Arbeitsplattenstoß im Gehrungsabschnitt dicht bekommen

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Josh, 13. Juli 2011.

  1. Josh

    Josh ww-pappel

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    Hemmingen
    Hallo zusammen,

    ich habe länglich recherchiert, zu meiner speziellen (laienhaften) Frage aber leider keine Antwort finden können.

    Ich möchte ein Küchenarbeitsplatte in U-Form einbauen. Die Fräsungen für die Stöße sowie für die Arbeitsplattenverbinder habe ich mangels Spezialwerkzeug anfertigen lassen.

    Die Arbeitsplattenverbinder bauen beim Zuschrauben Kräfte senkrecht zu den Stößen auf, so dass diese Fuge beim Zusammenziehen dicht werden sollte. Allerdings wirkt die Kraft nicht senkrecht, sondern nur schräg zu dem Gehrungsabschnitt an der Vorderkante der Platte. Wenn die Plattenstöße nicht gegen gegenseitiges horizontales Verschieben gesichert sind (wie wird das fachmännisch realisiert), dann könnte sich durch die Gegenkraft des in der Fuge sitzenden Dichtmittels (Silikon, Helmipur, ...) nach meinem Verständnis die eine gegen die andere Platte verschieben, so dass der besagte Gehrungsabschnitt nicht hundertprozentig dicht wird. Mache ich mir hier unnötig Gedanken oder wie wird dieses Problem fachmännisch gelöst?

    Schon im Voraus vielen Dank für Eure Tipps!

    Grüße
    Josh
     
  2. Hacki

    Hacki ww-esche

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    Saarbrücken
    Hallo Josh,
    ein Verschieben in der Fläche vermeidet man durch eingenutete Flachdübel.
    Alternativ eine falsche Feder.
    Gruß Gerd
    Die kleine Gehrungsfuge an der Kante kannst Du bis zum Aushärten mit Klebeband fixieren.
     
  3. hengo

    hengo ww-birnbaum

    Beiträge:
    213
    Normalerweise werden zusätzlich zu den Ausfräsungen für die Arbeitsplattenverbinder noch mehrere Flachdübel (=Lamellos) jeweils entlang der
    Oberkante und Unterkante der Arbeitsplatte gesetzt.
    Die verhindern das sich die PLatten nach Leimangabe (und einer dünnen Naht Silikon oben) horizontal verschieben, es also keine Versätze gibt.

    Die Gehrung im vorderen Bereich sollte dicht werden.
    Andernfalls mit langen Zwingen arbeiten, oder falls diese nicht vorhanden sind kann man notfalls Leisten/Kanthölzer auf die später nicht sichtbare Unterseite schrauben und dann mit kürzeren Zwingen arbeiten.
    Das ist im Normalfall aber nicht nötig.

    Gruß
    Henning
     
  4. Josh

    Josh ww-pappel

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    Hemmingen
    Henning und Hacki,

    danke für Eure Antworten!

    Die Lamellos sollten nach meinem Verständnis doch dazu dienen, Verwerfungen in vertikaler Richtung, also Höhenunterschiede der Platten am Stoß zu vermeiden - oder ist meine Überlegung falsch? Was ich meine ist, dass die Fuge im "geraden Bereich" durch den Druck der Verbinder sicher, im vorderen "schrägen" Bereich aber nur mit Glück dicht werden könnte, weil die Lamellos entlang der Stoßkante keine Führung bewirken und auch die Verbinder keine Kraft aufbauen. Wenn hier nun Silikon oder anderes Dichtmittel in der Fuge sitzt, könnte dies ein Zusammenziehen im Bereich der "Schräge" verhindern, dadurch, dass sich die Platten entlang des Stoßes gegeneinander verschieben.

    Ich denke, der Tipp mit den Zwingen geht in die richtige Richtung, wenn den Platz vorhanden ist, diese anzusetzen. Über der Platte scheidet aus, weil nicht genügend Platz "hinter" der Platte (zwischen Wand und Platte). Unter der Platte könnte wegen der Unterschränke etwas eng werden, es sei denn, das Ganze würde ausreichend angehoben und "fliegend" montiert.

    Gibt es evtl. noch einen anderen Trick? Evtl. ein zusätzlicher, diagonal eingesetzter Plattenverbinder?

    Vielen Dank für Eure Hinweise!

    Grüße
    Josh
     
  5. punchmaster

    punchmaster ww-birnbaum

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    Hallo,

    ich arbeite in nem Möbelhaus mit Küchenstudio.

    Unsere Monteure nutzen die mitgelieferten Lamellos fast nie, da die APL´s in den seltensten Fällen 100%ig plan sind.

    Sie passen die Platten ein, schieben sie mit Leim zusammen und spannen sie leicht zusammen. Im vorderen Bereich setzen sie eine Schraubzwinge.

    Falls die Platten nun noch nicht ganz paralell sind, wird das mit leichten Hammerschlägen (natürlich mit Zulage) gerichtet.
     
  6. hengo

    hengo ww-birnbaum

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    Genau.


    Falls nicht genügend Platz vorhanden ist, um mit Zwingen zu arbeiten kannst du
    die Arbeitsplatten auch nach der Leimangabe entsprechend verkeilen.
    Falls die Fuge im vorderen Bereich nicht dicht wird, Arbeitsplattenverbinder wieder etwas lösen und an entsprechender Stelle mit Hilfe von einem Keil entsprechend Druck aufbauen (Bei der Zeichnung beispielsweise dort wo das X ist).

    Gruß Henning

    [​IMG]
     
  7. Josh

    Josh ww-pappel

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    Hallo Henning, danke für Deinen Tipp und die hilfreiche Skizze!

    Ich hatte angesichts der vorhergehenden Antworten schon befürchtet, ich könne mich nicht verständlich ausdrücken, aber nun hast Du den exakt auf meine Frage passenden Hinweis geliefert.

    Das mit dem Keil sollte funktionieren, wenn Platte "A" am in der Skizze nicht gezeigten Ende ein Gegenlager hat oder schon auf den Unterschränken verschraubt ist. Wenn beides nicht der Fall ist, kann das ganze Konstrukt dem Druck des Keils nachgeben und sich komplett verschieben. Für diesen Fall kam mir nun noch die Idee, die gesamte Platte leicht (dünne Leisten oder Ähnliches) "aufzubocken" und einen Transport-/Spanngurt um die Hinterkante der Platte "B" (dort, wo der Pfeil eingezeichnet ist) und die nicht dargestellte Seitenkante der Platte "A" zu legen und diesen erforderlichenfalls zu spannen. Damit sollte ich die eventuell erforderliche Kraft aufbringen können, um das Ausweichen von "B" entlang der gelb markierten Kante zu verhindern bzw. auszugleichen.

    Nochmals danke für alle Antworten! Ihr habt mir wirklich weiter geholfen.

    Viele Grüße
    Josh
     
  8. michaelhild

    michaelhild ww-robinie

    Beiträge:
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    Ort:
    im sonnigen LDK
    Wie wärs denn mit einem oder zwei passend gesetzten Runddübeln? Dann kann sich da nichts mehr verschieben.
     
  9. Josh

    Josh ww-pappel

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    Hemmingen
    An Runddübel oder Ähnliches hatte ich auch schon gedacht. Wenn aber die Bohrung nicht hunterprozentig ausgerichtet ist oder die Fräsung nicht perfekt sitzt, dann verhindern die Dübel eine eventuell noch gewünschte Verschiebung der Platten gegeneinander. Das erscheint mir daher zu riskant.

    Ich habe es zwischenzeitlich mit den Spanngurten versucht. Die Platten an den Ecken und dazwischen liegenden Auflagepunkten auf Lamellos abgelegt, Spanngurte einmal am Stoß entlang einmal senkrecht zum Stoß unter den Platten durch und oben in die Spanner, Lamellos für den Höhenangleich und das Ganze zusammengezogen. Was soll ich sagen - es funktionierte einfach perfekt, kann ich also zur Nachahmung empfehlen.

    Viele Grüße und nochmals Dank an Alle für die Tipps
    Josh
     
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