Ausbildung oder weiter Studieren

Feldenkrais

ww-pappel
Registriert
19. Juli 2016
Beiträge
11
Ort
Hamburg
Guten Tag zusammen,

ich stelle meine Frage mal hier ins "Profi fragt Profi"-Forum, wenn ihr es lieber woanders haben wollt, dann bitte ich um Entschuldigung für die Falschplatzierung und bitte darum es zu verschieben.

Mein Name ist Felix, ich bin erst (ich finde "schon" passender) 21 Jahre alt. Habe 2014 mit einem durchschnittlichen Abi meine Schule abgeschlossen. Dann ein Jahr verbracht mit einem Praktikum und einer größeren Reise und schließlich letztes Jahr im Oktober ein Studium begonnen.
Gebürtig komme ich aus Hamburg, studiere jedoch in Bielefeld Soziologie und Politikwissenschaft. Nun haben wir Juli, ich bin also am Ende des zweiten Semester und stelle fest (auch nicht erst seit Gestern), dass das ganze doch nicht das richtige ist.
Zu theorethisch, zwar durchaus Aussichten auf einen Job, den ich mir vorstellen kann, aber irgendwie werden wir zwei, das Studium und ich, nicht so recht warm.

Gleichzeitig im Oktober, mit meinem Auszug, habe ich angefangen sehr viel zu Tischlern. Hier in meiner Scheune (ich wohne in einer WG auf einem alten Bauernhof) richtete ich mir also eine Werkstatt ein, in der ich am liebsten den ganzen Tag verbringe.
Vor dem Studium war für mich eine Ausbildung als Tischler immer eine Option, aber, warum auch immer, ich habe mich dann doch für das Studium entschieden.

Nun stehe ich da, mit einem angefangenen Studium, durch das ich mich quäle und mich jeden Tag freue, abends noch eine Stunde in die Werkstadt zu können, und immerhin schon bald 22 Jahren und merke, da muss was anderes her. Oder auch nicht?
Extreme Zweifel, Zukunftsangst und und und. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Worum es hier aber gehen soll: Ich habe mich nun also rückbesinnt. Vielleicht doch eine Ausbildung? Natürlich als Tischler, und danach ein Studium, aber in eine andere Richtung als die jetztige!
So irgendwie mein junger Plan.
Das Problem: Wir haben nun Mitte-Ende Juli und ich befürchte, dass ich so leicht keinen Ausbildungsplatz mehr finde, weil sie fast alle schon vergeben sind. Ein weiteres Jahr (dann bin ich 23 und hätte noch nichts in der Hand) möchte ich eigentlich nicht warten.
Ich hätte also gerne mal eure Profi-Einschätzung.
Ich habe folgendes zu bieten: Im August 22 Jahre, ein mittelmäßiges Abi, Heimwerker- und Maschinenerfahrung, Praktisch sehr versiert und nicht auf den Kopf gefallen.
Habe ich noch eine Chance dieses Jahr einen Ausbildungsplatz zu bekommen?

Ich denke die Lehrlingssuche ist bei euch ein großes Thema. Ich hör' immer raus, dass nicht alle so ganz zufrieden sind, mit den Anwärtern, die die Schule so ausspuckt. Da gibt es ja so manche Diskussion. Deswegen fühle ich mich als älterer, etwas handwerklicher- und lebenserfahrener junger Mensch gar nicht mal so schlecht aufgestellt. Aber im Juli?

Eine Einschätzung fände ich super! Vielen Dank im voraus!

Beste Grüße,
Felix
 

predatorklein

ww-robinie
Registriert
24. März 2007
Beiträge
6.605
Ort
heidelberg
Hallo

Deswegen fühle ich mich als älterer, etwas handwerklicher- und lebenserfahrener junger Mensch gar nicht mal so schlecht aufgestellt.

Seh ich auch so :emoji_wink:

Also rauf aufs Fahrrad oder ins Auto und Schreinereien abgefahren und sich vorgestellt.
Persönlich vorbeigehen , nicht anrufen.

Und mal angeboten am Samstag " Probe " zu schaffen :emoji_slight_smile:

Gruß
 

Der Hannes

ww-birnbaum
Registriert
25. August 2015
Beiträge
219
Ort
Nürnberg
Schreinerei Abklappern, Bewerbung dabei haben und für ein Praktikum/probe Arbeiten anbieten.
Viele die eigentlich gar nicht vor hatten einen nächstes Jahr auszubilden entscheiden sich nach einer sehr positiven Wochen gerne um, und dann bist du mit Mitte Juli auch nicht so spät dran :emoji_slight_smile:

Haben z.B auch im März jmd. als Lehrling eingestellt der im späteren Alter entschieden hat er möchte nochmal was probieren........
Praktikum gemacht, Bewerbungssachen dabei gehabt.... und schwub wurde zu gesagt und er stieg im März ins 2te Lehrjahr ein :emoji_slight_smile:
 

Friederich

ww-robinie
Registriert
14. Dezember 2014
Beiträge
7.293
Noch ein Tip zur Vorstellung: Am besten stehst du schon frühmorgens vor der Werkstatt, bevor sie aufmachen. Damit zeigst du, daß es dir ernst ist, und du keine studententypischen Probleme hast, morgens aus den Federn zu kommen.
Macht einen viel besseren Eindruck, als wenn du erst am Nachmittag angetrödelt kommst.
Sowas kann den Ausschlag geben.
Und wenn schon alle Lehrstellen belegt sind, lass deine Telefonnummer da. Vielleicht springt ein angenommener Bewerber noch ab.
 

ritter & peter

ww-pappel
Registriert
9. Juni 2016
Beiträge
1
Ort
Hamburg
Wir haben noch eine Lehrstelle frei, werden uns aber wohl in den nächsten Tagen entscheiden. Wenn Sie Interesse haben können Sie sich gerne noch kurzfristig melden.
Kontaktdaten sind in den Stellenanzeigen diese Forums.
 

Feldenkrais

ww-pappel
Registriert
19. Juli 2016
Beiträge
11
Ort
Hamburg
Guten Abend,

Wir haben noch eine Lehrstelle frei, werden uns aber wohl in den nächsten Tagen entscheiden. Wenn Sie Interesse haben können Sie sich gerne noch kurzfristig melden.
Kontaktdaten sind in den Stellenanzeigen diese Forums.

Ich werde mich gleich morgen bei Ihnen melden!



An die Anderen:
Das macht mir dann doch noch Hoffnung. Befürchtete nur, das alles schon vergeben ist...
Weitere Meingungen sind natürlich gern gesehen.

Beste Grüße,
Felix
 

Sägenbremser

ww-robinie
Registriert
20. Juli 2011
Beiträge
5.932
Alter
67
Ort
Köln
Hallo Felix

nimm bloss morgen früh um 7 Uhr die hier
angebotene Chance ohne wenn&aber wahr.

Mein Jüngster ist mit sehr ähnlichen Kriterien
wie du sie anzubieten hast, bei jedem Wetter
auf dem Motorrad durch grosse Teile von Europa
gerauscht um den für ihn optimalen Ausbildungs-
platz zum Zimmermann zu bekommen. Hat schon
zum Erfolg geführt, hatte aber auch einige recht
sinnlose Bewerbungstermine für ihn im Angebot.

Schon eine räumliche Einschränkung auf das HH
würde ich heute eher als Luxusattribut betrachten.
Gerade im norddeutschen Raum sitzen die wirklich
leistungsfähigen Betriebe heute, auf Grund eines so
nicht ganz geringen Flächenbedarfs, nicht gerade im
direkten Umfeld der Metropolen.

Geh früh zu Bett und tauch da morgen Früh in einer
anständigen, frisch rasierten, ausgeschlafenen Form
auf. Üblicherweise informiert sich der Bewerber auch
über den anvisierten Betrieb und bringt einen kompl.
Lebenslauf zum Vorstellungstermin gleich mit.

Jetzt ab ins Bett und viel Erfolg, Harald
 

Nikem

ww-birnbaum
Registriert
13. Juli 2011
Beiträge
238
Ort
Herzogenaurach
Mach Dir keinen Kopf, Du bist noch jung. Dein Alter ist da noch kein Problem, auch wenn Du "noch nichts in der Hand" hast. Wichtig ist nur, daß Du nicht alles anfängst und dauerhaft nichts beendest oder wenn Du 30 bist noch nichts zu Ende gebracht hast.

Du wirst sicher noch was finden.

Grüße
Carsten
 

Túrin

ww-robinie
Registriert
20. Dezember 2009
Beiträge
5.314
Ort
deheeme
Hallo
Seh ich auch so :emoji_wink:

Also rauf aufs Fahrrad oder ins Auto und Schreinereien abgefahren und sich vorgestellt.
Persönlich vorbeigehen , nicht anrufen.

Und mal angeboten am Samstag " Probe " zu schaffen :emoji_slight_smile:

Gruß

Genau so habe ich das in Deinem Geburtsjahr gemacht, Felix. Da hatte ich aber schon mein Diplom samt Staatsexamen in der Tasche.
Und was vor 22 Jahren funktioniert hat, sollte heute auch möglich sein. Aber vielleicht hat es ja schon bei r&p geklappt.
Kurze Rückmeldung?
 

Besserwisser

ww-robinie
Registriert
16. August 2010
Beiträge
2.931
Ort
NRW
Ach, mit 22 ist das kein Thema. Ich hab mein Studium mit 29 geschmissen und ne Ausbildung gemacht.
Es gibt imho zwei Sorten Betriebe: Die einen wollen nur 16-jährige Stifte, die nicht rummucken, schon gar keine "Studierten".
Und die anderen (das mögen zahlenmässig weniger sein), die es schätzen, dass der "Neue" schon was Lebenserfahrung hat und eher weiß, was er will.
Der älteste Azubi in meinem Lehrbetrieb war 40 und hatte in seinem alten, zwei jahrzehnte ausgeübten Job, keinen Bock mehr.
 

Der Hannes

ww-birnbaum
Registriert
25. August 2015
Beiträge
219
Ort
Nürnberg
Was man als älterer Azubi jedoch nicht vergessen sollte (30+).. man ist der Azubi.... da stehen auch mal arbeiten an, die keinen Spaß mache. (Müll Management,Unkraut zupfen)... und man muss eben auch Respekt vor dem Jung Gesellen haben selbst wenn dieser doof gesagt halb so alt ist :emoji_wink:

grüße Hannes :emoji_slight_smile:
 

Friederich

ww-robinie
Registriert
14. Dezember 2014
Beiträge
7.293
Man muß jeden respketieren; ungeachtet der Ausbildung.
Die ungelernte Putzfrau ganzgenauso wie den Meister.
 

Friederich

ww-robinie
Registriert
14. Dezember 2014
Beiträge
7.293
Die Realität hat sich meinem Eindruck nach schon gewaltig verbessert.
Ein Handwerker, der seine Lehrling zusammenscheißt und rumkommandiert, käm mir auch kein zweites Mal ins Haus. Hab ich aber noch nie erlebt.
 

Feldenkrais

ww-pappel
Registriert
19. Juli 2016
Beiträge
11
Ort
Hamburg
Ja, Rückmeldung:

Gestern hatte ich noch eine wichtige Klausur: Sozialstrukturanalyse. Lief sehr gut.
Die wollte ich noch umbedingt machen, da ich das Semester/Studium nicht einfach so beenden will, sondern es vernünftig abschließen möchte.
Daher geht es für mich erst heute nach Hamburg und morgen früh, punkt 7, habe ich einen Ortstermin a.k.a. Vorstellungstermin.

So viel dazu. Ansonsten: Weiter schauen. Die Zeit bis zur nächsten Klausur nutzen.
So wie ihr es gesagt habt.

Danke schonmal für die Ermutigungen.

beste Grüße,
Felix
 

sEki

ww-pappel
Registriert
25. Januar 2012
Beiträge
3
Ort
Spillern
Ich hab meine Tischlerausbildung auch erst mit 25 angefangen.
Habe danach aber gleich zu studieren begonnen.
Was die meisten nicht wissen, es gibt einige Studienrichtungen die sehr viel mit dem Material Holz tu tun haben, wie Holztechnologie, Holzbau, Natur-und Fasertechnologie, ...
In Hamburg befindet sich eine gute Uni dafür.
Weitere Unis wären in Stuttgart, Eberswalde, Rosenheim, München, Salzburg, Wien, Basel, Zürich,...

Trotzdem rate ich dir, auch wegen deines jungen Alters, die Ausbildung zum Tischler zu machen.
Was du während dieser Ausbildung lernst, wirst du in einem Studium nie lernen, da es einfach viel zu theoretisch ist.
Viel Glück.
 

Aquarious

ww-birke
Registriert
25. November 2015
Beiträge
63
Ort
Bopfingen
Mein Sohn hatte vor 4 Jahren eine ähnliche Situation.
ABI - Studium ... und nach einem Jahr festgestellt dass das nix ist...
Also hat er eine Ausbildung absolviert und das war für Ihn gold richtig...
Das Alter (... wenn man da von Alter sprechen kann) spielt dabei keine Rolle.
Grundsätzliche gefällt mir persönlich die momentane Situation nicht:
ABI - Studium - Null Ahnung von Praxis...
Können die jungen Leute wirklich nix dafür... man will ja nur das Beste ...
Dieser Weg wird von viel zuviel Leuten beschritten, meiner Meinung nach.
Eine praktische Ausbildung und anschl. Weiterbildung / Studium finde ich als einen guten von vielen Wegen.
 

Eder Franz

ww-robinie
Registriert
7. Dezember 2008
Beiträge
796
Ohne Dich zu kennen und alles hier lesen zu können... Wie wäre es mit einem anderen Studium? Vielleicht Holztechnik? Wenn Dir dort der Praxisbezug fehlt, suche mal nach dualem Studium. Studium und Praxistätigkeit laufen dort m. E. parallel. Viel
 

KalleJ

ww-pappel
Registriert
31. Januar 2017
Beiträge
3
Ort
Mettmann
Als Menschen kann ich jeden achten, da ist jeder für mich gleich. Aber, dann kommt es auch darauf an, was man daraus macht. Und da hat auch fast jeder die gleichen Chancen. Einige sind allerdings zu faul, diese zu nutzen. Und davor fehlt mir die Achtung.
Weiterbildung ist nichts verbotenes, das sollte jeder begriffen haben. Und wenn ich mich beim ersten Mal vertan habe, indem ich eine Lehre angefangen habe, die mir nicht zusagt, gilt es zum einen diese zu beenden, um sich zu anderen dann umzuorientieren. Ich bin auf diesem Wege zum Organisationsmanagement in einer Firma gekommen, und mache jetzt das was mir Spaß macht
 

FredT

ww-robinie
Registriert
26. Juni 2014
Beiträge
4.085
Ort
Halle/Saale
Studium an Universitäten und Hochschulen bringt Erkenntnisgewinn in der Theorie. Auf anderes sind diese Lehreinrichtungen ja auch nicht ausgelegt; Zielrichtung ist die Forschung.
Wer was praktischeres will, muß sich in Richtung Fachhochschule und duales Studium orientieren. Oder eben ganz "klein" mit Lehre, Meister/Technikerschule anfangen und dann ggf. noch den Fachingenieur draufsatteln. Aber ist eben eine Ochsentour... da ist mancher dran verzweifelt.
 

Sägenbremser

ww-robinie
Registriert
20. Juli 2011
Beiträge
5.932
Alter
67
Ort
Köln
Wer das nicht unbedingt im Zeitraffertempo
erledigen möchte, hat dabei schon ein mehr
als ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit
und der reinen Lehre zu erwarten. Das kann
auch Spass machen und durch einen zuvor
tüchtig erlernten Beruf sind die pekuniären
Engpässe deutlich kommoder zu umschiffen.

Gruss Harald
 

Holzjäger

ww-birke
Registriert
9. März 2017
Beiträge
63
Ort
Oberschwaben
Wenn du nach deiner Schreinerlehre noch nach einer weiteren Herausforderung sucht, dann zieh doch mal ein Studium der Holzwirtschaft oder Holztechnik in Rottenburg/Neckar oder Rosenheim in Betracht.
Ich habe selbst in Rottenburg studiert und kann das Studium dort nur empfehlen. Es ist sehr praxisnah, heißt es werden keine Theoretiker ausgebildet, die nachher keine Ahnung vom echten Leben haben.
Informier dich doch mal über die Angebote der HFR :emoji_wink:


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
 

khkb

ww-robinie
Registriert
10. März 2014
Beiträge
854
Alter
71
Ort
Wiesmoor
Moin alle miteinander,

jetzt wär's mal interessant zu hören (wenn denn dieser alte Thread wieder exhumiert wurde), wie es denn dem Felix ergangen ist, sprich: Hat er das Angebot hier aus dem Forum angenommen, das heißt, eine Tischlerlehre angefangen oder nicht? :rolleyes:

Neugier ...
 
Oben Unten