Aufgehender Stoß bei Küchenarbeitsplatte

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von wicoba, 15. September 2008.

  1. wicoba

    wicoba ww-robinie

    Beiträge:
    744
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Hallo,
    ich habe das Problem, dass eine relativ neue Küchenarbeitsplatte am Stoß aufgeht, d.h. eine Platte wird schon etwas „dicker“:emoji_frowning2:. Vermutlich wurde der Stoß nicht vollkommen wasserdicht verleimt...
    Meine Überlegung: Am Stoß mit eine Oberfräse eine kleine V-Fuge zu fräsen und dann die Fuge mit wasserfestem Material „ausgießen“...?
    Kann mit jemand einen Tipp geben oder eine andere Lösung vorschlagen, wo man nicht gleich die ganze Küche ausbauen muss?
    Vielen Dank,
    Wilfried
     
  2. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
    18.633
    Ort:
    Dortmund
    Wenn die Verklebung ansonsten gut ist, reicht vielleicht, einen sehr dünnflüssigen Lack von oben reinsaugen zu lassen. Dann ist der Lack dort, wo sonst das Wasser hinziehen würde. Dünnflüssiger Sekundenkleber wäre auch eine Idee, aber dann müsste man eine Idee haben, die Oberfläche davon nicht zu versauen. Vielleicht ein Trennmittel zuvor auftragen, was aber nicht in den Schlitz eindringt.
     
  3. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    bist du de rausführende Schreiner ? dann würde ich das ausbauen und sauber dicht verleimt wieder einbauen, alles andere ist in meinen Augen Pfusch bzw. zumindest nahe dran. Lieber dem Kunden sagen da hab ich nen Fehler gemacht und bessere jetzt nach, las das irgendwie hinzupfuschen und in 5 Jahren geht der Kunde zu nem anderen Schreiner weil er ne neue Platte braucht.
    Bist du der leittragende ? realtiv Neu: sprich gilt da evtl noch Gewährleistung usw. Dann soll der einbauende bittschön auch dafür sorgen das das in Ordnung gebracht wird.
     
  4. khr

    khr ww-esche

    Beiträge:
    572
    Ort:
    46244 Kirchhellen
    Hi,

    eine "wasserdichte" Stoßfuge bei einer Küchenarbeitsplatte gibt es nicht. Als Handwerker ist man gehalten, den Kunden darauf hin zu weisen.

    Als Kunde ist man gehalten, Wasser von der Fuge fern zu halten und vor allem keinen Toaster und erst recht keine Kaffeemaschine oder ´n Eierkocher auf die Fuge zu stellen.

    Die oben angedachte "Reparatur" kannst Du vergessen, denn wenn die Fuge angequollen ist, fliegt die Dir beim Auffräsen um die Ohren. Ferner braucht Dichtstoff, egal welcher, zum Halten eine gewisse Grundfläche, die tragend ist. Die hast Du hier nicht. Zur Reparatur verfahren wie Carsten schrieb.

    Gruß. khr
     
  5. wicoba

    wicoba ww-robinie

    Beiträge:
    744
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Hallo liebe Kollegen,

    ist nicht meine erste Küche, allerdings erstmalig dieses Problem. Und wie es der "Zufall" will, ist es unsere eigene Küche, natürlich selbst eingebaut :emoji_open_mouth:
    Über die Optik kann ich nun mit meiner Frau reden, allerdings hätte ich die Sache schon gerne irgendwie gerettet, ohne alles ausbauen zu müssen...
    Also ist es weniger eine Gewährleistungsproblem als einfach eine Schadensabwendung...
    Weiterhin vielen Dank für eure Hilfe,
    Wilfried
     
  6. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

    Beiträge:
    18.633
    Ort:
    Dortmund
    ...und ein gutes Experimentierfeld, um neue Lösungen für so ein Problem auszuprobieren...
     
  7. smeagol

    smeagol ww-kastanie

    Beiträge:
    34
    Hallo.
    Mal so aus Interesse. Wie genau hast Du die Verbindung gemacht? Gesägt? Gefräst? Mit Plattenverbindern? Mit Leim, Silikon oder Helmipur?

    Grüße

    smeagol
     
  8. Homer

    Homer ww-esche

    Beiträge:
    515
    Ort:
    Kreis Ludwigsburg
    Hallo,

    Aus welchem Material ist den die Arbeitsplatte?

    Bilder wären vieleicht auch nicht schlecht.


    MfG Homer
     
  9. Gerd Lutter

    Gerd Lutter ww-ahorn

    Beiträge:
    107
    Ort:
    Berlin
    Hallo erst mal. Aaaalsoo, wir vermuten mal, dass es sich um eine 3,8cm oder 4cm starke Spanplatte mit Resopal oder Taconbeschichtung handelt. Bei Vollholz wärs ja auch nicht ganz so problematisch, gell? Weiter vermuten wir, dass es bei der Verbindung zwei oder drei Spannschrauben (bei Arbeitsplattentiefe 60 cm) gibt. Ferner wird es je eine Nut auf jeder Schnittseite geben in der entweder eine lange Feder oder Lamellos stecken. Jetzt nehmen wir noch an, dass es sich um eine Schablonenformfräsung handelt, die vorn 45° abknickt. Gut, wenn denn dann ein Trennschnitt erfolgen soll(muss) um die Platten neu zu verleimen, werden erst mal die Spannschrauben rausgenommen, damit das Schneidwerkzeuig keinen Schaden nimmt. Bis hierher wars reine Theorie. Ich könnte mir vorstellen, statt mit einer Oberfräse oder Festool Kreissäge mit Schiene vielleicht von Fein oder von wem auch immer so einen Oszillierschneider zu verwenden. Die Schnittfuge ist relativ fein. Dann müsste man die Feuchtigkeit (vielleicht heisse Luft?) aus dem Holz holen und danach kann man in alt bewährter Methode mit wasserfestem Leim usw.,usw. Ich habe inzwischen 30 Jahre Küchenbauererfahrung und noch nie(!) ist mir mangels Sorgfalt eine APL-Fuge aufgegangen! Wow, das mußte mal gesagt werden. Aber grundsätzlich könnte man das Problem doch so angehen, oder? Gutes Gelingen wünscht Gerd aus dem Saatwinkel.
     
  10. wicoba

    wicoba ww-robinie

    Beiträge:
    744
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Hallo zusammen,
    da merkt man doch gleich, wer Küchenbauerfahrung hat! Der Gerd hat mit seinen Annahmen natürlich recht, es ist eine ganz "normale" Küche, wie man sie aus dem Möbelhaus bezieht (ich denke dafür brauchts kein Bild:emoji_slight_smile:)
    Die Fuge habe ich wie folgt verleimt: Lamello mit Plattenverbinder, unterer Teil mit Holzleim, oben mit Silikon. Da ist vermutlich auch "der Hund begraben":emoji_frowning2:
    Gruß, Wilfried

    P.S. Es gibt ja bekanntlich "viele Wege nach Rom"... Wie verleimt ihr die Arbeitsplatten?
     
  11. smeagol

    smeagol ww-kastanie

    Beiträge:
    34
    hall,

    ähm...

    Hallo, mein ich.

    Früher hab ich das auch mit Silikon gemacht.
    Lamello Und Plattenverbinder, klar. Fläche mit wasserfestem Holzleim und Kante, so ca. 5mm mit Helmipur von Forbo.
    Und wichtig! Plattenverbinder anziehen! :emoji_slight_smile:

    Gruß

    smeagol
     
  12. Homer

    Homer ww-esche

    Beiträge:
    515
    Ort:
    Kreis Ludwigsburg
    Hallo,

    Habs mir eigendlich schon fast gedacht das es eine "normale" Platte ist ,aber man weiß ja nie. Und was ist heutzutage schon normal.


    Plattenstöße verleime ich mit D3 Weissleim aus der Leimflasche als durchgehende Schnur ca.5mm unterhalb der Arbeitsfläche.
    Dazu kommt noch 4-5 Punkte PU Kleber aus der Kartusche verteilt auf die Breite der Platte.
    Lamellos lass ich weg ,weil diese keine verbessernde Situation bringen und sich der Plattenstoß so besser ausklopfen lässt .
    Geputzt wird nur mit Spühliwasser und Zewa.
    Sehr wichtig ist auch das ansetzen einer Schraubzwinge am Eck ,und diese auch 3-4 stunden gespannt lassen,besser über Nacht.
    Ach ja und Das anziehen aller Verbinder nicht vergessen.

    Helmipur (Kleber und Füllstoff) in der passenden Farbe der Platte ist ein Teufelszeug!


    MfG Homer
     
  13. TischlerLoos

    TischlerLoos ww-robinie

    Beiträge:
    1.328
    Ort:
    Espelkamp
    also ,

    ich bin der meinung das sili und APL nicht fachgerecht ist. da streitet man sich aber generell drüber.

    Ich mache den quatsch immer ohne lamellos da ich schon beobachtet habe das die aufgequollen sind und die APL dann beulen hatte.

    Standardmäßig habe ich ´nur Weißleim genutzt.

    Ich habe von einem APL zulieferer Helmipur ans Herz gelgegt bekommen und getestet

    Klasse Zeug finde ich stinkt zwar aber funzt.
     
  14. smeagol

    smeagol ww-kastanie

    Beiträge:
    34
    Hallo,

    @Homer: Wie meinst Du Teufelszeug? Positiv oder Negativ? Und warum?

    @TischlerLoos: Lamellos mit wenig Leim einbringen, daß sie nicht aufquellen. Sind ja gepresste Plättchen. Hatte bisher auch mit Lamellos, außer in komischen Winkeln, keine Probleme den Stoß richtig eben zu bekommen.

    Gruß

    smeagol
     
  15. Rei123

    Rei123 ww-robinie

    Beiträge:
    668
    Ort:
    Rhein-Main
    Hallo,

    verstehe ich das richtig: Nur hinten in der Ecke eine Schraubzwinge über den rechten Winkel, vorne in der Innenecke nichts?
    Was für einen Vorteil bringt das? Ich hätte eher die Befürchtung, daß der Stoß sich vorne öffnet.

    Danke

    Reiner
     
  16. TischlerLoos

    TischlerLoos ww-robinie

    Beiträge:
    1.328
    Ort:
    Espelkamp
    ich glaube das die zwinge für evtl vorhandenen höhenversatz gemeint ist.


    Gruß Patrick
     
  17. Homer

    Homer ww-esche

    Beiträge:
    515
    Ort:
    Kreis Ludwigsburg
    Hallo,

    Schraubzwingen natürlich nur für den Höhenversatz und vorne ,wie soll man die sonst ansetzen.

    Mit Teufelszeug wollte ich ausdrücken das der Kleber richtig gut ist, und in der Passenden Farbe Toleranzen in der Fugenbreite ausgleicht oder wenn der Stoß mal nicht ganz sauber gefräst wurde kaschiert.

    Lamellos oder Federn können auch nicht immer verwendet werden bzw.sind manchmal beim einlegen,einfahren der Platten hinderlich und einfach nicht zu gebrauchen.


    PU Leim gebe ich nur als Sicherheit an.
    Manche Hersteller fräsen ihre Stoßfugen leicht schräg nach unten so das die Fuge oben geschlossen ist und unten ca.1-2mm offen ist.
    Oder
    Fräsen den Stoß so das er nur ca.5mm oben und unten dicht ist in der Mitte Luft hat.

    Silikon hab ich auch schon verwendet ist mir jedoch ein zu großes geschmiere und geputze beim verleimen und man bekommt die Fuge nicht so dicht,problem weil man das Sili mit der Zeit wider ausreibt und Wasser eindringen kann....

    Als Tip:
    Wer es noch nicht kennt es gibt sogenante Ringratschen Schlüssel in 10mm Grösse eine sehr angenehme Erfindung wie ich finde .
    Bestens für das schnelle und stressfreie anziehen des Verbinders geeignet.



    MfG Homer
     
  18. smeagol

    smeagol ww-kastanie

    Beiträge:
    34
    Hallo,

    jaja, Ringratschen-Schlüssel. Tolle Erfindung. Nur wenn man selber zu doof ist, kann man vielleicht nicht mehr aus dem Verbinder, je nachdem wie die Ausfräsung gemacht ist.

    Ich spreche aus Erfahrung!:emoji_slight_smile:

    Gruß

    smeagol
     
  19. Homer

    Homer ww-esche

    Beiträge:
    515
    Ort:
    Kreis Ludwigsburg
    Hallo,

    *g* totlach, so kanns natürlich auch gehn!
     
Die Seite wird geladen...
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden