Arbeitsplatten von Wand zu Wand - wie Lamellos einsetzen?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Opus-One, 2. Dezember 2014.

  1. Opus-One

    Opus-One ww-kastanie

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    Guten Tag,

    wir bauen gerade unsere Buchen-Arbeitsplatten ein. Sie bilden ein langes "L", wobei
    der waagerechte Strich des L die durchgehende Platte darstellt und der senkrechte Strich des "L" von Wand zu Wand geht.

    Für die Eckverbindung sind Lamellos vorgesehen, aber wie sollen wir die einsetzen? Platten zusammenschieben geht nicht, da wegen der von Wand-zu-Wand-Länge kein Spielraum ist, die Platten auseinanderzuschieben und wieder zusammenzuschieben.

    Was können wir tun, um die Platten am Stoß auf gleiche Höhe zu kriegen? Haben sie nämlich nicht. Mit der Höhenverstellung der Schränke tarieren geht nicht, da die Eckverbindung auf ein und demselben Eckschrank aufliegt. Der Höhenunterschied ergibt sich dadurch, dass die Platten nicht vollständig eben bzw, verzogen sind.

    Danke und Gruß

    Opus One
     
  2. freakazoit

    freakazoit ww-nussbaum

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    Hallo,

    Dafür giebt es extra verbinder die unten eine einfäsung bekommen, did werden mit muttern festgezogen.
    Oder man leimt außerhalb und legt das komplette Konstrukt dann rein...

    Grüße

    Freakazoit
     
  3. seschmi

    seschmi ww-robinie

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    Du kannst auch die Lamellos in den einen Schenkel einleimen und dem anderen eine bis hinten durchgängige Nut in passender Höhe einfräsen. Dann kannst Du diesen Teil einfach längs aufschieben.
     
  4. Neige

    Neige ww-robinie

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    Welche Stärke hat die Platte und über wieviel mm Unebenheit/Verzug ist die Rede?......und ist die Platte bereits behandelt?
     
  5. benben

    benben ww-robinie

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    Hallo,

    Wenn man ein paar mm Luft hat kann man die meist "rein schwenken".
    Weiss auch nicht wie ich das erklären soll, wenn es nicht verständlich ist mache ich morgen eine Skizze.

    Gruss
    Ben
     
  6. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Warum die Platten überhaupt so extrem knapp einpassen? Spricht doch nichts gegen, 5-10mm Platz zur Wand zu lassen und eine Abschlussleiste zu montieren.

    Denk dran, die Verbindung der beiden Platten so auszulegen, dass die arbeiten kann. Keinesfalls verleimen.
     
  7. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Ben, das nennt sich Pressverleimung
    unter Ausnützung der Elastizitätsgrenze
    von angrenzenden Bauteilen:emoji_grin:

    Am im Ernst, wenn Massivholzplatten nicht
    eben ausgeformt sind, hilft ein Lamello auch
    nicht weiter. Die Arbeitplattenverbinder sind
    da schon der bessere Ansatz.

    Gruss Harald
     
  8. Mandalo

    Mandalo ww-birnbaum

    Schau dir mal Lamello Clamex S-18 Verbinder mit Metallriegel an, vielleicht ist das eine Lösung die dir zusagt.
     
  9. Opus-One

    Opus-One ww-kastanie

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    31
    Guten Abend,

    vielen Dank für Eure Antworten! Dieses Forum ist einfach immer wieder toll!

    Also, der Reihe nach:

    Wir haben Arbeitsplattenverbinder, normale, für die unten die Stege und Kreise schon eingefräst sind.

    Ich frage mich, ob man die nicht einfach einsetzen, von unten anziehen kann und dann die höher stehende Platte "runterkloppen" kann?

    Ihr meint aber sicher spezielle andere Arbeitsplattenverbinder?

    Am Ende des kürzeren Schenkels des "L" steht ein Kühlschrank, diesen könnten wir wegnehmen, den Spalt für die Lamellos dann bis zum Ende durchfräsen, Lamellos in die andere Platte einleimen und dann die kürzere reinschieben. Danke für die Idee!

    Die Platte hat 40 mm Stärke, Buche Leimholz. Versatz sind ca. 1,5 mm. Die Platten sind bereits mehrfach geschliffen und geölt, also fertig behandelt.

    Für beide Platten sind 5-7 mm Luft nach hinten zur Wand vorgesehen und auch vorhanden.

    "Rein schwenken" geht dennoch nicht, da der Fliesenspiegel, bestehend aus ca. 15 mm dickem Naturstein, bereits an der Wand ist. Die Arbeitsplatten schließen von unten an diesen dicken Fliesenspiegel an.

    Wandabschlussleisten sind daher auch nicht vorgesehen und nicht erwünscht. Der Fliesenspiegel deckt den Luftspalt zwischen Plattenhinterkante und Wand ab, den die Platten zum Arbeiten haben sollen.

    Verleimen wollen wir deshalb auch nicht. Arbeitsplattenverbinder/-Fräsung sind so angelegt, dass die Platten arbeiten können.

    Also, wir können versuchen, für die Lamellos in die andere Platte bis zur Kante durchzufräsen und diese dann auf die festgeleimten Lamellos längs draufzuschieben. Frage ist, ob das bei dem vorhandenen Verzug funktioniert.

    Eine Frage auch noch zur Montage:

    Ich lese manchmal:
    - Massivholzplatten überall fest auf die Unterschränke aufschrauben (da die Platten die Unterschränke ja auch stabilisieren) (Anm: Hat auf diese Weise bei uns 7 Jahre gehalten),
    - manchmal: Platten nur an der Vorderkante mit den Unterschränken verschrauben, hinten nicht, damit sie arbeiten können
    - oder: Platten vorne verschrauben, hinten die Löcher an den Unterschränken Richtung Wand verlängern, zwecks Arbeiten, dann aufschrauben.

    Was meint Ihr?

    Danke, Danke und Grüße!

    Opus One
     
  10. Neige

    Neige ww-robinie

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    Schönen guten Morgen

    Genau diese kannst du auch nehmen!

    Kann funktionieren, muss aber nicht. Vermutlich sind nur 2 Verbinder vorgesehen und da sehe ich dann ein Problem, bei 3 könnte das so finktionieren.

    Also ich gehe davon aus, dass die anderen schon auch die von dir genannten meinten.

    Kannst du so machen. Allerdings wäre meine Empfehlung keine Lamellos zu verwenden, sondern über die komplette Breite eine Feder einzusetzten. Dies brauchst du nicht zu verleimen.

    Ist ausreichend.

    Wenn du mit "rein schwenken" gleiches meinst wie @benben dann geht das schon. Die längs verlaufende Platte um die Stärke des Fliesenspiegel vorstehen lassen, dann die andere Platte schräg ansetzen und von oben einlegen und dann komplett unter die Fliesen schieben.

    Achte aber darauf, das zwischen Oberkante Platte und Fliesenspiegel etwas 3mm Luft bleibt.

    Wird auch bei massiven Platten nicht gemacht.

    Daher mein Vorschlag mit einer duchgehender Feder, wenn der Verzug nicht all zu groß sein sollte.

    Da wird man oft m. E. etwas kirre gemacht. Die Fixierung deiner Platte musst du abhängig vom Verzug machen.
    Ich befestige vorne mit mehreren Schrauben, pro Unterschrank mind. eine Schraube, hinten "nur" 2-3 Schrauben.
     
  11. Opus-One

    Opus-One ww-kastanie

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    Hallo Sigi,

    Danke für Deine ausführliche Antwort!

    Darf ich nochmal nachfragen - Du schriebst

    Warum?? Arbeitet die Platte auch in der Höhe? Nö oder?
    Wir haben die Schränke schon so schön justiert und die eine Zeile ist auch schon untereinander und mit der Wand verschraubt. 3 mm runterdrehen könnten wir sicher noch (mein Mann wird sich freuen...), aber weshalb sollte das so sein?

    Wir sind groß und um jeden mm Höhe der Arbeitsfläche froh. Diese ist durch die Fensterbänke begrenzt, Fliesenspiegel ist entsprechend angelegt.

    Momentan sind die Platten knirsch unter den Fliesenspiegel gesetzt. Da dieser keine komplett ebene Unterkante hat (getrommelter Naturstein, also unebene Kanten) sind hie und da 1-2 mm Luft, aber die "tiefsten Nasen" des Steins sitzen jetzt knirsch auf dem Holz. ...darf nicht?

    Fuge wollten wir (Danke, Winfried) mit MS-Polymer machen.

    Die lange Platte längs vorziehen geht nur um wenige mm, dann ist Schluss, da hier ein fetter Türrahmen kommt. An der kurzen Nicht-Stoß-Seite liegt die Platte an der Wand an (1 mm Spalt).

    Wir haben alles sehr maßgenau reingezimmert, was sich jetzt bei der Montage als schwierig erweist ...

    Ich schaue mal nach der Feder zum Einschieben in die Verbindung.

    Arbeitsplattenverbinder sind 2 Stück da und also entsprechend eingefräst.

    Viele Grüße!
    Opus One
     
  12. Neige

    Neige ww-robinie

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    In der Höhe arbeitet die Platte nicht unbedingt, mir ging es eher darum, dass ihr
    a. die Platte ohne Widerstand einschieben könnt
    b. eine vernünftige Fuge anbringen könnt

    Mich würde mal ein Bild interessieren, wenn du Zeit und Lust hast.
     
  13. Georg L.

    Georg L. ww-robinie

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    Ich habe mal eine einfache Skizze angehängt, wie ich das immer mache, vorausgesetzt ich habe genügend Helfer zur Verfügung.
    Ich hoffe die Skizze ist selbsterklärend.
     

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  14. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Die Platte muss immer schön arbeiten können. Das klappt nicht, wenn die vorne und hinten an die Unterschränke geschraubt wird. Ich würd sie nur vorne anschrauben.
     
  15. Opus-One

    Opus-One ww-kastanie

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    31
    Hallo Sigi,
    eigentlich zeige ich nicht gern Fotos im Netz, aber da die Hilfe hier so toll ist...
    Leider sieht es etwas chaotisch aus, was daran liegt, dass die Küche bereits in Betrieb ist/war (mit den alten Arbeitsplatten provisorisch aufgelegt). Es handelt sich, wie unschwer zu erkennen ist, um eine IKEA-Küche, die wir beim Umzug mitgenommen und erweitert haben, weshalb neue Platten fällig sind.

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    [​IMG]

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    Georg,

    vielen Dank für Deine Skizze! Schon klar, wie das mit dem Hochheben und Reinschwenken gemeint ist. Problem 1: Türrahmen ist dem Hervorziehen im Wege, geht vielleicht gerade noch, desweiteren sind die Lichtschalter über dem Plattenende dem Hochheben im Weg, könnte man demontieren... Problem 2: Der Ausschnitt für die Spüle ist bereits gesägt, da dieser sehr groß ist (ca. 1 m lang) und wir uns nicht trauen, die Platte dann noch groß herumzutragen, aus Angst, dass sie dann an den Stegen bricht, haben wir trotz des Sägestaubs den Ausschnitt an Ort und Stelle gesägt. So trauen wir uns nun auch nicht richtig, die Platte nochmal hochzustemmen. Oder ist die Angst unbegründet?

    Wir wollten nun so verfahren, dass wir den Kühlschrank rausnehmen, die kurze durchgehende Platte nach rechts rausziehen, Lamello-Nut durchgehend fräsen, Lamellos in lange Platte reinleimen, kurze Platte draufschieben...
    Da muss dann halt die kurze Zeile nochmal von der Wand losgeschraubt werden und alles nochmal runtergedreht werden, damit Platz ist, die Platte rauszuziehen, denn die sitzt knirsch unterm Stein. Siehe Bilder.

    Verschrauben dann also nur vorne fest und hinten nur ganz wenig. Oder gar nicht.

    Danke und Grüße!

    Opus One
     
  16. Opus-One

    Opus-One ww-kastanie

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    hm, mir ist nicht klar, warum die Bilder nicht gezeigt werden - neuer Versuch:
     

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  17. Neige

    Neige ww-robinie

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    Vielen Dank für die Bilder. Ich hatte eigentlich nach Bildern gefragt, weil es für mich doch von Interesse ist zu sehen, wie wer was in welcher Form löst. Es gibt immer wieder Ideen, die man doch aufgreifen kann. Das Lernen nimmt kein Ende. :emoji_wink:

    Nochmal auf die Frage der Befestigung zurückzukommen. In der Tat ist es so schon wie Winfried schrieb, dass die Platte arbeiten soll. Aus diesem Grund nannte ich "fixieren".
    Die Lösung die sich für mich als praktisch erwiesen hat, ist die, dass ich die Platten vorne fest an die Unterschränke schraube, hinten aber die Löcher in den Traversen größer mache, Schrauben mit kleineren Durchmesser nehme die mittels Unterlagscheiben nur so weit eingedreht werden, dass die Platte in Position gehalten wird. Die Platte kann also arbeiten.
     
  18. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Ich frag mich gerade: Bringt das irgendwelche Vorteile, die Platte auch hinten irgendwie zu fixieren? Die Frage ist ernst gemeint. Mir fällt da im Moment kein Vorteil ein. Die Platte liegt doch auf und die Unterschränke können sich nicht verschieben, weil sie vorne geschraubt sind. Evtl. verhindert man ein wenig den Verzug.
     
  19. Neige

    Neige ww-robinie

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    Über einen Vorteil oder auch nicht könnte man denke ich, Seiten füllen. Genauso wie, reicht es Unterschränke nur vorne zu verschrauben. Ich hab schon erlebt, dass Holz oder beschichtete Platten nach gewisser Zeit dann nicht mehr richtig aufliegen und "klappern". Sei es auch nur weil sich der Boden etwas senkt.
    Ein weiteres Argument von mir, es gibt mir als Monteur schon was Sicherheit wenn alles "Halt" hat. :emoji_wink:
     
  20. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Vieles tun wir ja in der Praxis aus Intuition auch schon genau richtig, ohne es wirklich benennen zu können, warum und wieso. Das intuitive Wissen darf man nicht unterschätzen.
     
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