen. Gut, die Boden ist alles andere als eben, mit einer Neuverlegung könnte man das egalisieren, das wollen wir aber überhaupt nicht. Die Entscheidung fiel schon sehr früh als die Frage im Raum stand ein altes Haus zu kaufen oder ein neues zu bauen.

    Das mit den Keilleisten werde ich auf jeden Fall mal testen, vorerst mal ohne Leim, dann wird der "Familienrat" entscheiden :emoji_wink:

    Nur nochmals der Vollständigkeit halber, bei diesen großen Fugen seht Ihr das Verfugen mit Harz definitiv als keine dauerhafte Lösung an, oder?
     
  9. raftinthomas

    raftinthomas ww-robinie

    Beiträge:
    3.810
    Ort:
    Aachen/NRW
    nein, das ist viel zu spröde.
     
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