Aldinger Hobelmaschine U63 Wartungsanleitung, welche Schmierstoffe?

carsten

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Hallo

vermute da gab es noch gar keine Anleitung im heutigen Sinne
Je nach Schmiernippel oder Schmierstelle ein ganz normales Maschinenöl oder Wald und Wiesen Fett.
Im Landmaschinenhandel fragen.
Und nicht zu viel. Wenn die einmal pro Woche für 2 Stunden läuft, reicht die Schmierung für die nächsten 5 Jahre. Gerade alte Maschinen kommen eher mal mit zu wenig Öl und Fett aus als zu viel.
 

Heimwerker 0664

ww-pappel
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Meine vor kurzem erworbene Hobelmaschiene dreht beim einschalten sehr schwer weg, kommt bei Y Schaltung kaum auf Drehzahl, erst auf der 2. Stufe erhöht sich die Drehzahl auf normal.
Laut meinem Vorbesitzer wurden die Hauptlager mit normalem Schmierfett mit einer Fettpresse abgeschmiert.
Kann das sein, weil die Maschine jetzt in einem unbeheizten Raum steht, oder wurde mit einem ungeeigneten Schmierstoff abgeschmiert?
 

Jungemehnar

ww-ahorn
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Das kann gut sein, dass das Fett recht zäh bei den niedrigen Temperaturen ist.
Viel "schlimmer" und auch wahrscheinlicher wäre eine zu große Fettmenge- wenn wie beschrieben mit der Fettpresse solange gepresst wurde, bis Fett austritt.
Nicht so gute Variante: Maschine eine Weile laufen lassen, bis die Lager warm sind und überschüssiges Fett aus den Lagern gedrückt wird. Kann aber Lager schädigen.

Besser: Lager reinigen (zur Not nur das alte Fett heraus kratzen) und dann mal laufen lassen
Und/ oder gleich ein dünneres Fett verwenden.
Ich denke man kann fast alle Bedingungsanleitungen für Hobelmaschinen verwenden, die nehmen sich nicht allzu viel.
Bei Kölle sind im Gegensatz zu Hombak konkretere Angaben was das Fett angeht; umheschlüsselt ist das von Shell Gadus S3. Kommt mir dünner vor als das normale Mehrzweckfett für Landmaschinen. Preislich mit um die 12€pro Tube noch vertretbar, wenn man mit Klüber NBU 12 vergleichen würde.
 

SebastianThiel

ww-esche
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Es kann auch vorkommen, das statt Öl Fett genommen wurde oder umgekehrt.
Das kommt bei gebrauchten Fräsmaschinen ständig vor, die dann erstmal zerlegt werden müssen, da Ölkanäle mit Fett gefüllt worden sind!!
Im Zweifelsfall oder bei unbekannten Zustand der Lagerstellen, mit Diesel reinigen und neu schmieren.
 

Mitglied 132096

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oder wurde mit einem ungeeigneten Schmierstoff abgeschmiert?
Das ist eher unwahrscheinlich. Meine Hobelmaschinen stehen auch in einer unbeheizten Scheune. Vor allem die große DH braucht ungefähr 40 bis 50 Sekunden, bis in Y die Drehzahl deutlich hochdreht und man anschließend in Dreieck schalten kann.
Das ist also durchaus normal. Falsches Fett ist normalerweise nicht in den Lagern. Das Fett wird aber bei den niedrigen Temperaturen steif und dem entsprechend dauert es ein bischen, bis beim ersten Anlauf das Fett erst einmal durchgeknetet und weicher wird.

Normales Wälzlagerfett mit der Klasse NLGI 2 ist okay.
 

Mitglied 132096

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Klüber Staburags NBU 12 ist auch kein "normales" Wälzlagerfett, sondern Lebensmittelfett. Richtig, NBU 12 ist etwas steifer.

Nicht so gute Variante: Maschine eine Weile laufen lassen, bis die Lager warm sind und überschüssiges Fett aus den Lagern gedrückt wird. Kann aber Lager schädigen.
Solange die Lager nicht extrem heiß werden, sodass sich so das Fett zersetzt, ist das zwar nicht schön, aber die Lager gehen dabei nicht sofort kaputt. Da muss die Temperatur schon deutlich über 120° ansteigen, dass das passiert.
Wenn die Lager nicht wärmer werden, als handwarm ist das für die Lager keinesfalls schädlich. Normalerweise schmiert man auch Lager nicht im Stillstand, sondern wenn die Maschine läuft. So kann sich das Fett in den Lagern verteilen.

Wenn die Temperatur in den Lagern durch zuviel Fett steigt, wird das Fett weich und tritt durch die Labyrinthdichtung von selbst aus. So stellt sich sehr schnell ein Gleichgewicht ein.

Um die Lager zu reinigen, muss die Maschine weitgehend zerlegt werden. Einfach nur Diesel oder Verdünner in die Lager zu drücken ist kein professionelles Vorgehen, da immer ein Rest vom Lösungsmittel in den Lagern verbleibt und neues Fett zersetzt.

Um eine Hobelmaschine mit 63er Hobelwelle zu zerlegen nur um die Lager zu reinigen, braucht es technisches Verständnis und Werkzeug bis hin zu einem kleinen Flaschenzug oder Motorheber um die Hobelwelle auszubauen. Alleine die Hobelwelle wiegt ungefähr 50 bis 60 kg. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich meine Kölle vor 2 Jahren komplett überholt und neu gelagert habe.
 
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Heimwerker 0664

ww-pappel
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Danke für euere Antworten!
Ich habe am Ende der Hobelwelle, auf der Innenseite der Lager, so eine Scheibe zum wegschrauben entdeckt, die werde ich einmal abschrauben, vielleicht kann ich da etwas Fett heraus bekommen.
Eigentlich habe ich noch ein größeres Problem: Bei der Gliedereinzugswalze, die einzelnen Elemente stehen unterschiedlich zu einander, ich vermute sie sollten eine Gerade bilden und glaube, dass die Federn Inneren teilweise gebrochen sind.
Wo bekommt man solche Federn?
 
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