Anorganische Holzbehandlung gegen Insekten und als Brandschutz

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Re-Mark, 4. Juli 2008.

  1. Re-Mark

    Re-Mark ww-kastanie

    Beiträge:
    38
    Ort:
    Berlin
    Hallo,

    ich habe noch mehr Fragen für mein Gartenschuppenprojekt. Die Planung sieht bisher Kiefer vor, frisch aus dem Sägewerk. Zu den Aspekten "Frisches (nasses) Holz verbauen" und "Winter versus Sommerholz" gab es bereits Threads.

    Nun würde ich gerne etwas über anorganische Mittel zur Holzbehandlung wissen. Also: Kaliwasserglas, Kaliumcarbonat, Alaun (Kaliumaluminiumsulfat), Borax, Borsäure. Soweit ich das verstanden habe, wurden die alle, z.T. in Mischungen, früher zum Zwecke des Holzschutzes und/oder des Brandschutzes aufgetragen. Sie sollen auch Insekten den Zugang zum Holz verwehren, wobei da natürlich das Problem besteht, dass sie nur auf der Oberfläche vorliegen und Risse nicht geschützt sind, was den Schutz gegen Insekten dann wohl normalerweise wirkungslos macht.

    Trotzdem hätte ich gerne mehr Infos darüber. Welche Einzelbestandteile oder Mischungen wurden wofür verwendet, und warum? Wann sollte das Holz für die Behandlung getrocknet sein, und wann nass? (ich habe irgendwo gelesen, dass Balken vorher extra gewässert wurden, weil ein Mittel (war es Borax oder Wasserglas...?) dann tiefer und gleichmäßiger eindringen kann. Finde die Seite nur nicht mehr...)

    Ich weiß, dass bis auf das Wasserglas die Stoffe alle nicht beständig gegen Auswaschung sind. Und reines Kaliumcarbonat ist auch noch stark hygroskopisch, daher nur in der richtigen Mischung mit anderen Mitteln einsetzbar. Als Schutz gegen Auswaschung auf der Außenwand könnte ich mir einen Anstrich mit Wasserglas oder mit Leinölfirnis vorstellen.

    Nachdem ich anfangs wenig begeistert von Farbe war und 'Holz natur' behalten wollte, überlege ich nun doch, auch als UV-Schutz, die Außenwand mit einem Siena-Pigment zu streichen. Da stellt sich auch noch die Frage, ob man das besser in Leinölfirnis oder in Wasserglas einrühren würde, also eine Silikatfarbe oder eine Ölfarbe nimmt.

    Zum 'konstruktiven Holzschutz' kann ja auch der Schutz gegen das Eindringen von potentiell holzgefährdenden Insekten zählen. Nun mache ich mir wenig Illusionen, es wird mir nicht möglich sein, einen Gartenschuppen so zu bauen, dass nirgends millimetergroße Spalten entstehen, durch die kleine Käferchen o.ä. eindringen können. Aber vielleicht könnte ich kritische Stellen, z.B. alle Nuten, auch bei Nut-und-Feder-Wänden, satt mit Diatomeenerde (Kieselgur) einstäuben?

    Grüße,
    Robert
     
  2. Norbert

    Norbert ww-robinie

    Beiträge:
    612
    Ort:
    Markdorf
    Hallo Robert,

    in meinen Augen ist die gewünschte Optik der einzig zu rechtfertigende Grund, einem außen verbauten Holz eine Oberflächenbehandlung angedeihen zu lassen.

    Unabhängig von der verwendeten Behandlung (da bin ich mir ziemlich sicher, ohne jedoch einen Beweis antreten zu können) führt das dazu, daß man in gewissen Abständen zu Erhaltungs-/Auffrischungsmaßnahmen gezwungen sein wird, denn der Zahn der Witterung ist hartnäckiger als jede noch so gute Oberflächenbehandlung (eigene Beobachtung).

    Wenn man dagegen mit dem sich innerhalb weniger Jahre sich einstellenden Grauton leben kann, dann ist eine Nichtbehandlung nach meinen Beobachtungen das einzig Wahre. Es stellen sich genau die miteinander harmonierenden Grau- bis Schwarztöne ein, die dem jeweiligen Bewitterungszustand angepaßt sind. Das gilt natürlich nur, wenn das Holz keine dauerhaft "nassen Füße" hat, d.h. konstruktiv richtig verbaut ist. Auch ist nach meiner Erfahrung die Holzqualität (feinjährig) für die Dauerhaftigkeit maßgebender als jede noch so ausgefeilte Chemie.

    Der Befall durch Schadinsekten regelt sich von selbst gegen Null, wenn das Holz austrocknet und -härtet. Das bedingt natürlich einen gut belüfteten Standort für die gesamte Konstruktion. Nach meinen Erfahrungen treten zerfressene Bauteile nur vereinzelt auf, was darauf schließen läßt, daß die lieben Tierchen bereits im Sägewerk "eingekauft" wurden.

    Ein weiterer, zu bedenkender Aspekt ist: was spricht bei einem Schuppen dagegen, nach 15 oder 20 Jahren mal das ein oder andere Brett auszuwechseln? Du weißt sicherlich: nichts hält ewig (immerhin währt ewig am längsten).

    Selbst habe ich vor kurzem einen Schuppen für Brennholz an einen seit 25 Jahren bestehenden naturgrauen Holzschuppen "angeflanscht" (siehe Bilder). Nicht einen Pinselstrich habe ich ausgeführt. Im Gegenteil: je früher der Neubau grau wird, desto eher wird er sich unauffällig in die Umgebung einfügen (s. Bilder).

    Gruß

    Norbert

    P.S.: Heute kam ich von einer einwöchigen Bergwanderung zurück, auf der ich an der neu aufgebauten Verbella-Alpe (1940 m, Montafon) vorbeikam. Ich habe mir Fenster und 4 cm starken Schlagläden genau angeschaut: sie sind in bester Schreinerqualität aus feinjährigem und allenfalls mit Bläueschutz grundiertem Fichtenholz hergestellt (Fenster mit Alu-Regenschiene, Läden mit Gratleisten). Erste grauschwarze Schleier zeigen bereits die Angriffspunkte der Bewitterung. Ich wette darauf, daß diese Elemente mindestens solange Bestand haben werden, wie die verwendeten gelbverzinkten Schrauben und Beschläge.
     
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